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Der Telebasel Newsbeitrag vom 21. September 2021.
Basel

Menschen in Kugeln und lauter schwarze «Bändeli»

Die Art Basel ist zurück. Gäste aus aller Welt können in einem Zelt ihr Zertifikat gegen ein Armband umtauschen. Corona ist auch in den Performances ein Thema.

Menschen in transparenten Zorbing-Ballons kugeln über den Messeplatz. Was auf den ersten Blick nach Zirkusartistik ausschaut, hat einen ernsten Hintergrund. Die Performance «Tears» bezieht sich auf die Corona-Pandemie. Wie die Künstlerin Monster Chetwynd erklärt, stelle die bewegte Installation ein weinendes Auge dar. «Es ist eine interaktive Skulptur, die über die grosse Traurigkeit der letzten anderthalb Jahre», erklärt die in Zürich lebende schottische Künstlerin. «Es war für viele Leute wirtschaftlich sehr anstrengend und viele haben ihre Liebsten verloren – auch ich», sagt Monster Chetwynd gegenüber Telebasel. Mit ihrer Performance gehe es aber nicht nur um Trauer, sondern auch darum, den Menschen wieder Mut zu machen.

Ein Zelt für Zertifikate und Tests

Die Pandemie hat nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Organisation. Nach der letztjährigen Absage kann die Art Basel erstmals mit Zertifikat stattfinden. Noch finden zurzeit die «Private Views» statt, bevor die Kunstmesse am Freitag ihre Tore für das breite Publikum öffnen wird. Bereits jetzt herrscht Betrieb im grossen Zelt auf der Rosentalanlage. Die Gäste können dort ihr Covid-Zertifikat zeigen und erhalten dafür ein schwarzes Armband. Somit muss man nicht bei jedem Eintreten das Handy und die ID zücken. Eine gelbe Tafel erklärt auch, was Besucherinnen ohne gültiges Schweizer oder EU-Zertifikat machen können: Im anderen Teil des Zelts gibt es auch eine Teststation.

Zufrieden betrachtet Uidon Chung eine rosaroten Skulptur der «Art Unlimited». Der südkoreanischen Kunstsammler wohnt im Senegal. Eigentlich hätte er schon lange die Art Basel besuchen wollen, doch die Coronakrise machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Nun klappte es endlich mit der Reise von Dakar nach Basel: «Ich bin sehr begeistert, dass ich endlich diese gigantische Kunstmesse besuchen kann», sagt Uidon Chung.

Eher skeptisch äussert sich der Genfer Kunstkritiker und Journalist Étienne Dumont. «Es ist immer das Gleiche, mit denselben Künstlern, es wie in einem Museum, es gibt wenige Anfänger und nur wenig Monumentales», findet er. Noch gibt es viel zu sehen. Die Art-Woche hat erst begonnen. Ab Freitag öffnet die Messe auch ihre Tore für das breite Publikum.

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