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Der Point de Presse der Fachexperten des Bundes. (Video: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

BAG-Mathys: «Das Impftempo ist zu tief»

Fachexperten des Bundes haben am Dienstag wiederum über die Pandemie-Entwicklung informiert. Das Impftempo sei zu langsam, bemängelt das BAG.
Ende der Medienkonferenz

Der Point de Presse der Fachexperten des Bundes ist zu Ende. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse.

Über die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie in der Schweiz und der Welt bleiben Sie in unserem Ticker auf dem Laufenden.

Bund muss Massnahmen wegen tiefen Impftempos aufrechterhalten

Wegen des zu langsamen Impftempos in der Schweiz könne in absehbarer Zeit nicht auf die anderen Schutzmassnahmen verzichtet werden. Nach Ansicht des obersten Kantonsarztes, Rudolf Hauri, liegt es nun an der Initiative jedes einzelnen.

Die Angebot zur Impfung seien nun hinreichend bekannt, sagte Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS am Dienstag vor den Medien in Bern. Die Kantonsärztinnen und -Ärzte würden zudem eine hohe Nachfrage nach Corona-Tests feststellen. Es gebe oft einen Ansturm, sagte Hauri.

Im Fokus stehen derzeit auch die Kinder. Diese hatten noch keine Möglichkeit, sich impfen z lassen. «Genau wie für Erwachsene gilt auch für die Kinder das Recht, vor schweren Verläufen geschützt zu sein», sagte Alain Di Gallo von der Covid-19-Task-Force. Bei einer unkontrollierten Zirkulation des Virus werde das Recht nicht respektiert.

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Alain Di Gallo von der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes erinnert an der Medienkonferenz daran, auf den Schutz der Kinder vor schweren Verläufen Rücksicht zu nehmen. (Bild: Keystone)
Nachfrage nach alternativem Impfstoff ist laut Bund vorhanden

Laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist die Nachfrage nach einem alternativen Impfstoff in der Schweiz vorhanden. Deshalb führe der Bund verschiedene Verhandlungen mit Anbietern, nicht nur mit Johnson&Johnson.

«Es kommen auch noch andere Impfstoffe infrage», sagte Mathys am Dienstag vor den Medien in Bern. Die generellen Impfskeptiker könnten damit aber kaum überzeugt werden.

Rückgang der Intensivpatienten weil Ferienrückkehrer austreten

Die Zahl der auf Intensivstationen liegenden Covid-19-Patientinnen und -Patienten ist seit Mitte September zurückgegangen. Das hat zwei Gründe: Zum einen konnten Ferienrückkehrer die Stationen verlassen, zum anderen gingen die Infektionen im Inland zurück. Für eine Entwarnung ist es zu früh: Mit sinkenden Temperaturen dürften die Spitaleinweisungen wieder steigen.

Der Wetterwechsel führe zu einer Verhaltensänderung der Bevölkerung, erklärte Samia Hurst am Dienstag vor den Bundeshausmedien das Phänomen. Sie ist Präsidentin der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes. Sie erinnerte daran, dass die Impfungen gut vor einem Spitaleintritt schützen, was auch Studien in Grossbritannien und Israel erbracht hätten.

Laut Samia Hurst, Vizepräsidentin der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes, dürfte der Herbstanfang die Spitaleinweisungen in die Höhe treiben. (Bild: Keystone)

Niemand sollte die Immunisierung durch eine Ansteckung suchen, warnte Hurst. Das sei ein sehr riskanter Weg. Auch eine Durchseuchung der Bevölkerung komme trotz der hohen Zahl an nicht Geimpften nicht in Frage. Nach wie vor sei die Impfung der Ausweg aus der Pandemie. Es gelte, das Infektionsgeschehen auszubremsen.

Der Bericht des Pharmaunternehmens Pfizer über gute Erfahrungen mit der Impfung für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren wecke Hoffnung. Diese Resultate müssten aber zuerst verifiziert werden und der Impfstoff später von den Heilmittelkontrollstellen zugelassen werden, erklärte Hurst.

Psychische Gesundheit von Kindern hat sich verschlechtert

Laut Alain Di Gallo von der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes sind Kinder und Jugendliche die am stärksten Betroffenen der Pandemie. Neue Forschungsergebnisse zeigten eine «nachweisliche Verschlechterung der psychischen Gesundheit».

Während die direkten physischen Folgen des Virus für junge Personen oft harmlos seien, seien die psychischen Probleme nicht von der Hand zu weisen, sagte Di Gallo am Dienstag vor den Medien in Bern. «Die Pandemie hat das Umfeld von Kindern und Jugendlichen durcheinandergebracht und viele Entwicklungsschritte gestört.»

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Impftempo laut BAG weiterhin zu tief

Die Entwicklung der Impfzahlen sind laut dem BAG erfreulich, aber das Tempo sei nach wie vor zu tief. Mit der aktuellen Geschwindigkeit werde sich die epidemiologische Lage in naher Zukunft in der Schweiz nicht entspannen, sagt Patrick Mathys an der Medienkonferenz.

Es bestehe weiterhin die Gefahr, dass sich eine weitere Infektionswelle anbahne. Hierbei spielten auch die höheren Temperaturen eine Rolle: Die Menschen würden sich wieder vermehrt in Innenräumen auf. Dies könne das Infektionsgeschehen beschleunigen.

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Mathys: Lage in Spitälern kann schnell kippen

Zwar habe sich das Infektionsgeschehen in der Schweiz leicht abgeschwächt – doch eine erneute Verschlechterung der Lage könne den Druck auf die Intensivstationen in den Schweizer Spitälern aber rasch erhöhen, warnt Patrick Mathys. Eine Entspannung der Lage für das Pflegepersonal sei zudem nicht sichtbar. Die Lage bleibt laut Mathys angespannt.

BAG-Mathys: Infektionslage hat sich beruhigt

Der Bund gibt leichte Entwarnung, was das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus betrifft. «Die Situation hat sich weiter beruhigt, dieser Trend hält nun seit einer Weile an», sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Auch in den Spitälern sei der Rückgang spürbar, sagte Mathys am Dienstag vor den Medien in Bern. Laut dem Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG liegt die Belegung der Intensivpflegeplätze aber nach wie vor «auf sehr hohem Niveau». Gut drei Viertel der Betten seien belegt, dreissig Prozent von Covid-Patienten.

Die höchsten Inzidenzen beobachtet der Bund derzeit bei der jungen, mobilen Bevölkerung, wie Mathys sagte. Es steckten sich hauptsächlich 10- bis 19-Jährige an. Deshalb sei kurzfristig mit einem weiteren Rückgang der Spitaleintritte zu rechnen.

Seit Montag gelten in der Schweiz angepasste Einreiseregeln – damit will der Bundesrat verhindern, dass wegen Rückkehrern aus den Herbstferien die Ansteckungen mit dem Coronavirus zunehmen, so wie es nach den Sommerferien passierte. Nebst der ausgeweiteten Zertifikatspflicht dürfte dies einer der Hauptgründe sein, weshalb sich in den letzten Tagen und Wochen wieder mehr Schweizerinnen und Schweizer dazu entschlossen haben, sich piksen zu lassen.

Vom 13. September bis 19. September jedenfalls wurden in der Schweiz 221’886 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht. Die Impfkadenz stieg im Vergleich zur Vorwoche um 17 Prozent. 53,6 Prozent der impfberechtigten Bevölkerung sind mittlerweile vollständig geimpft.

Derweil ist in den Spitälern eine leichte Entspannung feststellbar und die Infektionszahlen sind ebenfalls leicht rückläufig. Was sagen die Experten zur jüngsten Entwicklung? Und was braucht es, bis weitere Massnahmen fallen?

Auf dem Podium stehen den Medienschaffenden am Dienstag folgende Experten Rede und Antwort: Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG; Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS, Samia Hurst, Vizepräsidentin der National COVID-19 Science Task Force und Alain Di Gallo, National COVID-19 Science Task Force Moderation.

Telebasel zeigt die Pressekonferenz ab 14 Uhr im Live-Stream auf telebasel.ch und in der App.

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