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Der Telebasel News Beitrag vom 25. September 2021.
Region

Extremwetter hat Reben zugesetzt

Frost, Regen und Hagel: Die regionalen Reben mussten diesen Sommer wettermässig viel erdulden. Das ist nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen.

Der Rebsommer 2021 war der nässeste seit Messbeginn im Jahr 1864. Dutzende Male hat es nach Ostern Frost gegeben. Dazu liess Petrus riesige Wassermengen und teils starken Hagel niederprasseln.

Weniger Reben, aber Qualität leidet nicht

Die hohe Feuchtigkeit förderte Pflanzenkrankheiten wie den Falschen Mehltau. Der «Schlechtwetterpilz» lasse Trauben und Blätter absterben, erklärt Ueli Bänninger, Vorstandsmitglied des Weinproduzentenverbands Basel/Solothurn gegenüber Telebasel. «Wenn der Rebe zu viele Blätter fehlen, dann werden die Trauben nicht richtig reif».

Auch das schwankende Wetter hat den Reben zugesetzt. «Für das Wachstum einer Rebe ist es sehr ungünstig, wenn sich das Wetter ständig ändert», sagt Urs Weingartner, Rebbaukommissär der Kantone BL, BS und SO. Die Rebensaison beginne im März und ende frühestens im Oktober. «Es gibt fast keine andere Nutzpflanze, die so lange den Wetterbedingungen ausgesetzt ist», so Weingartner.

Auf Weinfreunde wartet trotzdem auch eine gute Nachricht: Auf die Qualität werden sich die schlechten Wetterverhältnisse nicht auswirken. «Die diesjährige Ernte wird auf jeden Fall kleiner ausfallen. Die Qualität wird darunter aber nicht leiden», sagt Thomas Engel, Kellermeister der Kellerei Siebe Dupf in Liestal. Da in diesem Jahr mehr Trauben als sonst in einem schlechten Zustand sind, werde sich die Verlesung aufwändiger gestalten.

Mit neuen Rebensorten und Drohnen in die Zukunft

Der regionale Weinbau muss sich auch längerfristig auf extremes Wetter einstellen. Es braucht deswegen neue Überlegungen und Innovationen. «Frostschutz und Hagelnetze müssen in Zukunft wohl vermehrt eingesetzt werden», sagt Weingartner: «Und für den Pflanzenschutz werden vermehrt Drohnen eingesetzt. Da gibt es bereits Projekte, die wir am Ausprobieren sind». Zur Option stehen auch Rebensorten, die weniger pilzanfällig, als die traditionellen europäischen Sorten sind.

Ganz zufrieden sei man im Moment nicht. «Für eine Schlussbilanz ist es aber noch zu früh. Diese ziehen wir frühestens bei den Weindegustationen Ende Jahr», sagt Engel.

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