Olaf Scholz (links) liegt bei den Umfragen vorne. (Bild: Keystone)
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Scholz liegt nach drittem TV-Triell vorn

In der letzten Fernsehdebatte der drei Kanzlerkandidaten vor der Bundestagswahl schlug sich einer Blitz-Umfrage zufolge SPD-Bewerber Olaf Scholz am besten.

Auf die Frage, wer alles in allem das TV-Triell gewonnen habe, stimmten 42 Prozent für Scholz. Auf Platz zwei landete Armin Laschet (Union) mit 27 Prozent, und Annalena Baerbock (Grüne) kam auf 25 Prozent. Sechs Prozent entschieden sich für die Antwort «Weiss ich nicht».

Diese Umfrageergebnisse präsentierte der Sender Sat.1 am Sonntagabend in seiner Nachbesprechung direkt im Anschluss an das Triell, das auf ProSieben, Sat.1 und Kabeleins ausgestrahlt wurde.

Laschet liegt hinten

Für die Umfrage befragte Forsa nach Senderangaben 2291 wahlberechtigte Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Umfrage bezieht sich somit nicht auf alle Wahlberechtigten in Deutschland, sondern nur auf die TV-Zuschauer.

Am späteren Abend veröffentlichte die Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 weitere Details der Umfrage. Bei der Frage «Wen fanden Sie am glaubwürdigsten?» lag Scholz erneut vorn mit 37 Prozent. Danach folgte Baerbock mit 29 Prozent und Laschet mit 28 Prozent.

Details zum TV-Gespräch finden Sie hier:

Das Klima und die «Micky Maus»

Ein Thema im TV-Gespräch war der Klimawandel. ProSieben-Moderatorin Linda Zervakis, die bis vor einigen Monaten «Tagesschau»-Sprecherin war, zog dazu ein Kindermagazin hervor und hielt es den Kandidaten entgegen. «Ich habe Ihnen was Schönes mitgebracht.» Die Zeitschrift stamme aus dem Jahre 1993, Kosten 3 Mark 90. «Meine Eltern hatten früher einen Kiosk, deswegen habe ich mich daran erinnert.» Darin gehe es um die Abholzung der Regenwälder. «Vor über 30 Jahren hat sich die Micky Maus schon mit dem Klimawandel beschäftigt.»

An Unionskanzlerkandidat Laschet gerichtet, sagte Zervakis, dass in der CDU anscheinend nicht so oft «Micky Maus» gelesen werde. Laschet konterte: Zu Zeiten der «Micky Maus»-Ausgabe habe der CDU-Politiker Klaus Töpfer als Umweltminister das Thema Klima bereits auf der Tagesordnung gehabt.

Zeitmessung

Auch im dritten TV-Triell wurde die Redeanteil-Zeit der Kandidaten gemessen, um Chancengleichheit herzustellen. Von Zeit zu Zeit wurde die Zeit eingeblendet. Sat.1-Moderatorin Claudia von Brauchitsch sagte bei der zweiten Einblendung, ihr selbst sei ein Fehler unterlaufen. Sie bezog das auf die frühere Zeit-Einblendung in der ersten Sendehälfte, bei der Laschet 9:26 Minuten, Scholz 07:00 Minuten und Baerbock 06:49 Minuten Redezeit hatten. Von Brauchitsch hatte allerdings dann Baerbock empfohlen, zu versuchen, sich etwas kürzer zu fassen.

Beim zweiten TV-Triell von ARD und ZDF hatte es beim Thema Redezeit vor einer Woche ebenfalls einen Fehler gegeben, dieser war allerdings anders gelagert: Nach Senderangaben war ein Softwarefehler der Grund, warum zeitweise die Uhr weiterlief und so falsche Daten gezeigt hatte.

Kandidaten fragen sich gegenseitig

Im TV-Triell konnten die Kanzlerkandidaten auch einmal sich gegenseitig Fragen stellen. Nach Senderangaben wussten die Kandidaten, dass sie in der Sendung eine Frage stellen konnten.

Baerbock fragte Scholz zum Thema Geldwäsche in Deutschland. Laschet knüpfte daran an und befragte Baerbock zu der von Grünen, FDP und Linken beantragten Sondersitzung des Finanzausschusses im Bundestag. Die Sitzung war beantragt worden, nachdem die Osnabrücker Staatsanwaltschaft das Finanz- und das Justizministerium durchsucht hatte. Hintergrund sind Ermittlungen gegen Mitarbeiter der FIU, einer Anti-Geldwäsche- Spezialeinheit des Zolls in Köln, die Scholz› Finanzministerium zugeordnet ist.

Scholz fragte Laschet zum Thema CO2-Bepreisung, die dazu führe, dass zum Beispiel das Heizen für Mieterinnen und Mieter teurer werde. Er wollte wissen, warum CDU/CSU abgelehnt habe, dass die Kosten von Mietern und Vermietern je zur Hälfte der zusätzlichen Belastungen getragen werden.

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