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Der Telebasel Newsbeitrag vom 20. September 2021.
Basel

Brandruine der Grenzwert-Bar soll bis 2023 saniert sein

So soll das Gebäude der ehemaligen Grenzwert-Bar in Zukunft aussehen.

Vor gut zwei Jahren gab es an der Rheingasse in Basel einen Grossbrand. Der Schaden am Gebäude mit der bekannten Grenzwert-Bar war gross. Das Haus ist seither unbewohnbar. Das soll sich aber schon bald ändern. Klara Kläusler ist Geschäftsleiterin der Edith Maryon AG, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Edith Maryon, welche die Brandruine gekauft hat. Sie hat uns heute Montag durch die Überreste des Gebäudes geführt und erklärt, wie das markante Haus wieder aufgebaut werden soll.

Noch immer hängen im Erdgeschoss Überbleibsel der alten Tapete und Plakate an den Wänden. Sie erinnern an die alte Grenzwert-Bar, welche mit dem Brand am 16. August 2019 in dieser Form ihr Ende fand. Wie es in diesen Räumen konkret weiter geht, ist derzeit noch offen. Klara Kläusler sagt, Interessenten könnten nun ihr Konzept einreichen. Aus allen Bewerbungen würde die sinnvollste und interessanteste ausgesucht. Wichtig sei, dass ein positiver Beitrag ans Klima in der Rheingasse geleistet werde. So soll das Lokal künftig auch tagsüber offen sein.

Grösse des neuen Lokals noch offen

Auch wie gross das neue Lokal wird, ist noch nicht abschliessend bestimmt. Die Brandruine besteht nämlich historisch betrachtet aus drei aneinandergereihten Gebäuden. Deshalb sei es möglich, dass verschiedene Betriebe im Parterre einziehen, auch ein Laden wäre denkbar. Passt das Konzept, könne der Gastronomiebetrieb aber auch über alle drei Liegenschaftsteile hinweg ausgedehnt werden. Auch die Betreiber des alten Grenzwert dürften sich wieder bewerben.

Ein alter Gewölbekeller im Untergeschoss soll künftig als kleines Kulturlokal dienen. Laut Kläusler habe man ein Gesuch für bis zu 50 Besucherinnen und Besucher eingereicht. Denkbar wäre Beispielsweise ein kleiner Jazz-Club.

Keine Randgruppen-Wohnungen mehr

In den oberen Stockwerken sollen zehn neue Wohnungen entstehen. Dies in unterschiedlichen Grössen und jeweils an die denkmalpflegerischen Vorgaben angepasst. Es sollen zwar keine Luxuswohnungen werden, sagt Klara Kläusler, wegen den aufwändigen Bauarbeiten und Kosten von rund 7.5 Millionen Franken sei es aber auch nicht möglich, Mieten im tiefsten Segment anzubieten. Vor dem Brand wohnten im Gebäude vorwiegen Randständige, zum Teil in prekären Verhältnissen.

Der Zugang zu den Wohnungen findet neu über das Schafgässlein statt und ist somit getrennt vom Eingang zur Gastronomie über die Rheingasse. Im Innenhof entsteht ein grosszügiges Treppenhaus. Die Wohnungen sollen auch über Fenster in den Innenhof verfügen und so genug Licht bekommen.

Grosses Puzzle

Die Vorschriften wegen des Denkmalschutzes sind streng. Möglichst viel Bausubstanz muss erhalten bleiben. Dies betrifft Wände und alte Holzbalken. Auch die charakteristische Dreiteilung der Liegenschaft muss klar erkennbar bleiben. Auch die Fassade steht unter Schutz. «All die Fenster und Eingangstüren müssen wieder aufgebaut werden. Und auch das Dach muss wieder rekonstruiert werden» so Kläusler.

Aber der Schaden am Gebäude ist gross. Viele Wände müssen neu erstellt werden, die Erdbebensicherheit muss gewährleistet werden. Dabei müssen die neuen Bestandteile möglichst nahtlos in die bestehende Bausubstanz übergehen. Kläusler spricht deshalb von einer Art Puzzle, welches die Architekten und Ingenieure lösen müssen.

Letzte Woche wurde das Baugesuch publiziert, Angst vor Einsprachen habe sie aber nicht, sagt Klara Kläusler: «Ich denke, es sind alle froh, wenn endlich gebaut wird, wenn endlich wieder Alltag einkehrt und wenn endlich wieder eine spannende, für die Strasse wichtige und gute Nutzung da ist.»

Nächsten Frühling sollen die Bauarbeiten starten und bis im Herbst 2023 soll an der Rheingasse 17 wieder neues Leben einkehren. Die Pläne für den Wiederaufbau stammen vom Basler Architekturbüro Salathé.

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