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Der Telebasel Newsbeitrag vom 20. September 2021.
Basel

Badischer Bahnhof muss in zwei Jahren rollstuhlgängig sein

Treppen, aber keine Rampen: Für Rollstuhlfahrende sind manche Perrons des Badischen Bahnhofs schwer zugänglich. Das soll sich bis spätestens Ende 2023 ändern.

Spätestens bei Gleis 6 ist für Conny Hasler Schluss. Bloss eine Treppe führt zum Perron. Die Rollstuhlfahrerin kennt die Hindernisse beim Badischen Bahnhof zur Genüge. Während längerer Zeit fuhr sie regelmässig für ein Theaterprojekt nach Freiburg. «Eigentlich ist es ein bisschen paradox. Bei den Gleisen ohne Rampen sind es vor allem Regionalzüge, die barrierefrei sind. Das ist komisch: Ich komme ohne Hilfe in den Zug, erreiche aber das Gleis nicht ohne Hilfe», sagt Conny Hasler.

Um aufs Perron zu kommen, muss sie sich vorher bei Mobilitätshilfe anmelden, um mit einem Warenlift zu diesen Perrons zu gelangen. Daneben gibt es auch gleiche, bei denen bereits Rampen bestehen. Dort kommt Conny Hasler mit dem Rollstuhl rauf, wenn auch nur mit Hilfe ihres Partners. Bei den nächsten Gleisen sieht es wieder anders aus. Zum Beispiel für die S6 von Zell nach Basel steht nur die Treppe zur Verfügung. Für Conny Hasler ist also eine Reise nach Deutschland jeweils mit einem organisatorischen Aufwand verbunden. Dabei geht es ihr um Grundsätzliches: «Ich finde das schon speziell bei einem Bahnhof, der eine öffentliche Dienstleistung ist».

Bund zahlt 38 Millionen für den Umbau

Das soll sich ändern, wie die Deutsche Bahn AG auf Anfrage von Telebasel schreibt: «Der Zugang zu den höherliegenden Bahnsteigen soll über Aufzüge und Rampen erfolgen», schreibt eine DB-Sprecherin auf Anfrage von Telebasel. «Um einen ebenerdigen Einstieg in die Regionalzüge zu ermöglichen, ist eine Absenkung der Bahnsteige oder eine Aufschotterung der Gleise angedacht». Die Bauarbeiten könnten beginnen, sobald das Bewilligungsverfahren abgeschlossen. Dabei verweist die DB sie auf die Schweizer Behörden. Die von ihr ausgearbeiteten Studien liegen dem Bundesamt für Verkehr (BAV) vor.

Eine Anfrage dort ergibt, wie die Deadline aussieht und wer das berappt. «Voraussichtlich ab 2022 bis 2026 soll der Badische Bahnhof für 38 Millionen Franken für den Nahverkehr angepasst werden», schreibt BAV-Sprecher Michael Müller auf Anfrage von Telebasel. «Diese Kosten trägt die Schweiz vollumfänglich, da es sich um die Anpassung an das Schweizerische Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) handelt und der Bahnhof auf Schweizer Staatsgebiet liegt», so Michael Müller. Da das Plangenehmigungsverfahren noch läuft, will das BAV dazu keine Einzelheiten bekanntgeben. Klar ist aber, dass die DB im Laufe der nächsten zwei Jahre umbauen muss: «Das BehiG hält fest, dass der öffentliche Verkehr bis spätestens Ende 2023 den Bedürfnissen der behinderten und altersbedingt eingeschränkten Reisenden entsprechen muss. Das gilt auch für den Badischen Bahnhof in Basel», erklärt Michael Müller.

1 Kommentar

  1. Seit Zig Jahren hab ich mich schon beschwert das man nur an Gleis 4 mit einer Rampe das Gleis erreicht. Es geht ja nicht nur drum das Rollstuhl Fahrer Hindernis frei ans Gleis kommen. Rollator Kinderwagen Velos wollen mittels einer Rampe auch bequemer ans Gleis kommen. Aber die meisten Reisende haben Schwere Koffer mit Räder und da wäre eine Rampe das beste.Report

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