Laut Aussagen des Spitalpersonals hatte sich die Frau geweigert, den für den Spitalaufenthalt notwendigen Covid-Test zu machen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Polizeieinsatz gegen aggressiven Impfgegner im Spital Frauenfeld

Wegen eines randalierenden Impfgegners ist es im Zusammenhang mit einer Geburt im Kantonsspital Frauenfeld am 4. September zu einem Polizeieinsatz gekommen.

Die Polizei konnte den aggressiv auftretenden Mann beruhigen und die Situation klären. Polizeisprecher Matthias Graf bestätigte am Freitag eine «Blick»-Meldung teilweise. Eine Mitarbeiterin des Spitals habe der kantonalen Notrufzentrale telefonisch gemeldet, dass beim Spitaleingang eine Person randaliere. Kurz darauf habe sich auch der Bruder der Gebärenden bei der Polizei gemeldet.

Covid-Test verweigert

Laut Aussagen des Spitalpersonals hatte sich die Frau geweigert, den für den Spitalaufenthalt notwendigen Covid-Test zu machen. Darauf kam es zu Diskussionen. Dabei sei der Begleiter gegenüber dem Personal ausfällig geworden und habe es beschimpft, teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Die Situation habe durch die Einsatzkräfte der Polizei geklärt werden können. Die Notfallbehandlung der Frau war bereits vor dem Zwischenfall erfolgt. Anzeigen seien bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft bisher nicht eingegangen, heisst es.

Laut «Blick» erhoben der Vater des Neugeborenen und der Bruder der Mutter Vorwürfe gegen das Spital. Der ungeimpften Frau sei über längere Zeit die Behandlung verweigert worden, weil sie keinen PCR-Test machen wollte. Dem widersprach der Chef der Spital Thurgau AG, Marc Kohler: Die Anschuldigungen seien «frei erfunden und verzerren die Vorgänge», sagte er gemäss «Blick».

Kantonsrat und Wirt bedroht

Mutmassliche Thurgauer Impfgegner erregten auch am vergangenen Wochenende für Ärger: Sie bespritzten das Gasthaus des Wirts und SVP-Kantonsrats Ruedi Bartel in Balterswil TG mit Blut, hängten Schweinsfüsse auf und legten einen toten Tintenfisch auf die Treppe. Zudem wurde Bartel am Telefon anonym bedroht.

Der SVP-Politiker hatte sich in einem Interview für die Einführung einer Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Zu Störaktionen von Impfgegnern kam es auch beim mobilen Impfbus in Diessenhofen und Horn. Polizisten in Zivil wurden dort zu Hilfe gerufen.

Die Thurgauer Regierungspräsidentin Monika Knill kritisierte am Mittwoch im Grossen Rat mit deutlichen Worten die zunehmende Aggressivität der Diskussionen um Corona-Massnahmen.

Regierung zeigt sich besorgt

Die Regierung sei darüber besorgt, traurig und wütend, sagte Knill. Sie rief die Bevölkerung auf, die Meinung Andersdenkender zu respektieren. Sonst komme die freie Meinungsäusserung als wichtiges Fundament der Demokratie in Gefahr.

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