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Shen Sie hier die Medienkonferenz des Bundesrats im Rückblick. (Video: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Bundesrat prüft Rückkehr von Gratistests für Asymptomatische

Alain Berset informierte am Freitag über weitere Corona-Massnahmen. Im Zentrum standen die Regeln für die Einreise und Diskussionen um die Gratis-Tests.

Für Personen, die nicht von Covid-19 genesen oder nicht geimpft sind, wird die Einreise in die Schweiz ab Montag umständlicher und auch teurer. Sie müssen bei der Einreise einen negativen Test vorzeigen. Vier bis sieben Tage später wird ein zweiter Test fällig.

Der Bundesrat will so verhindern, dass wegen Rückkehrern aus den Herbstferien die Ansteckungen mit dem Coronavirus zunehmen, so wie es nach den Sommerferien passiert ist. Daten der Kontaktverfolgung hätten gezeigt, dass auch Reiserückkehrer zu dieser besorgniserregenden Lage beigetragen hätten, teilte der Bundesrat am Freitag mit.

Wegen der hochansteckenden Delta-Variante könnten die Fallzahlen regional sehr rasch steigen, schreibt der Bundesrat. Eine periodisch nachgeführte Liste mit Risikoländern sei deshalb nicht mehr sinnvoll. Der Bundesrat greift deshalb auf andere grenzsanitarische Massnahmen zurück. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Keine Formularpflicht bei Einreise aus Grenzgebieten

Menschen, die aus Nachbarländern einreisen, die nahe der Landesgrenzen liegen, müssen das elektronische Einreiseformular nicht ausfüllen. Diese Ausnahme gilt beispielsweise für Einkaufstouristen und -touristinnen.

Der Bundesrat hat am Freitag entschieden, dass alle Menschen, die aus dem Ausland in die Schweiz einreisen, ab Montag neu ein Passagier-Lokalisierungsformular ausfüllen müssen. Ausgenommen sind unter anderen Personen, die aus grenznahen Gebieten der Nachbarländer einreisen.

«Sie müssen sich die Schweiz und die Grenzregionen in den Nachbarländern als grüne Zone vorstellen», sagte Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), am Freitag in Bern vor den Medien. Wer sich innerhalb dieses Gebietes bewege, müsse kein Formular ausfüllen.

Covid-Zertifikat für im Ausland Geimpfte und Genesene erhältlich

Das Schweizer Covid-Zertifikat gibt es ab Montag auch für in die Schweiz einreisende Personen, die sich im Ausland gegen das Coronavirus haben impfen lassen oder genesen sind. Voraussetzung ist, dass der gespritzte Impfstoff in der Schweiz oder von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen ist.

So hat es der Bundesrat an seiner Sitzung am Freitag festgelegt. Das Zertifikat soll so auch für Touristinnen und Touristen erhältlich sein. Jeder Kanton muss eine Kontaktstelle festlegen, an die sich Einreisende wenden können, die das Schweizer Covid-Zertifikat möchten. Der Bund wird diese Stellen auf einer Webseite aufführen.

Die EMA hat bisher die Impfstoffe von Pfizer/Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson zugelassen. Weitere sind in Prüfung, darunter der russische Impfstoff Sputnik V. Alles dazu lesen Sie hier.

Touristen können bis 10. Oktober alternative Impfnachweise vorlegen

Laut Gesundheitsminister Alain Berset will der Bundesrat Touristinnen und Touristen ohne Schweizer Zertifikat in einer Übergangsphase ermöglichen, bei einem Besuch in einem Restaurant oder Ähnlichem alternative Impf-, Test- oder Genesungsnachweise vorzulegen. Diese Phase dauere bis zum 10. Oktober.

Zurzeit sei eine interdepartementale Arbeitsgruppe zusammen mit den Kantonen daran, Kontaktstellen festzulegen, an die sich Einreisende wenden können, die das Schweizer Covid-Zertifikat möchten, sagte Berset. Eine Liste werde im Anschluss veröffentlicht.

Rückkehr zu Gratistests für Asymptomatische laut Bundesrat offen

Der Bundesrat prüft, ob eine Rückkehr zu Gratistests für asymptomatische Personen angezeigt ist. Das sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vor den Medien in Bern. «Wir suchen nach Lösungen.»

Laut Berset führen die kostenpflichtigen Tests per 1. Oktober für gewisse Gruppen von Personen zu Problemen. Störend sei die Situation insbesondere für einfach geimpfte Personen, die auf ihre zweite Impfung warten. Der Bundesrat sei deshalb «offen für Anpassungen der Regeln für die kommenden Wochen und Monate». Er werde «bald entscheiden.»

Verschiedene Optionen für Gratistests möglich

Der Bundesrat will verschiedene Optionen zu den Gratistests nochmals diskutieren, wie Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vor den Medien in Bern sagte. Eine Möglichkeit sei, die Frist für die Gratistests zu verlängern.

Eine andere Option sei es, Anpassungen für gewisse Personengruppen vorzunehmen. Ein Entscheid sei aber noch nicht gefallen, sagte Berset.

Der Gesundheitsminister stellte gleichzeitig klar, dass der Weg aus der Krise über die Impfung führe, nicht über Tests. Zudem sei eine Impfung günstiger als ein Test. Alle Hintergründe gibt es hier.

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