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Telebasel Report vom 15. September 2021.
Baselland

Baselbieter Brieftaube fliegt knapp am Sieg vorbei

300 Kilometer von Auxerre nach Münchenstein und über 90 Km/h Spitzengeschwindigkeit: Am Ende schrammt «2594» knapp am Sieg vorbei.

Gottfried Schwarz kann es kaum glauben: «2594 war beim letzten Mal schon unsere Schnellste – Wahnsinn!». Ganz sicher sein, kann sich «Godi», wie er von allen genannt wird, zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber er spürt es: «Das könnte reichen, ich glaube, das kommt gut».

Kaum zu bremsen: Spitzentaube «2594» beim Anflug auf den Heimatschlag. (Bild: Telebasel)

Mit Vollgas nach Hause

Brieftaubenrennen sind in der Schweiz längst nicht mehr so populär wie früher – aber es gibt sie noch. Verschiedene Züchter geben ihre Tauben am Vortag in einen kleinen Lastwagen. Dieser fährt die Tauben über Nacht an einen im Vornherein definierten Auflassort. Mal sind es 100 Kilometer Entfernung, mal 600, mal sogar 1000.

Am nächsten Tag werden die Tauben alle gleichzeitig freigelassen. Mit Fluggeschwindigkeiten von teilweise über 100 Stundenkilometern rasen die Brieftauben anschliessend in Richtung Heimat. Alle in ihren eigenen Taubenschlag. Weil die Taubenschläge teilweise mehrere Kilometer auseinanderliegen, gewinnt nicht die Taube, die als erste zu Hause ist. Gewonnen hat die Taube mit der höchsten durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit.

Ernährung ist alles: Auch Tauben achten im Vorfeld eines Rennens auf ausgeglichene Nahrung. Hier die «Turbo Fettmischung Extrem». (Bild: Telebasel)

Seit 50 Jahren im Geschäft

«Godi» Schwarz ist seit 50 Jahren im Brieftaubensport aktiv. 20 Jahre lang war er Präsident des Brieftaubensportvereins Frenkendorf – dem grössten in der Region. Rund 30 ZüchterInnen sind im Verein aktiv: «Kein Ahnung, wie lange wir noch Freude an den Tauben haben dürfen – Junge kommen ja kaum nach», sagt Schwarz.

Noch immer erklärt er Laien voller Feuer, wie es denn sein kann, dass seine Tauben aus 300 Kilometer Distanz nach Hause finden: «Erdmagnetismus. Sonne. Geruch – es ist faszinierend, wie sich diese Tiere orientieren können». Gefalle es den Tieren im Taubenschlag, so würden sie immer wieder dahin zurückkehren: «Egal von wo».

Freunde fürs Leben: Taubenzüchter Peter De Zanet fressen die Tauben auch mal aus dem Mund. (Bild: Telebasel)

Auxerre – Basel in vier Stunden

An diesem Wochenende steht der letzte Wettflug der Saison an. 300 Kilometer von Auxerre nach Münchenstein. Seine schnellste Taube trägt die Ringnummer 2594 und kommt nach vier Stunden und 19 Minuten im Schlag an. Erst am nächsten Tag, wenn alle Zeituhren ausgewertet sind, erfährt «Godi», ob’s gereicht hat.

Und siehe da: Nur sieben der rund 800 teilnehmenden Tauben waren schneller unterwegs als «Godis» Spitzentaube. «Ein bisschen Stolz bin ich natürlich schon», sagt «Godi» mit einem verschmitzten Lächeln. Und doch wird schnell klar: Auch mit 81 Jahren zählt für Godi eigentlich nichts als der Sieg.

Die ganze Reportage vom Brieftaubenrennen sehen Sie am Mittwoch, 15. September 2021 um 19:45 Uhr auf Telebasel oder schon jetzt online!

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