Der Bahnhof Liestal, das Covid-Zertifikat und die Impffrage sowie die Basler Fasnacht standen diese Woche im Zentrum des Interesses. (Grafik: Telebasel)
Region

Baustellen-Sorgen im Baselbiet und Fasnachts-Hoffnung in Basel

Während die Baselbieter öV-Baustellen in kritische Phasen geraten, wächst die Hoffnung für eine Basler Fasnacht 2022. Das hat die Region diese Woche bewegt.

Was hat die letzte Woche alles bewegt? Mit dem Telebasel Wochen-Rückblick verpassen Sie keine wichtigen Neuigkeiten mehr. Eine Auswahl der spektakulärsten und spannendsten Geschichten aus der Region Basel gibt es hier:

Ausweitung des Covid-Zertifikats erhitzt die Gemüter

Was bereits von Bund und Kantonen aufgegleist worden war, wurde am Mittwoch zur Tatsache: Der Bundesrat weitete die Pflicht für das Covid-Zertifikat aus. Ab Montag können nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete Restaurant-Innenräume, Bars, Konzerte, Theater, Kinos, Sportanlässe, Kletterhallen, Aquaparks, Billardhallen, Casinos, Hochzeiten, Museen, Bibliotheken, Zoos, Fitnesszentren und Hallenbäder besuchen.

Die Ausweitung löste viele Diskussionen aus: Impfgegner sprechen von Impfzwang, andere befürworten, dass es endlich klare Regeln gibt, ohne dass wieder Lockdowns verhängt werden müssen. Erste Wirkung zeigt die Massnahme bereits: Die Impfzentren im ganzen Land verzeichnen derzeit einen Ansturm. Nicht zuletzt das Impfzentrum Muttenz, wo am Freitag Dutzende Menschen einen spontanen Impftermin ergattern wollten – obwohl eigentlich gar kein Walk-In-Tag herrschte.

Der Telebasel News Beitrag vom 10. September 2021.

Die Arbeitgeber werden derweil vor Entscheidungen gestellt: Die Einführung des Zertifikats am Arbeitsplatz ist freiwillig. Besonders hoch kochen die Emotionen derweil wieder beim Thema Gastgewerbe: Während einige mit der neuen Regel den Untergang für die Restaurants befürchten, glauben andere an die Rettung der Betriebe, da so Schliessungen verhindert werden. Auch die Telebasel-Community hat die Zertifikats-Pflicht bei Beizen kontrovers diskutiert. Viele User fordern dabei, dass die Kontrollen bei Rückreisen wieder ergriffen werden und dass in Schulen Massnahmen getroffen werden.


Pflegefachkräfte am Anschlag

Mit den immer voller werdenden Spitälern sind währenddessen die Pflegefachkräfte der Region immer mehr am Anschlag. Man fühle sich von der Politik im Stich gelassen, so Pflegefachfrau Isabelle Stocker. «Wir sind wütend darüber, dass die Verantwortung von der Politik zum Betrieb und dann wieder zurückgeschoben wird», so Stocker, die im Universitätsspital Basel arbeitet, gegenüber Telebasel. Das Pflegepersonal fühle sich im Stich gelassen – seitens Arbeitgeber sowie Politik.

Was in der Krise akuter wird, ist schon lange ein brennendes Problem: «Die Spitäler und auch die Heime laufen immer ein bisschen am Limit. Das hat auch damit zu tun, dass man in den letzten Jahren die Stellenpläne eher tendenziell nach unten angepasst hat. Das heisst, für das Pflegepersonal ist seit Jahren eine täglich sehr hohe Arbeitsbelastung Alltag», erklärt Daniel Simon, Präsident des Pflegeverbandes SBK beider Basel.

Erste Basler Fasnacht in drei Jahren soll 2022 stattfinden

Die Corona-Pandemie liess das Bebbi-Herz bereits zweimal bluten: Das Undenkbare wurde wahr und die Basler Fasnacht wurde abgesagt. «Die Drey scheenschte Dääg» sollen 2022 aber endlich wieder möglich sein, wie Comité-Obfrau Pia Inderbitzin gegenüber Telebasel sagt. Das Comité rechne mit einer Durchführung im 2022, sagt sie am Dienstag genau sechs Monate vor der nächsten Fasnacht. In welcher Form und mit welchen Schutzmassnahmen das der Fall sein wird, ist noch nicht klar.

Sehen Sie hier Pia Inderbitzins Ausblick auf die Fasnacht 2022. (Video: Telebasel)

Sorge um Baustellen

Die Pläne für die längste Baustelle der Region stehen derweil schon lange fest. Der Bau des neuen Waldenburgerli war trotzdem in Gefahr. Zwischen der Bärenmatte und Hölstein gab es Probleme: Die Liestal reichte Einsprache ein, weil die BLT die Frenke verschieben wollte. Dreimal musste die BLT das Projekt einreichen. Zum Ende wurde es knapp: Im letzten Moment kam die Bewilligung anfangs Septembers doch noch. Der Bauplan der BLT ist eng, Verzögerungen darf es nun keine mehr geben, so die Verantwortlichen.

Eine kritische Situation auch am Bahnhof Liestal: Zwei Abgänge bereiten Sorgen um den Vierspurausbau in Liestal. Kann die SBB nicht bald Leute anstellen, ist die Baustelle um das 365-Millionen-Projekt bald führungslos. Kurt Bitterli, Präsident des Vereins «Liestal.orientiert», zeigt sich im Interview mit Telebasel kritisch: «Man kennt das aus anderen Projekten: Das kann unter Umständen zu finanziellen, terminlichen und qualitativen Risiken bei der zukünftigen Abwicklung führen»

Die Pilze fehlen

Die Klima-Erwärmung zeigt indes auch in der Region Basel immer mehr ihre Spuren: Die Pilze in den zu trockenen Wäldern verschwinden. «Trockenheit ist Gift für die Pilze», sagt Peter Kaupp, Pilzkontrolleur in Basel. Aktuell fehlt das Wasser in den Wäldern der Region. Zwar waren die Sommermonate zu nass, der Herbst ist aber zu trocken: Im Juli sprossen die Pilze, jetzt bleiben sie aus.

Die Pilze sind derzeit ein rares Gut in der Region Basel. (Video: Telebasel)

Enttäuschungen bei Joseph und Nati

Sportlich gesehen war die vergangene Woche zumindest aus regionaler Sicht eine Enttäuschung. Der Baselbieter Jason Joseph konnte in Zürich am Weltklasse-Meeting nicht den erhofften Exploit erreichen: Nach einem Fehlstart wurde der 110-Meter-Hürdenläufer disqualifiziert.

Auch der Basler Nati-Trainer Murat Yakin musste eine bittere Pille schlucken: Die Fussball-Nationalmannschaft schaffte in der WM-Qualifikation gegen Aussenseiter Nordirland nur ein Unentschieden und konnte keine Tore erzielen. Yakin relativiert aber: «Wir sind nicht enttäuscht, aber wir sind auch nicht zufrieden.» Von einer schlechten Leistung seiner Mannschaft will er nichts wissen.

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