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Der Telebasel News Beitrag vom 10. September 2021.
Baselland

Knapper Zeitplan bei riesen Baustelle der Waldenburgerbahn

Die BLT will die Waldenburgerbahn im Dezember 2022 in Betrieb nehmen. Beinahe scheiterte der Zeitplan wegen einer fehlenden Baubewilligung.

«Luft nach oben haben wir wirklich keine mehr.» Fredi Schödler gibt zu, beim riesen Bauprojekt um die neue Waldenburgerbahn darf nichts mehr schief gehen. Schödler ist Leiter Betrieb und Technik sowie der stellvertretende Direktor bei der BLT. Von Beginn an war klar, dass der Zeitplan für die neue Waldenburgerbahn knapp ist. Spielraum für Zwischenfälle gebe es keinen mehr.

Letzte Baubewilligung am 1. September

An vielen Orten ist die Baustelle mit dem Fundament zwar schon weit fortgeschritten. Teilweise gibt es bereits eingebaute Gleise. Nur im Abschnitt zwischen der Bärenmatte und Hölstein sieht es noch ganz anders aus. Liestal reichte Einsprache ein, weil die BLT die Frenke verschieben wollte.

Der Auslöser: Grundwasser. Die BLT wollte, um am besagten Abschnitt zweigleisig bauen zu können, die Frenke renaturieren und seitlich verschieben. Liestal war dagegen, weil es sich um eine Grundwasserschutzzone handelte. Das Bundesamt für Umwelt stellte zuletzt jedoch fest, dass dort, wo die BLT die Frenke verschieben wollte, teilweise eine Renaturierung gar notwendig ist.

Schlussendlich mustte die BLT das Projekt drei Mal einreichen: «Wir erfuhren erst diesen Frühling, dass wir dieses Projekt eigentlich nochmals ändern müssen. Das reichten wir dann ein und am ersten September, also genau vor einer Woche, bekamen wir die Baubewilligung für den letzten Abschnitt von etwa 1.2 Kilometer», erklärt Schödler und fügt an: «Das war sehr kritisch.»

Ohne Bewilligung im letzten Moment wäre alles aus dem Ruder gelaufen. «Dann wäre die ganze Bahn am 11. Dezember 2022 nicht in Betrieb gegangen.» Dem technischen Leiter der BLT war bereits bewusst, dass der Zeitplan eng ist. «Jetzt darf jedoch wirklich nichts mehr schiefgehen.»

Komplizierte Baustelle in Niederdorf

Bis jetzt konnte die Frenke in Niederdorf Wasser von dreissigjährige Hochwasser schlucken. Geplant war von Anfang an, dass die Frenke künftig für hundertjährige Hochwasser gewappnet sein soll.

Das Hochwasser vom 23. Juni sorgte für zwei Wochen Baustopp in Niederdorf. Eine knifflige Sache, denn gerade dort sei eine der kompliziertesten und aufwändigsten Baustellen des Bauprojekts.

Das heisst: In Niederdorf passiert Einiges: «Dass wir diese Bachmauer bauen können, müssen wir die Frenke im Prinzip zuerst auf die eine Seite und dann wieder auf die andere Seite verschieben», erklärt Fredi Schödler.

Um die beiden Hochwasser Mauern zu bauen, wird die Frenke also hin und her geschoben. Man kann beim Bachmauerbau schnell auf Grundwasser stossen. Fredi Schröder ist aber sicher, dass nichts mehr schief geht. Es gibt auch keine andere Option, denn sonst fährt das neue «Waldenburgerli» nicht wie geplant am 11. Dezember 2022 zum ersten Mal von Liestal nach Waldenburg.

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