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Der Telebasel Newsbeitrag vom 9. September 2021.
Basel

Das bedeutet die Zertifikatspflicht am Arbeitsplatz

Bald ist vieles in der Schweiz nur noch mit Zertifikat möglich. Am Arbeitsplatz sollen die Firmen selber entscheiden, ob sie eine Zertifikatspflicht einführen.

Die Schweizer Unternehmen können bald zum Zertifikatskontrolleur werden. Die Betonung liegt dabei auf «können». Eine Einführung ist freiwillig. Der Arbeitgeberverband Basel vermutet, dass viele von diesem Schutzmittel Gebrauch machen werden. Zumal eine Firma auch eine Schutzpflicht gegenüber den Mitarbeitern hat, so die Direktorin Saskia Schenker: «Wir finden den Entscheid gut. Es ist eine kann-Formulierung. So kann der Arbeitgeber künftig das Zertifikat anwenden. Er hat eine Schutzpflicht, eine Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Und da bietet es sich an, dass man das Zertifikat einsetzen kann.»

Verweigerung kann zur Kündigung führen

Ein Unternehmen muss, sofern es einen Test verlangt, diesen dann auch bezahlen. Es muss allerdings auch nicht jeden Tag ein Zertifikat vorgezeigt werden. Aktuell sind die Schnelltests 48 Stunden und der PCR-Test 72 Stunden gültig. Was aber, wenn ein Mitarbeiter die Zertifikatspflicht verweigert: «Arbeitgeber, die entscheiden, dass es einen Test braucht, um ins Büro zu kommen, bieten auch bezahlte Tests an. Und dann gibt es eigentlich keinen Grund zu sagen, ich will das nicht mitmachen.» Stellt sich ein Mitarbeiter über längere Zeit quer, kann das auch ein Kündigungsgrund sein. Falls der Mitarbeiter die Zertifikatspflicht verweigern würde, könnten auch Home-Office-Lösungen ins Spiel kommen.

Bei der Zertifikatsüberprüfung werden auch Daten gesammelt. Diese dürfen aber nicht anderweitig verwendet werden. Ausserdem sollen die Arbeitgeber wann immer möglich, das «Zertifikat Light» verwenden. Dieses Papier informiert nur, ob der Mitarbeiter eines der drei G’s erfüllt. Gibt aber keine Auskunft darüber, welche der drei Optionen zutreffen.

Unia will genau hinschauen

Dem skeptisch gegenüber steht die Unia. Die Gewerkschaft will bei der Umsetzung genau hinschauen. «Die Ausdehnung bis auf den Arbeitsplatz ist natürlich schwierig, je nach Bereich. Wir haben beim Bund schon nachgefragt, also um Klärung gebeten, weil es nicht sein darf, dass einzelne Unternehmen eigenwillig, willkürlich darüber entscheiden, ob sie ein Zertifikat einführen oder nicht», erklärt Unia-Sprecherin der Abteilung Aargau, Basel, Nordwestschweiz, Daria Frick.

Ganz klar ist auch, dass ein Arbeitgeber keine Impfpflicht für seine Mitarbeiter einführen kann. Die Zertifikatspflicht gilt aktuell bis am 24. Januar nächstes Jahr.

1 Kommentar

  1. Zertifikat in Geschäft.
    Das ist doch beinahe nicht Umsetzbar für ungeimpfte!

    Option1:
    Test machen, PCR, Resultat kommt ja erst Folgetags, also immer 1 Tag frei auf Kosten des Arbeitgebers?! Welche Firma kann sich das Leisten….

    Option2:
    Homeoffice bei keinem Zertifikat, was wen Homeoffice nicht möglich?
    Pflegeberufe, Handwerker,

    Option3:
    Sich impfen lassen, ist gratis und man hat keine Probleme….Report

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