Schwarze Ballone mit Lachgas gefüllt: 5 Franken kostet das Stück in der Buddha Bar in der Steinentorstrasse. (Screenshot: blick.ch)
Basel

Partygänger inhalieren Lachgas aus bis zu 50 Ballonen pro Abend

Lachgas erfreut sich bei Basler Partygängern immer grösserer Beliebtheit. Es ist zwar keine offizielle Droge, die Behörden wollen nun aber ein Verkaufsverbot.

Wer an einem solchen Ballon zieht, bekommt einen Flash, als wäre er für zehn bis 20 Sekunden in einem fröhlichen und heiteren Rausch. Bis zu 50 Ballone konsumieren einige Besucher pro Abend, berichtet ein 25-Jähriger gegenüber «Blick«. Auch eine andere Bar-Besucherin (19) sagt, dass sie «locker bis zu 600 Stutz» für Lachgas ausgebe. Sie komme in die Buddha Bar, seit seit 15 ist: «Der Flash macht süchtig».

«Es ist lustig. Der Flash ist geil und sehr intensiv, als wärst du jemand anderes in einer eigenen Welt. Aber man ist ganz schnell wieder da», so eine weitere Besucherin (23) der Buddha Bar.

Ganz so ungefährlich ist der Trend aber nicht: Gefahr bestehe, wenn zu viel Lachgas auf einmal inhaliert werde. Dann werden die Partygänger bewusstlos, fallen um und zucken für einige Sekunden am Boden. Es seien Schäden am Hirn und dem Nervensystem möglich. Im Jahr 2019 seien aufgrund von Lachgas drei Personen auf der Notfallstation in Basel gelandet – im 2020 niemand.

«Abgabe von Lachgas zwecks Inhalation ist verboten»

Etwa acht Bars und Clubs verkaufen gemäss «Blick» mit Lachgas gefüllte Ballone. Bis anhin hätten die Basler Behörden aber die Augen zugedrückt. Lachgas falle nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Es werde im technischen Bereich, beispielsweise beim Autotuning, eingesetzt, oder auch im medizinischen Bereich beim Zahnarzt. Dort falle es unter das Heilmittelgesetz.

Kürzlich seien Kontrollen von der Kantonspolizei durchgeführt worden. Zum Lachgas habe die Polizei «entsprechende Beobachtungen dem Gesundheitsdepartement gemeldet», sagt der Sprecher Toprak Yerguz gegenüber «Blick». «Die Abgabe zwecks Inhalation durch Menschen ist verboten», erklärt Anna Lüthi, Mediensprecherin des Gesundheitsdepartements. Letzte Woche sei durch das Gesundheitsdepartement ein Verkaufsverbot bei einer Bar verfügt worden. Nun wolle das Departement ein vollständiges Verkaufsverbot in Basel erwirken.

Lachgas sei bei der Suchtberatungsstelle in Basel kaum aufgefallen. Es sei niemand in Beratung deswegen, erklärt die Abteilung Sucht des Gesundheitsdepartementes gegenüber dem News-Portal. Denn Lachgas mache gemäss verschiedenen Suchtinfo-Seiten nicht abhängig. 

2 Kommentare

  1. Guten Tag
    Ich bin einer der ersten der vor etwa 15 Jahren, stationär in die UPK eingeliefert wurde, weil ich im Koma war und nach 3 Wochen Koma konnte ich eine Zeitlang nicht mehr Sprechen und nicht mehr Laufen. Ich musste ein ganzes Jahr dort bleiben um dann langsam wieder Gesund zu werden. Das Lachgas hatte dazu geführt das die Myelin Schicht das die Nerven umgibt zerstört wurde. Mit Medikamenten, vor allem der B Gruppe wurde diese Schicht langsam wieder aufgebaut. Das Lachgas fing ich etwa ein Jahr zuvor mit Kysag Bläser zu konsumieren, etwa 50 Kapseln pro Woche. Es ging alles gut, aber das Gift sammelte sich im Körper an, so das ich etwa nach einem Jahr Konsum eines Tages wie vom Blitz getroffen ins Koma fiel, durch Sauerstoffmangel. Dies ist eben das Perfide am Gas, es zeigt sich ein Jahr nichts und dann UPK. Ich möchte die Jungen Leute informieren, so das ihnen nicht das Gleiche wie mir widerfährt.
    Danke und mit Freundlichen Grüssen: Hesa7Report

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