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Der Telebasel News-Beitrag vom 8. September 2021.
Basel

Grosser Rat lehnt die Umgestaltung des Landhofs vorerst ab

Die seit über zehn Jahren geplante Umgestaltung des Basler Landhofs lässt weiter auf sich warten. Der Grosse Rat hat die Vorlage am Mittwoch zurückgewiesen.

Parlamentarierinnen und Parlamentarier von Links bis Rechts sprachen sich für den Erhalt der Tribüne aus. Beinahe sämtliche Fraktionen lehnten die auf 10,73 Millionen Franken veranschlagte teure Umgestaltung ab. Einzig die GLP-Fraktion war «offen».

Erfolgsstätte des FCB

Die Umgestaltung der ehemaligen FCB-Heimstätte sah unter anderem den umstrittenen Abbruch des Tribünengebäudes, die Sanierung und Öffnung des Grün-und Freiraumes sowie den Neubau eines Pavillon mit öffentlicher WC-Anlage und einem Café-Bereich vor. Die Grossrätinnen und Grossräte machten für die Rückweisung vor allem nostalgische Gründe geltend und sprachen sich für den Erhalt der Tribüne aus. «Auf diesem Areal wurden die ersten Spiele und Erfolge des FCB gefeiert», sagte etwa der Fraktionssprecher der SVP. Man könne auch einen Pavillon bauen, ohne die Tribüne abzureissen.

Ein Sprecher der SP plädierte dafür, die Tribüne als Zentrum des Landhofs zu erhalten und in die neue Planung miteinzubeziehen. Ein LDP-Sprecher wies darauf hin, dass die Regierung «möglichst schnell» mit einem neuen Ratschlag kommen soll.

Neue Planung braucht Zeit

Laut Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP) soll die Umgestaltung möglichst vielen Menschen im Quartier zugute kommen. Menschen, die den Landhof nicht kennen würden, fühlten sich von der heutigen «Hinterhof-Situation» nicht eingeladen. «Wenn das Projekt aber keine Mehrheit findet, dann ist es besser, es heute zu beenden statt eine Niederlage an der Urne zu kassieren.» Es mache keinen Sinn, in ein Projekt zu investieren, das die Bevölkerung nicht wolle, sagte Keller. Es würde allerdings mehrere Jahre dauern, bis ein neuer Ratschlag vorliege.

Vereinzelte Grossrätinnen und Grossräte der SP und des Grün-Alternativen Bündnis sprachen sich für die Regierungsvorlage aus. Mit 73 zu 13 Stimmen bei 7 Enthaltungen entschied das Parlament, den Bericht an die Regierung zurückzuweisen.

Seit rund 20 Jahren ein Politikum

Die Regierung hatte in ihrem Ratschlag «Landhof für alle» Anfang 2018 ursprünglich rund 8,63 Millionen Franken beantragt. Ende Juni gab sie jedoch bekannt, rund 2,1 Millionen Franken mehr zu benötigen. Die Gründe seien unter anderem gestiegene Entsorgungs- und Holzbaukosten während der langen politischen Beratung. Auf dem Landhof war ab 1893 der FC Basel beheimatet; seit den 1960er-Jahren spielt dieser im St. Jakob. 2001 endete dessen Baurecht im Landhof.

Die Zukunft des Landhofs ist in Basel seit rund 20 Jahren ein Politikum. Die Grünerhaltung des Landhofs war im März 2010 vom Volk mit der Annahme der Initiative «Für die Umzonung des Landhofs: Der Landhof bleibt grün» beschlossen worden. Regierung und Parlament hatten auf Teilen des Geländes Wohnbauten ermöglichen wollen. Nach dem Ja zur Initiative wies der Grosse Rat 2011 das Areal der Grünzone zu.

Ursprünglich plante die Regierung zudem bis vor Kurzem, unter dem Landhofareal ein Quartierparking mit rund 200 Parkplätzen zu realisieren. Nachdem sich die Investoren des Projekts letzten Mai zurückzogen hatten, begruben sie diese Pläne jedoch.

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