Nach den grossen Anstrengungen in der Covid-19-Pandemie müssten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun am Aufschwung teilhaben. (Symbolbild: Key)
Schweiz

Gewerkschaftsbund fordert 2 Prozent oder 100 Franken mehr Lohn

Für 2022 fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund 2 Prozent oder 100 Franken mehr Lohn in allen Branchen. Die Wirtschaft sei wieder auf Vor-Pandemie-Niveau.

Die überragende Mehrheit der Branchen befindet sich in einer günstigen Lage, wie der SGB am Dienstag vor den Medien feststellte. Die Unternehmensgewinne sprudelten. Die Teuerung beläuft sich in den Monaten der Lohnverhandlungen auf etwa ein Prozent oder mehr.

Nach Jahren der stagnierenden Löhne ist für die dem SGB angeschlossenen Gewerkschaften ein Nachholbedarf ausgewiesen. Die Lohnerhöhungen von 2 Prozent oder 100 Franken im Monat seien durch der Inflation gerechtfertigt und zur anderen Hälfte durch die Notwendigkeit, Produktivitätssteigerungen in den Reallöhnen widerzuspiegeln.

Während der Pandemie hätten die Arbeitnehmenden bei zahlreichen Unsicherheiten grosse Anstrengungen unternommen. Der Einsatz müsse bei den Lohnverhandlungen für 2022 berücksichtigt werden, verlangte SGB-Präsident Yves Maillard gemäss Communiqué.

Da in der zweiten Hälfte 2021 und 2022 mit einem Wachstum zu rechnen ist, haben viele Branchen Spielraum für höhere Löhne. Mit Blick auf die starke Konjunkturerholung seien Lohnerhöhungen unabdingbar, sagte Vania Alleva, die Präsidentin der Gewerkschaft Unia.

Mindestlöhne anheben

Besonders grossen Bedarf für eine Erhöhung ortet der Gewerkschaftsbund bei den niedrigsten Löhnen. Seinen Angaben zufolge stiegen in den Gesamtarbeitsverträgen die Durchschnittslöhne während der letzten Jahre stärker als die Mindestlöhne. Damit der Schutz vor Lohndumping weiter wirkt, müssten alle Mindestlöhne auf mindestens 4000 Franken im Monat steigen, fordert der Dachverband.

Weiter müssten die Berufe, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, ernsthaft aufgewertet werden. Das gilt laut SGB namentlich für das Gesundheitswesen mit seinen niedrigen Löhnen.

Beim ausgebildeten Pflegepersonal gleicht der Lohn die täglichen Opfer nicht mehr aus, wie Beatriz Rosende, Zentralsekretärin für den Gesundheitssektor bei der Gewerkschaft im Service public (VPOD), sagte. Bei Pflegenden mit geringen oder keinen Qualifikationen liege selbst ein 100-Prozent-Lohn nahe am Existenzminimum.

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