(Bild: Telebasel)
Region

Basel verliert an Einfluss und Waschbären machen Gelterkinden unsicher

Der Verlust eines Nationalrat-Sitzes, der Einstand von Nati-Trainer Murat Yakin und putzige Waschbären: Das hat die Region Basel diese Woche bewegt.

Was hat die letzte Woche alles bewegt? Mit dem Telebasel Wochen-Rückblick verpassen Sie keine wichtigen Neuigkeiten mehr. Eine Auswahl der spektakulärsten und spannendsten Geschichten aus der Region Basel gibt es hier:

Verschärfte Regeln für die Grenzen ins Ausland?

Das Coronavirus hält die Region weiter in Atem: Täglich werden in beiden Basel Dutzende Neuinfektionen gemeldet und die Spitäler schreiten immer näher an die Belastungsgrenze. Der Bundesrat entschied sich trotzdem, mit der Ausweitung des Covid-Zertifikats noch zuzuwarten. Kommende Woche dürfte es nun aber soweit sein: Der Bundesrat soll laut Medienberichten eine Zertifikatspflicht für Restaurants und Kinos planen.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger sieht derweil eine weitere Baustelle: Die Grenzen. Denn viele Neuinfektionen werden bei Reiserückkehrern notiert. Die Regeln für die Einreise in die Schweiz sind Engelberger zu lasch. «Ich finde, die momentanen Einreiseregeln für die Schweiz bieten zu wenig Sicherheit. Es gibt kaum ein anderes Land in Europa, das so wenige Regeln bei der Einreise hat», sagt er gegenüber Telebasel.  Er fordert eine Testpflicht für die Einreise in die Schweiz. Auch das der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber spricht sich für strengere Massnahmen aus.

Der Basler Gesundheitsdirektor Luskas Engelberger über die Möglichkeiten, die Einreiseregeln für die Schweiz zu verschärften. (Video: Telebasel)

Das Thema sorgt in den sozialen Medien für heftige Diskussionen bei der Telebasel Community. Während viele finden: «Es ist langsam an der Zeit», halten andere verschärfte Einreiseregeln für unnötig. Wiederum andere Argumentieren, dass die Politik aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt haben sollten. Eine Userin schreibt: «Es sollte besser laufen.»

Wirbel um Xhaka und erster Erfolg für Yakin

Ebenfalls viel Diskussionen zum Thema Coronavirus gab es diese Woche im Fussball: Nachdem Nati-Kapitän Granit Xhaka positiv auf das Virus getestet wurde, hagelte es Kritik. Nicht nur verpasste Xhaka damit die Nati-Premiere, auch entbrannte eine gesellschaftliche Debatte betreffend der Vorbildfunktion des Fussballstars.

Nati-Trainer Murat Yakin nimmt den ungeimpften Xhaka derweil in Schutz: «Wir können den Spielern nur eine Empfehlung geben. Er ist unser Captain und das ist seine Entscheidung. Das können wir nicht ändern. Auch ein Captain ist nur ein Mensch und hat seine eigenen Rechte».

Der Einstand Yakins gelang dem neuen Trainer dann im heimischen Joggeli trotz fehlendem Kapitän. Im Testspiel gegen Griechenland resultiere ein 2:1. Am heutigen Sonntagabend gilt es dann mit dem ersten Spiel um die WM-Qualifikation gegen Europameister Italien ernst – das wieder im Basler Joggeli.

Ebenfalls gute Nachrichten gibt es vom FC Basel. So konnte die Mannschaft nicht nur am Sonntag gegen den amtierenden Meister YB ein 1:1-Untenschieden erspielen: Stürmer Arthur Cabral bleibt mit dem Schliessen des Transferfensters am Dienstagabend Rotblau erhalten. Während Wochen hatte es zuvor Transfergerüchte um den FCB-Topscorer gegeben.

Basel-Stadt verliert an politischem Einfluss

Weniger rosig sieht es im Parlament aus. Was bereits befürchtet worden war, wurde am Mittwoch Tatsache: Der Kanton Basel-Stadt verliert mit Beginn der kommenden Legislatur einen Sitz im Nationalrat. Statt mit fünf Räten, ist der Kanton ab 2024 demnach nur noch mit vier Nationalräten in Bundesbern vertreten. Der Kanton Zürich gewinnt derweil einen Sitz und kann künftig 36 Nationalräte ins Parlament wählen. Die Gesamterneuerungswahl des Nationalrats findet am 22. Oktober 2023 statt.

Der Basler Regierungspräsident Beat Jans zeigt sich im Gespräch mit Telebasel enttäuscht über den Verlust des Sitzes. Er fordert ein Umdenken beim Verteilen der Sitze. «Wir verlieren politisch an Einfluss. Und dies, obwohl wir wirtschaftlich immer stärker werden im Land». Das Missverhältnis zwischen Wirtschaftskraft und politischer Repräsentation werde immer grösser, klagt er an. Die Nationalratssitze werden jeweils anhand des Bevölkerungswachstums verteilt.

Sehen Sie hier den Kommentar von Beat Jans zur Umverteilung der Nationalratssitze. (Video: Telebasel)

Am Schlüssel zur Sitzverteilung im Nationalrat wird man jedoch nicht so leicht rütteln können. Stefanie Bailer, Professorin für Politikwissenschaft an der Uni Basel erklärt: «Im Nationalrat will man eben eine parteipolitische Vertretung der Bevölkerung und im Ständerat eine Kantonsvertretung». So betrachtet sei Basel-Stadt nicht untervertreten. «Es entspricht den Prinzipien der Verfassungsgeber. Man wollte eine gesellschafspolitische Vertretung gemäss Bevölkerungsgrösse mit gewissen Korrekturen, damit man geografische Minderheiten schützt».

Wachsende Kriminalität und Waschbären-Gewusel

Die Kriminalität hat in Basel zugenommen, das zeigt der Bericht der Basler Staatsanwaltschaft aus dem ersten Halbjahr 2021. Um satte 40 Prozent nahmen die Fälle bei den Vergewaltigungen und den Tötungsdelikten zu.

Auch ein schwerer Unfall beschäftigte diese Woche: Im Gundeli überschlug sich ein Fahrer mit einem gestohlenen Auto und verletzte dabei eine Velofahrerin (35) schwer. Der 45-Jährige wurde verhaftet. Beim Unfall war er zudem in zwei weitere Autos geprallt.

Beschaulicher ging es derweil im Baselbiet zu: Hier wurde eine ganze Waschbären-Familie von einer Überwachungskamera gefilmt. In Gelterkinden und Ormalingen wurden die Tiere gesichtet. Seit einigen Jahren sind die putzigen Tiere aus Nordamerika in der Region auf dem Vormarsch und erobern die beiden Basel immer mehr, wie auch die Aufnahmen belegen:

Eine Waschbärenfamilie wurde in Gelterkinden von einer Überwachungskamera gefilmt. (Video: Privat)

Bald täglich 160’000 Pakete ab Pratteln

Während ein Basler Nationalratssitz abgebaut wird, wird im Baselbiet ein neuer Poststandort aufgebaut: In Pratteln entsteht neu ein regionales Paketzentrum. Das verkündete die Post am letzten Donnerstag. Sage und schreibe 160’000 Pakete sollen hier täglich verschickt werden. Zudem werden 50 neue Stellen geschaffen.

Für 75 Millionen Franken wird eine alte Pneufabrik umgebaut, der Betrieb soll bereits im Herbst 2022 anlaufen. Mit dem Aufbau regionaler Paketzentren dieser Art soll die mengenmässig stark anwachsende Paketpost schneller verarbeitet und lange Transportwege sollen vermieden werden. Das Zentrum in Pratteln soll die Region Basel und das Fricktal mit versorgen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel