Der Lokführerstreik sorgt für grosse Ausfälle bei der Deutschen Bahn. (Bild: Keystone)
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70 Prozent der Fernzüge fallen wegen Streik bei der Deutschen Bahn aus

Wegen des Lokführer-Streiks kommt es bei der Deutschen Bahn weiter zu massiven Ausfällen. 70 Prozent der Fernverbindungen liegen brach.

So standen nach Bahn-Angaben am Sonntagmorgen rund 70 Prozent der Züge im Fernverkehr still. Das ist etwas weniger als am Freitag, als es in diesem Bereich noch zu Ausfällen von 75 Prozent gekommen war.

Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, am Wochenende zusätzliche Züge einzusetzen. Der Verkehr nach Ersatzfahrplan sei weitgehend stabil angelaufen, teilte das Unternehmen mit.

Im Regional- und S-Bahnverkehr fallen laut Bahn wie in den vergangenen Tagen rund 60 Prozent der Züge aus. Streikschwerpunkte seien weiter der Osten und einige Metropolregionen, so der Konzern. Die Streikbeteiligung schwanke regional.

Keine Nachtzüge nach Berlin und Hamburg

Der Streik hat auch Auswirkungen auf die Schweizer Reisenden. So fallen gemäss SBB die Nachtzüge ab Zürich und Basel nach Berlin und Hamburg noch in allen Nächten bis am 6./7. September in beiden Richtungen aus.

Im Tagesverkehr fallen laut SBB die ICE-Verbindungen Basel–Berlin–Basel und die Verbindungen Basel–Köln–Basel aus. Bei der Verbindung Zürich–Basel–Hamburg und retour müssen die Reisenden in Basel umsteigen. Die Verbindungen zwischen Zürich und München werden reduziert. Innerhalb der Schweiz werden die Verbindungen ersetzt. Die Fahrpläne auf SBB.ch und in der App würden laufend aktualisiert, hiess es bei den SBB.

Auch Österreich betroffen

Auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sind weiterhin von dem Streik der deutschen Lokführer betroffen. Unter anderem fallen Nightjets nach Berlin, Amsterdam, Brüssel und Hamburg aus und viele Tagesverbindungen nach Deutschland werden nur im österreichischen Abschnitt geführt.

Nicht von dem Streik betroffen ist jedoch Verbindungen auf der Strecke Wien-Salzburg-Bregenz bzw. Zürich, die über das Deutsche Eck gehen, teilte die ÖBB auf ihrer Webseite mit.

Insgesamt haben laut der Deutschen Bahn seit Beginn der jüngsten Streikwelle 7017 Lokführer von rund 19’700 DB-Triebfahrzeugführern die Arbeit niedergelegt. Neben dem Zugpersonal habe die Führung der Lokführergewerkschaft GDL in diesem Streik auch wieder Beschäftigte im Netz, in der Instandhaltung oder an den Bahnhöfen zum Arbeitskampf aufgerufen gehabt, so die Bahn.

Die Bahn war am Freitag erneut daran gescheitert, die noch bis Dienstagmorgen geplanten Streiks der Gewerkschaft GDL vor Gericht verbieten zu lassen. Die Bahn forderte die GDL zu neuen Verhandlungen auf, während die Gewerkschaft ihrerseits ein verbessertes Angebot des Konzerns verlangt. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, kritisierte das Verhalten der GDL im Bahnstreik und forderte sie auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte ab vergangenem Donnerstag um 02.00 Uhr bis am Dienstag um 02.00 Uhr zu dem Streik aufgerufen. Sie will sich damit für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten einsetzen.

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