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Der Telebasel Talk vom 3. September 2021.
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Anarchist, Anti-Star und arm: Camille Pissarro im Kunstmuseum Basel

Es ist die erste grosse Ausstellung seit der Corona-Krise: Ab 4. September zeigt das Kunstmuseum Basel Werke des Impressionismus-Pioniers Camille Pissarro.

Camille Pissarro (1830–1903) gehörte zu den bedeutendsten Künstlern im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Trotzdem wird Pissarro in der heutigen Kunstgeschichte zum Impressionismus oft an zweiter Stelle genannt.

Die letzte Ausstellung eines Schweizer Museums, die diesem wichtigen Künstler gewidmet wurde, liegt über 60 Jahre zurück. Die umfassende Ausstellung im Kunstmuseum Basel bietet einen Überblick über das Schaffen Camille Pissarros und legt das Augenmerk auf seine Zusammenarbeit mit Zeitgenossen.

Als Freund und Mentor pflegte Camille Pissarro rege Beziehungen mit Künstlern verschiedener Generationen wie Paul Cézanne, Claude Monet, Paul Gauguin, Edgar Degas, Mary Cassatt und weiteren.

Als «Anti-Star» schob er sich aber nicht in den Vordergrund. Malerkollege Paul Cézanne nannte ihn den «demütigen und grossen Pissarro». Josef Helfenstein, Direktor Kunstmuseum Basel, zählte es zur Aktualität des Künstlers, dass er «die Leute zusammengebracht habe, statt sie zu auseinander zu dividieren» (siehe Video unten).

Camille Pissarro. (Bild: unbekannter Fotograf 1900/zVg Kunstmuseum Basel)

Anarchist und Vater der Impressionisten

Als zentrale Figur prägte Camille Pissarro den Impressionismus massgebend. Paul Cézanne soll ihn als «Gott, den Vater» (der Impressionisten) bezeichnet haben («Wir alle stammen aus Pissarro»). Just in dem Moment, als der Impressionismus auch unter Sammlern Zustimmung fand und den Künstlern Geld einbrachte, wandte sich Camille Pissarro in den 1880er Jahren einer zweiten malerischen Revolution zu – dem Neo-Impressionismus.

Damit bewies er erneut seinen unbedingten Willen zu künstlerischem Fortschritt, unter Inkaufnahme wirtschaftlicher Armut. Camille Pissarro befasste sich – wie viele Neo-Impressionisten – mit dem Anarchismus. Wie wird das in seiner Kunst erkennbar?

Femme au vichu vert, 1893. (Bild: zVg Kunstmuseum Basel)

Covid-Zertifikatspflicht für das Kunstmuseum?

Für das Kunstmuseum Basel ist Camille Pissarro von besonderer Bedeutung, befinden sich doch acht Gemälde und zahlreiche Arbeiten auf Papier in der Sammlung. «Un coin de l’Hermitage, Pontoise» aus dem Jahr 1878 war ausserdem das erste impressionistische Gemälde, das Eingang in die Öffentliche Kunstsammlung Basel fand. 1912 wurde es auf Initiative einiger Künstler und Kunstfreunde angekauft – was damals auch Skepsis auslöste. Damit war der Grundstein der Impressionismus-Sammlung des Kunstmuseums gelegt.

Un coin de l’Hermitage, Pontoise, 1878. (Bild: zVg Kunstmuseum Basel)

Die Pissarro-Ausstellung ist die grosse Ausstellung im Kunstmuseum Basel seit der Corona-Krise. Wie hat sich die Krise auf das Museum ausgewirkt und wie bewältigt es diese? Und was hält Direktor Josef Helfenstein von den Plänen des Bundesrats, die Covid-Zertifikatspflicht (geimpft, genesen, getestet) auf die Museen auszuweiten?

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