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Eine Waschbärenfamilie wurde in Gelterkinden von einer Überwachungskamera gefilmt. (Video: Privat)
Baselland

Waschbären im Baselbiet gesichtet

Die Waschbären sind auf dem Vormarsch: In Gelterkinden und Ormalingen wurde diesen Monat eine Familie der Säuger gesichtet.

Die Überwachungskamera einer Privatperson in Gelterkinden filmte am 9. August eine Waschbärenfamilie. Das erwachsene Tier sei mit vier Jungen unterwegs gewesen. Das berichtet «Online Reports» mit Berufung auf ein Informationsblatt des Amtes für Wald beider Basel an die Gemeinden. Die Aufnahme der Überwachungskamera stamme aus einem Wohnquartier südlich der Bahnlinie, berichtet «Online Reports» weiter.

Laut dem Infoblatt wurden auch in Ormalingen Waschbären gesichtet. Erstmals Nachwuchs von Waschbären wurde in der Schweiz im Sommer 2020 an der Ergolz in Kaiseraugst festgestellt, wie das Amt für Wald beider Basel schreibt.

Letztes Jahr auch in Basel-Stadt gesichtet

Die Waschbären passierten auch schon die Grenze zum Stadtkanton, wie dieses auf Anfrage mitteilt. Die beiden letzten bestätigten Meldungen von gesichteten Waschbären stammten aus dem Jahr 2020, wie das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement auf Anfrage mitteilt. «Im laufenden Jahr sind im Kanton Basel-Stadt keine Waschbären gesichtet und gemeldet worden.»

Sind die Tiere also von alleine wieder verschwunden? Oder musste der Mensch gar eingreifen? Die Behörde relativiert: Massnahmen seien gegen die Waschbären keine getroffen worden, so Sprecher Toprak Yerguz. «Die Wildtiere halten sich bekanntlich nicht an Kantons- oder Landesgrenzen, deshalb kann es sein, dass sie nur kurzzeitige Besucher waren.»

Ausbreitung verhindern

Waschbären sind Allesfresser und stammen ursprünglich aus Nordamerika. Über den Menschen hat er sich Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa angesiedelt, indem er aus Gehegen entkam oder ausgesetzt wurde. Zurzeit haben sie sich vor allem in Deutschland ausgebreitet. Die nachtaktiven Säugetiere sind sehr anpassungsfähig und leben am liebsten im Wald. Sie kommen aber auch in städtischen Gebieten gut zurecht.

Waschbären breiten sich unter günstigen Bedingung schnell und stark aus. Sie können im menschlichen Siedlungsgebiet Schäden in Dachböden und an Isolationen verursachen und ernähren sich gerne von Essensresten aus Mülltonnen. Zudem stellen sie für heimische Brutvögel, Amphibien und Reptilien eine Gefahr dar. Das Amt für Wald beider Basel schreibt, dass die Tiere keinesfalls gefüttert werden dürften.

Wer einen Waschbär sieht, solle dies direkt der Jagdaufsicht der Einwohnergemeinde melden.

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