Die Rega holt regelmässig schwer an Corona erkrankte Personen aus dem Ausland ab. (Bild: Keystone)
Schweiz

Starke Nachfrage nach Rückholaktionen für Covid-19-Patienten

Die Rega flog im August 21 Mal nach Pristina, um an Corona erkrankte Doppelbürger zurückzuholen. Das belastet die Situation in den Spitälern zusätzlich.

Die Nachfrage nach Repatriierungsflügen und andere Rückholaktionen für Covid-19-Patienten ist im Juli und August hoch gewesen. Insgesamt vermittelte die Notrufzentrale Medicall 110 Repatriierungen. 23 davon entfielen auf Nordmazedonien und den Kosovo. 18 Aktionen aus diesen Destinationen betrafen Covid-19-Kranke.

An sämtlichen Rückholaktionen hatten in den beiden Monaten die Covid-19-Patientinnen und -Patienten einen Anteil von 50 Prozent, wie Medicall am Dienstag Angaben der Publikationen «Blick» und «20 Minuten» bestätigte. Intensivpatienten hatten insgesamt einen Anteil von 43 Prozent.

69 Fälle für Rücktransporte waren bei Medicall am Dienstag noch offen. Wie das Unternehmen mitteilte, stammten 54 von ihnen aus Europa und 25 davon oder 36 Prozent aus Nordmazedonien und Kosovo. Der Anteil der Covid-19-Kranken bei den offenen Rücktransporten lag bei 40 Prozent.

Die Rettungsflugwacht Rega weist bei ihren Rückholflügen Einsatzzahlen nach Regionen nicht aus, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Angaben zu Patienten macht sie wegen des Persönlichkeitsschutzes auch nicht.

Sie schreibt aber, dass die Einsätze ihrer Jets die Reise- und Arbeitstätigkeiten der Schweizer Bevölkerung unterliegen und deshalb starken Schwankungen ausgesetzt sind. Somit sind die Besatzungen der Ambulanzjets im Sommer am häufigsten im Mittelmeerraum unterwegs, im Winter nehmen die Langstreckenflüge zu.

Eingehende Prüfungen vor Repatriierung

Wie die Rega mitteilte, geht jeder Repatriierung mit einem ihrer Flugzeuge eine gründliche Abklärung durch Rega-Beratungsärztinnen oder -ärzte voraus. Die diensthabenden Ärzte entscheiden, ob eine Rückführung notwendig und sinnvoll ist sowie über die Transportart.

Auch Medicall klärt die Fälle eingehend ab. Ein Ärzteteam beurteilt den Zustand des Patienten und prüft die medizinische Versorgung vor Ort im Vergleich zum Schweizer Standard.

Stellen die Experten fest, dass die medizinische Versorgung vor Ort nicht ausreicht, erfolgt die Prüfung eines geeigneten Spitals in der Region oder einer Repatriierung. Auch über die Art des Transports entscheiden Fachleute. In Frage kommen demnach Taxis, Ambulanzfahrzeuge, Linienflüge mit oder ohne Arzt sowie Ambulanzflüge.

Medicall ist eigenen Angaben zufolge eine der führenden Notrufzentralen in der Schweiz. Das Unternehmen bearbeitet vornehmlich Auslandsfälle im Namen seiner Auftraggeber wie Versicherungen. Jährlich sind es über 10’000 solche Fälle.

Die Rega transportierte 2020 insgesamt 456 Covid-19-Infizierten an Bord ihrer Helikopter oder Flugzeuge. 316 davon flogen im Helikopter, 140 in einem Ambulanzjet. Die Zahlen 2021 weist die Rega Anfang des kommenden Jahres aus.

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