Weibliche Fahrgäste sind im Bus, Zug oder Tram gefährdeter als männliche. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Weibliche Fahrgäste verunfallen im ÖV viel häufiger

Daten des Bundesamts für Verkehr zeigen eine überraschende Diskrepanz: Im öffentlichen Verkehr verunfallen Frauen doppelt so oft wie Männer.

Bei Unfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln wurden in den vergangenen zwei Jahren viel mehr Frauen als Männer verletzt, nämlich 1’278 Passagierinnen und lediglich 602 männliche Reisende . Das zeigen Daten des Bundesamtes für Verkehr (BAV). Über die möglichen Gründe gibt es lediglich Vermutungen, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Die Hintergründe, weshalb Frauen beim Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefährdeter sind, seien laut BAV noch nicht systematisch erforscht worden. Rolf Meyer, Kommunikationsleiter von Bernmobil, zieht demografische Unterschiede in Erwägung. Frauen werden älter und würden den ÖV etwas häufiger nutzen als Männer, sagt er gegenüber der Zeitung.

Zahlen zu den zurückgelegten Kilometern nach Geschlecht liegen nicht vor. Ein Blick auf die Abonnemente im ÖV zeigt aber, die Unterschiede sind gering: 61 Prozent Frauen und 52 Prozent Männer sind in der Schweiz im Besitz eines Abos.

Sind Handtaschen oder Kinderwagen schuld?

Bei den Zürcher Verkehrsbetrieben (VBZ) verunfallten in den vergangenen drei Jahren 480 Reisende. Davon waren ganze 350 Frauen. Der Sicherheitsbeauftragte der VBZ, Heinz Illi, nennt verschiedene Ursachen, welche zu einer solch auffälligen Mehrheit führen könnten. Möglich sei es, dass Handtaschen verhindern, dass man sich gut festhalten kann. Auch Kinderwagen seien ein möglicher Grund, weshalb weibliche Fahrgäste häufiger stürzen. Ausserdem, so Illi gegenüber der «BaZ», seien Männer kräftiger, wodurch sie sich bei einem Ruck besser festhalten können.

Die tatsächlichen Gründe für die überraschende Diskrepanz müssen aber erst noch aufgeklärt werden.

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