Einige Spitäler in der Schweiz mussten Operationen aufgrund der vollen Intensivstationen bereits verschieben. (Bild: Keystone)
Schweiz

SVP-Nationalrätin will ungeimpfte Covid-Patienten im Spital warten lassen

Eine SVP-Politikerin fordert eine drastische Massnahme: Ungeimpfte Covid-Patienten sollen anderen Patienten im Spital den Vorrang lassen müssen.

In den Schweizer Spitälern steigt die Belegung der Intensivbetten durch Covid-Patientinnen und -Patienten wieder an. Das Unispital Zürich habe das OP-Programm bei den «dringenden intensivpflichtigen Eingriffen» anpassen müssen, «weil die Intensivstationen seit einigen Tagen sehr ausgelastet sind», sagt die Sprecherin Manuela Britschgi gegenüber «20 Minuten».

Das Spital Schwyz habe zusätzliches Personal aufbieten müssen und nutze zudem den Pikettdienst, um «das Routineprogramm zu gewährleisten», sagt Didier Naon, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin.

Bei der Inselgruppe in Bern laufe der Betrieb momentan noch wie gewohnt. Steigen die Covid-Zahlen jedoch weiter, müssten nicht dringliche Operationen wieder verschoben werden, wie Mediensprecherin Petra Ming sagt.

Spitalpersonal soll Grund abklären

Deshalb will die Thurgauer SVP-Nationalrätin Verena Herzog, dass das Spitalpersonal abklären solle, ob es einen medizinischen Grund für die nicht erfolgte Impfung gebe. Falls nicht, sollen diese Covid-Patientinnen und -Patienten anderen den Vorrang lassen: «Gibt es Patienten, die dringliche Eingriffe nötig haben, sollen diese deshalb ganz sicher Covid-Patienten vorgezogen werden, die erkrankt sind, weil sie sich aus Prinzip nicht impfen liessen», fordert Herzog.

SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen teilt zwar die Bedenken von Herzog. Trotzdem hält sie nichts vom Vorschlag der SVP-Politikerin: Ungeimpfte Covid-Hospitalisierte und andere Patientinnen und Patienten dürften nicht gegeneinander abgespielt werden. «Im Spital haben Strafaktionen keinen Platz – ob geimpft oder ungeimpft.»

Vielmehr solle sich die Impfkampagne nun gezielt an junge Menschen und an Menschen mit Migrationshintergrund richten.

Auch Philippe Luchsinger findet, dass eine Triage nicht in Frage komme. «So Mühe wir haben, zu sehen, dass es Leute gibt, die sich nicht impfen lassen, so unethisch wäre es, diese bei einem schweren Verlauf im Stich zu lassen.»

6 Kommentare

  1. @Walter: Nach Ihrer Logik müssten dann wohl auch Patienten mit selbstverschuldeten Herzkreislauf-Problemen, weil sie masslos geraucht, übermässig getrunken oder sich jahrelang ungesund ernährt haben, die momentan Intensivbetten belegen und deren Kosten z.T. auch von der Gemeinschaft übernommen werden, in Zukunft ihre Kosten komplett selbst bezahlen? Das wäre skandalös.Report

  2. Recht hat sie. Auf jedenfall KEINE geplanten OP s verschieben wegen der covIdioten und Co.! Die sollen und müssen warten. Selbstverantwortung nennt man das.Report

  3. Viele Menschen lassen sich leider nur übers Geld beeinflussen: Die Impfung ist gratis, die Allgemeinheit aber bezahlt für die teuren Folgen derer, die sich aus Prinzip nicht impfen lassen. Das darf nicht sein.Report

  4. Dies wäre ganz klar ein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgesetz und völlig unethisch. Wenn dies tatsächlich so umgesetzt würde, würde es bestimmt zu Aufständen kommen. Denn gerade bei Migranten, die Ähnliches in ihren Heimatländern erleben mussten, werden sich dies nicht gefallen lassen. Wenn sie das in kauf nehmen wollen, dann tun sie das. Damit riskieren Sie jedoch, dass das noch friedliche Zusammenleben in der Schweiz sich dratisch in die andere Richtung entwickeln würde. 🤔😔Report

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