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International

Draghi kritisiert EU-Umgang mit Flüchtlingen aus Afghanistan

Islamistische Taliban haben inzwischen fast ganz Afghanistan unter ihrer Kontrolle. Alle News zum Thema gibt es hier im Update-Ticker.
Rund 17'000 Afghanen warten in Deutschland auf Weiterreise in USA

Rund 17’000 Afghaninnen und Afghanen warten in Deutschland auf US-Stützpunkten auf ihre Weiterreise in die USA. Auf dem US-Drehkreuz Ramstein in Rheinland-Pfalz werden aktuell 12’000 Menschen überprüft, wie der Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa, General Tod Wolters, am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) bei einer Videoschalte im Pentagon sagte. Weitere 5000 hielten sich in der US-Militäranlage Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern auf. Rund 4300 Afghanen befänden sich auf weiteren Drehkreuzen in Italien und Spanien.

Die Menschen werden nach seinen Worten vor der Weiterreise in die USA zweimal überprüft – einmal bei der Ankunft und ein weiteres Mal kurz vor der Abreise. Man habe bisher eine verdächtige Person aufgespürt, die sich nun in Gewahrsam befinde, sagte Wolters weiter. Er konnte keine weiteren Details zu dem Verdächtigen nennen – lediglich dass dieser keine «grosse Bedrohung» sei. Die Zusammenarbeit mit Deutschland sei in diesem Fall sehr kooperativ gewesen – man untersuche nun weiter den Hintergrund der Person.

Wolters lobte generell die «hundertprozentige Unterstützung» der Behörden Deutschlands, Italiens und Spaniens bei der Mission. Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen in Ramstein oder etwa auf anderen Stützpunkten der USA zunächst in Zelten und Flugzeughangars unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt.

Draghi kritisiert EU-Umgang mit Flüchtlingen aus Afghanistan

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat das Verhalten einiger EU-Staaten bei der Aufnahme afghanischer Flüchtlinge kritisiert. Die Rettung von Afghanen habe ein weiteres Mal die Armseligkeit der EU beim Thema Migration gezeigt, sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Rom. Bei Afghanistan handle es sich um ein weltweites Problem. Die EU, die sich hinter so vielen Prinzipien vereine, schaffe es aber nicht, das anzugehen.

«Das ist ein Stachel in der Existenz der Union», erklärte Draghi weiter. Es gebe Länder, die bis zum heutigen Tag trotz der Attentate und der jüngsten Tragödie in Afghanistan sagen: Wir wollen keine afghanischen Flüchtlinge. «Wie kann man nur …?», fragte der 73-Jährige. Am Abend wolle er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Marseille auch über Afghanistan sprechen.

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi kritisiert einige EU-Staaten für ihr Verhalten in Bezug auf Flüchtlinge aus Afghanistan. (Bild: Keystone)

Draghi nannte keine Namen von Staaten, die er bei seiner Kritik meinte. Zuletzt hatte sich die Regierung in Österreich gegen die Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen ausgesprochen. Sie will stattdessen auf Hilfe vor Ort setzen.

In Italien sorgt das Thema Flüchtlinge und Migration seit Jahren für Streit in der Politik. Viele Menschen versuchen auf ihrer Flucht von den Küsten Nordafrikas Italien und damit die EU zu erreichen. Das Mittelmeerland fordert schon länger von der EU, die Umverteilung von Migranten und Flüchtlingen innerhalb der Gemeinschaft anzupassen.

Al-Kaida gratuliert Taliban zum «historischen Sieg» in Afghanistan

Das Terrornetzwerk Al-Kaida hat den Taliban zur Machtübernahme in Afghanistan gratuliert und mit Blick auf den US-Abzug aus dem Land von einem «historischen Sieg» gesprochen.

Das «Generalkommando» Al-Kaidas verbreitete über seinen Propagandaflügel Al-Sahab am Dienstagabend eine zweiseitige Mitteilung. «Das afghanische Debakel Amerikas und der Nato markiert den Anfang vom Ende einer dunklen Ära westlicher Vorherrschaft und militärischer Besatzung islamischer Länder», heisst es darin. Das afghanische Volk sei aufgerufen, den Taliban zu vertrauen und sie zu unterstützen.

US-Truppen hatten die Taliban 2001 aus Kabul vertrieben, die Mitgliedern des Terrornetzwerks Unterschlupf gewährt hatten. Heute ist Al-Kaida laut einem UNO-Bericht vom Mai 2020 etwa in einem Drittel der afghanischen Provinzen aktiv. Die Beziehungen mit den militant-islamistischen Taliban sind demnach weiter eng. Die Taliban hatten sich im Februar 2020 in einem Abkommen mit den USA eigentlich dazu verpflichtet, ihre Zusammenarbeit mit Al-Kaida zu kappen.

«Zu diesem historischen Ereignis möchten wir das islamische Emirat beglückwünschen, besonders (Taliban-Führer) Haibatullah Achundsada», teilte Al-Kaida mit. «Gott hat uns den Sieg versprochen und Bush die Niederlage, wir werden sehen, welches Versprechen erfüllt wird», schreiben die Autoren mit Verweis auf den früheren US-Präsidenten George W. Bush, der den US-Einmarsch in Afghanistan nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 angeordnet hatte.

Pentagon: Haben keine Hunde in Käfigen in Kabul zurückgelassen

Aufregung um Hunde am Flughafen Kabul: Das Pentagon hat Berichte zurückgewiesen, Hunde des US-Militärs am Flughafen der afghanischen Hauptstadt in Käfigen zurückgelassen zu haben. Die vorrangige Aufgabe der USA sei die Evakuierung von US-Bürgern, afghanischen Ortskräften und gefährdeten Afghanen gewesen, erklärte das Pentagon am Dienstag. Weiter hiess es: «Das US-Militär hat keine Hunde in Käfigen auf dem internationalen Flughafen Hamid Karzai zurückgelassen, auch keine (…) Militärdiensthunde.» Entsprechende Berichte seien falsch.

Hintergrund sind Fotos, die im Internet kursieren und Hunde am Kabuler Flughafen zeigen sollen. Der Vorwurf: Die US-Truppen hätten sie beim Abzug zurückgelassen. Das Pentagon betont nun, dass die Hunde unter der Obhut der Tierschutzorganisation Kabul Small Animal Rescue gestanden hätten – nicht unter der des US-Militärs. «Trotz einer anhaltenden komplizierten und gefährlichen Rückführungsmission bemühten sich die US-Streitkräfte, die Kabul Small Animal Rescue so weit wie möglich zu unterstützen», hiess es weiter auf Anfrage.

Die Organisation hat seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban versucht, zahlreiche Hunde und Katzen ausser Landes zu bringen. Sie hatte zuletzt Geld für ein Frachtflugzeug gesammelt. Auf Anfrage erklärte sie, dass die Hunde am Flughafen tatsächlich unter ihrer Obhut gestanden hätten. Es habe sich um Diensthunde von militärischen Vertragspartnern gehandelt. Für diese Hunde würden nicht die gleichen Regeln wie für die Militärdiensthunde gelten. Dies sei eine «furchtbare Unterscheidung».

Die Tierschutzorganisation SPCA hatte am Dienstag im Namen der Gründerin von Kabul Small Animal Rescue, Charlotte Maxwell-Jones, erklärt, dass diese das Flughafengelände am 30. August habe verlassen müssen. Es hiess weiter, dass ein Grossteil der Hunde der Organisation am Flughafen freigelassen worden sei – was sie schliesslich zu Streunern gemacht habe. Es sei unklar, was dann mit ihnen passiert sei. Die Organisation moniert, dass die Tiere zuvor nicht an Bord der Flugzeuge gelassen worden seien. Auf der Facebookseite der Organisation hiess es zuletzt, dass man alles tun werde, um die «pelzigen Freunde» zu retten.

Übung an Grenze zu Afghanistan – Russische Panzer schiessen in Bergen

Nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus Afghanistan haben russische Panzer Schiessübungen im Nachbarland Tadschikistan in Zentralasien absolviert.

Die Besatzungen von Kampfpanzern vom Typ T-72 hätten in den Bergen an der Grenze zu Afghanistan am Tag und in der Nacht Schüsse abgefeuert, teilte der zuständige Wehrbezirk der russischen Armee am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge mit. Die Soldaten hätten zudem den Einsatz von Maschinengewehren auf bewegliche Ziele trainiert.

Russische Panzer absolvieren nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan Schiessübungen im Nachbarland Tadschikistan. (Archivbild: Keystone)

Russland hat in der Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan seine grösste Auslandsmilitärbasis. Aussenminister Sergej Lawrow warnte einmal mehr, der Machtwechsel in Afghanistan könne sich auf die Sicherheitslage der Verbündeten in Zentralasien auswirken. Davon hänge auch die Sicherheit der südlichen Grenze Russlands ab.

In der Nacht zu Dienstag hatte das letzte US-Militärflugzeug den Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul verlassen. Russlands Präsident Wladimir Putin warf den USA vor, sie hätten während ihres 20 Jahre dauernden Militäreinsatzes nichts erreicht und nur Tragödien hinterlassen. «Das Ergebnis ist null, wenn nicht sogar negativ.»

Kommission fordert stärkeren Schweizer Einsatz in Afghanistan

Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats (APK-N) ist nicht zufrieden mit dem bisherigen Beitrag der Schweiz, für Stabilität und Frieden in Afghanistan zu sorgen. Sie fordert den Bundesrat auf, mehr zu tun.

Die APK-N verabschiedete eine entsprechende Motion, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Damit soll der Bundesrat beauftragt werden, seine Bemühungen für Stabilität in der Region und zur Stärkung der Menschenrechte zu intensivieren – «im Sinne der humanitären Tradition der Schweiz».

Weiter soll dem Parlament, falls nötig, ein Nachtragskredit für die humanitäre Hilfe in Afghanistan unterbreitet werden. Dieser solle sich am jährlichen Volumen für die Hilfe in Syrien orientieren.

US-Präsident Biden verteidigt Abzug aus Afghanistan

Nach dem Ende des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan hat US-Präsident Joe Biden seine umstrittene Abzugsentscheidung vehement verteidigt. «Es war an der Zeit, diesen Krieg zu beenden», sagte Biden am Dienstag im Weissen Haus. Die Alternative wäre gewesen, Zehntausende weitere Soldaten in das Land zu schicken und den Konflikt zu eskalieren, argumentierte er. Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul war in der Nacht zu Dienstag der internationale Afghanistan-Einsatz nach fast 20 Jahren zu Ende gegangen.

Nun richten sich die Blicke auf die erneute Herrschaft der militant-islamistischen Taliban in dem Land. Die Vorstellung der neuen Führung wird in Kürze erwartet.

UNO-Generalsekretär warnt vor humanitärer Katastrophe in Afghanistan

UNO-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan und dem Ende der Evakuierungsaktion vor dem völligen Zusammenbruch der Grundversorgung in dem Land gewarnt. «Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich an», sagte Guterres am Dienstagabend (Ortszeit) in New York. Die Menschen verlören jeden Tag den Zugang zu elementaren Gütern und Dienstleistungen. «Fast die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans – 18 Millionen Menschen – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. Jeder dritte Afghane weiss nicht, woher seine nächste Mahlzeit kommen wird. Mehr als die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren wird im nächsten Jahr voraussichtlich akut unterernährt sein.»

Guterres sagte, alle Mitgliedstaaten seien aufgefordert, «sich für die Menschen in Afghanistan in ihrer dunkelsten Stunde der Not einzusetzen». Sie sollten rechtzeitig, flexibel und umfassend Mittel bereitstellen. In der nächsten Woche würden Einzelheiten über den dringendsten humanitären Bedarf und den Finanzierungsbedarf für die nächsten vier Monate bekannt gegeben.

UNO-Generalsekretär António Guterres warnt vor dem völligen Zusammenbruch der Grundversorgung und einer humanitären Katastrophe in Afghanistan. (Bild: Keystone)

Die afghanischen Kinder, Frauen und Männer bräuchten jetzt mehr denn je die Unterstützung und Solidarität der internationalen Gemeinschaft, sagte Guterres. In diesem Jahr hätten bereits acht Millionen Menschen Hilfe bekommen. Angesichts der schweren Dürre und des bevorstehenden harten Winters müssten dringend zusätzliche Nahrungsmittel, Unterkünfte und medizinische Hilfsgüter in das Land gebracht werden. «Ich fordere alle Beteiligten auf, den sicheren und ungehinderten Zugang für lebensrettende und lebenserhaltende Hilfsgüter sowie für alle humanitären Helfer – Männer und Frauen – zu ermöglichen.»

Umfrage: Mehrheit in USA sieht Ziele bei Afghanistan-Einsatz verfehlt

Eine grosse Mehrheit der Amerikaner hält den inzwischen beendeten Militäreinsatz der USA in Afghanistan einer Umfrage zufolge nicht für erfolgreich. 69 Prozent gaben an, dass die USA ihre Ziele in Afghanistan grösstenteils verfehlt hätten, wie das Institut Pew am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Kaum einen Unterschied gab es dabei zwischen Anhängern der Demokraten von US-Präsident Joe Biden (69 Prozent) und denen der Republikaner (70 Prozent). Klare Differenzen zeigten sich bei der Einschätzung des vollständigen US-Truppenabzugs aus Afghanistan: 70 Prozent der Demokraten befürworteten ihn, aber nur 34 Prozent der Republikaner.

Bidens Vorgänger, der Republikaner Donald Trump, wollte die US-Truppen schon zum 1. Mai aus Afghanistan abziehen. Biden verlängerte die Frist bis zum 31. August. Mitte August übernahmen die Taliban, deren Regime der US-geführte Einsatz Ende 2001 gestürzt hatte, wieder die Macht. Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul ging der internationale Afghanistan-Einsatz in der Nacht zu Dienstag schliesslich nach fast 20 Jahren zu Ende.

Pew befragte zwischen dem 23. und dem 29. August 10 348 Erwachsene in den USA. Die Befragungen fanden also statt, während die Evakuierungsmission der US-Streitkräfte und ihrer Verbündeten in Kabul lief. Sie war mit dem Abzug der Truppen beendet worden.

Biden an Terroristen in Afghanistan: Wir sind mit euch nicht fertig

Die USA werden nach Aussage von Präsident Joe Biden auch nach dem Abzug aus Afghanistan weiter gegen den örtlichen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen. Er warnte die Gruppe, die sich zum jüngsten Anschlag am Flughafen in Kabul bekannt hatte, die USA würden sie weiter verfolgen. «Wir sind mit Euch noch nicht fertig», sagte Biden am Dienstag im Weissen Haus. Der Kampf gegen den Terror gehe auch nach dem Abzug aus Afghanistan weiter, wenn auch ohne Bodentruppen. Die USA würden Terroristen, die das Land angriffen, «bis zum Ende der Welt jagen und fassen», sagte Biden. «Wir werden nicht vergeben, wir werden nicht vergessen.»

(Bild: Keystone)
Republikaner werfen Biden Wortbruch bei Afghanistan-Abzug vor

Die Republikaner im US-Senat haben US-Präsident Joe Biden bei der Evakuierungsmission in Afghanistan Wortbruch vorgeworfen. Der Minderheitsführer der Republikaner in der Parlamentskammer, Mitch McConnell, schrieb am Dienstag auf Twitter, der Demokrat Biden habe versprochen, die US-Truppen nicht abzuziehen, bevor nicht alle Amerikaner ausser Landes gebracht worden seien. «Er hat dieses Versprechen gebrochen und die Amerikaner und unsere afghanischen Partner im Stich gelassen.» Die letzten US-Soldaten hatten Kabul in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) verlassen. Damit endete auch die militärische Evakuierungsmission.

Auch nach dem Ende der Evakuierungsmission sind noch Amerikaner in Afghanistan, die das Land verlassen wollen. US-Aussenminister Antony Blinken war am Montagabend davon ausgegangen, dass ihre Zahl «unter 200, wahrscheinlich näher an 100» liege. Blinken betonte, die US-Regierung werde sich weiterhin bemühen, sie ausser Landes zu bekommen. Man werde auch weiter daran arbeiten, schutzsuchenden Afghanen zu helfen, die mit den USA zusammengearbeitet haben.

Taliban-Führungsrat tagte drei Tage lang im Süden Afghanistans

Der Führungsrat der militant-islamistischen Taliban hat drei Tage lang in der Provinz Kandahar im Süden Afghanistans getagt. Das teilte der Sprecher der Islamisten, Sabiullah Mudschahid, am Dienstag auf Twitter mit. Demnach wurden bei dem Treffen unter Leitung des Taliban-Führers Haibatullah Achundsada von Samstag bis Montag unter anderen die aktuelle politische Situation, die Sicherheit im Land sowie gesellschaftliche Themen im Detail besprochen.

Zudem hätten wichtige Konsultationen zur Bildung einer neuen islamischen Regierung und eines neuen islamischen Kabinetts im Land stattgefunden, hiess es weiter. Am Ende des Treffens habe Achundsada den Mitgliedern des Führungsrates umfassende Anleitungen gegeben. Wo genau das Treffen stattgefunden hat, dazu gab es keine Angaben.

Die Taliban hatten Mitte August nach einem militärischen Eroberungszug in Afghanistan die Macht übernommen. Bisher traten die Islamisten gemässigter auf als während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001 und gaben sich versöhnlich. Viele Afghanen bezweifeln, dass sie bei dieser Linie bleiben. Es gibt Berichte über Menschenrechtsverletzungen oder auch Angriffe auf Journalisten.

Pentagon: Haben Ausrüstung auf Flughafen Kabul unbrauchbar gemacht

Die USA haben vor ihrem Truppenabzug aus Afghanistan dem Pentagon zufolge militärisches Gerät auf dem Flughafen Kabul unbrauchbar gemacht.

«Das Einzige, was wir funktionsfähig gelassen haben, sind ein paar Feuerwehrautos und ein paar Gabelstapler, so dass der Flughafen in Zukunft weiter in Betrieb bleiben kann», sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Dienstagmorgen (Ortszeit) dem Sender CNN. Fluggeräte und Fahrzeuge könnten nicht mehr benutzt werden.

Um eine Minute vor Mitternacht Kabuler Zeit am späten Montagabend war das letzte US-Militärflugzeug vom Flughafen Kabul abgehoben. Damit haben die USA ihren Militäreinsatz in Afghanistan nach fast 20 Jahren beendet. Der Abflug der Amerikaner machte Taliban-Kämpfern den Weg auf das Flughafengelände frei, das sie sofort erkundeten.

In einem Video ist zu sehen, wie Männer mehrere Chinook-Helikopter inspizieren. Man sei nicht «übermässig besorgt» über diese Bilder, sagte Kirby. «Wir haben alles getan, was wir konnten, um sicherzustellen, dass diese Ausrüstung in Zukunft nicht mehr von ihnen benutzt werden kann.»

Nach US-Abzug: China sieht neuen Start für Afghanistan

Nach dem Abzug der US-Truppen sieht China Afghanistan vor einem neuen Start. «Afghanistan hat sich von der ausländischen militärischen Besetzung befreit‌. Das afghanische Volk steht an einem neuen Ausgangspunkt für Frieden und Wiederaufbau», sagte Wang Wenbin, ein Sprecher des Pekinger Aussenministeriums, am Dienstag.

Der US-Abzug aus Afghanistan habe gezeigt, dass‌‌ Militärinterventionen und Versuche, anderen Ländern gewaltsam Werte und Gesellschaftssysteme aufzuzwingen, zum Scheitern verurteilt seien. China verfolge eine Politik der Freundschaft‌‌ gegenüber dem gesamten afghanischen Volk‌‌. Man werde weiterhin eine enge Kommunikation mit allen Parteien aufrechterhalten und Hilfe leisten, um Afghanistan bei der Wiederherstellung des Friedens, dem Wiederaufbau der Wirtschaft und der Bekämpfung terroristischer Gruppen zu unterstützen.

Berlin und Wien setzen auf humanitäre Hilfe für Afghanen

Angesichts einer drohenden Fluchtbewegung aus Afghanistan setzen Deutschland und Österreich auf humanitäre Hilfe, um die Menschen im Land oder in den Nachbarländern zu unterstützen.

«Unsere Position ist, möglichst vielen Menschen in der Nähe ihrer Heimat, wenn sie das Land verlassen, eine Möglichkeit zu geben, dort humanitär versorgt zu werden», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Berlin bei einem Treffen mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verstärken die humanitäre Hilfe in Afghanistan und den Nachbarländern. (Bild: Keystone)

Dieser betonte: «Wir haben die humanitäre Hilfe für Afghanistan und die Region in einer Art und Weise aufgestockt, wie wir dies bisher noch nie gemacht haben.» Auf die Frage nach der Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingskontingenten bekräftigte Kurz seine ablehnende Position. Seine Haltung sei bekannt und habe sich auch nicht geändert. Österreich habe hier schon sehr viel geleistet und überproportional viele Menschen aufgenommen. «Wir haben pro Kopf gerechnet die viertgrösste afghanische Community weltweit.»

Merkel betonte, die deutsche Regierung fühle sich zunächst Ortskräften und ihren Angehörigen verpflichtet. Es handele sich dabei um eine Grössenordnung von 10’000 bis 40’000 Menschen. Zunächst müsse man sehen, wie viele von ihnen Afghanistan wirklich verlassen wollen. Ansonsten gehe es um humanitäre Hilfe. «Niemand verlässt leichtfertig seine Heimat. Und deshalb ist alles gut und wichtig, was wir in der Region tun können.» Über die Aufnahme von Kontingenten könne man überhaupt erst diskutieren, wenn klar sei, was es an Fluchtbewegung ausserhalb Afghanistans gebe.

Widerstandskämpfer im afghanischen Pandschir melden Kämpfe

Angaben von Widerstandskämpfern zufolge haben die militant-islamistischen Taliban versucht, in die afghanische Provinz Pandschir vorzudringen. Diese ist die einzige von 34 Provinzen des Landes, die noch nicht unter Kontrolle der Islamisten steht.

Taliban-Kämpfer hätten am Montagabend (Ortszeit) am Eingang zum Pandschir-Tal angegriffen, sagte der Sprecher der Nationalen Widerstandsfront, Fahim Daschti, in einer am Dienstag auf Whatsapp geteilten Videonachricht. Die Taliban äusserten sich noch nicht zu dem Vorfall.

Die Islamisten hätten sieben oder acht Kämpfer verloren, die gleiche Zahl sei verletzt worden, sagte Daschti weiter. Auch mehrere Widerstandskämpfer seien verwundet worden. Zuletzt hatte es von beiden Seiten geheissen, man wolle die offene Machtfrage durch Verhandlungen lösen. Gleichzeitig bauen prominente Afghanen aus dem Tal einen Widerstand gegen die Islamisten auf.

Bundesrätin Keller-Sutter fordert koordiniertes Vorgehen bei Afghanistan

Am Sondertreffen der EU-Innenminister zum Thema Afghanistan hat Bundesrätin Karin Keller-Sutter für ein koordiniertes Vorgehen der europäischen Staaten plädiert. Ausserdem fordert sie, endlich mit der Revision des EU-Asyl- und Migrationssystems vorwärts zu machen.

In erster Linie gehe es an diesem Sondertreffen darum, «sich auf der Ebene Europa zu koordinieren», sagte die Bundesrätin vor dem Treffen am Dienstag in Brüssel. Ausserdem müsse man sich auch mit der UNO absprechen.

Auf die Frage, ob sich die Schweiz vorstellen könnte, sich an einem Resettlement-Programm der EU zu beteiligen, sagte Keller-Sutter: «Das wird heute sicherlich diskutiert, ist aber nicht spruchreif.»

Denn die EU-Kommission hatte kürzlich angekündigt, ein Resettlement-Programm auf die Beine stellen zu wollen. Resettlement bedeutet die Umsiedlung von besonders schutzbedürftigen Menschen aus einem Erstaufnahmeland in ein sicheres Drittland.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter fordert ein koordiniertes Vorgehen der europäischen Staaten in Afghanistan. (Bild: Keystone)

Die Schweiz habe bereits für 2022 und 2023 Resettlement-Programm mit 1900 Personen bewilligt, fügte die Bundesrätin an. Wenn nötig, könne man das auch umpriorisieren.

Wichtig sei jetzt aber vor allem, die Hilfe vor Ort zu verstärken und die verletzlichsten Personen wie etwa Frauen und Mädchen zu unterstützen. Auch die Nachbarstaaten Afghanistans müssten unterstützt werden, sagte Keller-Sutter weiter.

Ausserdem sei es jetzt wirklich an der Zeit, die Revision des EU-Asyl- und Migrationssystems voranzutreiben. Sie wisse, dass die Arbeiten dazu blockiert seien, aber «ich hoffe, bis zur nächsten Sitzung im Oktober werden wir Fortschritte erzielt haben».

Britischer Aussenminister: Noch Hunderte Briten in Afghanistan

Auch nach den letzten Evakuierungsflügen aus Afghanistan halten sich noch zahlreiche Briten in dem Land auf. Der britische Aussenminister Dominic Raab sagte am Dienstag dem Sender Sky News, es handle sich um eine «niedrige dreistellige» Zahl.

«Die meisten davon sind schwierige Fälle, in denen die Anspruchsberechtigung nicht klar ist, weil sie keine Papiere haben», sagte Raab.

Es sei eine grosse Herausforderung, die Menschen aus dem Land zu bringen, nachdem die letzten alliierte Truppen aus Afghanistan abgezogen wurden. Raab betonte, die radikal-islamischen Taliban hätten zugesagt, die Ausreise von Briten und afghanischen Schutzsuchenden nicht zu behindern. Seit April seien mehr als 17’000 Briten, afghanische Ortskräfte sowie Gefährdete ausgeflogen worden.

Die britische Regierung arbeite nun mit Afghanistans Nachbarn an einem «praktikablen Weg» für die Flucht britischer Staatsangehöriger. Er führe entsprechende Gespräche, sagte Raab. Der deutsche Aussenminister Heiko Maas reist derzeit durch Nachbarländer wie Usbekistan und Pakistan, um die Aufnahme afghanischer Schutzsuchender zu besprechen.

Laut dem britischen Aussenminister Dominic Raab befinden sich noch mehrere hundert Briten in Afghanistan. (Bild: Keystone)
Lage in afghanischer Hauptstadt Kabul nach Abzug der USA ruhig

Am Tag nach dem Abzug der USA aus Afghanistan sprechen Bewohner der Hauptstadt Kabul von einem insgesamt ruhigen Tagesbeginn. In der Stadt sei es ruhig, sagte Lotfullah, der im Zentrum der Stadt lebt.

Die meisten Geschäfte im Stadtteil Schahr-e Nau seien geöffnet, sie hätten aber kaum Kunden. Ein paar Banken hätten nach fast zwei Wochen ihre grossen Filialen geöffnet. Hunderte Menschen stünden an, um Geld abzuheben.

Er sehe insgesamt nicht viele Taliban in den Strassen, sagte er weiter. Zumeist bewachten diese bestimmte Gebäude, vor allem Behörden. Ein Bewohner des Stadtteils Dascht-e Bartschi im Westen Kabuls sagte, private und öffentlichen Schulen hätten erstmals seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Mitte August wieder geöffnet. Alle Schülerinnen und Schüler bis zur sechsten Klasse seien zum Unterricht zurückgekehrt.

Taliban-Sprecher gratuliert Afghanen nach Abzug der US-Truppen

Der Sprecher der militant-islamistischen Taliban hat der afghanischen Bevölkerung nach dem Abzug der USA aus dem Land gratuliert. Das berichtet der Sender CNN.

«Dieser Sieg gehört uns allen», sagte Mudschahid demnach auf der Start- und Landebahn des Flughafens von Kabul vor einer kleinen Menschenmenge nur wenige Stunden, nachdem der letzte US-Soldat das Land verlassen hatte.

Die Taliban wünschten sich gute Beziehungen mit den USA und der Welt, sagte er laut CNN. Man hoffe, dass Afghanistan nie wieder besetzt werde und das Land wohlhabend und frei bleibe – eine Heimat für alle Afghanen, die islamisch regiert werde.

Mudschahid habe zudem gesagt, er hoffe, dass die Taliban-Kämpfer nun die Menschen gut behandelten. Die Nation habe es verdient, in Frieden zu leben. «Wir sind die Diener der Nation, Gott bewahre, dass wir über die Nation herrschen», sagte er.

Der letzte US-Soldat, der Afghanistan verliess

Generalmajor Chris Donahue ist der letzte US-Soldat, der Afghanistan verliess. Das US-Zentralkommando twitterte in der Nacht auf Dienstag ein Bild, das durch ein Nachtsichtgerät aufgenommen worden war. Auf ihm ist zu sehen, wie der Kommandeur der 82. Luftlandedivision der US-Armee auf dem Internationalen Flughafen in Kabul am späten Montagabend ein Transportflugzeug besteigt. «Der letzte amerikanische Soldat verlässt Afghanistan», twitterte das US-Zentralkommando.

Generalmajor Chris Donahue ist der letzte US-Soldat, der Afghanistan in der Nacht auf Dienstag verliess. (Bild: Keystone)

Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul war in der Nacht zu Dienstag der internationale Afghanistan-Einsatz nach fast 20 Jahren zu Ende gegangen. Der Westen überlässt das Land wieder jenen Islamisten, die er Ende 2001 entmachtet hatte. Die USA und ihre Verbündeten hatten zeitweise mehr als 100’000 internationale Soldaten im Einsatz. Unter den internationalen Truppen hatten die Vereinigten Staaten die mit Abstand schwersten Verluste, mehr als 2’460 US-Soldaten starben in Amerikas längstem Krieg. Der letzte US-Militärflieger hob eine Minute vor Mitternacht Kabuler Zeit vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt ab.

Blinken: Noch mehr als 100 ausreisewillige Amerikaner in Afghanistan

Nach dem Ende der Evakuierungsmission der US-Streitkräfte sind nach Angaben von US-Aussenminister noch mehr als 100 Amerikaner in Afghanistan, die das Land verlassen wollen. Man gehe davon aus, dass ihre Zahl «unter 200, wahrscheinlich näher an 100» liege, sagte Blinken am Montagabend in Washington. Blinken betonte, die US-Regierung werde sich weiterhin um sie bemühen. Das gelte auch für US-Staatsbürger, die familiäre Wurzeln in Afghanistan hätten und sich womöglich erst später für eine Ausreise entscheiden würden. «Wir werden ihnen helfen, auszureisen.»

Blinken sagte, man habe sich auch intensiv um die Evakuierung von Afghanen bemüht, die mit den USA zusammengearbeitet hatten. «Wir haben viele herausgeholt, aber viele sind noch dort.» Man werde weiter daran arbeiten, ihnen zu helfen. «Unsere Verpflichtung ihnen gegenüber hat keine Frist.» Blinken betonte, die Taliban hätten zugesagt, Afghanen ausreisen zu lassen, «einschliesslich jener, die für die Amerikaner gearbeitet haben».

Blinken: Keine diplomatische Präsenz mehr in Kabul nach Truppenabzug

Mit dem Abzug der Truppen aus Kabul haben die USA ihre diplomatische Präsenz in Afghanistan beendet. Man habe die diplomatischen Aktivitäten in die katarische Hauptstadt Doha verlegt, sagte US-Aussenminister Antony Blinken am Montagabend. «Angesichts der unsicheren Sicherheitslage und der politischen Situation in Afghanistan war dies ein umsichtiger Schritt.»

Eine neue diplomatische Mission habe nun begonnen. Von Doha aus wolle man konsularische Angelegenheiten regeln, aber auch humanitäre Hilfe verwalten und die Zusammenarbeiten mit den Verbündeten organisieren. «Wir wollen unsere unnachgiebigen Bemühungen fortsetzen, Amerikanern, Ausländern und Afghanen, zu helfen, Afghanistan zu verlassen, wenn sie sich dafür entscheiden», sagte Blinken.

Biden will sich am Dienstag an die Nation wenden

Nach dem Ende des Einsatzes in Afghanistan will sich US-Präsident Joe Biden am Dienstagnachmittag in einer Ansprache an die Nation wenden. Er werde dabei seine Entscheidung erklären, die US-Präsenz in Afghanistan nicht über Ende August hinaus zu verlängern, hiess es in einer am Montag vom Weissen Haus verbreiteten Mitteilung. Biden dankte den US-Soldaten, die die «grösste Luftbrücke in der Geschichte der USA» mit Mut, Professionalität und Entschlossenheit betrieben hätten. «Jetzt ist unsere 20-jährige Militärpräsenz in Afghanistan beendet.»

Joe Biden wird sich am Dienstagnachmittag zum Afghanistan-Abzug äussern. (Bild: Keystone)

Biden kündigte an, die Bemühungen, Amerikaner, andere Ausländer und schutzsuchende Afghanen aus Afghanistan herauszubekommen, würden auch nach dem Ende der militärischen Evakuierungsmission fortgesetzt. Er verwies unter anderem auf eine UN-Sicherheitsratsresolution, die am Montag verabschiedet wurde. Biden betonte, die Taliban hätten sich verpflichtet, Menschen ausreisen zu lassen, und die Welt werde sie beim Wort nehmen. Der Präsdent erinnerte an die 13 US-Soldaten, die am Donnerstag bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Flughafen Kabul getötet worden waren.

US-Militär: Haben nicht alle rausgeholt, die wir rausholen wollten

Nach dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul sind weiter amerikanische Staatsbürger in Afghanistan. «Wir haben nicht alle rausholen können, die wir rausholen wollten», sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Montag im Pentagon in einer Videoschalte mit Journalisten. Man habe bis zum letzten Moment die Möglichkeit gehabt, weitere US-Bürger zu evakuieren. Aber einige hätten es nicht zum Flughafen geschafft. McKenzie versicherte auch: «Jeder einzelne US-Soldat ist jetzt aus Afghanistan raus, das kann ich mit 100-prozentiger Sicherheit sagen.»

«Die militärische Phase dieser Operation ist also beendet», sagte er weiter. Nun beginne die diplomatische Fortsetzung. «Ich denke, wenn wir noch zehn Tage geblieben wären (…), hätten wir nicht alle rausgeholt, die wir rausholen wollten», so der General weiter. Ausserdem hätten auch nicht alle US-Amerikaner das Land verlassen wollen. Das Aussenministerium werde nun daran arbeiten, den verbliebenen Bürgerinnen und Bürgern die Ausreise zu ermöglichen. McKenzie schätzte, dass es sich um einige wenige Hundert handele.

Taliban feiern Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan

Die militant-islamistischen Taliban haben den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan als historisch gefeiert. Das hochrangige Taliban-Mitglied Anas Hakkani schrieb am Montagabend deutscher Zeit auf Twitter: «Wir schreiben wieder Geschichte. Die 20-jährige Besetzung Afghanistans durch die USA und die NATO endete heute Abend. Gott ist gross.» Er sei sehr glücklich, nach 20 Jahren des Dschihad, auf dessen Opfer und Härten er stolz sei, diese historischen Momente zu sehen.

Der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid schrieb auf Twitter, der letzte US-Soldat habe um etwa Mitternacht afghanischer Zeit den Flughafen Kabul verlassen, das Land habe jetzt die völlige Unabhängigkeit erreicht.

Mit dem Abzug ihrer letzten Soldaten vom Flughafen Kabul haben die USA den Militäreinsatz in Afghanistan nach fast 20 Jahren beendet.

«Am Himmel ist Ruhe», schrieb ein Reporter der «New York Times» auf Twitter. Er könne hören und sehen, was wohl Freudenschüsse der Taliban seien.

US-Streitkräfte: Einsatz in Afghanistan ist beendet

Mit dem Abzug ihrer letzten Soldaten vom Flughafen Kabul haben die USA den Militäreinsatz in Afghanistan nach fast 20 Jahren beendet. «Ich bin hier, um die Vollendung unseres Abzugs aus Afghanistan zu verkünden», sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Montag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon. Damit ende auch die militärische Mission zur Evakuierung von Amerikanern, Verbündeten und schutzsuchenden Afghanen. Das letzte US-Militärflugzeug habe eine Minute vor Mitternacht (Ortszeit) vom Kabuler Flughafen abgehoben.

Nach Angaben des Weissen Hauses vom Montag brachten die USA und ihre Verbündeten bei der Evakuierungsmission seit dem 14. August rund 116’700 Menschen in Sicherheit. Immer noch befinden sich aber Zehntausende Menschen in Afghanistan, die vor den Taliban fliehen wollen – bei den meisten handelt es sich um Afghanen.

(Bild: Keystone)
UN-Sicherheitsrat erhöht mit Afghanistan-Resolution Druck auf Taliban

Der UN-Sicherheitsrat erhöht den Druck auf die militant-islamistischen Taliban, Afghanen ungehindert aus ihrem Heimatland ausreisen zu lassen. Eine entsprechende Resolution wurde am Montag vom mächtigsten UN-Gremium mit 13 Ja-Stimmen angenommen, Russland und China enthielte sich. In der Resolution, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verweist der Sicherheitsrat auf die Zusagen der Taliban vom Freitag, dass Afghanen das Land jederzeit und auf allen möglichen Wegen ungehindert verlassen dürften. Der Sicherheitsrat «erwartet, dass die Taliban diese und alle anderen Verpflichtungen einhalten», heisst es darin.

(Bild: Keystone)

Die Resolution, die von Grossbritannien und Frankreich zusammen mit den USA und Irland vorgelegt wurde, fordert zugleich, dass Afghanistan nicht zu einem Hafen für Terroristen und ihre Anschlagspläne werden dürfe. Ebenfalls hervorgehoben wird die Notwendigkeit für ungehinderten humanitären Zugang sowie die Wahrung der Menschenrechte, insbesondere «der Rechte von Frauen, Kindern und Minderheiten». Eine vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron zuletzt ins Spiel gebrachte UN-Sicherheitszone in Kabul wird in der Resolution nicht erwähnt.

Usbekistan: Grenze zu Afghanistan ist «vollständig geschlossen»

Usbekistan hält seine Grenze zu Afghanistan nach Angaben der Regierung in Taschkent «vollständig geschlossen». Das Aussenministerium der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik dementierte am Montag, 30. August, Medienberichte, wonach der Grenzübergang auf der sogenannten «Brücke der Freundschaft» für afghanische Geflüchtete geöffnet sei. «Das Aussenministerium verkündet erneut, dass die Republik Usbekistan keine afghanischen Flüchtlinge auf ihrem Territorium aufnimmt.»

Usbekistan unterhalte freundschaftliche Beziehungen zu seinem Nachbarn Afghanistan und wolle sich nicht in dessen innere Angelegenheiten einmischen, hiess es weiter.

UN-Sicherheitsrat stimmt noch Montag über Afghanistan-Resolution ab

Der UN-Sicherheitsrat will noch am Montag über eine Resolution abstimmen, die zur sicheren Ausreise von Menschen aus Afghanistan führen soll. Das wichtigste UN-Gremium werde um 15 Uhr New Yorker Zeit (21 Uhr MESZ) zusammenkommen, berichteten Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur. Die Annahme eines entsprechenden französisch-britischen Texts würde unter anderem den Druck auf die Taliban erhöhen, Menschen eine sichere Ausreise aus Kabul zu gewähren. Die Vetomächte Russland und China hatten sich bei Verhandlungen am Wochenende Diplomaten zufolge offen für eine Einigung gezeigt. Eine Zustimmung sei aber noch nicht sicher, hiess es.

Für eine Annahme einer Resolution braucht es im wichtigsten UN-Gremium neun von 15 Ja-Stimmen ohne ein Veto der ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Frankreich und Grossbritannien.

Der Resolutionsentwurf von Grossbritannien und Frankreich zusammen mit den USA betont dabei, dass Afghanistan nicht zu einem Hafen für Terroristen und ihre Anschlagspläne werden darf. Ebenfalls hervorgehoben wird die Notwendigkeit, dass unter anderem die Vereinten Nationen ungehinderten humanitären Zugang erhalten. Eine vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron zuletzt ins Spiel gebrachte UN-Sicherheitszone in Kabul wird übereinstimmenden Angaben von Diplomaten aber nicht direkt erwähnt.

Nach der geplanten Abstimmung im mächtigsten UN-Gremium sollen die Vertreter der fünf Vetomächte mit UN-Generalsekretär António Guterres zusammenkommen, um über die Lage in Afghanistan zu sprechen. Das Treffen ist nach dpa-Informationen für 18 Uhr New Yorker Zeit (Mitternacht MESZ) angesetzt.

Medizinische Hilfslieferung in Afghanistan eingetroffen

In Afghanistan ist die nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erste Hilfslieferung mit medizinischen Gütern seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban eingetroffen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in einer Aussendung mit.

Demnach landete ein Flugzeug mit 12,5 Tonnen an Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern der WHO in der Stadt Masar-i-Scharif im Norden des Landes.

Mit den Vorräten könne der grundlegende Gesundheitsbedarf von mehr als 200’000 Menschen gedeckt, 3’500 chirurgische Eingriffe vorgenommen und 6’500 Traumapatienten behandelt werden. Die Vorräte liefere man sofort an 40 Gesundheitseinrichtungen in 29 der 34 Provinzen des Landes.

Das Flugzeug sei von der pakistanischen Regierung zur Verfügung gestellt worden, hiess es weiter. Zwei weitere Flüge mit medizinischen Gütern sollen laut WHO noch folgen. Die WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef hatten zuletzt gewarnt, dass die Versorgung von Millionen Afghanen mit Arzneimitteln und anderen wichtigen Gütern immer schwieriger werde.

IS-Terrormiliz reklamiert Raketenangriff in Kabul für sich

Der in Afghanistan aktive Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Raketenangriff am Flughafen von Kabul für sich reklamiert. «Soldaten des Kalifats» hätten den Flughafen mit sechs Raketen des Typs Katjuscha angegriffen, teilte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, am Montag auf der Plattform Naschir News mit. Es sei auch bestätigt, dass bei dem Angriff Menschen verletzt worden seien. Eine Bestätigung über mögliche Opfer oder Schäden gab es unabhängig von der Erklärung des IS zunächst nicht.

Auf den Kabuler Flughafen waren Berichten zufolge am Montagmorgen mindestens fünf Raketen abgefeuert worden. Ein Raketenabwehrsystem sei aktiviert worden, berichtete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter. Dieses kann heranfliegende Objekte mit einem Maschinengewehr zerstören, bevor sie ihr Ziel treffen.

Der IS-Ableger in Afghanistan reklamiert den Raketenangriff vom Montagmorgen auf den Kabuler Flughafen für sich. Die Raketen sollen aus dem Auto im Bild abgefeuert worden sein. (Bild: Keystone)
USA fliegen binnen 24 Stunden rund 1'200 Menschen aus Kabul aus

Im Zuge der Evakuierungsmission am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul haben die USA zuletzt innerhalb von 24 Stunden rund 1’200 Menschen ausser Landes gebracht.

Zwischen dem frühen Sonntagmorgen und dem frühen Montagmorgen hätten 26 Flugzeuge des US-Militärs rund 1’200 Menschen ausgeflogen, teilte das Weisse Haus am Montag in Washington mit. Im selben Zeitraum hätten zwei Maschinen internationaler Partner rund 50 Menschen evakuiert. Seit dem Start der Mission Mitte August seien insgesamt rund 116’700 Menschen aus Afghanistan evakuiert worden, hiess es weiter.

Die Bundeswehr hatte ihren Rettungseinsatz am Donnerstag beendet, Frankreich, Spanien und Grossbritannien folgten am Freitag und Samstag. Die USA wollen noch bis Dienstag Menschen aus dem Land bringen. US-Präsident Joe Biden hatte am Sonntag vor möglichen weiteren Anschlagen rund um den Flughafen Kabul gewarnt.

London verhalten zu Vorstoss Macrons für UNO-Sicherheitszone in Kabul

Der Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für eine UNO-Sicherheitszone in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist in London verhalten aufgenommen worden.

Wie aus Regierungskreisen in London am Montag verlautete, arbeiten Grossbritannien, die USA und Frankreich gemeinsam an einem Resolutionsentwurf für den UNO-Sicherheitsrat, der noch Anfang der Woche verabschiedet werden solle. Die Resolution soll demnach «eine Botschaft an die Taliban aussenden», wie wichtig es sei, dass «Mitarbeiter der Vereinten Nationen ein sicheres Umfeld haben, um ihre humanitäre Arbeit fortzusetzen».

Der französische Präsident hatte am Sonntag der Zeitung «Le Journal du Dimanche» gesagt, ein gemeinsamer Resolutionsentwurf Frankreichs und Grossbritanniens ziele darauf ab, «eine Sicherheitszone in Kabul zu definieren, die eine Fortsetzung der humanitären Operationen ermöglicht».

Der französische Präsident Emmanuel Macron schlägt die Errichtung einer UNO-Sicherheitszone in Kabul vor. (Bild: Keystone)
Helfer: Festsitzenden Afghanen an Polens Grenze geht es schlecht

Der Gesundheitszustand einer seit Wochen an der Grenze Polens zu Belarus festsitzenden Gruppe von Migranten aus Afghanistan hat sich nach Angaben einer Hilfsorganisation verschlechtert.

«Viele klagen über Fieber, Erbrechen und Durchfall», sagte Sprecherin Kalina Czwarnog von der Hilfsorganisation «Ocalenie» (Rettung) am Montag der Nachrichtenagentur DPA. Ein Krankenwagen sei vom polnischen Grenzschutz nicht zu den Erkrankten vorgelassen worden.

Bei der Gruppe handelt es sich nach Angaben der Hilfsorganisation um 32 Menschen aus Afghanistan, darunter fünf Frauen. Sie kampieren seit fast drei Wochen in einem Wald bei dem Dorf Usnarz Gorny. Polen hat das Gebiet mit Grenzschützern, Polizisten und Soldaten abgeriegelt und lässt die Flüchtlinge nicht ins Land. Der Grenzschutz beziffert ihre Zahl mit 28.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde – als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik. Zunächst hatte dadurch vor allem Litauen mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten zu kämpfen. Zuletzt nahm auch der Druck auf Polen zu.

Luftbrücke brachte 138 Ortskräfte aus Kabul nach Deutschland

Die von der deutschen Regierung organisierte Luftbrücke aus Afghanistans Hauptstadt Kabul hat nach vorläufigen Angaben 138 Ortskräfte nach Deutschland gebracht sowie deren Familienangehörige.

Insgesamt seien 634 Menschen aus dieser Gruppe ausgeflogen worden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) am Montag in Berlin.

Er verwies darauf, dass die Zahl der Hilfeersuchen erst nach dem Beginn der Luftbrücke deutlich gestiegen sei – auf nunmehr mindestens 40’000 Menschen. Deutschland hatte am Donnerstag vergangener Woche seine Evakuierungsflüge wegen der Sicherheitslage und des vollständigen Abzugs des US-Militärs zum 31. August beendet. Künftig sollen Ausreisewillige mit einer Aufnahmezusage für Deutschland über Nachbarländer ausreisen können, etwa über Usbekistan, wie Aussenminister Heiko Maas am Montag nach entsprechenden Gesprächen in der dortigen Hauptstadt Taschkent sagte.

Vor Beginn der Evakuierung am 14. August habe das Bundesinnenministerium Kenntnis davon gehabt, dass 174 Ortskräfte sowie Familienangehörige für die gesamte Bundesregierung zur Ausreise anstehen, insgesamt 886 Menschen, so der Sprecher. Es ging dabei um die Afghanen, die aktiv eine Gefährdungsanzeige gemacht hatten und auf Listen standen.

Mindestens fünf Raketen auf Flughafen Kabul abgefeuert

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mehrere Raketen auf den Flughafen abgefeuert worden. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter. Demnach wurden mindestens fünf Raketen in Richtung Flughafen geschossen. Ein am Flughafen installiertes Raketenabwehrsystem sei aktiviert worden, hiess es weiter. Das so genannte C-Ram-System erkennt demnach einen Angriff und aktiviert ein Maschinengewehr, das heranfliegende Objekte zerstört, bevor sie ihr Ziel treffen.

Über mögliche Opfer oder Schäden durch die Raketen gab es zunächst keine Informationen. Das Raketenabwehrsystem des Flughafens war erst vor wenigen Wochen getestet worden.

Der lokale TV-Sender ToloNews berichtete, die Raketen seien aus einem Auto aus dem nördlichen Stadtteil Chairchana abgefeuert worden. In sozialen Medien geteilte Bilder zeigten ein ausgebranntes Fahrzeug. Die Überreste des Autos sind mit Trümmern bedeckt, der Gummi der Reifen ist geschmolzen. Es lässt sich nicht unabhängig überprüfen, ob die Raketen aus diesem Fahrzeug abgefeuert worden waren. CNN berichtete, dass eine bevorstehende Gefahr für den Flughafen Kabul beseitigt worden sei.

Aus diesem Auto sollen die Raketen mit dem Ziel Kabuler Flughafen am Montagmorgen abgefeuert worden sein. (Bild: Keystone)

US-Präsident Joe Biden sei über den Raketenangriff informiert worden, hiess es in einer Erklärung der Pressesprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki. Der Präsident sei zudem informiert worden, dass die Operationen am Flughafen ununterbrochen fortgesetzt würden. Biden zufolge sollen die Kommandeure auf dem Flughafen in Kabul ihre Anstrengungen verdoppeln, um die Truppen zu schützen.

Bericht: Mehrere Raketen auf Flughafen Kabul abgefeuert

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es einem Medienbericht zufolge einen Raketenangriff gegeben. Am Montagmorgen (Ortszeit) seien aus der Gegend Chairchanah im Norden der Stadt mehrere Raketen in Richtung Flughafen abgefeuert worden, schrieb der lokale Fernsehsender ToloNews mit Berufung auf Augenzeugen auf Twitter. Der Fernsehsender CNN berichtete und Berufung auf US-Regierungmitarbeiter, dass mindestens fünf Raketen in Richtung Flughafen abgefeuert worden seien.

Über mögliche Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Informationen. Der Flughafen verfügt über ein Raketenabwehrsystem. Dieses wurde erst vor wenigen Wochen getestet. In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die ein brennendes Auto zeigen sollen, aus dem die Raketen abgefeuert worden sein sollen.

US-Präsident Joe Biden hatte am Sonntag vor möglichen weiteren Anschlagen rund um den Flughafen Kabul gewarnt. Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Flughafen Kabul mindestens 13 US-Soldaten – und -soldatinnen sowie zwei Briten ums Leben gekommen. Die Angaben über die afghanischen Todesopfer schwanken, Sender wie CNN sprachen von bis zu 200 Toten.

Der IS hat bereits in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Ziele in Kabul mit Raketen angegriffen. Die US-Truppen wollen bis Dienstag Afghanistan verlassen haben.

Endphase der Evakuierungen in Kabul – UNO-Sicherheitszone im Gespräch

Die militärische Evakuierungsmission vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul geht unter extrem gefährlichen Bedingungen in ihre Endphase. Gleichzeitig laufen internationale Bemühungen weiter, auch nach dem bis Dienstag geplanten vollständigen Abzug der US-Streitkräfte Menschen eine sichere Ausreise aus Afghanistan ermöglichen zu können. In Kabul spitzt sich derweil auch der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu.

Am Montag wollen UNO-Generalsekretär António Guterres und die Vertreter der ständigen Sicherheitsrats-Mitglieder über eine mögliche UNO-Sicherheitszone in Kabul sprechen. Frankreich und Grossbritannien wollen das im UNO-Sicherheitsrat durchsetzen. «Unser Resolutionsentwurf zielt darauf ab, eine Sicherheitszone in Kabul zu definieren, die eine Fortsetzung der humanitären Operationen ermöglicht», sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der Zeitung «Le Journal du Dimanche». US-Aussenminister Antony Blinken will den weiteren Umgang mit Afghanistan unter anderem mit Vertretern Deutschlands, Katars, der Türkei und der EU besprechen.

China kritisiert USA für "chaotische" Lage in Afghanistan

China hat die USA für die «chaotische» Situation in Afghanistan mitverantwortlich gemacht. Der Krieg in Afghanistan habe sein Ziel, terroristische Kräfte zu beseitigen, nicht erreicht, sagte Chinas Aussenminister Wang Yi laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag in einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken. Der übereilte Abzug der US- und Nato-Truppen würde nun wahrscheinlich dazu führen, dass Terrororganisationen zurückkehren würden.

In dem Gespräch äusserte sich Wang auch deutlich zum derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen China und den USA. «Wenn Washington die chinesisch-amerikanischen Beziehungen wieder auf Kurs bringen will, dann sollte es aufhören, China zu verleumden und Chinas Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsinteressen zu untergraben», sagte der chinesische Aussenminister.

US-Militär prüft nach Luftangriff in Kabul Berichte zu zivilen Opfern

Das US-Militär untersucht nach dem Luftangriff auf ein Auto der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Kabul Berichte über mögliche zivile Opfer. Der Einsatz habe erfolgreich eine «unmittelbare Bedrohung» für den Flughafen Kabul durch die Terroristen abgewendet, darüber hinaus würden die Ergebnisse des Luftschlags noch geprüft, hiess es am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Stellungnahme der US-Kommandozentrale für die Region (Centcom). In dem zerstörten Fahrzeug habe sich «eine grosse Menge Sprengstoff» befunden, «die womöglich zu weiteren Opfern führte», hiess es.

«Es ist nicht klar, was passiert sein könnte und wir untersuchen das weiterhin. Wir wären sehr traurig über den möglichen Tod Unschuldiger», hiess es in der Stellungnahme des Militärs weiter.

Zuvor hatte in Afghanistan unter anderem der Fernsehsender ArianaNews unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, dass sechs Menschen, darunter vier Kinder, beim Einschlag einer Mörsergranate in einem Kabuler Privathaus getötet worden seien. Dabei seien zwei Fahrzeuge und Teile des Hauses zerstört worden. Es war nicht unmittelbar klar, ob diese Opfer möglicherweise einer Mörsergranate oder dem US-Luftschlag zuzurechnen waren. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angehörige in Kabul, dass bei dem Luftangriff neun Mitglieder einer Familie getötet worden seien, darunter sechs Kinder.

Frau aus Afghanistan bringt bei Evakuierungsflug Baby zur Welt

Eine Frau aus Afghanistan hat bei einem Evakuierungsflug nach Grossbritannien ein Baby zur Welt gebracht. Wie die Fluggesellschaft Turkish Airlines mitteilte, war die 26-Jährige zuvor aus der afghanischen Hauptstadt Kabul nach Dubai evakuiert worden. Von dort sollte sie ins englische Birmingham weiterreisen. Doch als sich der Flieger über Kuwait befand, setzten die Wehen ein. Da kein Arzt an Bord war, musste die Crew als Geburtshelfer einspringen. Noch bevor die Maschine zwischenlanden konnte, war das Mädchen namens Havva bereits auf die Welt gekommen. Das Flugzeug konnte später seine Reise fortsetzen. Der Fluggesellschaft zufolge sind Mutter und Tochter wohlauf.

Grossbritannien hat seine Rettungsmission aus Afghanistan am Wochenende beendet. Die britischen Streitkräfte hatten in den vergangenen zwei Wochen nach Angaben der Regierung mehr als 15 000 Menschen aus dem Land evakuiert. Das Baby kam bereits am Samstag auf die Welt.

Eine Woche zuvor hatte bereits eine Afghanin an Bord einer US-Militärmaschine kurz nach der Landung auf dem deutschen US-Stützpunkt Ramstein ein Baby, ebenfalls ein Mädchen, zur Welt gebracht.

US-Militär greift mit Drohne in Kabul an

Zeitgleich zum laufenden Abzug der US-Truppen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul spitzt sich dort jetzt auch der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu. Das US-Militär griff am Sonntag nach eigenen Angaben mit einer Drohne ein Auto des örtlichen IS-Ablegers in Kabul an. Nach dem Anschlag vom Donnerstag mit Dutzenden Toten wurde damit möglicherweise ein weiterer schwerer Terrorangriff verhindert. US-Präsident Joe Biden warnte, dass die Lage in Kabul «extrem gefährlich» bleibe.

Es habe nach dem Luftangriff eine «bedeutende sekundäre Explosion» gegeben, teilte das US-Zentralkommando mit. Das lasse vermuten, dass das angegriffene Fahrzeug wohl eine grosse Menge Sprengstoff geladen hatte, teilte Sprecher Bill Urban mit. Eine «unmittelbare Bedrohung» für den Flughafen sei beseitigt worden. Hinweise auf zivile Opfer des Angriffs gebe es zunächst nicht.

Der lokale Fernsehsender ArianaNews berichtete dagegen unter Berufung auf Augenzeugen, dass sechs Menschen, darunter vier Kinder, beim Einschlag einer Mörsergranate in einem Kabuler Privathaus im 15. Polizeibezirk getötet worden seien. Dabei seien zwei Fahrzeuge und Teile des Hauses zerstört worden. Es war nicht unmittelbar klar, ob diese Opfer möglicherweise nicht einer Mörsergranate, sondern dem US-Luftschlag zuzurechnen gewesen seien. Im 15. Polizeibezirk befindet sich auch der Flughafen.

US-Regierung: Noch rund 250 ausreisewillige Amerikaner in Afghanistan

In Afghanistan befinden sich nach Angaben des US-Aussenministeriums noch rund 250 amerikanische Staatsbürger, die das Land verlassen wollen. Die Bemühungen, sie in Sicherheit zu bringen, liefen rund um die Uhr, erklärte das Ministerium am Sonntag. Am Samstag hatte die Regierung noch von 350 verbliebenen und ausreisewilligen Staatsbürgern gesprochen. Bislang seien seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Mitte August insgesamt 5500 US-Bürger aus Afghanistan evakuiert worden, hiess es.

Taliban sichern geordnete Ausreise von Ortskräften zu

Die militant-islamistischen Taliban haben mehreren Ländern versichert, dass ihre Staatsbürger und Ortskräfte aus dem Land ausreisen dürfen. Man habe von den Taliban Zusicherungen erhalten, dass «alle ausländischen Staatsangehörigen und alle afghanischen Staatsbürger mit einer Reisegenehmigung aus unseren Ländern sicher und geordnet zu Abflugorten sowie aus dem Land reisen dürfen», hiess es in einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von mehr als 20 Ländern, darunter die USA und auch Deutschland.

Man werde bestimmten Afghanen weiterhin Reisedokumente ausstellen, und man habe die klare Erwartung und Zusage der Taliban, dass diese in die jeweiligen Länder reisen könnten, heisst es in der Erklärung weiter. Man nehme zudem die öffentlichen Erklärungen der Taliban zur Kenntnis, die dieses Verständnis bestätigten.

Ramstein: Bisher mehr als 21 000 Evakuierte aus Afghanistan gelandet

Mehr als 21 000 Evakuierte aus Afghanistan sind bis Sonntag auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet. Das teilte der weltweit grösste US-Luftwaffenstützpunkt ausserhalb Amerikas und das US-Konsulat in Frankfurt mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit dem 20. August ein US-Drehkreuz für Geflüchtete aus Afghanistan. Mehr als 6000 Evakuierte seien von dort bereits weitergeflogen.

«Wir versuchen so viele Leute möglich von Afghanistan in Sicherheit zu bringen», sagte ein Sprecher des US-Generalkonsulats in Frankfurt. Des weiteren werde versucht, die Weiterreise von Ramstein in die USA möglichst schnell abzuwickeln.

Blinken: Diplomatische Vertretung in Afghanistan unwahrscheinlich

Die Vereinigten Staaten werden ab September aller Voraussicht nach erst einmal keine diplomatische Vertretung in Afghanistan haben. Dies sei «nicht wahrscheinlich», sagte US-Aussenminister Antony Blinken am Sonntag im Interview mit dem TV-Sender NBC.

Ähnlich äusserte sich der nationale Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, gegenüber dem Sender CBS: Der gegenwärtige Plan sei es, keine Botschaft in Kabul zu haben. Aussenminister Blinken betonte jedoch, dass die USA über den September hinaus Menschen dabei helfen würden, Afghanistan zu verlassen.

Unterdessen begannen US-Truppen ihren Abzug aus dem Land. 5000 Soldaten sollen bis Dienstag den Flughafen Kabuls verlassen – bis dahin sollen auch noch Menschen ausgeflogen werden.

Studentinnen auf Weg aus Afghanistan blockiert

Auf der Flucht von Kabul nach Italien sitzen nach Angaben einer römischen Universität Dutzende Studentinnen in Afghanistan fest. In der Gruppe mit etwa 80 afghanischen Studentinnen seien auch vier bis fünf Kinder, sagte Bruno Botta, Vizedirektor für internationale Zusammenarbeit an der Sapienza Universität in Rom, am Sonntag dem Radiosender Rai GR1. Sie seien letzte Woche auf dem Weg zum Flughafen gewesen, als wegen der Selbstmordattentate alles «viel komplizierter» geworden sei. Sollten sie in die Stadt Herat zurückkehren müssten, aus der sie gekommen seien, bestehe für sie grosse Gefahr.

Italien hat nach Angaben von Aussenminister Luigi Di Maio rund 5000 afghanische Zivilisten aus dem Land gebracht. Italien sei damit das Land in der EU, das am meisten Menschen evakuiert und vor den Taliban in Sicherheit gebracht habe. Am Samstag hatte Di Maio Diplomaten am Flughafen in Rom empfangen, die bisher noch in Afghanistan geblieben waren und mit dem vorerst letzten Militärflieger zusammen mit Zivilisten gelandet waren.

US-Truppen beginnen Abzug aus Afghanistan

Unter der grossen Gefahr weiterer Terroranschläge am Flughafen von Kabul haben die US-Truppen ihren Abzug aus Afghanistan begonnen. Die Lage sei immer noch «extrem gefährlich» und ein nächster Anschlag bis Sonntag oder Montag «sehr wahrscheinlich», erklärte US-Präsident Joe Biden in Washington, der dabei auch weitere Luftangriffe gegen Terroristen im Land ankündigte. In den letzten Zügen der US-Evakuierungsmission wurden noch Tausende Menschen aus Kabul ausgeflogen. Nach der Bundeswehr und anderen Verbündeten zog auch Grossbritannien seine letzten Streitkräfte ab.

Das US-Militär will seine zuletzt gut 5000 Soldaten bis Dienstag vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt abziehen und bis dahin auch noch Menschen ausfliegen. Bis Dienstag werde das US-Militär auch für Betrieb und Sicherheit am Flughafen verantwortlich sein, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Behauptungen der Taliban, bereits mehrere Flughafentore zu kontrollieren, dementierte er. Die Taliban hätten aber eigene Sicherheitskontrollen rund um den Flughafen errichtet.

Die militanten Islamisten hatten nach ihrem Siegeszug durch das Land vor 14 Tagen kampflos die Hauptstadt Kabul eingenommen. Seitdem sind sie die neuen Machthaber. Nach dem Abzug der internationalen Truppen bis zum 31. August wird man ab dem 1. September bei allen Bemühungen um eine sichere Ausreise aus Afghanistan auf die Taliban angewiesen sein – ob es nun um freies Geleit an den Checkpoints auf dem Landweg geht oder bei der Wiederaufnahme des Flugbetriebs in Kabul und vielleicht auch in anderen Städten des Landes.

Biden trifft Familien der bei Anschlag in Kabul getöteten Soldaten

US-Präsident Joe Biden trifft sich mit Hinterbliebenen und Angehörigen der 13 bei dem Terroranschlag in Kabul getöteten US-Soldaten. Biden flog am Sonntagmorgen (Ortszeit) zum Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware, um die Familien zu treffen und der Ankunft der Särge beizuwohnen, wie das Weisse Haus mitteilte. Sein Zeitplan sah für das Treffen mit den Angehörigen fast zweieinhalb Stunden vor.

Die getöteten Soldatinnen und Soldaten waren zwischen 20 und 31 Jahre alt. Unter den Opfern waren elf Marineinfanteristen und je ein Soldat des Heeres und der Marine, wie das Verteidigungsministerium bekanntgab. Fünf der Marineinfanteristen waren gerade mal 20 Jahre alt. Unter den Opfern waren auch eine 23 sowie eine 25 Jahre alte Soldatin.

Der Anschlag vom Donnerstag nahe des Flughafens in Kabul, bei dem auch Dutzende Zivilisten getötet wurden, markierte für das US-Militär den schwersten Verlust in Afghanistan seit einem Jahrzehnt.

USA und Verbündete fliegen fast 3000 Menschen aus Kabul aus

Kurz vor dem Ende der militärischen Evakuierungsmission in Afghanistan sind binnen 24 Stunden rund 2900 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Eine Sprecherin des Weissen Hauses teilte mit, bis zum Sonntagvormittag (Ortszeit Kabul) habe die US-Luftwaffe mit 32 Flügen rund 2200 Menschen in Sicherheit gebracht, neun Flugzeuge von Verbündeten hätten rund 700 Menschen evakuiert. Seit dem Start des Einsatzes Mitte August hätten die USA und ihre Partner damit insgesamt gut 114 000 Menschen ausgeflogen.

Die Zahl der pro Tag ausgeflogenen Personen ist zuletzt wegen des beginnenden US-Abzugs und der Einstellung von Rettungsflügen durch Verbündete deutlich zurückgegangen. Von Dienstag auf Mittwoch zum Beispiel waren innerhalb von 24 Stunden noch etwa 19 000 Menschen evakuiert worden. Die Zahl der Flüge der US-Luftwaffe ging indes nur geringfügig zurück, was nahelegt, dass nun verstärkt auch US-Soldaten und Ausrüstung ausgeflogen werden. Das US-Militär will bis Dienstag vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt abziehen. Damit wird der Einsatz zur Evakuierung westlicher Staatsbürger und früherer afghanischer Mitarbeiter ausländischer Truppen und Behörden enden.

Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind die Geräusche von mindestens einer Explosion gehört worden. Mehrere Nutzer schrieben auf Twitter, sie hätten eine «starke» Explosion gehört. Gleichzeitig wurden Bilder und Videos geteilt, auf denen eine grosse, schwarze, aufsteigenden Rauchsäule zu sehen war. Zwei lokale Journalisten sprachen von einer Rakete, die in einem Privathaus in der Nähe des Flughafens eingeschlagen sein soll. Diese Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Flughafen Kabul mindestens 13 US-Soldaten – und -soldatinnen sowie zwei Briten ums Leben gekommen. Die Angaben über die afghanischen Todesopfer schwanken, Sender wie CNN sprachen von bis zu 200 Toten.

US-Präsdent Joe Biden hatte am Sonntag vor möglichen weiteren Anschlagen gewarnt. Die US-Armee, die gerade vom Flughafen Truppen ausfliegt und in Sicherheit bringt, hatte aber auch angekündigt, dass es wohl weitere Sprengungen von Ausrüstung geben werde.

Papst zu Afghanistan: Können nicht gleichgültig bleiben

Papst Franziskus hat zu mehr Hilfe für die Menschen in Afghanistan aufgerufen. «In historischen Momenten wie diesem können wir nicht gleichgültig bleiben, das lehrt uns die Geschichte der Kirche», sagte das Katholiken-Oberhaupt am Sonntag nach dem Angelusgebet in Rom. «Als Christen sind wir in dieser Situation in der Pflicht. Deshalb appelliere ich an alle, das Gebet zu verstärken und zu fasten.»

Er verfolge die Lage in Afghanistan «mit grosser Sorge» und teile das Leid derer, die um Angehörige trauern, die bei den Selbstmordattentaten ihr Leben verloren haben. «Ich bitte alle, den Bedürftigen weiterhin zu helfen und dafür zu beten, dass Dialog und Solidarität zu einem friedlichen und brüderlichen Zusammenleben führen und Hoffnung für die Zukunft des Landes geben.»

Bei einem verheerenden Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) waren am Donnerstag am Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul 13 US-Soldaten – und -soldatinnen sowie zwei Briten getötet worden. Rund 200 Menschen aus Afghanistan kamen nach Medienberichten ausserdem ums Leben.

Katzen und Hunde aus Afghanistan in London eingetroffen

Ein Evakuierungsflug mit mehr als 150 Katzen und Hunden aus Afghanistan ist laut einem Medienbericht am Sonntag in Grossbritannien angekommen. Wie die «Daily Mail» berichtete, landete das Charterflugzeug am Morgen am Londoner Flughafen Heathrow. Die Organisation Nowzad, die hinter der als «Operation Ark» (Operation Arche) bezeichneten Aktion steht, bestätigte der BBC, dass die Tiere gemeinsam mit Gründer Paul (Pen) Farthing Afghanistan verlassen konnten.

Der britische Ex-Soldat Farthing hatte sich zuvor in einer tagelangen Kampagne für die Evakuierung der Tiere aus einem von ihm gegründeten Tierheim in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingesetzt. Auch seine Mitarbeiter und deren Angehörigen wollte Farthing ausfliegen. Nach anfänglichem Zögern erhielt er die Unterstützung der britischen Regierung, die trotz der schwierigen Umstände ein Zeitfenster für seinen von Unterstützern finanzierten Charterflug zusagte und Visa ausstellte. Zum Schluss musste er jedoch ohne die Mitarbeiter reisen.

Der Fall löste in Grossbritannien eine heftige Kontroverse aus. Verteidigungsminister Ben Wallace hatte sich in Interviews darüber beschwert, dass die Diskussion zu viel Zeit in Anspruch genommen habe und warf Nowzad-Unterstützern vor, seine Mitarbeiter unter Druck gesetzt zu haben. Die «Times» veröffentlichte am Sonntag eine Audio-Nachricht, in der Farthing angeblich einem Berater im Verteidigungsministerium damit droht, ihn in sozialen Medien zu «zerstören», sollte er ihn nicht bei seinem Vorhaben unterstützen.

Bei der britischen Rettungsoperation aus Afghanistan, die am Wochenende zu Ende ging, wurden nach Regierungsangaben mehr als 15’000 Menschen evakuiert. Angesichts von bis zu 1000 Ortskräften, die wegen der knappen Zeit zurückgelassen werden mussten, empörten sich viele Briten jedoch über die Evakuierung von Haustieren.

Frankreich will UN-Sicherheitszone für Evakuierungen in Kabul

Frankreich möchte sich mit Grossbritannien für die Schaffung einer UN-Sicherheitszone in Kabul einsetzen, um von dort aus Evakuierungen nach dem Abzug der Amerikaner fortsetzen zu können. Dies sei Ziel einer gemeinsamen Resolution bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen an diesem Montag, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche».

«Unser Resolutionsentwurf zielt darauf ab, eine Sicherheitszone in Kabul zu definieren, die eine Fortsetzung der humanitären Operationen ermöglicht», sagte Macron. «Dies würde einen UN-Rahmen für dringende Massnahmen schaffen und vor allem alle Beteiligten vor ihre Verantwortung stellen, und der internationalen Gemeinschaft ermöglichen, den Druck auf die Taliban aufrechtzuerhalten.»

«Was wir versuchen ist, gezielte humanitäre Einsätze für Evakuierungen organisieren zu können, die nicht über den Militärflughafen in Kabul abgewickelt werden», sagte Macron der Zeitung. «Es geht darum, diese bedrohten Afghanen zu schützen und sie in den nächsten Tagen oder Wochen aus dem Land zu bringen.» Man werde sehen, ob dies über den zivilen Flughafen von Kabul oder über die Nachbarländer geschehen kann.

Wie Macron am Samstagabend bereits gesagt hatte, diskutiert Frankreich mit den Taliban und unter Einbeziehung des arabischen Golfemirats Katar über weitere Evakuierungen aus Afghanistan nach dem geplanten Abzug der Amerikaner bis zum 31. August.

Johnson: Afghanistan-Einsatz war nicht vergeblich

Nach dem Ende der britischen Rettungsmission in Afghanistan hat Premierminister Boris Johnson Bilanz des 20 Jahre währenden Militäreinsatzes in dem Land gezogen. «Ihr Leid und Ihre Entbehrungen waren nicht vergeblich», sagte der Regierungschef an die Hinterbliebenen getöteter Militärangehöriger gerichtet. Es sei kein Zufall, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten kein westliches Land zum Ziel von in Afghanistan geplanten Terrorangriffen geworden sei.

«Das haben wir der Tapferkeit unserer Streitkräfte zu verdanken, die gekämpft haben, um die Netzwerke (Osama) bin Ladens auszuschalten», so Johnson in einer Videobotschaft, die am Sonntag per Twitter veröffentlicht wurde.

Zudem seien 3,6 Millionen Mädchen in den Genuss von Bildung gekommen, fügte der konservative Politiker hinzu. «Was auch immer die Zukunft für Afghanistan bringen mag, werden sie dieses Geschenk für den Rest ihres Lebens haben», so Johnson.

Am Samstagabend war das letzte Flugzeug mit britischen Soldaten in Kabul gestartet. Die britischen Streitkräfte hatten in den vergangenen zwei Wochen nach Angaben Johnsons mehr als 15 000 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Mehr als 1000 afghanische Ortskräfte blieben laut Schätzungen der Regierung jedoch zurück. Abgeordnete im Unterhaus vermuten jedoch, dass die wahre Zahl weit höher liegen könnte.

Taliban-Funktionär: «Wir haben eine Generalamnestie für alle Opositionellen»

In einem schriftlich geführten Interview mit dem «SonntagsBlick» sagte Taliban-Funktionär Abdul Qahar Balkhi, die Angst vor den Taliban sei unbegründet. «Wir haben eine Generalamnestie für alle Oppositionellen angekündigt.» Glaubhafte Berichte von Medien und der Vereinten Nationen über zahlreiche willkürliche Hinrichtungen und Verfolgungen etwa von früheren Staatsbediensteten und Journalisten seit der Machtergreifung der Taliban dementierte Balkhi. «Wir garantieren für den Schutz des Lebens aller Leute.»

Versprechen für Frauen

Der Taliban-Funktionär erklärte, dass Frauen in dem Land weiterhin arbeiten und zur Schule gehen dürften. Frauen hätten ebenfalls das Recht auf Arbeit und Bildung, «sofern sie in angemessener islamischer Kleidung arbeiten». Alle Frauen, die sich zum Islam bekennen, seien verpflichtet, ihren Körper zu bedecken. Sei dies mit einer Burka, einem Hidschab, einem Nikab oder sonst einem Kleidungsstück.

Taliban wollen gute Beziehungen zur Schweiz

Ein Anführer der militant-islamistischen Taliban hat in einem Interview Interesse an guten Beziehungen zur Schweiz bekundet. Man strebe wirtschaftliche und persönliche Beziehungen zur Weltgemeinschaft an, sagte der ranghohe Funktionär Abdul Qahar Balkhi.

«Wir fordern die Länder der Welt auf – einschliesslich der Schweiz -, das Selbstbestimmungsrecht des afghanischen Volkes anzuerkennen und gute diplomatische, wirtschaftliche sowie zwischenmenschliche Beziehungen zu Afghanistan zu pflegen», sagte Balkhi in einem schriftlich geführten Interview mit dem «SonntagsBlick». Der englisch-sprechende Balkhi ist Mitglied der Kulturkommission der Taliban und war bereits zuvor für propagandistische Botschaften vorgeschickt worden.

Die teils als Terrororganisation eingestuften Taliban hatten vor rund zwei Wochen nach einem Eroberungsfeldzug nach 20 Jahren wieder die Macht in Afghanistan übernommen. (Bild: Keystone)
US-Botschaft warnt: "Spezifische, glaubwürdige Bedrohung" in Kabul

Kurz vor dem Ende des Evakuierungseinsatzes in Afghanistan hat US-Präsident Joe Biden eindringlich vor weiteren Anschlägen gegen amerikanische Soldaten gewarnt. Die Lage sei weiterhin «extrem gefährlich» und das Risiko von Terroranschlägen auf den Flughafen von Kabul hoch, erklärte Biden am Samstagnachmittag in Washington(Ortszeit). Das Militär halte einen Anschlag in den nächsten 24 bis 36 Stunden für «sehr wahrscheinlich». Kurz darauf rief die US-Botschaft in Afghanistan alle Amerikaner in der Nähe des Flughafens dazu auf, das Gebiet wegen «einer spezifischen, glaubwürdigen Bedrohung» sofort zu verlassen. Die US-Truppen begannen unterdessen ihren Abzug aus Kabul. Sie sollen Afghanistan bis Dienstag verlassen.

Die US-Botschaft ruf alle Amerikaner dazu auf, das Gebiet des Flughafens in Kabul zu verlassen. (Archivbild: Keystone)
Biden: Luftangriff gegen IS-Terroristen «war nicht der letzte»

Nach dem Vergeltungsschlag in Afghanistan gegen Kämpfer des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat US-Präsident Joe Biden weitere Luftangriffe angekündigt. «Dieser Angriff war nicht der letzte», erklärte Biden am Samstag. Mit Blick auf den verheerenden Anschlag in Kabul vom Donnerstag fügte er hinzu: «Wir werden weiterhin alle Personen, die in diesen niederträchtigen Anschlag verwickelt waren, jagen, fassen und dafür bezahlen lassen.» Jeglicher Angriff auf US-Interessen oder das Militär werde vergolten werden, warnte er. «Daran wird es nie Zweifel geben», sagte er.

Auch Grossbritannien beendet Evakuierungseinsatz in Afghanistan

Nach der Bundeswehr und anderen westlichen Verbündeten hat auch Grossbritannien seine letzten Streitkräfte aus Afghanistan abgezogen. Das britische Verteidigungsministerium teilte am späten Samstagabend über Twitter mit, der letzte Flug mit Soldaten habe Kabul verlassen. Dank gelte all denen, die unter enormem Druck und schrecklichen Bedingungen so tapfer gedient hätten, um die am stärksten gefährdeten Zivilisten sicher zu evakuieren.

Der britische Premier Boris Johnson hatte am Freitag den Zeitpunkt des Abzugs westlicher Truppen aus Afghanistan öffentlich bedauert. «Das Timing ist definitiv nicht das, was sich dieses Land ausgesucht hätte.» Johnson hatte sich vor dem G7-Sondergipfel in dieser Woche bei US-Präsident Joe Biden für eine Verlängerung der westlichen Evakuierungsmission eingesetzt – was dieser jedoch ablehnte.

Frankreich spricht mit Taliban über weitere Evakuierungen

Frankreich diskutiert mit den Taliban und unter Einbeziehung von Katar über weitere Evakuierungen aus Afghanistan nach dem geplanten Abzug der Amerikaner bis zum 31. August. «Ja, es gibt Gespräche mit den Taliban über humanitäre Operationen und die Möglichkeit, gefährdete Afghanen zu schützen und zu evakuieren», sagte Präsident Emmanuel Macron am Samstag während einer Irak-Reise in Bagdad. «Wir arbeiten unter anderem mit Katar zusammen, um diese Operationen zu ermöglichen.»

Noch befänden sich die Gespräche aber in einer heiklen und vorläufigen Phase, sagte Macron. Es gehe um Hunderte Afghanen, die bereits für eine Evakuierung nach Frankreich vorgemerkt und mit Papieren ausgestattet seien, die es aber nicht zum Flughafen von Kabul geschafft hätten.

Noch rund 350 Amerikaner in Afghanistan

In Afghanistan befinden sich nach Angaben des US-Aussenministeriums noch rund 350 amerikanische Staatsbürger, die das Land verlassen wollen. Die Bemühungen, sie sicher ausser Landes zu bringen, liefen rund um die Uhr, erklärte das Ministerium am Samstag. Bislang seien seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Mitte August insgesamt 5400 US-Bürger aus Afghanistan evakuiert worden, hiess es.

Die US-Diplomaten stehen zudem mit rund 280 Menschen in Afghanistan in Kontakt, die sich als US-Bürger ausgegeben haben, aber bislang keine Informationen zu ihrer geplanten Abreise gemacht haben oder angegeben haben, vor Ort bleiben zu wollen, wie das Ministerium weiter erklärte. Der Evakuierungseinsatz des US-Militärs am Flughafen Kabul soll am Dienstag zu Ende gehen. Der Abzug hat bereits begonnen.

Pentagon: Flughafen Kabul weiter unter Kontrolle des US-Militärs

Das US-Militär hat den Flughafen Kabul nach eigenen Angaben weiterhin komplett unter Kontrolle. Das Militär werde noch bis zum geplanten Abzug am Dienstag für Sicherheit und Betrieb des Airports verantwortlich sein, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Samstag. Alle Tore des Flughafens stünden weiter unter Kontrolle der US-Truppen.

Damit widersprach Kirby einer Darstellung der militant-islamistischen Taliban, wonach die USA «zwei, drei» Zugänge zum Flughafen in der Nacht zu Samstag an Kräfte der Islamisten übergeben hätten. Die Taliban hätten Sicherheitskontrollen rund um den Flughafen errichtet, sagte Kirby. «Aber sie kontrollieren keine Tore, sie sind nicht am Flughafen und haben keine Rolle für die Sicherheit», betonte Kirby.

Das Pentagon hatte Berichte und Beiträge in sozialen Medien, wonach die Taliban teilweise die Kontrolle des Flughafens übernommen haben sollen, bereits am Freitag entschieden dementiert.

Die Taliban kontrollieren seit Mitte August Kabul – und damit auch das Gebiet rund um den Flughafen.

Abzug des US-Militärs vom Flughafen Kabul hat begonnen

Kurz vor dem Ende des Evakuierungseinsatzes hat das US-Militär nach eigenen Angaben mit dem Abzug seiner Truppen vom Flughafen Kabul begonnen. Der Prozess habe begonnen, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Samstag. Die US-Truppen sollen Afghanistan nach Willen von US-Präsident Joe Biden bis Dienstag verlassen. Am Freitag waren noch mehr als 5000 US-Soldatinnen und Soldaten am Flughafen Kabul stationiert gewesen.

Kirby erklärte, das Militär werde aus Sicherheitsgründen zunächst keine neuen Zahlen zur Truppenstärke nennen. Das US-Militär werde noch bis zum Abschluss des Einsatzes westliche Staatsbürger und frühere afghanische Mitarbeiter ausfliegen können, betonte er.

Zwei IS-Kämpfer bei Luftangriff in Afghanistan getötet

Bei einem US-Luftangriff in Afghanistan sind nach Angaben des US-Militärs zwei ranghohe Vertreter des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, erklärte Generalmajor William Taylor am Samstag im US-Verteidigungsministerium.

Nach dem unbemannten Luftangriff in der Provinz Nangarhar hatte das US-Militär am Freitagabend (Ortszeit) zunächst nur angegeben, «einen Planer» des tödlichen Terroranschlags in Kabul vom Donnerstag getötet zu haben. Nun gehe man davon aus, bei dem Vergeltungsschlag einen Planer und einen Unterstützer des Vorhabens getötet zu haben, hiess es. Es gebe nach bisherigen Erkenntnissen keine zivilen Opfer, sagte Taylor. Bei dem Anschlag vom Donnerstag am Flughafen in Kabul waren Dutzende Menschen – darunter auch 13 US-Soldaten – getötet worden.

USA und Verbündete fliegen 6800 Menschen aus Kabul aus

In den Endzügen der militärischen Evakuierungsmission in Afghanistan sind binnen 24 Stunden rund 6800 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Eine Sprecherin des Weissen Hauses teilte mit, bis zum Samstagvormittag habe die US-Luftwaffe mit 32 Flügen rund 4000 Menschen in Sicherheit gebracht, Flugzeuge von Verbündeten hätten rund 2800 Menschen evakuiert. Seit dem Start des Einsatzes Mitte August hätten die Vereinigten Staaten und ihre Partner damit insgesamt rund 112’000 Menschen ausgeflogen.

Das US-Militär will seine zuletzt gut 5000 Soldaten bis Dienstag vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt abziehen. Damit wird der Einsatz zur Evakuierung westlicher Staatsbürger und früherer afghanischer Mitarbeiter ausländischer Truppen und Einrichtungen enden.

Taliban: Mehrere Flughafen-Gates in Kabul übernommen

Die militant-islamistischen Taliban haben eigenen Angaben zufolge mehrere Tore am Flughafen Kabul unter ihre Kontrolle gebracht. «Zwei, drei» Zugänge zum Flughafen seien in der Nacht zu Samstag von den USA an Kräfte der Islamisten übergeben worden, sagte ein Vertreter der Taliban der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

 

Die Taliban haben nach einigen Angaben einen Teil des Flughafens Kabul übernommen. (Bild: Keystone)

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, hatte eine derartige Übergabe nach ersten Medienberichten darüber in der Nacht zum Samstag allerdings vehement und ohne Zögern dementiert. Taliban kontrollierten weder den Flughafen noch Teile davon, noch Tore des Geländes, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Freitag.

In der Nacht zu Samstag hatten pro-Taliban-Nutzer auf Twitter Bilder geteilt, die Taliban-Kräfte wenige Meter hinter dem Zugang zum zivilen Teil des Flughafen zeigen sollen, also innerhalb des Flughafengeländes. Auch am Samstagmorgen (Ortszeit) teilten sie Bilder, die Taliban-Kräfte noch etwas weiter innerhalb des zivilen Teils des Flughafengeländes zeigten nahe des VIP-Parkplatzes und des Inlandsterminals.

Taliban rufen weibliches Gesundheitspersonal zur Arbeit

Die militant-islamistischen Taliban in Aghanistan haben alle im öffentlichen Gesundheitssektor beschäftigten Frauen aufgefordert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das Gesundheitsministerium weise alle weiblichen Mitarbeiter in der Hauptstadt und den Provinzen an, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, hiess es in einem Tweet des Taliban-Sprechers Sabiullah Mudschahid von Freitagabend. Der Ausübung ihrer Arbeit stehe nichts im Wege.

Es ist bisher weitgehend unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban weiter ihren Berufen nachgehen können. Bislang gab es lediglich für den Gesundheits- und den Bildungsbereich konkretere Aussagen, dass Frauen wieder ihre Arbeit aufnehmen sollten.

Im Gesundheitsbereich hatte es zuletzt Berichte aus dem Norden des Landes gegeben, dass etwa Hebammen nicht mehr an Sitzungen mit männlichen Ärzten teilnehmen durften. Während der Taliban-Herrschaft 1996 bis 2001 durften Frauen nicht von männlichen Ärtzen behandelt werden, was ihre Gesundheitsversorgung massiv einschränkte

Zahlreiche Evakuierungsaktionen beendet

Zahlreiche Länder haben ihre Evakuierungsaktionen für ihre Landsleute aus Kabul abgeschlossen, so auch die Eidgenossenschaft. In den vergangenen zwei Wochen flog die Schweiz mit Hilfe der deutschen Bundeswehr 387 Personen in die Schweiz, wie das Aussendepartement EDA und das Verteidigungsdepartement VBS mitteilten. Unter den Evakuierten waren 34 Schweizer Staatsangehörige, 218 Lokalangestellte der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mit ihren Familien, 51 Personen mit ständiger Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und 82 Personen mit einem Laissez-passer. Elf Schweizer und 16 Personen mit Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz befanden sich noch in Afghanistan.

Nach Attacke von Kabul: US-Luftangriff auf IS-Ableger in Afghanistan

Die USA haben als Reaktion auf die tödliche Terrorattacke in Kabul bei einem Luftangriff einen örtlichen Ableger der Terrormiliz IS attackiert. Der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangarhar habe «einem Planer» von Isis-K gegolten, teilte der Sprecher des US-Zentralkommandos Centcom, Bill Urban, am Freitagabend mit. «Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet. Wir wissen von keinen zivilen Opfern.»

Isis-K ist ein örtlicher Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Amerikaner sprechen von Isis statt vom IS – daher bezeichnen sie den Zweig als Isis-K. Die Terrormiliz hatte am Donnerstag bei einem Anschlag am Flughafen Kabul Dutzende Menschen getötet. Alles zum Thema gibt es hier.

Auch Frankreich beendet seinen Evakuierungseinsatz in Afghanistan

Nach der Bundeswehr und anderen westlichen Verbündeten haben auch die französischen Streitkräfte ihre Evakuierungsmission in Afghanistan abgeschlossen. Der am 15. August begonnene Einsatz sei am Freitagabend beendet worden, schrieb Verteidigungsministerin Florence Parly auf Twitter. Binnen knapp zwei Wochen habe das französische Militär rund 3000 Menschen in Sicherheit gebracht – darunter mehr als 2600 Afghanen, die in Frankreich Zuflucht gefunden hätten. Parly hatte am Montag gemeinsam mit Aussenminister Jean-Yves Le Drian den Militärflughafen bei Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht, über den die Luftbrücke für die Evakuierungen aus Kabul abgewickelt wurde.

Bereits am Donnerstag war der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr am Flughafen von Kabul nach elf Tagen zu Ende gegangen. Am Freitag beendete dann auch das spanische Militär seine Luftbrücke und zog sich vollständig aus Afghanistan zurück. Die britischen Truppen sollten am Wochenende folgen. Die USA – vom Truppenkontingent her mit Abstand am stärksten vertreten – wollen ihre Soldaten bis Dienstag aus Afghanistan abziehen und damit ihren vor 20 Jahren begonnen Militäreinsatz am Hindukusch beenden.

US-Botschaft warnt erneut vor akuter Gefahr am Flughafen von Kabul

Die US-Botschaft in Afghanistan hat eine neue Sicherheitswarnung für ihre Landsleute am Flughafen Kabul veröffentlicht und dazu aufgerufen, das Gebiet sofort zu verlassen. Das gelte für alle US-Bürger, «die sich am Abbey-Gate, Ost-Gate, Nord-Gate oder am Gate des neuen Innenministeriums aufhalten», hiess es in der Warnung der Botschaft in der Nacht zu Samstag. Alle anderen sollten aufgrund der Gefahrenlage auch weiterhin gar nicht erst zum Flughafen kommen.

Die USA warnen erneut vor einer akuten Gefahr am Flughafen in Kabul. (Bild: Keystone)

In der Nähe des Flughafens der afghanischen Hauptstadt waren bei einem Anschlag der Terrormiliz IS am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter hatte sich an einem Flughafentor in die Luft gesprengt, ausserdem eröffneten mehrere Schützen das Feuer. Unter den Todesopfern waren auch 13 US-Soldaten. Schon wenige Stunden vor diesem Anschlag hatten die USA ihre Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, die Gegend rund um bestimmte Flughafentore sofort zu verlassen. Weitere Details lesen Sie hier.

Jill Biden wendet sich an Soldaten-Familien: "Sie sind nicht allein"

Die amerikanische First Lady Jill Biden hat sich nach dem tödlichen Terroranschlag in Kabul an die Familien von Militärangehörigen und Veteranen gewandt. «Der tragische Anschlag vor dem Flughafen von Kabul in dieser Woche hat uns das ultimative Opfer, das Sie zu bringen bereit sind, schmerzlich vor Augen geführt», schrieb Biden am Freitagabend (Ortszeit) auf Facebook. «Als Nation haben wir in den letzten zwanzig Jahren so viel von Ihnen verlangt.» So viele hätten eine enorme Last auf sich genommen, schrieb Biden weiter. «Sie haben uns mehr gegeben, als wir je zurückzahlen können.»

Das Ende des Einsatzes in Afghanistan sei ein emotionaler Moment, fuhr Biden fort. «Sie sollen wissen, dass mein Herz bei Ihnen ist, während Sie überlegen, was als Nächstes auf Ihre Familie, Ihre Gemeinschaft und unser Land zukommt. Sie sind nicht allein.»

Ausserhalb des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul hatten am Donnerstag ein Selbstmordattentäter und mehrere Kämpfer der Terrormiliz IS Dutzende Menschen getötet, darunter 13 US-Soldaten. Die USA wollen ihre Truppen bis Dienstag aus Afghanistan abziehen und damit ihren 2001 begonnen Militäreinsatz am Hindukusch beenden.

USA wollen noch mindestens 500 Amerikaner aus Afghanistan ausfliegen

Die USA versuchen derzeit, rund 500 US-Amerikaner aus Afghanistan auszufliegen. Diese wollten ausreisen und man stehe mit ihnen im direkten Kontakt, sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Ned Price, am Freitag. Man sei ausserdem in Kontakt mit mehreren Hundert Staatsbürgern, die sich noch nicht entschieden hätten, ob sie das Land verlassen wollten. Die Zahl der Menschen, die bleiben wollten, weil sie Angehörige nicht zurücklassen wollten, sei «relativ klein», sagte Price. Innerhalb des letzten Tages seien mehr als 300 Amerikaner evakuiert worden.

Die «überwiegende Mehrheit» der lokal beschäftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Familienangehörige seien ebenfalls mittlerweile ausgeflogen worden oder befänden sich auf dem Flughafengelände. Ohne diese Angestellten könnten Botschaften auf der ganzen Welt nicht arbeiten, sagte Price. «Diese Mitarbeiter haben den Vereinigten Staaten gedient, sie haben nicht nur für uns gearbeitet, sie haben mit uns gearbeitet, sie sind unsere Kollegen.»

US-Präsident will Drahtzieher des Kabul-Anschlags töten lassen

Die US-Regierung hat ihre Entschlossenheit betont, die Drahtzieher des verheerenden Anschlags von Kabul töten zu lassen. «Er hat klar gemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben», sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington mit Blick auf die jüngste Drohung von US-Präsident Joe Biden gegen die Terroristen. Psaki reagierte auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke töten lassen oder vor Gericht stellen wolle.

Ausserhalb des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte sich am Donnerstag nach US-Angaben ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Isis-K in die Luft gesprengt und Dutzende Menschen mit in den Tod gerissen, darunter 13 US-Soldaten. Biden hatte den Terroristen wenige Stunden nach der Attacke mit Vergeltung gedroht und gesagt: «Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen.»

Psaki sagte, die Regierung werde sich nicht zu Details äussern, wie genau man gegen die Urheber des Anschlags vorgehen werde. Sie betonte aber, dieses Bekenntnis dazu bleibe bestehen, «bis es erledigt ist». Der Präsident und das Militär hätten keinen Zweifel, dass sie jede Befugnis hätten, Isis-K anzugreifen.

Kein Erbarmen: US-Präsident will den Tod der Drahtzieher des Anschlags in Kabul vom Donnerstag. (Bild: Keystone)
Weisses Haus: Weiterer Terroranschlag in Kabul wahrscheinlich

Die kommenden Tage werden nach Ansicht der US-Regierung die «gefährlichste» Phase des Evakuierungseinsatzes aus Afghanistan. US-Präsident Joe Biden sei bei einem Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam davor gewarnt worden, dass ein weiterer Terroranschlag in Kabul wahrscheinlich sei, hiess es am Freitag in einer Mitteilung der Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki. Es würden aber maximale Schutzmassnahmen ergriffen.

Biden sei ausserdem von seinen Kommandeuren über Pläne informiert worden, Angriffsziele gegen die Terrororganisation Isis-K zu entwickeln, hiess es weiter. Isis-K ist ein örtlicher Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Amerikaner sprachen von Isis statt vom IS – daher bezeichnen sie den Zweig als Isis-K.

Die Evakuierung der US-Bürger, die sich noch in Afghanistan aufhielten, habe Vorrang. Es würden verschiedene Massnahmen ergriffen, um diese sicher zum Flughafen zu bringen. Biden hatte sich den Angaben nach am Freitagmorgen im Lagezentrum des Weissen Hauses mit seinen nationalen Sicherheitsberatern, Kommandeuren, Diplomaten und weiteren hohen Beamten getroffen. Der Präsident habe den Kommandeuren seine Zustimmung zu allen Befugnissen gegeben, die sie zur Durchführung der Operation und zum Schutz der Truppen benötigten.

Soldaten der Evakuierungsmission zurück in Deutschland

Die ersten Soldaten der Bundeswehr sind von ihrer Evakuierungsmission in Afghanistan nach Deutschland zurückgekehrt. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf bei Hannover landeten am Freitagabend kurz vor 20 Uhr drei Militärmaschinen. Für den Rückflug der Soldaten nach Deutschland wurden ein Airbus A310 der Luftwaffe und zwei Militärtransporter A400M eingesetzt. An Bord eines Flugzeugs war nach Militärangaben auch Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Die Einsatzkräfte waren in Taschkent gestartet, der Hauptstadt von Usbekistan. Dort hatte die Bundeswehr ein Drehkreuz eingerichtet, um in kurzen Shuttleflügen Deutsche und bedrohte Afghanen aus Kabul auszufliegen. Nach Bundeswehrangaben waren an der Evakuierungsmission 454 Einsatzkräfte beteiligt, darunter 19 Soldatinnen. Ein Teil der Einsatzkräfte und des Materials war am Freitagabend.

Schweiz schliesst Evakuierungsaktion aus Afghanistan ab

In der bisher umfangreichsten Evakuierungsaktion der Schweiz sind 387 Personen aus Afghanistan in die Schweiz geflogen worden. Damit sind die Evakuierungen nach Angaben des Aussendepartements EDA sowie des Verteidungsdepartementes VBS weitgehend abgeschlossen.

In den vergangenen zwei Wochen habe die Schweiz mit Unterstützung der deutschen Bundeswehr insgesamt 387 Personen aus Afghanistan in die Schweiz geflogen, teilten das EDA und das VBS am Freitag mit. Das Detachement des Verteidigungsdepartement VBS sowie die zwei EDA-Sicherheitsexperten, die die Aktion auf dem Flughafen in Kabul unterstützten, seien seit Mittwoch wieder in der Schweiz. Die Krisenzelle Afghanistan unter der Leitung des EDA wurde am Freitag aufgelöst.

Unter den Evakuierten sind laut EDA 34 Schweizer Staatsangehörige, 218 Lokalangestellte der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mit ihren Familien, 51 Personen mit ständiger Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und 82 Personen mit einem Laissez-passer.

Pentagon: Nur ein IS-Selbstmordattentäter bei Angriff in Kabul

Bei dem verheerenden Terrorangriff am Flughafen in Kabul hat sich nach Erkenntnissen des US-Verteidigungsministeriums ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt – nicht zwei. US-Generalmajor William Taylor sagte am Freitag im Pentagon, man sei nicht sicher, wie es am Vortag zu der falschen Angabe von zwei Selbstmordattentätern habe kommen können. «Wir hielten es für wichtig, die Angaben hier zu korrigieren.» Das Verteidigungsministerium hatte am Donnerstag nach dem Terrorangriff von zwei Selbstmordattentätern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gesprochen.

Laut US-Generalmajor William Taylor wurde der Terrorangriff am Flughafen in Kabul am Donnerstag von einem Selbstmordattentäter verursacht – nicht von zwei. (Bild: Keystone)
12'500 Menschen aus Kabul ausgeflogen in 24 Stunden rund um Anschlag

Trotz des Anschlags ausserhalb des Flughafens von Kabul gibt es weiter Evakuierungsflüge aus Afghanistan.

Innerhalb von 24 Stunden – zwischen dem frühen Donnerstagmorgen und dem frühen Freitagmorgen Washingtoner Zeit – brachten die USA und ihre Verbündeten rund 12’500 Menschen ausser Landes, wie das Weisse Haus am Freitag mitteilte.

8’500 seien vom US-Militär ausgeflogen worden, 4’000 wiederum in Maschinen internationaler Partner. Ein Teil der 24-Stunden-Spanne lag vor dem Terrorangriff nahe dem Airport, der den Flugbetrieb zeitweise lahmgelegt hatte. Nach Angaben des Weissen Hauses flogen die USA und ihre Verbündeten seit dem Start der Evakuierungsmission in Kabul Mitte August rund 105’000 Menschen aus.

Bei dem Anschlag ausserhalb des Flughafens in Kabul hatten Selbstmordattentäter und eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz IS am Donnerstag viele Zivilisten und mindestens 13 US-Soldaten getötet.

UNO bereiten sich auf Hunderttausende Flüchtlinge aus Afghanistan vor

Die Vereinten Nationen bereiten sich auf die Flucht von mehr als einer halben Million Menschen aus Afghanistan vor. 515 000 Menschen könnten das Land im schlimmsten Fall in diesem Jahr verlassen, berichtete das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf.

Wie sich die Lage tatsächlich entwickele, sei jetzt noch nicht abzusehen. Die stellvertretende Hochkommissarin für Flüchtlinge, Kelly Clements, betonte, dass an den Grenzübergängen Richtung Iran und Pakistan noch keine grösseren Flüchtlingsgruppen angekommen seien.

Nachbarstaaten haben bereits 5,2 Millionen Afghaninnen und Afghanen aufgenommen. 90 Prozent seien im Iran und in Pakistan, weitere in Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Italien will G20-Sondergipfel zur Lage in Afghanistan einberufen

Italien will zeitnah einen Sondergipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) zur Lage in Afghanistan einberufen. Das sagte Aussenminister Luigi Di Maio am Freitag in Rom nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

Zur Lage in Afghanistan sei eine «enge internationale Absprache» notwendig, sagte Di Maio. Italien hat derzeit den Vorsitz der G20 inne, ein genauer Terminplan wurde zunächst nicht bekannt.

Wallace: Zeit verschwendet mit Diskussion über Evakuierung von Tieren

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hat nach eigenen Angaben zu viel Zeit mit der Diskussion über die Evakuierung von Haustieren aus Afghanistan verbracht. Das sagte der konservative Politiker am Freitag in einem Interview des Senders «Times Radio».

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hat nach eigenen Angaben zu viel Zeit mit der Diskussion über die Evakuierung von Haustieren aus Afghanistan verbracht. (Bild: Keystone)

Der ehemalige britischer Soldat Paul Farthing hatte zuvor eine Kampagne in sozialen Medien gestartet, um mehr als 150 Katzen und Hunde aus einem von ihm gegründeten Tierheim in Kabul ausfliegen zu können. Wallace hatte das zunächst unter Verweis auf den Vorrang für von den Taliban gefährdete Menschen abgelehnt, aber schliesslich dem Druck nachgegeben.

Vier Abgeschobene aus Afghanistan in Deutschland zurück

Über die Evakuierungsflüge aus Afghanistan ist es nach Kenntnis der deutschen Behörden vier vormals Abgeschobenen gelungen, nach Deutschland zurückzukehren.

Aufgrund der Notlage habe sich die Bundesregierung bei der Evakuierung für ein «sehr pragmatisches Verfahren» entschieden, das auch mit Risiken verbunden sei, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Freitag in Berlin. Dazu gehöre, dass die Sicherheitsüberprüfung, die normalerweise vor Erteilung des Visums erfolgt, erst bei der Einreise vorgenommen werde.

Innenminister Horst Seehofer hatte am Donnerstag gesagt, von Abgeschobenen seien gefälschte Dokumente vorgelegt worden, um an Bord der Evakuierungsflugzeuge zu gelangen.

Medizinisches Material in Afghanistan reicht nur noch wenige Tage

In Afghanistan wird das medizinische Material zur Versorgung der Bevölkerung knapp. Geplante Versorgungsflüge der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten wegen der Sicherheitslage nicht stattfinden, wie Rick Brennan, WHO-Nothilfekoordinator für die Region, am Freitag per Video zu Journalisten in Genf sagte.

 

In Afghanistan konnten wegen des Konflikts die Versorgungsflüge der WHO nicht getätigt werden. (Symbolbild: Keystone)

«Die Vorräte reichen nur noch für ein paar Tage», sagte Brennan. Die WHO versuche, mit Unterstützung Pakistans den Flughafen von Mazar-i-Scharif zu erreichen. Flüge waren für Anfang kommender Woche geplant. Eine grosse Hürde seien die Kosten: Die Preise für die Versicherung solcher Flüge sei in nie da gewesene Höhen geschnellt, sagte Brennan. Knapp werde praktisch alles: Material zur Versorgung von Verletzungen, zur Behandlung von Unterernährten und Arzneimittel für chronisch Kranke.

Nahe Masar-i-Scharif war der deutsche Stützpunkt zur Unterstützung des Nato-Einsatzes. Die letzten deutschen Soldaten zogen im Juni ab.

Mit Religion unvereinbar: Golfstaaten verurteilen Anschlag in Kabul

Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben den Anschlag am Flughafen in Kabul mit Dutzenden Toten scharf verurteilt. Der Terroranschlag sei nicht mit religiösen Prinzipien und moralischen Werten vereinbar, hiess es vom saudischen Aussenministerium am Freitag.

«Saudi-Arabien hofft, dass sich die Verhältnisse in Afghanistan so schnell wie möglich stabilisieren.» Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar verurteilten den Anschlag aufs Schärfste. Die Emirate lehnten alle Formen von Gewalt und Terrorismus ab, die gegen religiöse und menschliche Werte verstiessen, hiess es in einer Erklärung des Aussenministeriums. Das Land forderte die Verantwortlichen in Afghanistan auf, sofort für Stabilität und Sicherheit zu sorgen.

Katar lehne Gewalt und Terrorismus ungeachtet ihrer Motive ab, wie die Nachrichtenagentur QNA unter Berufung auf das Aussenministerium berichtete. Der Golfstaat hat in der vergangenen Woche Zehntausende Schutzbedürftige aus Afghanistan evakuiert hat und vermittelt zudem zwischen den USA und den Taliban.

Über 18’700 Evakuierte aus Afghanistan bisher in Ramstein angekommen

Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein im südwestdeutschen Land Rheinland-Pfalz sind bis Freitag mehr als 18’700 Evakuierte aus Afghanistan gelandet. Das teilte die weltweit grösste US-Air Base ausserhalb der USA mit.

Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit vergangenem Freitag (20.8.) ein US-Drehkreuz für Geflüchtete aus Afghanistan. Auf der Air Base seien etwa 76 Flugzeuge der United States Air Force eingetroffen, berichtete eine Sprecherin des Stützpunkts. In die USA weitergereist seien mehr als 4100 Evakuierte mit etwa 18 Flügen. Die Flüge werden voraussichtlich das ganze Wochenende über fortgesetzt.

 

Bisher wurden 18’700 Evakuierte aus Afghanistan im deutschen Ramstein aufgenommen. (Bild: Keystone)

Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zunächst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt.

In der US-Militäranlage Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern werden Menschen aus Afghanistan ebenfalls vorübergehend beherbergt.

Spanien zieht sich vollständig aus Afghanistan zurück

Nach den Anschlägen von Kabul am Donnerstag hat Spanien die Evakuierungen von Schutzsuchenden beendet und sich vollständig aus dem Konfliktland zurückgezogen.

Die letzten 81 Spanier, die sich zuletzt noch im Land aufgehalten hätten, seien am Freitag in einem Transportflugzeug Airbus A400M der Luftwaffe nach Dubai ausgeflogen worden, teilte die Regierung in Madrid mit. Es handele sich um Botschafter Gabriel Ferrán, Botschaftsmitarbeiter und Militärpersonal, hiess es. Ausserdem seien in den letzten beiden Evakuierungsflügen auch vier Militärangehörige aus Portugal und 85 afghanische Mitarbeiter Spaniens, Portugals und der Nato aus dem Land gebracht worden.

Bei den von Spanien organisierten Flügen wurden den amtlichen Angaben zufolge insgesamt 1900 Schutzsuchende aus Afghanistan evakuiert. Man habe nicht nur eigene Mitarbeiter und deren Familien, sondern auch einheimische Mitarbeiter anderer Länder, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen und der Nato ausgeflogen, liess Madrid wissen.

Hotels in Islamabad für Tausende afghanische Ortskräfte reserviert

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind Tausende Hotelbetten für Ortskräfte der internationalen Streitkräfte in Afghanistan reserviert worden. Die Stadtverwaltung hat in einer in der Nacht zu Freitag versendeten Erklärung alle privaten Hotels in Islamabad angewiesen, alle in den nächsten drei Wochen verfügbaren Zimmer für Tausende aus Afghanistan zu evakuierende Menschen zu buchen.

Auch Vertreter der pakistanischen Zivilluftfahrtbehörde sagten am Freitag lokalen Medien, dass afghanische Dolmetscher und andere Menschen, die mit den Nato-Truppen zusammengearbeitet hatten und jetzt um eine Evakuierung bemüht seien, nach Pakistan gebracht würden. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, diese in der Hafenstadt Karachi, der Stadt Peshawar im Nordwesten und in einigen Städten der zentral Provinz Punjab vorübergehend unterzubringen, hiess es.

Afghanische Ministerin flieht nach Norwegen

Nach der Machtübernahme der Taliban konnte sich die ehemalige afghanische Ministerin für Mineralien und Erdöl, Nargis Nehan, nach Norwegen retten.

Auf Twitter schrieb sie am Donnerstag, sie sei endlich mit ihrer Familie in Norwegen gelandet, hätte aber ihren Vater und ihre Schwester zurücklassen müssen. «Ich bin nicht länger eine stolze, robuste und hoffnungsvolle Afghanin», schrieb sie. «Ich bin wieder ein hoffnungsloser und hilfloser Flüchtling, dessen Suche nach einer Identität, einem Zuhause und Frieden nie aufhört.»

Islam-Expertin befürchtet «bürgerkriegsähnliche Zustände»

Nach dem verheerenden Terroranschlag in Afghanistan mit Dutzenden Todesopfern und dem Abzug westlicher Truppen befürchtet die deutsche Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter nun «bürgerkriegsähnliche Zustände» in dem Krisenstaat.

In Afghanistan könnte es zum Bürgerkireg kommen, so eine Islamwissenschaftlerin. (Symbolbild: Keystone)

Die neuen islamistischen Machthaber, die Taliban, und die mit ihnen verfeindete Terrormiliz Islamischer Staat, die sich zu dem Anschlag bekannte, konkurrierten um Macht, Einfluss und die religiöse Deutungshoheit, sagte die Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». Man müsse nun Schlimmeres befürchten als nur eine islamistische Herrschaft, also ein «Emirat» der Taliban nach den Regeln der Scharia. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Taliban: 13 bis 20 Zivilisten bei Anschlag in Kabul getötet

Nach Angaben der militant-islamistischen Taliban sind bei dem Anschlag am Flughafen Kabul am Donnerstag 13 bis 20 Zivilisten getötet worden. Das gehe aus Berichten von Krankenhäusern hervor, sagte ein Sprecher der Islamisten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Die endgültigen Opferzahlen veröffentliche man zu gegebener Zeit.

Bei dem Anschlag waren auch 13 US-Soldaten getötet worden. Medienberichte und Videos vom Tatort deuten auf eine weit höhere Zahl an einheimischen Todesopfern hin, hinzu kommen sehr viele Verletzte. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, es seien auch 18 Soldaten verwundet worden.

Dem Talibansprecher zufolge deuten vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass es an einem von US-Streitkräften kontrollierten Tor zu einer Sicherheitsverletzung gekommen sei.

Explosionen in Kabul erschüttern auch Bidens Präsidentschaft

Joe Bidens Worte wirken im Nachhinein wie eine düstere Prophezeiung. «Jeder weitere Tag im Einsatz bringt zusätzliches Risiko für unsere Soldaten», sagte der US-Präsident am Dienstag, als er das baldige Ende der Afghanistan-Mission bekräftigte. Insbesondere vor Terroranschlägen warnte Biden. Nur zwei Tage später wurde die Warnung grausame Realität: Bei einem Doppelanschlag nahe des Flughafens von Kabul wurden zahlreiche Menschen getötet, unter ihnen mindestens 13 US-Soldaten.

Damit wird der Afghanistan-Abzug für Biden immer mehr zu einer Katastrophe. Politiker der oppositionellen Republikaner fordern seinen Rücktritt oder ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten. Alles zum Thema gibt es hier.

Biden: Weitere Kooperation nach Abzug auch im Interesse der Taliban

Nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden ist es im Interesse der Taliban, auch nach dem Abzug der amerikanischen Truppen weiter bei der Evakuierung von US-Bürgern und früheren afghanischen Ortskräften zu helfen. Die Taliban seien «keine guten Kerle», aber sie hätten ein vitales Interesse daran, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, sagte Biden am Donnerstag im Weissen Haus. Die Taliban wollten den Flughafen in Kabul weiter offenhalten, könnten dies aber nicht ohne Hilfe von aussen leisten, sagte er. Zudem hätten sie ein Interesse daran, die Wirtschaft nicht abstürzen zu lassen.

Fordert, dass die Taliban den Flughafen Kabul weiter offen halten: US-Präsident Joe Biden. (Bild: Keystone)

Biden sagte, es werde auch nach dem US-Truppenabzug am kommenden Dienstag noch Möglichkeiten geben, US-Bürger sowie frühere örtliche Mitarbeiter der US-Streitkräfte und andere Afghanen in Sicherheit zu bringen. «Entweder durch Mittel, die wir bereitstellen oder und durch Mittel, die durch die Zusammenarbeit mit den Taliban bereitgestellt werden», sagte Biden. «Sie sind keine guten Kerle, die Taliban. Das meine ich überhaupt nicht. Aber sie haben ein klares Interesse.»

Mindestens 28 Taliban-Kämpfer ums Leben gekommen

Bei den Explosionen vor dem Flughafen von Kabul sollen mindestens 28 Taliban-Mitglieder ums Leben gekommen sein. Wie ein Mitglied der Taliban gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, hätten sie damit mehr Einsatzkräfte verloren als die Amerikaner. Die USA haben zuletzt 13 getötete Soldaten gemeldet. Insgesamt sollen bei den Anschlägen 60 Zivilisten ums Leben gekommen sein.

USA: Mit Verbündeten mehr als 100'000 Menschen aus Kabul evakuiert

Die US-Luftwaffe und ihre Verbündeten haben nach Angaben des Weissen Hauses bereits mehr als 100’000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Allein am Donnerstag seien vom Vormittag bis kurz vor Mitternacht (Ortszeit Kabul) rund 7500 Menschen evakuiert worden, 5100 davon mit Flugzeugen des US-Militärs, erklärte ein Vertreter der US-Regierung. Damit sei die Zahl der seit Mitte August ausgeflogenen Afghanen und westlicher Staatsbürger auf 100 100 gestiegen. Der Grossteil von ihnen wurde mit Flugzeugen der US-Luftwaffe ausgeflogen. Die militant-islamistischen Taliban hatten in Afghanistan Mitte August die Macht übernommen.

Nach Anschlag in Kabul: Zahl getöteter US-Soldaten steigt auf 13

Nach dem Anschlag in Kabul ist ein weiterer US-Soldat seinen Verletzungen erlegen. Die Zahl der getöteten Soldaten stieg damit auf 13, wie ein Sprecher des US-Militärs am Donnerstag (Ortszeit) sagte. Die Zahl der verletzten Truppenmitglieder sei auf 18 angestiegen. Sie alle würden mit medizinisch ausgerüsteten Transportflugzeugen vom Typ Boeing C-17 aus Kabul ausgeflogen. Nach dem Anschlag an einem Tor des Flughafens der afghanischen Hauptstadt hatte das US-Verteidigungsministerium zunächst von zwölf getöteten und 15 verletzten Soldaten gesprochen.

Die Zahl der getöteten Soldaten am Flughafen Kabul steigt auf 13. (Bild: Keystone)
Flaggen in den USA nach tödlichem Anschlag in Kabul auf halbmast

Nach dem tödlichen Terroranschlag in Kabul werden die Flaggen in den USA auf halbmast gesetzt. Damit sollen die Opfer der «sinnlosen Gewaltakte» geehrt werden, wie die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, am Donnerstag sagte. Die Flaggen-Anordnung werde bis zum Montagabend für das Weisse Haus, alle öffentlichen Gebäude und Militäreinrichtungen in den USA sowie US-Botschaften und konsularische Vertretungen weltweit gelten.

Bei dem Anschlag ausserhalb des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte zwei Selbstmordattentäter und eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz IS am Donnerstag viele Zivilisten und mindestens zwölf US-Soldaten getötet.

Biden verteidigt Abzugspläne nach Anschlag in Kabul erneut

Verteidigt die Abzugspläne aus Afghanistan erneut: US-Präsident Joe Biden. (Bild: Keystone)

US-Präsident Joe Biden hat nach dem tödlichen Terrorangriff am Flughafen Kabul erneut den US-Truppenabzug aus Afghanistan verteidigt. «Es war an der Zeit, einen 20-jährigen Krieg zu beenden», sagte Biden am Donnerstag in Washington. Auf die Frage eines Journalisten, ob er hinter seiner Entscheidung stehe, sagte Biden: «Ja, das tue ich.» Weiter sagte Biden: «Ich war nie der Meinung, dass wir amerikanische Leben opfern sollten, um eine demokratische Regierung in Afghanistan zu etablieren.» Der US-Präsident hatte bereits Anfang der Woche nach einer Videoschalte mit den Staats- und Regierungschefs der G7-Länder erklärt, dass er an dem Plan festhalte, die amerikanischen Truppen bis zum 31. August aus Kabul abzuziehen. Mehr zum Thema gibt es hier.

Evakuierungsflüge aus Afghanistan gehen trotz Anschlag weiter

Trotz des verheerenden Anschlags ausserhalb des Flughafens in Kabul will US-Präsident Joe Biden die Evakuierungen aus Afghanistan fortsetzen. «Wir werden weitermachen mit den Evakuierungen», sagte Biden am Donnerstag in einer Ansprache im Weissen Haus in Washington und versicherte, die Terroristen könnten die USA nicht dazu bringen, ihre Mission zu stoppen.

Zudem hat Biden sein Versprechen erneuert, alle ausreisewilligen Amerikaner aus Afghanistan zu evakuieren. «Wir werden sie finden, und wir werden sie da rausholen», sagte Biden am Donnerstag in einer Ansprache im Weissen Haus in Washington mit Blick auf US-Bürger, die noch im Land seien.

Biden droht Terroristen mit Vergeltung

Nach dem tödlichen Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul hat US-Präsident Joe Biden den dafür verantwortlichen Terroristen mit Vergeltung gedroht. «Wir werden Euch jagen und Euch dafür bezahlen lassen», sagte Biden am Donnerstag im Weissen Haus. Das US-Militär werde Einsätze gegen die für den Anschlag verantwortliche Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchführen, kündigte er an.

Biden hat die bei dem verheerenden Terrorangriff am Flughafen Kabul getöteten US-Soldaten als «Helden» bezeichnet. «Diese amerikanischen Militärangehörigen, die ihr Leben gaben – es ist ein überstrapaziertes Wort, aber hier völlig angemessen – sie waren Helden», sagte Biden weiter. Sie seien das «Rückrat Amerikas» und «das Beste, was das Land zu bieten hat», so Biden. Mehr zum Thema gibt es hier.

Aussenminister Cassis "zutiefst betrübt" nach Anschlägen in Kabul

Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis hat die tödlichen Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul vom Donnerstag verurteilt. «Ich bin zutiefst betrübt», schrieb der Bundesrat am Abend im Kurznachrichtendienst Twitter. «Meine Solidarität und meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer, die tragische Verluste erlitten haben.»

Die Schweiz hatte am Dienstag ihre Evakuierungsaktion – eine der grössten in der Geschichte des Landes – aus Afghanistan abgeschlossen. Der Bund brachte wegen der Sicherheitslage nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban 292 Schweizerinnen und Schweizer respektive lokale Mitarbeitende des Aussendepartements ausser Landes.

Noch 15 Personen mit Schweizer Bezug hielten sich zunächst weiter in Afghanistan auf. Sie wollten teilweise im Land bleiben. Die Schweiz organisierte keine weiteren Charterflüge für eine Ausreise mehr.

Taliban: Kontrollierte Detonationen durch US-Militär in Kabul

Bei weiteren Explosionen am Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es sich nach Angaben der Taliban um kontrollierte Detonationen des US-Militärs gehandelt. Die US-Streitkräfte zerstörten Ausrüstung, teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid auf Twitter mit. «Bürger Kabuls sollten nicht besorgt sein.» Zuvor war es am Donnerstag vor dem Flughafen Kabul zu einem Terrorangriff mit Dutzenden Toten gekommen, darunter auch mindestens zwölf US-Soldaten. Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich in die Luft, mehrere Schützen eröffneten das Feuer. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Tat für sich.

Was bisher geschah

Die bisherigen Kurzmeldungen zum Geschehen in Afghanistan finden Sie hier.

2 Kommentare

  1. Was hat den Herr Biden erwartet, bei einem total Abzug der Truppen. Echt wie naiv ist den der. Meint er es wird alles gut und das Land wird wieder normal Regiert. Falsch gedacht . Diese Gauner und Mörder gehören weg endgültig. Ansonsten können friedliche Menschen nicht leben in diesem LandReport

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