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Bundesrat Ignazio Cassis zum gemeinsamen Weg der Schweiz und der EU. (Video: Telebasel)
Basel

Cassis: «Nur gemeinsam können wir diesen Kontinent stark machen»

Wie will die Schweiz die Beziehungen mit der EU retten? Telebasel traf Bundesrat Ignazio Cassis am Rande eines Podiums zum Gespräch. 

Am 26. Mai hat der Bundesrat die Verhandlungen zum institutionellen Rahmenabkommen abgebrochen. Im September nimmt das politische Leben in Brüssel nach einer gut einmonatigen Sommerpause wieder an Fahrt auf. Dann dürfte sich auch die EU-Kommission mit dem Thema Schweiz befassen.

Im Rahmen des Sommeranlasses des Vereins metrobasel trafen sich Hochkaräter aus Politik und Wirtschaft am Mittwoch, 25. August, in Basel. Namhafte Referentinnen und Referenten, sowie ein prominent besetztes Podium diskutierten die Frage: «Bilaterale Zusammenarbeit CH – EU: Wie weiter?».

Telebasel traf am Rande der Veranstaltung den Schweizer Aussenminister Bundesrat Ignazio Cassis zum Gespräch.

Telebasel: Herr Bundesrat Cassis. Sie haben in ihrem Referat betont, dass der Verhandlungsabbruch mit der EU kein Nein zum Ziel, sondern ein Nein zum Weg sei. Die EU fordert nun, dass die Schweiz den Dialog suchen soll. Welche erste Schritte sterben Sie nun an?

Ignazio Cassis: Wir streben einen politischen Dialog mit der Europäischen Union an. Also ein Gefäss, in welchem wir über unsere künftige Beziehung gemeinsam diskutieren können. Dieses muss bilateral entwickelt werden, «It takes two to tango», sagt man. Und genau das muss geschehen.

Die Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz sind ja nicht schlecht. Wo liegt denn das Problem?

Sie haben völlig recht. Wir haben mehr als hundert Verträge und blicken auf eine 20-jährige Beziehung zurück. Dabei hatten wir nur weniger als 20 Differenzen in all diesen Jahren. So schlecht verstehen wir uns nicht. Dennoch schaffen diese 14 Differenzen etwas Unmut. Wir versuchten mit einem Rahmenvertrag einen Schritt in Richtung Lösung dieses Unmuts machen. Leider ist uns dies nicht gelungen. Wahrscheinlich war der Schritt zu gross. Aber: Wir wollen weiterhin vorwärts gehen. Es ist kein Brexit der Schweiz.

Europa ist für die Schweiz dermassen überragend bedeutend. Sitzt die Schweiz am kürzeren Hebel?

Europa braucht die Schweiz, die Schweiz braucht Europa. Wir sind auch Europa. Die Europäische Union ist zwar ein grösseres Gebiet. Aber nur gemeinsam können wir diesen Kontinent weltweit stark machen. Darum geht es – die geopolitische Dimension von Europa in der Welt.

Mehr zum Sommeranlass des Vereins metrobasel sehen sie in den Telebasel News vom 26. August 2021, ab 18:30 und ab 19 Uhr stündlich in der Wiederholung.

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