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Die Medienkonferenz mit Bundesrat Alain Berset und GDK-Präsident Lukas Engelberger. (Video: Youtube/EDI)
Schweiz

Kantone begrüssen Ausweitung der Zertifikats-Pflicht

Alain Berset und Lukas Engelberger sind nach einem Treffen der GDK vor die Medien getreten. Die Kantone unterstützen die Ausweitung der Zertifikats-Pflicht.

Der Bundesrat solle die Möglichkeit erhalten, die Covid-Zertifikatspflicht auszuweiten – auf sehr viele Aktivitäten. Die Gesundheitsdirektoren unterstützen die Pläne des Bundesrat «mit breiter Mehrheit».

«Wir haben bei der Ausweitung der Zertifikats-Pflicht eine grosse Einigkeit mit dem Bundesrat», sagte Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) am Donnerstag vor den Medien in Bern.

«Das Covid-Zertifikat ist eine Erfolgsgeschichte», meinte er. «Die Meinung einer deutlichen Mehrheit der Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren ist, dass dieser Schritt der richtige Weg ist.» Alle anderen möglichen Massnahmen wären laut Engelberger einschneidender und auch «weniger gerecht», weil Geimpfte unter den Massnahmen zu leiden hätten.

Sollte der Bundesrat die Massnahmen in Kraft setzten, dann sei eine schweizweite einheitliche Einführung anzustreben. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass einzelne Kantone vorpreschen würden. Einen solchen Alleingang einzelner Kantone bezeichnete er als «suboptimal».

Viele Ansteckungen an Partys

Die Lage habe sich nun wieder stark verändert, führte Engelberger weiter aus. Nach dem entspannten Sommer sähen die Kantone seit Juli wieder stark steigende Zahlen bei den Ansteckungen und in den Spitälern. «Vor allem wegen Reiserückkehrern, aber auch wegen des Party- und Nachtlebens steigen die Hospitalisierungen an», sagte er.

Ein Problem ist offenbar, dass Personen ihre Ansteckung nicht mehr melden, um eine Quarantäne zu umgehen: «Wir werden da mit aller Härte durchgreifen.»

Maskenpflicht an Schulen wieder denkbar

Geäussert hat sich Engelberger auch zu den Massnahmen an den Schulen. Über die Einführung einer Maskenpflicht an Schulen werde wieder diskutiert. «Diese Möglichkeit muss uns offen stehen, sollte sich die Lage wieder verschlechtern.» Regelmässige Tests an Schulen seien ein gutes Mittel, um Ansteckungen zu entdecken.

Technische Geräte wie CO2-Sensoren oder Luftreiniger seien an der Sitzung nicht besprochen worden, aber diese seien Thema in den Bildungsdirektionen.

Covid-Zertifikat am Arbeitsplatz

Gesundheitsminister Alain Berset hat vor den Medien die zur Diskussion stehende Ausweitung des Covid-Zertifikats am Arbeitsplatz präzisiert. «Es geht nicht um eine Pflicht für die Arbeitnehmenden», erklärte er. Es gehe rein um die «Möglichkeit, das Zertifikat in Schutzkonzepte von Unternehmen miteinzubeziehen». Damit könne man beispielsweise Geimpften, Getesten oder Genesene den Arbeitsalltag erleichtern.

Ganz allgemein müsse die Impfquote in der Schweiz noch steigen, wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindern werden soll. «Jede Impfung zählt – insbesondere jüngere Personen müssen aufholen.» Erst am Dienstag hatte das Bundesamt für Gesundheit BAG mitgeteilt, dass sich nun Kinder ab 12 Jahren impfen dürfen.

Beschluss des Bundesrats noch offen

Berset wiederholte, dass die aktuelle Lage schwierig einzuschätzen sei. «Wir haben fünf Mal mehr Spitaleinweisungen als vor vier Wochen.» Wie es weitergehe, sei aber offen.

Eine Ausweitung der Zertifikatspflicht komme für den Bundesrat nur infrage, wenn eine Überlastung der Spitäler drohe. «Es ist alles andere als sicher, dass der Bundesrat die Ausdehnung nächste Woche beschliessen wird», erklärte Berset.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Donnerstag 2’809 neue Fälle, 59 neue Spitaleintritte und drei neue Verstorbene. Der 14-Tage-Schnitt liegt bei 61 Spitaleinweisungen pro Tag. Das sind 36 Prozent mehr im Vergleich zur Vorwoche. Derzeit werden 838 Personen wegen Covid-19 in einem Spital behandelt – 39 Prozent mehr als in der Vorwoche.

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