Mit Kuchenstücken testeten die Forscher, wie sozial achtsam Menschen aus verschiedenen Nationen sind. (Symbolbild: Unsplash)
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Schweizer schneiden bei sozialer Achtsamkeit gut ab

In einem Kuchenexperiment haben Forschende die soziale Achtsamkeit verschiedener Nationen geprüft. Die Schweiz landete auf Rang sechs von 31.

Angenommen es befinden sich drei Tortenstücke auf einem Tisch, von denen nur noch eines von einer begehrten Schokoladetorte stammt. Nimmt man eher dieses Stück oder präsentiert man sich sozial achtsam und lässt auch anderen Personen die Wahl? Diese «soziale Achtsamkeit» untersuchten Forschende im Vergleich zwischen 31 Ländern. Die Schweizer Stichprobe landete in der Auswertung auf Platz sechs, hinter Japan, Österreich, Mexiko, Israel und Tschechien.

Bei der sozialen Achtsamkeit, «geht es darum, dass man bei einer eigenen Entscheidung immer mit bedenkt, was das für andere Leute bedeuten kann», erklärte die Sozialpsychologin Ursula Athenstaedt von der Universität Graz gegenüber der APA. Diese Form der Achtsamkeit steht stark im Zusammenhang mit sozialen Wertorientierungen, die darauf abzielen, dass einem selbst, aber auch anderen etwas bleibt.

Insgesamt arbeiteten 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der im Fachmagazin «PNAS» vorgestellten Untersuchung, an der weltweit über 8300 Menschen teilnahmen.

Achtsamkeit und Umweltschutz

Tatsächlich fanden sich in der von Niels Van Doesum von der Universität Leiden (Niederlande) geleiteten Studie erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern. Es liess sich demnach ein Zusammenhang zwischen der Wertorientierung und der Achtsamkeit erkennen.

Worauf die frappanten Unterschiede zwischen den Ländern – die vier hintersten Plätze belegen Südafrika, Indien, die Türkei und Indonesien – tatsächlich beruhen, lasse sich schwer sagen. Das Phänomen sei es aber Wert, «näher untersucht zu werden», so Mitautor Ryan O. Murphy von der ETH Zürich.

Der stärkste untersuchte Zusammenhang zwischen der sozialen Achtsamkeit und einem anderen Faktor ergab sich überraschenderweise mit dem Umweltschutz. Teilnehmer aus Ländern, in denen letzterer mehr Stellenwert hat und die auch wirtschaftlich besser dastehen, präsentierten sich tendenziell umsichtiger.

Insgesamt sei das als Hinweis zu werten, dass die Einstellung, die sich mitunter in kleinen Gesten zeigt, auch gewisse Auswirkungen auf grössere gesellschaftliche Strömungen haben kann. Letztlich gehe es um eine grundlegende Haltung gegenüber dem «guten Auskommen miteinander. Wenn das in stärkerer Weise etabliert ist, ist das sicher günstig für das Zusammenleben», sagte Athenstaedt.

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