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Der Telebasel Talk vom 24. August 2021.
Region

«Soll ich mein Kind impfen lassen, Herr Heininger?»

An Schulen gilt keine Maskenpflicht mehr. Mehrere Schulklassen der Region wurden positiv getestet. Neu können sich Kinder ab 12 Jahren impfen lassen. Hilft das?

Seit Anfang Juni können sich Kinder ab 12 Jahren mit dem BioNTech/Pfizer-Vakzin, seit August auch mit dem Stoff von Moderna gegen das Coronavirus impfen lassen. Bei der untersuchten Altersgruppe und bei gleicher Dosierung wie bei Erwachsenen habe der Impfstoff in dieser klinischen Studie eine vergleichbare Immunreaktion wie bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren gezeigt.

Auch ähnelten die häufigsten Nebenwirkungen bei den Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren denjenigen von Personen ab 18 Jahren. Der Impfstoff hat laut Mitteilung in der klinischen Studie bei der untersuchten Altersgruppe ab 14 Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von gegen 93 Prozent gezeigt.

Soll man Kinder ab 12 Jahren impfen lassen?

Dennoch stellt sich die Frage: Soll ich mein Kind impfen lassen? Kinder gelten nicht als «Treiber» der Pandemie. Schwere Krankheitsverläufe bei Kindern sind selten.

Studien zu Long Covid-Fällen ergaben unterschiedliche Ergebnisse, die Fälle liegen zwischen zwei und zehn Prozent. Die Luzerner Zeitung schrieb: «Gestützt auf die ‹Ciao-Corona›-Studie der Universität Zürich geht die wissenschaftliche Corona-Task Force des Bundes davon aus, dass bereits jetzt zwischen 5’000 und 10’000 Kinder unter 12 Jahren von Long Covid betroffen sind. Sie definiert die Krankheit als ‹mindestens ein persistierendes Symptom drei Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2.›» Und: Warum gibt es noch keine Impf-Zulassung für Kinder unter 12 Jahren?

Bund empfiehlt Impfungen

Gegen Ende Juni hatten das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) dann allen Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren die Corona-Impfung empfohlen.

Zu einer Impfung raten die Behörden besonders Jugendlichen, die wegen einer chronischen Erkrankung bereits stark beeinträchtigt sind und möglichst zusätzliche Infektionen verhindern möchten. Wertvoll sei eine Impfung zudem für alle jene, die mit einer immungeschwächten Person zusammenlebten.

Der Fachmann

Ulrich Heininger ist Titularprofessor für Kinderheilkunde der Universität Basel und leitet seit 1998 die Abteilung für Pädiatrische Infektiologie und Vakzinologie am Universitätskinderspital beider Basel (UKBB). Er ist Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, Berlin, welche die Impfempfehlungen für die Bundesrepublik Deutschland formuliert.

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