Kinder werden laut dem Bericht zu lange in Aufnahmeklassen unterrichtet. (Bild: Keystone)
Schweiz

Kaum Zugang zur Bildung für Personen im Asylbereich

Personen im Asylbereich haben kaum Zugang zur Bildung. Das sagt die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht.

Zum Ende der Sommerferien in den Schulen macht die Schweizerischen Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht darauf aufmerksam, dass gerade Personen im Asylbereich kaum Zugang zur Bildung haben. Für sie sind die Hürden aus rechtlichen und praktischen Gründen trotz Verbesserungen hoch.

Die Stelle stützt sich dabei auf Fälle in allen Stufen des Bildungssystems, wie sie am Dienstag mitteilte. Während des Asylverfahrens ist der Zugang zum Grundschulunterricht demnach zu stark eingeschränkt. Trotz Grundunterricht in den Bundesasylzentren und frühzeitiger Sprachförderung für Asylsuchende mit Bleiberechtsperspektive sei das Angebot zu eng.

Kinder zu spät in Regelklassen

Kinder werden gemäss dem Fachbericht in den Kantonen für die Grundschulung zu lange in Aufnahmeklassen unterrichtet, statt sie in Regelklassen aufzunehmen.

Für Jugendliche ab 16 Jahren gibt es zwar eine Vielzahl von integrationsorientierten Angeboten. Ihre Vorbildung und Kompetenzen werden aber kaum ermittelt und zu wenig anerkannt. Die Beobachtungsstelle hält fest, dass ein dem Alter angepasster Unterricht ein verfassungsmässiges Recht ist. Dieses Recht werde regelmässig verletzt.

Durchlässiges System

Die Durchlässigkeit des Systems ist nach der obligatorischen Schule für Menschen mit ausländischen Abschlüssen ungenügend, wie die Stelle weiter schreibt. Ungeachtet des Aufenthaltsstatus sollten alle Jugendlichen und Erwachsenen sich nach ihren Fähigkeiten bilden dürfen. Das liege in Zeiten des Fachkräftemangels im Interesse der Gesellschaft.

Neben der Ausdehnung der Schulpflicht bis zum 18. Geburtstag plädiert die Beobachtungsstelle für einen landesweit einheitlichen Lehrplan in den Aufnahmeklassen, die Abklärung von Vorbildung und Kompetenzen bereits im Asylverfahren, einen individuellen Bildungsplan, Bildungszulagen und Stipendien. Menschen ohne Bleiberecht sollten eine bildungsorientierte Perspektive erhalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel