Ab 1. Oktober sollen auch Ungeimpfte für Corona-Tests bezahlen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Einführung kostenpflichtiger Tests für Ungeimpfte dürfte grünes Licht erhalten

Viele Kantone befürworten, dass die Vergütung der Antigen-Schnelltests durch den Bund für symptomlose Personen per 30. September aufgehoben werden soll.

Einige Kantone wollen jedoch weiterhin Gratistests für Jugendliche bis 18 Jahre. Der Gewerbeverband lehnt den Vorschlag des Bundesrats ab. Der Bundesrat möchte, dass ungeimpfte Personen ohne Symptome, die etwa ein negatives Testergebnis brauchen, um einen Anlass zu besuchen, den Test ab dem 1. Oktober selber zahlen sollen. Auch sollen den Nichtgeimpften Selbsttests nicht mehr gratis abgegeben werden.

Eine entsprechenden Anpassung der Covid-Verordnung hat der Bundesrat am 11. August in die Vernehmlassung gegeben. Entscheiden will er am kommenden Mittwoch.

Gratis bleiben die Tests nach den Plänen des Bundesrats über den Oktober hinaus für Personen, die sich nicht impfen lassen können, und für Kinder unter zwölf Jahren. Der Bund übernimmt zudem weiterhin die Kosten für das repetitive Testen an Schulen, in Betrieben und Pflegeheimen.

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) ist grundsätzlich damit einverstanden, dass Ungeimpfte ohne Symptome ihre Corona-Tests ab dem 1. Oktober selber berappen müssen. Für unter 18-Jährige sollen aber auch künftig kostenlose Tests garantiert sein.

Meinungen geteilt

In der Zentralschweiz sind die Meinungen zu Gratistests geteilt. Der Kanton Schwyz ist einverstanden damit, dass präventive Einzeltests für Personen ohne Symptome nicht mehr kostenlos sein sollen. Wichtig sei, dass die repetitiven Tests an Schulen und in Betrieben weiterhin vom Bund bezahlt würden.

Gegen das Ende der Gratistests auf den 1. Oktober ist dagegen der Kanton Luzern. Wegen verschiedenen noch offenen Fragen sei es zu früh für diese Massnahme, teilte er mit, und schlägt als mögliches Datum den Jahreswechsel vor. Eine Option wären für Luzern auch «differenzierte Lösungen»: Zumindest für Jugendliche sollten über den 1. Oktober hinaus die Tests weiterhin gratis sein.

Auch aus Sicht des Kantons Solothurn es verfrüht, die Kostenübernahme von präventiven Antigen-Schnelltests zu stoppen. Der Kanton Waadt will die Übergangsperiode bis zur Einführung kostenpflichtiger Tests ebenfalls um einige Wochen verlängern, damit sich ungeimpfte Personen noch einschreiben könnten, sobald der Bundesrat seinen Entscheid getroffen habe. Zudem ist die Waadt für niedrige Testpreise für Personen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) lehnt den Vorschlag des Bundesrats rundherum ab. Er sei widersprüchlich und unverhältnismässig, schrieb der SGV in seiner Stellungnahme an das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Widersprüchlich sei der Vorschlag, weil der Bundesrat immer noch an der besonderen Lage festhalte.

Selber zahlen bei Freizeitaktivitäten

Der Kanton St. Gallen befürwortet den Vorschlag des Bundesrates, dass namentlich Personen ohne Symptome, die einen Antigentest für ihre Freizeitaktivitäten benötigen, die Kosten selber tragen müssen. Der Kanton Bern schlägt vor, die Finanzierung der Tests daran festzumachen, ob ein Zertifikat angefordert wird oder nicht. Für sämtliche Tests, bei denen die getestete Person ein Zertifikat verlangt, wären die Testkosten von der getesteten Person zu bezahlen.

Der Kanton Zürich begrüsst den Vorschlag des Bundesrats ebenfalls. Es müsse auch vermieden werden, dass Symptome vorgetäuscht würden, um weiterhin ein kostenloses Zertifikat – für einen Club- oder Stadionbesuch – zu erhalten. Daher fordert der Kanton Zürich, dass nach einem weiterhin kostenlosen Test aufgrund von Symptomen kein Covid-Zertifikat ausgestellt wird.

«Entlastung für Bundeskasse»

Auch der Aargauer Regierungsrat unterstützt den Vorschlag des Bundesrats. Mit einer Kostenpflicht bei Tests für Personen ohne Symptome könne die Bundeskasse wesentlich entlastet werden.

Der Aargau spricht sich jedoch gegen Anpassungen der nationalen Teststrategie aus, die grosse Auswirkungen auf die kantonalen Logistikprozesse haben. Dazu zähle der Zugang von allen Personen zu Speichel-PCR-Pooltests. Es werde bezweifelt, dass mit einem solchen individuellen Zugang zu einer sensiblen Diagnostik ein Mehrwert geschaffen werden könne, heisst es in der Stellungnahme an das BAG.

2 Kommentare

  1. Irgendwie passen da gewisse Dinge nicht (mehr) zusammen. Wo mit einem aktuellen Resultat von einem Test (klar sagt man, er ist nicht 100% sicher, was aber auch bei einem geimpften nicht 100% gewährleistet ist. Da man trotz Impfung, dadurch sein Krankheitsverlauf geringer sein könnte, aber die ansteckungsgefahr genau so bestehen könnte. Denn ein geimpfter testet sich vor keinem Anlass, Rückreise etc. noch einmal.(Warum auch er hat ein Zertifikat dass aussagt «geimpft» aber nicht über der aktuellen Gesundheitszustand aussagt.
    Und nun soll also der ungeimpfte den Test nun selber bezahlen ab Oktober 2021. Die Impfungen werden jedoch bezahlt und vermutlich wird es nicht bei zwei Dossis bleiben. Muss dann diese Kosten auch der geimpfte übernehmen? Müsste man eigentlich. So, ob geimpft oder ungeimpft wir zahlen jährlich unsere Beiträge. Und darum ist, dass nicht fair, dass ungeimpfte Test bezahlen müssen um vermutlich mit dem Geld neue Impfstoff gegen den Virus zu besorgen.
    Ich finde es wichtig die Sachen mal wieder neutral zu sehen. Zu sehr ist ein Graben entstanden. Und wie die einen Angst vom dem Virus haben gibt es auch Menschen die sich von der Impfung fürchten. Darf man die bestrafen? Wenn das so ist, was haben wir in dieser Zeit der Pandemie gelernt. (Dass es nicht um das Wohlergehen der Menschheit geht, sondern um das urteilen der Menschheit).
    Nachdenkliche GrüsseReport

  2. Tja liebe Leute, ich lasse mir das nicht bieten! Kein Geld mehr von mir, kein Fitness – geht auch Zuhause mit Situps, Liegestütze usw. Kein Restaurant, keine Ferien und wenn das Zertifikat vom Arbeitgeber eingeführt wird, bald keinen Job mehr.
    Ich lasse mich nicht Impfen auch nicht mit Softem Zwang – dann gibts erst ALG und dann dürft Ihr alle solidArisch für meine Sozialkosten aufkommen – na ist das ein Deal!?Report

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