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Schweiz

Lukas Engelberger erwägt Wiedereinführung der Einreisequarantäne

Die Impfkampagne erreicht Ausländer nicht, Lukas Engelberger erwägt deshalb, die Einreisequarantäne wieder einzuführen. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

 Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Mögliche Wiedereinführung der Einreisequarantäne

In den Spitälern liegen zum grossen Teil Covid-19-Patienten mit Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind eben erst aus den Ferien im Heimatland zurückgekehrt, schlecht qualifiziert und schlecht informiert, wie die «NZZ am Sonntag» mit Verweis auf Angaben von Medizinerinnen und Politiker berichtete. «Aufgrund dessen, was ich aus den Spitälern höre, ist das ein Problem», zitierte die Zeitung den Präsidenten der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger.

Die Kantone verstärkten dem Bericht zufolge ihre Bemühungen und wollen per WhatsApp, mit Flyern, über Vereine, Integrationsstellen und Botschaften an die Migrantinnen und Migranten gelangen. Damit nicht genug. «Wir müssen uns ernsthaft überlegen, die Einreisequarantäne wieder einzuführen», sagte Lukas Engelberger weiter. Auch die Wirtschaftsdachverbände, der Arbeitgeberverband, der Gewerbeverband und Economiesuisse überlegen sich zurzeit, wie sie mithelfen können, die Impfquote zu erhöhen.

Vorallem Frauen leiden unter Long Covid

An den Spätfolgen einer Corona-Erkrankung leiden vor allem Frauen. Zu diesem Schluss kommen 14 deutsche Fachgesellschaften, Patientenverbände und weitere Experten, wie die «SonntagsZeitung» berichtete. Der Verein Long Covid hatte diesen Frühling bei 400 Betroffenen eine Umfrage gemacht. Die nun vorliegenden Resultate zeigen laut der Zeitung, dass die grosse Mehrheit der Betroffenen vor der Erkrankung fit und gesund war. Doch jetzt ist demnach die grosse Mehrheit im Alltag eingeschränkt.

So waren fast 50 Prozent nicht mehr fähig, ihrer Arbeit nachzugehen, wie sie es vor der Infektion taten. 20 Prozent fielen ganz aus. Ein Symptom bei Frauen ist das Fatigue-Syndrom mit anhaltender Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit, die auch durch Schlaf nicht gelindert werden können. Eine These ist, dass vor allem bei Frauen das Immunsystem irgendwann nach der Corona-Infektion nicht mehr funktioniert. Nach Einschätzungen der wissenschaftlichen Task Force des Bundes leiden heute etwa 200’000 Menschen in der Schweiz an Long Covid.

Warnung vor neuer Corona-Supervariante

Ein ETH-Forscher hat vor einer neuen Corona-Supervariante gewarnt. Diese könne sich als Kombination der bestehenden Varianten bilden, sagte Sai Reddy, Assistenzprofessor am Department of Biosystem Science and Engineering der ETH in Basel, in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Beta aus Südafrika und Gamma aus Brasilien hätten Fluchtmutationen entwickelt, sodass sie Antikörpern teilweise ausweichen könnten, erklärte der Immunologe. Delta wiederum sei viel ansteckender, habe aber bis jetzt keine Fluchtmutationen gebildet.

Die Entstehung einer Kombination sei unausweichlich, sagte Reddy. Es sei die nächste Phase der Pandemie, wenn Beta oder Gamma infektiöser würden oder aber Delta Fluchtmutationen entwickle. «Das wird das grosse Problem des kommenden Jahres. Covid-22 könnte noch schlimmer werden als das, was wir jetzt erleben.» Die Schweiz werde im Herbst einen Anstieg der Fälle und damit auch der Impfdurchbrüche erleben. Allerdings nicht, weil die Impfstoffe schlecht wirkten, sondern weil die Impfrate noch zu tief sei. Mehr dazu hier.

Afghanistan-Konferenz in der Schweiz

Aussenminister Ignazio Cassis strebt offenbar eine Afghanistan-Konferenz in der Schweiz an. Der Tessiner Bundesrat habe Staatssekretärin Livia Leu den Auftrag erteilt, eine Durchführung auf Schweizer Boden zu prüfen, berichtete die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf zwei gut unterrichtete Quellen.

Gemäss Angaben einer dritten Person fanden dazu bereits Gespräche auf internationaler Ebene statt. Livia Leu soll demnach analysieren, ob ein solches Treffen zur Lösung der Krise beitragen kann, und welchem Zweck es dienen soll. Möglich seien etwa eine Geberkonferenz oder die Organisation eines humanitären Korridors aus Afghanistan heraus, hiess es im Bericht. Ein Sprecher des Aussendepartements liess gegenüber der Zeitung durchblicken, dass die Schweiz Interesse an einer aktiven Rolle habe. Die Gespräche zwischen den Taliban und der ehemaligen Regierung liefen in Afghanistan weiter, sagte er.

Es bleibe abzuklären, ob und wo im friedenspolitischen Bereich Bedürfnisse bestünden. Die Schweiz stehe seit Jahren mit allen Akteuren im Kontakt und verfüge über entsprechende Zugänge. Ignazio Cassis war im letzten Juni ein diplomatischer Coup gelungen, als die Delegationen aus den USA und Russland Genf als Treffpunkt für einen Gipfel zwischen US-Präsident Joe Biden und Kremlchef Wladimir Putin ausgewählt hatten.

500 Millionen für Entwicklungshilfe

Afghanistan war zuletzt ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe. Die Ausgaben des Bundes in dem zentralasiatischen Binnenstaat beliefen sich in den letzten zwanzig Jahren auf rund 500 Millionen Franken, wie die Zeitungen «SonntagsBlick» und «SonntagsZeitung» mit Verweis auf Angaben des Aussendepartements berichteten. Zuletzt waren es jährlich über 30 Millionen Franken. Von den Geldern profitierten Kleinbauern, Kinder, Künstler oder die afghanische Menschenrechtskommission.

Nach dem Fall des Taliban-Regimes eröffnete die Schweiz 2002 ein Kooperationsbüro in Afghanistan, um die notleidende Bevölkerung zu unterstützen. Am Anfang stand vor allem die humanitäre Hilfe im Vordergrund, etwa in Form von medizinischer Hilfe oder der Bekämpfung von Hunger aufgrund von Dürren. Später ging es vermehrt darum, Wiederaufbauhilfe zu leisten, in Bildung zu investieren oder landwirtschaftliche Projekte zu unterstützen.

Swiss-Spitze für Bonizahlungen gemassregelt

Die Bundesräte Simonetta Sommaruga und Ueli Maurer haben die Swiss-Spitze für Bonizahlungen bei gleichzeitiger Inanspruchnahme von Staatsgeldern gemassregelt. «Politisch unsensibel», «Irritation» und «wenig Verständnis» hiess es in einem Schriftwechsel zwischen den Bundesräten und den Managern der Airline, wie die «SonntagsZeitung» berichtete. Das Blatt konnte diesen gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen. Die Verkehrsministerin und der Finanzminister rügten die Swiss-Spitze im Dezember dafür, dass sie sich Boni für das Jahr 2019 ausgezahlt hatte. Wenige Monate zuvor hatte der Bund die Airline mit einer milliardenschweren Kreditbürgschaft gerettet.

Der damalige Swiss-CEO Thomas Klühr und Verwaltungsratspräsident Reto Francioni zeigten in ihrer Antwort demnach «Verständnis für das geäusserte Anliegen». Die Swiss will der Bitte der Bundesräte nachkommen, bis zur vollständigen Rückzahlung des Kredits auf Boni für die Geschäftsleitung zu verzichten. Allerdings liessen sich die Manager die Möglichkeit offen, schon vor der kompletten Rückzahlung des Kredits ihr Basissalär anzuheben.

Sepp Blatter hat keine Angst

Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter hat laut eigenen Aussagen keine Angst vor einem möglichen Prozess im Fall einer verdächtigen Zahlung an den einstigen UEFA-Präsidenten Michel Platini. Er wäre aber «noch nicht bereit», körperlich an einer Verhandlung zu erscheinen, sagte der ehemalige Präsident des Weltfussballverbands der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Der 85-Jährige ist nach einer Herzoperation angeschlagen. Ob die Bundesanwaltschaft in dem Fall überhaupt Anklage erhebt, war nach Blatters Einvernahme von vor zwei Wochen zunächst unklar. Blatter wird verdächtigt, Platini mit einer Zahlung über zwei Millionen Franken unrechtmässig bereichert zu haben.

Sepp Blatter und Michel Platini selber sagten stets, die Zahlung der FIFA an Platini habe auf einem mündlichen Vertrag basiert. Damit sei dessen Beratertätigkeit für die FIFA zwischen 1998 und 2002 geregelt worden. Die beiden galten vor Jahren als Rivalen um die FIFA-Spitze. Laut Medienberichten vermuten die Schweizer Ermittler, dass das Geld an Platini gezahlt wurde, damit dieser nicht gegen Blatter für das FIFA-Präsidium kandidiere. Mehr dazu hier.

Banken setzen auf Stimmerkennung

Bei der Digitalisierung der Finanzbranche setzen immer mehr Banken auf eine automatische Stimmerkennung ihrer Kundinnen und Kunden. Diese ersetzt bei Anrufen in den Callcentern eine Identifizierung durch persönliche Fragen, wie der «SonntagsBlick» berichtete. Die Migros Bank etwa führte das neue System vor einem Jahr ein. Mittlerweile seien für 23’000 der total rund 800’000 Kundinnen und Kunden Stimmprofile angelegt, hiess es im Bericht. Dieser Wert soll in den kommenden Monaten gesteigert werden.

Die Identifikation mittels Stimmbiometrie empfinden die Kunden laut der Bank als praktisch und zeitsparend. Die bisherige Identifikation durch Fragen dauerte im Schnitt rund 60 Sekunden. Postfinance setzt bereits seit drei Jahren auf automatische Stimmerkennung. Zahlen gab das Institut nicht bekannt. Die Bank Cler – bis 2017 Bank Coop – führte die Stimmerkennung zur Kundenidentifikation im Juni dieses Jahres ein. Bei der Credit Suisse ist die neue Technologie ebenfalls ein Thema. Die Grossbank prüft derzeit Stimmerkennungslösungen.

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