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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 22. August 2021.
Basel

Messerstechereien, Vorlesungen für Geimpfte und 99 Prozent-Initiative

Stephanie Eymann, Mustafa Atici und Joël Thüring diskutieren über Messerstechereien, Vorlesungen für Geimpfte und die 99 Prozent-Initiative.

Messerstechereien: Haben wir ein Sicherheitsproblem?

Am frühen Samstagmorgen wurde an der Inselstrasse/Gärtnerstrasse ein 30-jähriger Mann nach einer körperlichen Auseinandersetzung bei einer Messerattacke verletzt. Einen Tag später kam es beim Lysbüchelplatz zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen.

Ein 28-jähriger Mann wurde dabei mit einer Stichwaffe getötet. Nochmals einen Tag später wurde auf dem Areal des Gymnasiums Münchenstein ein 16-jähriger Junge mit Stichverletzungen aufgefunden. Laut dem ehemaligen Stawa-Sprecher Markus Melzl seien junge Männer immer öfter bereit, das Messer nicht nur mitzuführen, sondern es auch einzusetzen.

SVP-Grossrat Joël Thüring forderte eine Änderung der Polizeistrategie. Basel sei zu unsicher. Stimmt das?

Basler Uni-Prof will nur noch vor Geimpften dozieren

Der Fall schlug nationale Wellen: Dominique de Quervain, Professor und Neurowissenschaftler der Universität Basel, hat auf Twitter angekündigt, keinen Präsenzunterricht anzubieten, solange ungeimpfte und ungetestete Studierende in Hörsälen zugelassen sind. «Die Altersgruppe der Studierenden ist derzeit von Neuinfektionen am stärksten betroffen», begründet de Quervain den Entscheid.

«Gleichzeitig ist die Hälfte dieser Gruppe ungeimpft.» In den letzten Tagen und Wochen sind die Ansteckungs- und Hospitalisierungszahlen massiv angestiegen. Die Kurve der Neuimpfungen ist deutlich flacher.

Ist der Entscheid des Basler Uni-Professors ein konstruktiver Debattenbeitrag oder eine unnötige Verschärfung?

99 Prozent-Initiative: Schafft sie mehr Gerechtigkeit?

Am 26. September kommt die 99%-Initiative der Juso zur Abstimmung. Sie fordert die höhere Besteuerung von Kapitaleinkommen (Zinsen, Dividenden etc.). Mit den Mehreinnahmen sollen die Einkommenssteuern für Personen mit tiefen und mittleren Arbeitseinkommen gesenkt oder in die soziale Wohlfahrt wie Familienleistungen, Bildung und Gesundheit investiert werden.

Die Juso schreibt: «In Anbetracht der steigenden Vermögens-Ungleichheit in der Schweiz ist die Initiative heute dringlicher denn je: Das reichste 1% besitzt inzwischen rund 43% der Gesamtvermögen in der Schweiz. Am stärksten profitiert haben dabei die 300 Reichsten, welche ihre Vermögen in den letzten 17 Jahren auf 707 Milliarden Franken verdoppeln konnten. Treiber der massiven Vermögens-Konzentration sind Kapitaleinkommen, welche den Reichsten jedes Jahr Milliarden in die Taschen spülen.» Die Initiative wird von der SP, den Grünen oder auch der EVP unterstützt.

Die bürgerlichen Parteien und Arbeitgeberverbände bekämpfen die Initiative: Sie werde nicht nur die Reichsten treffen sondern sogar auch KMU. Auch Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Es bestehe kein Handlungsbedarf, weil in der Schweiz die Einkommen gleichmässiger verteilt sind als in den meisten andern OECD-Ländern.

Telebasel fragt: Schafft die Initiative mehr Gerechtigkeit?

Zu Gast im Telebasel Sonntags-Talk vom 22. August 2021 sind:

  • Stephanie Eymann, LDP-Regierungsrätin
  • Mustafa Atici, SP-Nationalrat
  • Joël Thüring, SVP-Grossrat

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