Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 20. August 2021.
Region

Geforderte Zertifikatspflicht für Studierende spaltet die Geister

Keine Zertifikatspflicht, kein Präsenzunterricht: So der Entscheid des Basler Professors Dominique de Quervain. Wie sehen dies Hochschulen und Studierende?

«Solange ungeimpfte und ungetestete Studierende in Hörsälen zugelassen sind, werde ich keine Präsenzvorlesung an der Universität anbieten»: Mit diesen Worten sorgte der Basler Professor und Neurowissenschaftler Dominique de Quervain auf Twitter national für Schlagzeilen. Für die Universität Basel und Fachhochschule Nordwestschweiz ist klar: Eine solche Forderung sei rechtlich nicht umsetzbar.

Schutzmassnahmen der Universität Basel umstritten

Dominique de Quervain ist von der 3G-Regelung – geimpft, getestet oder genesen – überzeugt. «Das Covid-Zertifikat würde den Präsenzunterricht sicherer machen und einen zusätzlichen Impfanreiz für Studierende bedeuten», schreibt de Quervain auf Anfrage. Er zweifle an den momentan geltenden Schutzmassnahmen der Universität Basel. Weshalb sich viele Studierende noch nicht impfen lassen haben, sei ihm unklar. «Das mag verschiedene Gründe haben. Klar ist, dass sich verantwortungsvolle Studierende impfen lassen», schreibt de Quervain weiter.

Anders sieht das die Universität Basel. «Unser Schutzkonzept beinhaltet eine Maskenpflicht. Zudem wird nur jeder zweite Platz belegt und die Säle werden stündlich durchlüftet», sagt der Mediensprecher der Universität Basel, Matthias Geering. Dadurch seien Ansteckungen praktisch unmöglich. «Unsere ExpertInnen vom Universitätsspital Basel sind der Meinung, dass dies ein gutes Schutzkonzept ist», so Geering weiter.

Unterschiedliche Meinungen bei Studierenden

Eine Zertifikatspflicht stehe nicht zur Diskussion. Testzentren vor Ort wären zwar eine optimale Lösung, seien an der Universität Basel aber nicht umsetzbar. «Es ist an der Uni schwierig, gruppenweise zu testen, da wir keinen Klassenbetrieb haben. Die StudentInnen vermischen sich alle zwei Stunden», sagt Geering. Darum möchte die Universität Basel auf eine verstärkte Impfkampagne setzen. «Wir sind mit dem Kanton in Absprache, ob wir an der Uni Impfmöglichkeiten anbieten können», so Geering weiter.

Bei den Studierenden gehen die Meinungen über eine Zertifikatspflicht auseinander. «Ich wäre froh, wenn ich diese Sicherheit hätte, dass meine Mitstudierenden geimpft oder getestet sind. Vor allem auch in grossen Vorlesungen», meint der Student Yari Volpe. Anderer Meinung ist die Studentin Marija Cukic: «Ich finde, jedem Studierenden soll erlaubt sein, zum Präsenzunterricht zu kommen, auch wenn er nicht geimpft oder getestet ist. Wenn sie Angst haben, können sie sich impfen lassen oder weiterhin nur am Online-Unterricht teilnehmen.»

Zertifikatspflicht rechtlich nicht umsetzbar

Auch an der Fachhochschule Nordwestschweiz kommt eine Zertifikatspflicht nicht in Frage. «Wir haben ein bewehrtes Schutzkonzept. Dieses sieht Abstandsregeln, Schutzmasken und Hygienemassnahmen vor», so Karin Hiltwein, Leiterin des Krisenstabs der FHNW. Zudem biete die FHNW seit Juli an allen Standorten Speicheltests an. «Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass es keine Zertifikatspflicht braucht», so Hiltwein weiter.

Dass Dominique de Quervain auf den Präsenzunterricht verzichten will, würde man akzeptieren, so Matthias Geering. Eine Zertifikatspflicht wäre rechtlich gesehen allerdings gar nicht umsetzbar. Da es sich bei der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz um öffentliche Betriebe handle, müssen sie allen Personen den Zugang zur Bildung gewährleisten – egal ob geimpft, getestet oder nicht.

1 Kommentar

  1. Wo er recht hat, hat er recht! Natürlich gehört eine Zertifikatspflicht an die Uni!
    Mit Egoismus kommen wir nicht gegen diese 4. Welle an! Warum werden Ignoranten mit Handschuhen angefasst?Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel