Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow wirbt für Demokratie. (Bild: Keystone)
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Gorbatschow wirbt für Demokratie

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow spricht sich zum 30. Jahrestag des August-Putsches für eine demokratische Entwicklung Russlands aus.

«Ich glaube, dass der demokratische Weg für die Entwicklung Russlands der einzig richtige ist, weil das Land nur so vorankommen und jedwede Probleme lösen kann», teilte der 90-jährige Friedensnobelpreisträger am Mittwoch in Moskau mit.

Der Putsch kommunistischer Hardliner gegen Gorbatschow und seine Reformpolitik 1991 jährt sich an diesem Donnerstag zum 30. Mal. Die sieben Mitglieder des Putsch-Komitees wollten damals das sowjetische System mit Gewalt erhalten, scheiterten aber nach kurzer Zeit – am Widerstand der Moskauer und des russischen Präsidenten Boris Jelzin.

«Demokratische Rückschritte»

«Die Menschen wollten keine Rückkehr zur früheren Ordnung», sagte Gorbatschow. Er wollte die Sowjetunion nach seinem Amtsantritt als Generalsekretär der Kommunistischen Partei von 1985 an mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) reformieren. «Die im Ergebnis der Perestroika entstandenen demokratischen Institute überstanden den Test», sagte er im Rückblick auf den Putsch. Unter Präsident Wladimir Putin, der vor mehr als 20 Jahren erstmals gewählt worden war, beklagte Gorbatschow allerdings immer wieder demokratische Rückschritte.

Gorbatschow machte in seiner Erklärung zum Jahrestag des Putsches einmal mehr deutlich, dass er die Sowjetunion habe bewahren wollen. Schuld am Zerfall des mächtigen Landes hätten zum einen die Putschisten gehabt, aber auch die «Anführer Russlands, der Ukraine und von Belarus», die im Dezember 1991 das Ende der Sowjetunion in einer «Verschwörung» besiegelt hätten.

Die UdSSR hörte damals auf zu existieren. Gorbatschow musste abtreten, der Zepter der Macht im Kreml übernahm Jelzin. Die unabhängige Zeitung «Nowaja Gaseta», bei der Gorbatschow Miteigentümer ist, widmete am Mittwoch ihre gesamte Ausgabe auf 24 Seiten dem Scheitern des August-Putsches.

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