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Der Telebasel News-Beitrag vom 17. August 2021.
Region

Drei Messerattacken in drei Tagen: Grund zur Sorge?

Messerattacken häufen sich in letzter Zeit. Für Markus Melzl ist klar: Generationenwechsel und kulturelle Unterschiede sind dafür verantwortlich.

Am frühen Samstagmorgen wurde an der Inselstrasse/Gärtnerstrasse ein 30-jähriger Mann nach einer körperlichen Auseinandersetzung bei einer Messerattacke verletzt. Einen Tag später kam es beim Lysbüchelplatz zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. Ein 28-jähriger Mann wurde dabei mit einer Stichwaffe getötet. Nochmals einen Tag später wurde auf dem Areal des Gymnasiums Münchenstein ein 16-jähriger Junge mit Stichverletzungen aufgefunden. Der ehemalige Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, Markus Melzl, schaut den zunehmenden Vorfällen kritisch entgegen.

Markus Melzl: «Gewaltorientiert statt kommunikativ»

Die aktuellen Entwicklungen seien wie ein Teufelskreis. «Wenn jemand sieht, dass der Andere ein Messer im Ausgang dabei hat, dann nimmt er automatisch auch eines mit», sagt Melzl. Bei den Tätern handle es sich mehrheitlich um junge Männer. Diese seien immer öfter bereit, dass Messer nicht nur mitzunehmen, sondern es auch einzusetzen. «Früher gab es auch schon Messerstechereien. In den letzten Jahren ist allerdings feststellbar, dass es vermehrt zu solch schweren Gewaltdelikten kommt», so Markus Melzl weiter.

Diese Zunahmen habe mit dem Generationenwechsel zu tun. «Junge Menschen sind schneller beleidigt und sehen die Person gegenüber als Feind», sagt Melzl. Ebenfalls spiele die kulturelle Herkunft eine Rolle. «In einigen Kulturkreisen wird weniger geredet und kommuniziert. Es geht auch schnell einmal um die Ehre», so Markus Melzl weiter. Dies führe dazu, dass viele Situationen über das Gespräch hinausführten und eine Stichwaffe zum Einsatz komme.

Messerattacke: Wie reagieren?

Falls jemand in eine solche Situation kommen sollte, empfiehlt Markus Melzl nur eines: «Viele unterschätzen ein Messer. Falls man im Nahkampf nicht bestens trainiert ist, sollte man die Situation schnellstmöglich verlassen», so Melzl. Anschliessend sei es wichtig, der Polizei den Vorfall zu melden und genauestens zu schildern.

2 Kommentare

  1. Die Schulbildung ist ein mitproblem, da nicht mehr auf die Unterschiede von Männer und Frauen Rücksicht genommen wird. Alle werden in den gleichen Topf geworfen bei allen Fächern und genau da fängt es an.
    Männer Handeln, Frauen lösen es mit Beziehungen/Diskutieren.
    Nun wird das Handeln unterdrückt somit staut sich das Testosteron welches sich in Depressionen und Aggressionen umschlägt.
    Jeder Politiker sollte sich mit Erziehung und dem Unterschied zwischen Männer und Frauen auseinandersetzen müssen, dann versteht man um einiges mehr inkl. Führungskräfte.Report

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