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Der Telebasel News-Beitrag vom 16. August 2021.
Basel

Linke kritisieren Bund nach Corona-Ausbruch in Asylzentrum

Nach dem Corona-Ausbruch und der Quarantäne im Bundesasylzentrum Basel schiessen linke Parteien gegen den Bund. Sie sprechen von inakzeptablen Zuständen.

Asylsuchende hätten draussen geschlafen. Sie wollten sich schützen als klar war, dass andere aus dem gleichen Zimmer positiv auf Corona getestet worden waren. Dies schilderte Hüseyn Erpolat, Bewohner des Bundesasylzentrums Basel, vor den Medien.

Zusammen mit der migrantischen Selbstorganisation ROTA und der Basler Sektion der Partei der Arbeit (PdA) kritisierte die BastA! das Staatssekretariat für Migration (SEM) in Bezug auf den Corona-Ausbruch im Bundesasylzentrum Basel scharf. Das SEM habe das Schutzkonzept bis heute nicht herausgegeben, trotz Anfrage. «Wir haben das Gefühl, dass ohne Konzept vorgegangen wurde», erklärt die Co-Präsidentin der BastA!, Heidi Mück, gegenüber Telebasel. «Es kamen positiv getestete Personen mit negativ getesteten Personen in das gleiche Zimmer. Das während mehrerer Stunden.»

Hygieneartikel fehlten

Gemäss den Schilderungen Hüseyn Erpolats hatten die Bewohner des Asylheims während der zehntägigen Quarantäne keinen Zugang zu zahlbaren Hygieneartikeln. Durch das ständige Aufeinandersitzen sei es auch zu Aggressionen gekommen. Kinder hätten alles miterlebt. Man habe sich nicht aus dem Weg gehen können. Hilfe und Informationen habe es keine gegeben, kritisiert er.

«Wir fordern, dass das SEM auch mal zu seinen Fehlern steht», sagte Heidi Mück von der BastA!. Das SEM müsse aus solchen Fehlern lernen. Der Personenkreis im Bundesasylzentrum wechsle ständig, und die Pandemie sei noch nicht vorbei. «Ich denke, da kann man sehr vieles besser machen, und das sind wir diesen Leuten schuldig», sagte Heidi Mück.

SEM wehrt sich: «Situation unter Kontrolle»

Nach Meinung der BastA!, von ROTA und der PdA wäre eine bessere Lösung gewesen, Hotels beizuziehen und Asylsuchende dort zwischenzeitlich unterzubringen. So wären weniger Menschen mit den Infizierten in Kontakt gekommen, ist sich Heidi Mück sicher: «Die Möglichkeit bestand, sich auf diese Situation vorzubereiten. Man kann fast damit rechnen, dass es in solch einem Zentrum zu einem Ausbruch kommt. Die Leute leben auf engen Raum zusammen. Es hat uns darum sehr erstaunt, dass keine Ausweichmöglichkeiten geprüft wurden und überhaupt nichts zur Verfügung stand».

Das Staatssekretariat für Migration nahm gegenüber Telebasel zur Kritik schriftlich Stellung. Man unternehme seit Beginn der Pandemie «grosse Anstrengungen», um die Gesundheit der Asylsuchenden zu garantieren. «Zudem haben wir eine Vielzahl neuer Bundesasylzentren eröffnet, um die Abstandsregeln einzuhalten und genügend Raum zu schaffen, damit jederzeit auf einen Ausbruch von Covid-19 reagiert werden kann», heisst es in der Stellungnahme. Auch in Basel habe man die Situation jederzeit unter Kontrolle gehabt.

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