Ajla Del Ponte überquert die Ziellinie im 200-Meter-Finale der Frauen beim 41. Internationalen Leichtathletik-Meeting Resisprint in La Chaux-de-Fonds. (Bild: Keystone)
Schweiz

Del Ponte und Joseph in Rekordlaune

Die Schweizer Sprinter leisten Herausragendes. Joseph ist schnellster Europäer und Del Ponte liegt alleine an der Spitze der kontinentalen Saisonbestenliste.

Hochsommerliche Temperaturen, die Höhenlage von fast 1’000 Metern und ein Rückenwind, der gerade noch im Rahmen des Erlaubten blies: Die Schweizer Sprinter nützten die für sie perfekten Verhältnisse im Neuenburger Jura zu herausragenden Leistungen.

Ajla Del Ponte verbesserte den zuvor von Mujinga Kambundji gehaltenen nationalen Rekord über 100 m zum zweiten Mal innerhalb von 15 Tagen. Die 25-jährige Tessinerin zündete im Stade de la Charrière ein wahres Feuerwerk. Die Olympia-Fünfte brillierte gleich dreimal: Zunächst gewann sie ihren 100-m-Vorlauf in 11,27 Sekunden, im Final verbesserte sie ihren in Tokio aufgestellten Schweizer Rekord um eine Hundertstel auf 10,90, und schliesslich stellte sie über 200 m in 22,38 Sekunden eine klare persönliche Bestzeit auf.

In der kontinentalen Saisonbestenliste liegt Del Ponte nun alleine an der Spitze, eine Hundertstel vor der Britin Dina Asher-Smith. Über 200 m kam sie bis auf zwölf Hundertstel an den Schweizer Rekord von Kambundji, die in La Chaux-de-Fonds nicht am Start war, heran. Bei Athletissima in Lausanne werden sich die beiden am 26. August aneinander – und an den dominierenden Jamaikanerinnen – messen.

Joseph schnellster Europäer

Für den ersten Knaller des Nachmittags hatte der Hürdensprinter Jason Joseph gesorgt. Nachdem er in den Olympia-Halbfinals in Tokio den angestrebten Schweizer Rekord und Finaleinzug noch verpasst hatte, zeigte der Baselbieter diesmal eine Topleistung. In 13,12 Sekunden blieb er gleich 17 Hundertstel unter seinem bisherigen Landesrekord aus dem vergangenen Jahr.

Besonders beeindruckend ist: Kein Europäer ist die 110 m Hürden in diesem Jahr schneller gelaufen. Mit dieser Zeit wäre er in Tokio, allerdings auf Meereshöhe, auf den 4. Platz gelaufen. Dennoch zeigt der Wechsel des Trainingsumfelds nach Florida zum renommierten Coach Rana Reider nach einem nicht ganz einfachen Start nun deutliche Früchte.

Wicki und Reais im Windpech

So schnell wie noch nie waren auch Silvan Wicki und William Reais unterwegs, allerdings war der Wind bei ihren Rennen irregulär. Wicki lief die 100 m bei 2,5 m/s Rückenwind in 10,08, Reais die halbe Bahnrunde bei 2,1 m/s Rückenwind in 20,12.

Fünf Tage nach ihrer Heimreise von den Olympischen Spielen zeigte sich auch Lea Sprunger sehr gut in Form. Im Rennen über 400 m lief die Hürdenspezialistin, die Ende Saison ihre Karriere beendet, in 50,70 auf den 2. Platz und kam mit ihrer zweitbesten Karriere-Zeit bis auf 18 Hundertstel an ihren Schweizer Rekord heran, den sie 2018 gleichenorts aufgestellt hatte.

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