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Der Telebasel News Beitrag vom 13. August 2021.
Baselland

Nach Demo in Liestal: Linke klagen an – Polizei wehrt sich

Diverse Seiten kritisieren den «unverhältnismässigen» Polizeieinsatz vom Mittwochabend. Die Polizei verweist auf Sachbeschädigungen der Demonstrierenden.

Die unbewilligte Demonstration erfolgte im Nachgang zu einer Hausbesetzung einer abbruchreifen Liegenschaft an der Heidenlochstrasse in Liestal. Die Besetzter und Besetzerinnen befürchten, dass bezahlbare Wohnungen in Liestal verschwinden. Mit der Demo wollten die TeilnehmerInnen dagegen ein Zeichen setzen. Beim Einsatz wurden zwölf Demonstrierende angehalten und auf die Polizeistation gebracht.

Anna Holm: «Wir haben Gewalt erlebt»

Die JUSO Baselland ist geschockt vom Verhalten der Polizei. «Die Demo ist von PolizistInnen in Vollmontur gestoppt worden. Dabei wurden Schlagstöcke, Schilder und Hunde ohne Maulkörbe eingesetzt», sagt Anna Holm, Präsidentin der JUSO Baselland. «Wir haben viele Gewaltszenen mit angeschaut und erlebt», so Holm weiter.

Die Baselbieter Polizei wisse allerdings nichts von gewalttätigen Einsätzen. «Über tätliche Angriffe auf Demonstrierende und verletzte Personen haben wir bis jetzt keine Erkenntnisse», sagt der Baselbieter Polizeisprecher Adrian Gaugler. «Wir mussten zwölf Demonstrierende anhalten, da sie sich unseren Anweisungen widersetzt haben», so Gaugler weiter.

«Unverhältnismässiger» Einsatz sorgt für Kritik

Die JUSO Baselland kritisiert vor allem die Unverhältnismässigkeit des Einsatzes. «Es hatte viel mehr PolizistInnen als Demonstrierende. Wenn die Polizei nicht in der Lage ist, auf eine solche Situation halbwegs angemessen zu reagieren, dann ist dies ein Totalversagen», sagt Holm. Die Teilnehmenden hätten von Anfang an mitgeteilt, dass sie friedlich demonstrieren werden. Auch die SP Baselland und die ehemalige SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer kritisieren den Polizeieinsatz.

Wie die Baselbieter Polizei gegenüber Telebasel mitteilt, habe die hohe Anzahl an PolizistInnen seine Gründe gehabt. «Aufgrund der vielen Aufrufe in den sozialen Medien konnten wir im Vorhinein nicht abschätzen, wie viele Demonstrierende teilnehmen werden. Auch das Gewaltpotenzial ist nicht einschätzbar gewesen», sagt Gaugler. Entsprechend habe die Polizei ein Sicherheitsdispositiv erstellt.

Wie die Polizei mitteilt, sei es während der Demonstration zu Sachbeschädigungen gekommen. So sei ein Polizeiauto beschädigt worden. Weitere Sachschäden sind in Abklärung. Wie Anna Holm allerdings gegenüber Telebasel erklärt, sei es nie zu solchen Sachbeschädigungen gekommen.

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