Erfolgreiche Schweiz: Die AthletInnen holten insgesamt 13 Medaillen. (Bild: Keystone)
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«Die Olympischen Sommerspiele 2021 waren phänomenal»

Mit 13 Medaillen schliesst die Schweiz die Olympischen Spiele in Tokio so erfolgreich ab wie seit 1952 nicht mehr. Das schreiben die Schweizer Medien dazu.

«NZZ am Sonntag»: «Am 27. Juli wurde der Schweiz eine ideale Olympiasiegerin geboren. Jolanda Neff hatte eine klassische Heldenreise hinter sich, als sie in Tokio auf das Podest stieg. Eine frühe Hochbegabte muss Enttäuschungen erleiden, stürzt lebensbedrohlich, gewinnt lange kein Rennen mehr – und fährt dann am entscheidenden Tag in den Olymp. Je näher man sich einer Olympiasiegerin fühlt, desto grösser ist die Identifikation. In der Schweiz wird geliebt, wer herausragende Leistungen erbringt, ohne herauszuragen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Geschichten der Schweizer Medaillengewinnerinnen und -gewinner seien so verschieden, dass sie nicht zusammenhängen. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass diese Verschiedenheit die gemeinsame Geschichte ist. Und je diverser eine Olympiadelegation ist, desto grösser ist die Chance, dass sich das ganze Land in den Medaillen erkennt. (…) Jolanda Neff nahm an diesen Olympischen Spielen von Tokio die alte Schweiz in die neue mit. Und sie war nicht die Einzige.»

«Blick» (online): «Schauen wir auf die Schweizer Bilanz von Tokio, dann waren die Olympischen Sommerspiele 2021 phänomenal: 13 Schweizer Medaillen! Denkt man an all die Geschichten, die dahinter stecken, wird es noch besser. Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Es waren auch bizarre Spiele. Klar, Corona verlangt Opfer, und wer trotz Pandemie Olympia will, muss Kompromisse machen. Olympia brachte eine gewisse Sorglosigkeit nach Japan. Das werden Thomas Bach und seine Kollegen in ihrer vorhersehbaren Selbstbeweihräucherung selbstverständlich ausblenden. Das alles schmälert nicht die Leistungen der Sportler (…). Aber es macht diese Spiele zu einer bittersüssen Angelegenheit zu einer hoffentlich einmaligen Angelegenheit.»

Tamedia (online): «Tokio sind die erfolgreichsten Sommerspiele der Schweiz seit 70 Jahren. Und das Team ist noch so jung, dass die Aussichten für Paris 2024 verheissungsvoll sind. Die Zitrone ist ausgepresst. So lautete das Fazit von Swiss Olympic nach den Spielen 2016 in Rio. Fünf Jahre später (…) darf man getrost sagen: Da ist noch viel Saft drin. Nach diesen zwei so aufregenden und erfolgreichen Wochen (…) ist klar: Tokio, das waren zwar Geisterspiele, aber solche mit einem neuen Schweizer Geist. Sie werden in der Sportgeschichte einen besonderen Platz einnehmen.»

CH Media (online): «Medaillen gewannen Tessiner und Romands, Deutschschweizer und im Ausland lebende Schweizerinnen und solche mit Migrationshintergrund. Für die Schweiz waren es die Olympischen Spiele der Vielfalt. Geschlecht, Sprache, Hautfarbe, Herkunft und Alter mögen uns unterscheiden, aber sie trennen uns nicht. Selten zuvor war die viel zitierte verbindende Kraft des Sports zutreffender als in diesem Schweizer Sportsommer für die Ewigkeit, zu dem auch die Fussballnationalmannschaft beitrug. (…) Tokio wird dereinst auch als Zeitenwende in die Sportgeschichte Eingang finden, weil sie das Ende für die prägendsten Schweizer Figuren der letzten Jahrzehnte darstellt: Nicola Spirig holte noch einmal zwei Diplome, Giulia Steingruber enttäuschte. Roger Federer und Stan Wawrinka waren gar nicht erst angereist.»

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