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International

130 Anzeigen wegen Waldbränden in Italien

Eine Hitzewelle hat den Süden Europas erfasst. Vielerorts wüten Waldbrände. Besonders stark betroffen: Die Türkei und Griechenland. Alle News im Ticker.
Feuer in Griechenland haben Tausende Bienenstöcke zerstört

Den griechischen Imkern haben die gewaltigen Brände der vergangenen Wochen massiven Schaden zugefügt. Erhebungen zufolge sind mehr als 9000 Bienenstöcke den Flammen zum Opfer gefallen. Vor allem auf der Insel Euböa, wo über 50’000 Hektar Fläche verbrannten und vor allem Pinienwälder betroffen waren, sind die Imker verzweifelt. «Die Zerstörung des alten Kieferwaldes ist ein grosser Verlust für die griechische Imkerei – und zwar für die nächsten 30 Jahre», sagte am Samstag der Präsident des griechischen Imkerverbandes, Vassilis Douras, der griechischen Nachrichtenagentur ANA.

Mindestens drei Jahrzehnte werde der Wald brauche, um wieder so dazustehen wie vor den Bränden, schätzt Douras. Aus der Region stammten zuvor rund 65 Prozent des jährlich gewonnenen griechischen Pinienhonigs. Der Fachmann prognostiziert einen Verlust von 5000 Tonnen Honig und mehr pro Jahr und fordert für seine Branche Unterstützung vom Staat: «Bienen geben uns durch Bestäubung in der landwirtschaftlichen Produktion und Biodiversität viel mehr zurück, als sie den Imkern durch den Honig geben.»

Waldbrandsaison in Italien: Knapp 130 Anzeigen wegen Brandstiftung

Die Waldschutz-Einheit der italienischen Polizei hat in diesem Sommer knapp 130 mutmassliche Brandstifter angezeigt und vier festgenommen. Zudem hätten sie im Zusammenhang mit den Waldbränden Ordnungswidrigkeiten in einem Gesamtwert von 530 000 Euro beanstandet, teilten die Carabinieri am Montag in Rom mit.

Die meisten Wald- und Buschbrände zwischen Juni und August seien mit Vorsatz oder aus Unachtsamkeit entfacht worden. Menschen hätten mit Hilfe der Feuer Weideflächen erneuern oder sich an der öffentlichen Verwaltung rächen wollen. Vandalismus sei auch ein Grund gewesen.

 

In Italien gab es diesen Sommer 130 Anzeigen wegen Waldbränden. (Bild: Keystone)

In diesem Jahr waren der Polizei zufolge besonders die Regionen Kalabrien, Kampanien und Apulien in Süditalien sowie die grossen Inseln Sardinien und Sizilien von Bränden betroffen. Die andauernde Dürre, Hitze und starke Winde hätten ausserdem dazu beigetragen, dass sie sich ausbreiteten.

Seit Ende Juli wüteten die Flammen in vielen Landesteilen. Der Zivilschutz entsandte seitdem täglich Löschflugzeuge in die betroffenen Regionen. Teilweise erreichten die Feuer auch Wohngebiete. In Kalabrien kamen nach Medienangaben fünf Menschen im Zusammenhang mit den Bränden ums Leben. Die Feuerwehren schritten landesweit Zehntausende Male gegen die Feuer ein. Für die Landwirtschaft entstand ein beträchtlicher Schaden. Die Flammen zerstörten auch Gebiete in geschützten Naturparks.

Waldbrand in Bibione - Landesweit Schäden für Landwirtschaft

In der beliebten Urlaubsgegend Bibione östlich der italienischen Stadt Venedig ermitteln die Behörden laut Medienberichten nach einem Waldbrand. Der Verdacht sei, dass das Feuer möglicherweise in der Nacht zu Sonntag gelegt worden sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag. Ein Passant habe gegen vier Uhr die Feuerwehr gerufen. Wenige Stunden später hätten die Einsatzkräfte die Flammen in dem Pinien-Wald gelöscht. Nun ermittelten die Carabinieri zur Brandursache.

In Italien wurden die Feuerwehren landesweit, aber vor allem im Süden und auf den grossen Inseln in dieser Waldbrandsaison seit Mitte Juni zu Zehntausenden Brand-Einsätzen gerufen. In Kalabrien an der italienischen Stiefelspitze wüteten die Feuer vor allem im geschützten Aspromonte Nationalpark. Die Feuerwehr veröffentlichte am Sonntag Fotos aus der Gegend, auf denen verbrannte und verkohlte Landstriche zu sehen waren. In Kalabrien starben Medienangaben zufolge bislang insgesamt fünf Menschen im Zusammenhang mit den Waldbränden.

Die Waldbrand-Lage auf den grossen Inseln Sizilien und Sardinien entspannte sich zuletzt. Die Zivilschutzbehörden beider Inseln senkten das Waldbrandrisiko für weite Teile. In der Toskana kämpfte die Feuerwehr zum Ende der Woche mit mehreren Einheiten und zwei Löschflugzeugen gegen einen Waldbrand in Scansano.

Hitze und Trockenheit sorgten immer wieder für Waldbrände. Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach von Ernteschäden in Höhe von einer Milliarde Euro aufgrund der Brände und der Dürre. In vielen Gegenden hat es seit Wochen nicht geregnet.

Präfektur: Waldbrände in Südfrankreich sind unter Kontrolle

Die Feuerwehr hat die grossflächigen Waldbrände in Südfrankreich nach fünf Tagen unter Kontrolle gebracht. Noch seien aber nicht überall die Flammen gelöscht, teilte die Präfektur in der Mittelmeerstadt Toulon am Freitag mit.

Angesichts der Wetterlage könnten die Brände wieder aufflammen, und die Feuerwehr bleibe in Bereitschaft. Ausserdem werde eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene der Brände geschaffen, die mehr als 8000 Hektar Gelände im bergigen Hinterland der Bucht von Saint-Tropez vernichtet hatten. Tausende Anwohner und Touristen auf Campingplätzen waren zeitweise in Sicherheit gebracht worden.

Brände in Griechenland teils unter Kontrolle gebracht – Gefahr bleibt

Nach tagelangen harten Kämpfen gegen die Flammen haben griechische und polnische Feuerwehrwehrleute einen grossen Brand im Westen Athens teils unter Kontrolle gebracht.

Ein grosser Waldbrand bei Athen ist nun unter Kontrolle. (Bild: Keystone)

«Die Gefahr aber bleibt gross, denn es wehen Winde in der Region», sagte ein Sprecher des Gouverneurs der Region im Staatsfernsehen (ERT). Der extrem schwierige Brand tobt seit Montag in einem dicht mit Pinien bewachsenen und unwegsamen Gebirge rund um die Ortschaft Vilia. Mehrere abgelegene Häuser seien zerstört worden, teilten Bürgermeister der Ortschaften der Region mit.

Ersten Schätzungen der lokalen Behörden zufolge zerstörten die Flammen dieses Brandes rund 8500 Hektar Wald und Buschland sowie landwirtschaftlich genutztes Land. In Griechenland sind seit Anfang August Hunderte Brände ausgebrochen. Zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, schickten daraufhin starke Kontingente von Feuerwehrleuten sowie Löschflugzeuge zur Hilfe.

Feuerwehr in Italien kämpft weiter gegen Waldbrände

Die Brände in Italien lodern in mehreren Teilen des Landes weiter. Am Donnerstagmorgen berichtete die Feuerwehr in dem Mittelmeerland von ungefähr 1325 Einsätzen in den zurückliegenden 24 Stunden.

In den meisten Fällen handelte es sich den Angaben zufolge um Wald- und Buschbrände. Stark betroffen ist dabei auch Kalabrien.

In der Region an der italienischen Stiefelspitze brannte es in den vergangenen Wochen an zahlreichen Stellen, vor allem um den geschützten Aspromonte Nationalpark herum. Trotz des Einsatzes von Löschflugzeugen seien die Feuerfronten teilweise immer noch gross, berichtete der Park-Präsident am Mittwochabend auf Facebook.

Seit Ende Juli verbrannten vor allem in Süditalien und auf den Inseln Sizilien und Sardinien Tausende Hektar an Wald- und Vegetationsflächen. Trockenheit, Hitze und starke Winde sorgten oft dafür, dass sich die Brände schnell ausbreiten konnten. Hinter vielen Feuern steckt aus Sicht der Behörden Brandstiftung. Die Polizei nahm bereits mehrere mutmassliche Brandstifter fest.

Der ersehnte Regen, der zur Beruhigung der Lage beitragen könnte, bleibt nach Wetterprognosen für einen Grossteil Süditaliens zunächst weiter aus.

Kampf gegen Waldbrände in Südfrankreich dauert an - Ein Toter

Mit einem Grossaufgebot kämpft die Feuerwehr in Südfrankreich weiter gegen ausgedehnte Waldbrände. Die Behörden meldeten einen Toten. Die Flammen im bergigen Hinterland der Bucht von Saint-Tropez waren demnach noch nicht unter Kontrolle.

7000 Hektar Gelände seien bereits verbrannt, teilte die Präfektur in der Mittelmeerstadt Toulon am Mittwochmorgen mit. Über 7000 Anwohner und Touristen, die in Sicherheit gebracht worden waren, hätten die Nacht in 15 Notunterkünften verbringen müssen.

900 Feuerwehrleute seien im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Es werde daran gearbeitet, die Telefon- und Stromversorgung wieder herzustellen.

Waldbrand bei Jerusalem nach knapp drei Tagen gelöscht

Ein massiver Waldbrand westlich von Jerusalem ist nach knapp drei Tagen gelöscht worden. Dies bestätigte am Mittwochmorgen ein Sprecher des israelischen Ministers für innere Sicherheit, Omer Bar-Lev.

Das Feuer war am Sonntag ausgebrochen und hatte sich trotz der intensiven Bemühungen der Feuerwehr und des Einsatzes von Löschflugzeugen immer weiter ausgebreitet. Grund dafür waren laut Medienberichten Trockenheit und starke Winde.

Nach Angaben der Polizei hatten Tausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Die Armee unterstützte die Evakuierungsmassnahmen mit Hubschraubern. Mehrere Häuser in verschiedenen Ortschaften gingen laut Ministerpräsident Naftali Bennett in Flammen auf. Zeitweise war befürchtet worden, dass das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem evakuiert werden müsste.

Brand im Westen von Athen tobt weiter

Griechische und polnische Feuerwehrleute haben die Ortschaft Vilia im Westen Athens gegen einen seit Tagen tobenden Brand verteidigt und die Ortschaft mit rund 3’000 Einwohnern gerettet. Der griechische Rundfunk berichtete über die erfolgreiche Löschaktion in der Nacht zum Donnerstag. «Wir hoffen, heute die Brände unter Kontrolle zu bringen», sagte der Gouverneur der Region, Giorgos Patoulis, im griechischen Rundfunk weiter. Am Mittwoch hatte sich der Wind gedreht – ein riesiges Flammenmeer hatte von den umliegenden Bergen aus Kurs auf die Ortschaft genommen.

Noch immer toben die Feuer bei Athen. (Bild: Keystone)

Mehrere Hubschrauber und Löschflugzeuge versuchten am Donnerstag mit dem ersten Tageslicht weiter, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Dieser ist nach Angaben des Ministers für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, schwer löschbar: Es gebe keine Strassen oder Schneisen, auf denen die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen die Brände auf den hohen Bergen der Region Vilia erreichen könne, die dicht mit Pinienbäumen bewaldet sind.

Unwetter sorgen für Überschwemmungen in Norditalien

Der Norden Italiens ist erneut von heftigen Unwettern heimgesucht worden – während in Süditalien weiter Wald- und Buschbrände lodern. In Südtirol stürzten Bäume um und Bäche wurden zu reissenden Fluten, wie aus den Twitter-Mitteilungen der Feuerwehr vom Dienstag hervorging.

Der Zivilschutz hielt die Menschen in den Gemeinden Ahrntal und Pflersch noch am Montagabend dazu an, in ihren Gebäuden zu bleiben und Bäche zu meiden. Über dem Gebiet nördlich von Sterzing an der Grenze zu Österreich fielen Hagel und es wehten kräftige Winde. Der Südtiroler Wetterdienst registrierte dort sehr starke Niederschläge von rund 86 Litern je Quadratmeter binnen 24 Stunden.

Die Unwetter zogen auch über die Regionen Venetien, Friaul-Julisch Venetien, die Lombardei und die Emilia-Romagna. Rund 570 Male rückten die Feuerwehren nach eigenen Angaben wetterbedingt aus. Im Gebiet um den Ort Sonico, knapp 100 Kilometer nördlich von Brescia, überflutete der Fluss Oglio Strassen und blockierte Autos. Den Angaben nach kamen bei den Unwettern in Norditalien keine Menschen zu Schaden.

Frankreich: Tausende bringen sich vor Waldbränden in Sicherheit

Tausende Anwohner und Touristen haben sich vor weiter ausdehnenden Waldbränden in Südfrankreich in Sicherheit gebracht. Die Brände seien noch nicht unter Kontrolle und rund 900 Feuerwehrleute zu ihrer Bekämpfung im Einsatz, teilte die Präfektur in Toulon am Dienstagmorgen mit.

Unterstützt werden sie von zehn Löschflugzeugen und drei Hubschraubern. Viele Strassen im Hinterland vom Golf von Saint-Tropez seien gesperrt. Rund 5000 Hektar Gelände seien bereits verbrannt. Zwölf Campingplätze in der Region waren vorsorglich evakuiert worden, ebenso wie zahlreiche Anwohner. Noch könne niemand in seine Unterkunft zurückkehren, betonte die Präfektur.

19 Menschen erlitten eine Rauchgasvergiftung und drei weitere wurden leicht verletzt, berichtete der Sender France bleu unter Verweis auf eine vorläufige Bilanz des Präfekten.

Kilometerlange Feuerfront im Westen von Athen

Griechische und internationale Feuerwehrleute haben am Dienstag weiter gegen einen unkontrollierten Wald- und Buschbrand im Westen der griechischen Hauptstadt Athen gekämpft. Am Dienstagmorgen wurde die Evakuierung etlicher nahe gelegener Ortschaften angeordnet.

Es handelt sich Medienberichten zufolge um eine kilometerlange Feuerfront in der Nähe des Ortes Vilia, die bereits am Montagabend ausbrach. Der Rauch des Feuers ist so stark, dass man ihn auch auf Satellitenbildern sieht.

Laut Feuerwehr sind rund 330 Einsatzkräfte mit 115 Fahrzeugen vor Ort; am Dienstagmorgen konnte zudem wieder mit Löscharbeiten aus der Luft begonnen werden. Im Einsatz sind sechs Hubschrauber und fünf Flugzeuge. Insgesamt registrierte die griechische Feuerwehr von Montag- bis Dienstagmorgen 44 neue Waldbrände.

Waldbrände in Russland haben Folgen für Permafrostboden

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Russland rechnen Experten mit langfristigen Folgen für den Permafrostboden. «Im ersten Jahr gibt es keine grossen Veränderungen. Zu erwarten sind sie in der Regel in zwei bis fünf Jahren», sagte der Wissenschaftler Alexander Fjodorow vom Institut für Permafrost in der sibirischen Grossstadt Jakutsk der Deutschen Presse-Agentur. Vieles hänge nun vom Wachstum neuer, anpassungsfähiger Pflanzen und des Unterholzes ab. Wald schützt den gefrorenen Boden vor dem Auftauen.

Von den Waldbränden in Russland am schlimmsten betroffen ist die Teilrepublik Jakutien im Osten Sibiriens. Dort brennt es aktuell nach Angaben der Fortschutzbehörde auf einer Fläche von insgesamt etwa 4,4 Millionen Hektar. Das entspricht etwa der Fläche Niedersachsens. Fast 5000 Einsatzkräfte kämpfen den Angaben nach gegen die Flammen.

Feuerwehr in Südfrankreich kämpft weiter gegen Waldbrände

Mit einem massiven Aufgebot hat die Feuerwehr in Südfrankreich in der Nacht zum Dienstag den Kampf gegen mehrere grosse Waldbrände fortgesetzt. «Alle meine Unterstützung gilt den 650 Feuerwehrleuten, die diese Nacht zum Schutz der Bevölkerung mobilisiert sind», sagte Innenminister Gérald Darmanin am Abend auf Twitter. Im Departement Var wüte ein grosser Brand und die Wetterbedingungen seien ungünstig. Am Dienstag wollte der Minister die betroffene Region besuchen.

Vorangegangen waren den Bränden eine Hitzewelle und grosse Trockenheit. Alleine zu einem Brand in Gonfaron in den Bergen unweit von Saint-Tropez seien 430 Feuerwehrleute ausgerückt, bis zum Einbruch der Dunkelheit seien sie von Löschflugzeugen unterstützt worden, teilte die Zivilschutzbehörde mit. Verstärkung sei auf dem Weg.

Starkregen in Österreich – Zahlreiche Feurwehreinsätze

Eine Gewitterfront mit Starkregen und Hagel hat in Teilen Österreichs erneut für Hangrutschungen, verschlammte Strassen und Überflutungen gesorgt. In mehreren Bundesländern war die Feuerwehr im Einsatz, um Keller leer zu pumpen und Bäume von den Strassen zu entfernen. Der Katastrophenschutz forderte die Bürger in den Überflutungsgebieten im Salzburger Land auf, in den oberen Stockwerken zu bleiben und äusserst vorsichtig zu sein.

Wie der Energieversorger Salzburg AG informierte, kam es wegen der heftigen Gewitter zu Stromausfällen, von denen zeitweise rund 600 Haushalte betroffen waren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde durch die Unwetter am Montagabend niemand verletzt.

Waldbrand in Bergen nahe Jerusalem - Löschflugzeuge im Einsatz

Im israelischen Bergland unweit von Jerusalem ist am späten Sonntagnachmittag Medienberichten zufolge ein Waldbrand ausgebrochen, der sich schnell ausbreitete. Die israelische Polizei berichtete auf Twitter, in mehreren betroffenen Ortschaften hätten Evakuierungen begonnen, Strassen in das Brandgebiet würden gesperrt.

Mehrere Twitter-Nutzer posteten aus oder in der Nähe von Jerusalem Bilder einer grossen Rauchwolke. Das Feuer sei in der Nähe von Beit Meir, etwa zehn Kilometer westlich von Jerusalem, ausgebrochen, berichtete die «Jerusalem Post». Mehrere Löschflugzeuge und zahlreiche Feuerwehrleute seien im Einsatz, ohne bislang die Flammen unter Kontrolle bringen zu können. Die «Times of Israel» berichtete, Patienten und Mitarbeiter einer psychiatrischen Klinik würden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht.

Wetterdienst meldet spanischen Hitzerekord von 47,2 Grad

Die Hitzewelle im Mittelmeerraum hat Spanien einen Temperaturrekord beschert. In der Gemeinde Montoro im südspanischen Andalusien wurden am Samstag um 17.10 Uhr 47,2 Grad gemessen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte. Damit wurde der bisherige landesweite Rekord von 46,9 Grad noch übertroffen, der am 13. Juli 2017 in der nahe gelegenen Regionalhauptstadt Córdoba gemessen worden war. Dort wurde diese Temperatur am Samstag auch wieder erreicht.

 

Spanien leidet derzeit unter einer Hitzewelle: Mit 47,2 Grad Celsius wurde ein neuer Hitzerekord gemeldet. (Bild: Keystone)

Glutheiss war es auch in Saragossa im Nordosten des Landes (43,2 Grad) und der Hauptstadt Madrid (41 Grad). Auch die bei Deutschen beliebte Urlauberinsel Mallorca meldete von einigen Orten im Inneren der Insel knapp über 40 Grad, ähnlich heiss war es auf den Kanaren im Atlantik vor der Westküste Afrikas.

Kommende Woche sollen die Temperaturen dann etwas zurückgehen, in Madrid etwa wurden für Dienstag «nur noch» 33 Grad vorhergesagt. Obwohl die Waldbrandgefahr extrem ist, wurde das Land dieses Jahr bisher von grösseren Feuern verschont. Teilweise wurde das Betreten der Wälder wie etwa in Katalonien verboten.

Schweizer Hilfe bei Brandbekämpfung in Griechenland abgeschlossen

Der Einsatz der Humanitären Hilfe des Bundes und der Armee zur Bekämpfung der Brände in Griechenland ist abgeschlossen. Während sieben Tagen unterstützten drei Helikopter und ihre Besatzungen sowie ein Soforteinsatzteam der Humanitären Hilfe die griechischen Behörden.

 

Die Schweizer Hilfe bei der Brandbekämpfung in Griechenland ist abgeschlossen. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Helikopter haben dabei insgesamt 226 Rotationen geflogen und über 386 Tonnen Wasser auf die Brände abgeworfen, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag mit. Alles dazu lesen Sie hier.

Waldbrand-Katastrophe in Russland: Flammen breiten sich weiter aus

Die Waldbrand-Katastrophe in Russland weitet sich bedrohlich aus. Am Sonntag meldete die Fortschutzbehörde landesweit fast 252 Brände auf einer Gesamtfläche von 4,4 Millionen Hektar. Das ist erneut mehr als am Vortag und entspricht etwa der Fläche von Niedersachsen. Mehr als 8000 Helfer sind demnach im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. 14 Löschflugzeuge unterstützen von der Luft aus.

Am schlimmsten ist die Lage nach wie vor in der Teilrepublik Jakutien im Osten Sibiriens. Allein dort brennt es der Forstschutzbehörde zufolge aktuell auf einer Fläche von 4,2 Millionen Hektar. Zuletzt war dort die Zahl der Löschteams auf Anweisung von Präsident Wladimir Putin massiv aufgestockt worden. Am Sonntag sind den Behörden Jakutiens zufolge 4900 Kräfte vor Ort gewesen. Sie wollen verhindern, dass die Flammen auf mindestens neun Dörfer übergreifen.

75 Prozent mehr Waldbrände in Italien im Vorjahresvergleich

Die Zahl der Wald- und Vegetationsbrände liegt in Italien in diesem Sommer nach Angaben der Feuerwehr bisher um rund 75 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Zwischen dem 15. Juni und dem 15. August habe es 52 584 Einsätze gegeben, teilte die Feuerwehr am Sonntag mit. Im vorigen Jahr waren es in dem Zeitraum 30 106. Die diesjährige Zahl sei allerdings mit 2017 vergleichbar.

Am Sonntag gab es für die Feuerwehr keine Atempause zum italienischen Feiertag Ferragosto am 15. August. Wie die «Vigili di fuoco» weiter mitteilten, waren 7600 Männer und Frauen im Einsatz, 6000 im regulären Dienst und 1600 als Verstärkung angesichts der Lage. Sie wurden von 15 Löschflugzeugen und 14 Hubschraubern unterstützt.

Putin: Naturkatastrophen in Russland sind beispiellos

Russlands Präsident Wladimir Putin hat das Ausmass der Naturkatastrophen in seinem Land als beispiellos bezeichnet. Die Behörden in den Regionen müssten vorbereitet sein, notfalls Menschen in Sicherheit zu bringen, sagte der Staatschef am Samstag der Agentur Interfax zufolge. «In erster Linie geht es darum, das Leben und die Gesundheit der Menschen und ihr Eigentum zu retten.»

 

Nennt die Naturkatastrophen in Russland beispiellos: Kreml-Chef Wladimir Putin. (Bild: Keystone)

Putin warnte angesichts der verheerenden Waldbrände vor der Gefahr des Rauchs für ältere und kranke Menschen. Zudem müssten die Schäden an der für das Weltklima wichtigen Taiga und in anderen Wäldern minimiert werden. Es sollten ausserdem Pläne erstellt werden für den Wiederaufbau zerstörter und beschädigter Häuser, forderte er.

Am Samstag meldete die Forstschutzbehörde landesweit 252 Brände auf einer Gesamtfläche von 4,2 Millionen Hektar. Das entspricht etwa der Fläche der Schweiz. Die meisten Feuer wüten in der Teilrepublik Jakutien im Osten Sibiriens. Im Süden Russlands gibt es nach heftigem Regen Überschwemmungen entlang der Schwarzmeer-Küste. Überflutungen werden zudem auch Gebieten ganz im Osten des Landes gemeldet.

Verheerende Waldbrände in Russland breiten sich aus

Trotz Tausender zusätzlicher Einsatzkräfte bekommen die Helfer die verheerenden Waldbrände ein Russland nicht unter Kontrolle. Am Samstag meldete die Fortschutzbehörde landesweit 252 Brände auf einer Gesamtfläche von 4,2 Millionen Hektar. Das ist erneut mehr als am Vortag und entspricht etwa der Fläche der Schweiz. Die meisten Feuer wüten in der Teilrepublik Jakutien im Osten Sibiriens. Das ist die kälteste Region Russlands.

Trockenheit und Winde begünstigen seit Wochen eine Ausbreitung der Flammen in dem dünn besiedelten Gebiet. Die Behörden sprechen von einer «ziemlich schwierigen Lage». Die Einsatzkräfte versuchen derzeit, ein Übergreifen der Flammen auf elf Dörfer zu verhindern. Dazu seien breitere Brandschneisen geschlagen worden, hiess es. Viele Häuser sind bereits abgebrannt. Löschflugzeuge sind im Einsatz.

Brände lodern weiter in Teilen Italiens

Eine Vielzahl von Wald- und Buschbränden hält die Brandbekämpfer in Italien weiter in Atem. Die Feuerwehr meldete am Samstagvormittag 400 Einsätze in den vergangenen zwölf Stunden. In der Region Kalabrien an der Fussspitze des italienischen Stiefels seien fünf Löschflugzeuge im Raum Cosenza und Reggio Calabria in der Luft. Das Feuer in Tivoli östlich von Rom sei in der Nacht gelöscht worden. Der Ort ist für seine Unesco-Welterbe-Stätten Villa d’Este und Villa Adriana (Hadriansvilla) bekannt.

Auf Sizilien warnte der Zivilschutz für Samstag vor Waldbrandgefahr in den Provinzen Catania, Caltanissetta und Enna sowie vor extremer Hitze im Raum Palermo. Auf Sardinien warnten die Behörden vor extremer Brandgefahr für den zentralen Westen der Mittelmeerinsel. In Kalabrien brennen viele Feuer in der Gegend um den Nationalpark Aspromonte. Dort gab es bislang vier Tote im Zusammenhang mit den Waldbränden.

Es brannte auch in der nördlich an Kalabrien angrenzenden Region Kampanien, in der Neapel und der Vesuv liegen. Die Feuerwehr zeigte ein Video eines Hubschraubereinsatzes in Taurasi in der Provinz Avellino. Von der Neapel vorgelagerten Insel Ischia meldete die Nachrichtenagentur Ansa einen grösseren Buschbrand, der auch einige Häuser erfasst habe und in der Nacht zum Samstag gelöscht worden sei..

Weiterhin hohe Brandgefahr in Griechenland

Die Feuer in Griechenland sind unter Kontrolle und weitgehend gelöscht, doch die Sicherheitskräfte bleiben in Alarmbereitschaft. Von Freitag- bis Samstagmorgen waren nach Angaben der griechischen Feuerwehr erneut 51 Waldbrände ausgebrochen. Der griechische Zivilschutz gibt die Brandgefahr in weiten Teilen des Landes als «hoch» bis «sehr hoch» an. Sorgen bereiten unter anderem die örtlich starken Winde, die einen kleinen Brandherd zu einem grossen Waldbrand anheizen können.

Vor allem in den zuvor stark betroffenen Gegenden im Norden Athens, auf der Insel Euböa und der Halbinsel Peloponnes sind deshalb weiterhin hunderte Feuerwehrleute in Alarmbereitschaft. Die Regionen weden auch aus der Luft überwacht, hiess es bei der Feuerwehr.

Hitzewelle in Spanien

In Spanien brachte die bisher schlimmste Hitzewelle des Sommers Millionen Menschen ins Schwitzen. Am Freitag kletterten die Werte in vielen Gebieten des Landes deutlich über die 40-Grad-Marke, auch in der Hauptstadt Madrid. Wie der Wetterdienst Aemet mitteilte, wurden am Freitagnachmittag in der andalusischen Provinz Córdoba 46,1 Grad gemessen. Damit war der im Juli 2017 in Córdoba erfasste Landesrekord von 46,9 Grad in greifbarer Nähe. «Samstag wird der schlimmste Tag sein. Nicht ausgeschlossen, dass der Rekord dann auch gebrochen wird», sagte ein Aemet-Sprecher.

Aemet rief vor allem für mehrere Gebiete in Andalusien bis Montag Alarmstufe Rot aus. Die extreme Hitze setzte auch den spanischen Winzern zu. In der Region Kastilien-La Mancha mussten sie die Weinernte – die normalerweise im September beginnt – am Freitag vorzeitig beginnen. Die Trauben seien schon sehr reif, hiess es.

Brände bei Rom dauern an

In der Umgebung der italienischen Hauptstadt Rom hat die Feuerwehr am Freitagabend weiter gegen Waldbrände gekämpft. Die Einsatzkräfte löschten die Feuer von zwei Fronten, wie die Feuerwehr am Abend mitteilte. Im Einsatz seien auch ein Löschflugzeug und zwei Helikopter. Die Flammen brannten im Naturschutzgebiet Monte Catillo nördlich von Tivoli. Die Stadt im Osten Roms ist für ihre Unesco-Welterbe-Villen Villa d’Este und Villa Adriana bekannt.

Die Behörden kämpfen bei Rom weiter gegen die Waldbrände. (Bild: Keystone)

Staatspräsident Sergio Mattarella begutachtete unterdessen die Lage auf Sardinien. Beim Besuch der Luftwaffe in Alghero überflog der 80-Jährige auch das Waldbrandgebiet in der Provinz Oristano im Westen der Insel. «Die Verwüstung durch die Brände zu sehen, lässt einen das enorme Ausmass der Schäden für das Leben der betroffenen Kommunen verstehen», sagte Mattarella. In der Süd-Region Kalabrien brannten am Freitag viele Feuer in der Gegend um den Aspromonte Nationalpark. Dort gab es bislang vier Tote im Zusammenhang mit den Waldbränden.

Auf Sizilien und Sardinien stufte der Zivilschutz die Waldbrandgefahr für Samstag in vielen Provinzen zurück. Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit begünstigen seit Ende Juli die Flammen. Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung.

Überschwemmungen in der Türkei - Zahl der Toten steigt auf 38

In der türkischen Schwarzmeerregion sind 38 Menschen in Zusammenhang mit Überschwemmungen ums Leben gekommen. Zwölf Menschen würden im Krankenhaus behandelt, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad am Freitag mit. Betroffen sind vor allem die drei Provinzen Bartin, Kastamonu und Sinop. Präsident Recep Tayyip Erdogan reiste am Freitag nach Kastamonu und sagte, die zerstörten Orte würden durch «bessere» ersetzt.

 

Die Zahl der Toten bei den Überschwemmungen in der Türkei steigt auf 38. (Bild: Keystone)

Heftige Regenfälle setzten in der Region viele Orte unter Wasser. Auf Fernsehbildern waren mehrere eingestürzte Gebäude und zerstörte Strassenzüge zu sehen, mehrere Brücken stürzten dem staatlichen Fernsehsender TRT zufolge ein. Matschbraune Fluten rissen Autos mit sich. Medienberichten zufolge stand das Wasser mancherorts fünf Meter hoch. Weiterer Regen wurde vorhergesagt.

Hitzewelle in Spanien: Rekord von 46,9 Grad in greifbarer Nähe

Die bisher schlimmste Hitzewelle des Sommers hat in Spanien Millionen Menschen ins Schwitzen gebracht. Am Freitag kletterten die Werte in zahlreichen Gebieten des Landes deutlich über die 40-Grad-Marke, darunter auch in der Hauptstadt Madrid. Wie der Wetterdienst Aemet mitteilte, sollte der höchste Tageswert zwischen 18 und 19 Uhr im andalusischen Córdoba mit gut 46 Grad erreicht werden. Damit war der im Juli 2017 in Córdoba erfasste Landesrekord von 46,9 in greifbarer Nähe. «Samstag wird der schlimmste Tag sein. Nicht ausgeschlossen, dass der Rekord dann auch gebrochen wird», sagte ein Aemet-Sprecher.

Die bisher schlimmste Hitzewelle des Sommers hat in Spanien Millionen Menschen ins Schwitzen gebracht. (Bild: Keystone)

Aemet rief vor allem für mehrere Gebiete in Andalusien bis Montag Alarmstufe Rot aus. In den Zoos von Madrid und Valencia bekamen Tiere tiefgefrorenes Futter. Die Menschen, die nicht arbeiten mussten, flüchteten vor der Hitze vor allem in die Küste, standen vor Brunnen Schlange oder gingen in die gewöhnlich sehr gut gekühlten Märkte und Einkaufszentren der Städte.

Die Umweltschutzorganisation WWF warnte unterdessen, nach den «Superbränden» in der Türkei und in Griechenland könne Spanien als «nächstes dran sein». Das Feuer vernichte ja «jedes Jahr in Spanien eine Fläche, die 100’000 Fussballfelder entspricht». Auch der Zivilschutz sprach von einem «extrem hohen Waldbrandrisiko» am Wochenende im gesamten Land – darunter auch auf den vom Kontinent weiter entfernt liegenden Kanarischen Inseln.

Weiter Brände im Osten Roms - Hitzewelle in Italien am Wochenende

Vor den Toren Roms kämpft die Feuerwehr weiter gegen Waldbrände. Die Einsatzkräfte löschten die Brände von zwei Fronten, teilte die Feuerwehr am Freitagabend mit. Im Einsatz seien ausserdem ein Löschflugzeug und zwei Helikopter. Die Flammen brannten im Naturschutzgebiet Monte Catillo nördlich von Tivoli. Die Stadt im Osten Roms ist für ihre Unesco-Welterbe-Villen Villa d’Este und Villa Adrianna bekannt. Die Feuerwehr rückte schon in der Nacht zu Freitag zu den Bränden aus und musste auch bedrohte Häuser evakuieren.

Staatspräsident Sergio Mattarella begutachtete unterdessen die Lage auf der beliebten Urlaubsinsel Sardinien. Beim Besuch der Luftwaffe in Alghero überflog der 80-Jährige auch das Waldbrandgebiet in der Provinz Oristano im Westen der Insel. «Die Verwüstung durch die Brände zu sehen, lässt einen das enorme Ausmass der Schäden für das Leben der betroffenen Kommunen verstehen», sagte Mattarella.

In der ebenfalls stark von Waldbränden betroffenen Süd-Region Kalabrien trafen sich am Freitag die Regionalregierung, der Zivilschutz und Vertreter von Gemeinden. «Es gibt immer noch Brände in Kalabrien, auch wenn es scheint, dass es nun einen leichten Rückgang gibt», sagte Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio. In Kalabrien brennen viele Feuer in der Gegend um den Aspromonte Nationalpark. Dort gab es bislang vier Tote im Zusammenhang mit den Waldbränden.

Auf den Inseln Sizilien und Sardinien stufte der Zivilschutz die Waldbrandgefahr für Samstag in vielen Provinzen zurück. Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit begünstigen seit Ende Juli die Flammen. Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung.

In vielen Teilen Italiens erwarteten die Meteorologen für das Wochenende extreme Hitze mit Temperaturen über 35 Grad. Das Gesundheitsministerium prognostizierte am Freitag für zahlreiche Städte – darunter Rom, Palermo, Bozen und Bologna – die höchste Hitze-Stufe drei.

Waldbrände in Russland - gefährliche Gase belasten die Menschen

Die verheerenden Waldbrände in Russland werden zunehmend zu einer Gesundheitsgefahr für die Menschen. Seit Tagen versinken Dörfer und Städte der besonders betroffenen Region Jakutien (Republik Sacha) im Nordosten des Landes in Rauch.

Dort sei die maximal zulässige Konzentration schädlicher Stoffe in der Luft teilweise um das Zwanzigfache überschritten worden, berichtete der Radiosender Echo Moskwy am Freitag auf Grundlage von Behörden-Messungen. Demnach gab es bei 8 von 16 untersuchten Schadstoffen wie Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid Überschreitungen.

Am Flughafen der Grossstadt Jakutsk kommt es dem Betreiber zufolge wegen schlechter Sicht zu Ausfällen und Verspätungen. Die Behörden hatten für Freitag einen arbeitsfreien Tag angekündigt, damit sich die Menschen möglichst nicht im Freien aufhalten.

Brände in Griechenland: Weitere Anzeichen für Entspannung der Lage

Erstmals seit Tagen sind die Brände in Griechenland in allen Regionen des Landes unter Kontrolle oder sogar weitgehend gelöscht. Dies teilte der griechische Zivilschutz am Freitagmorgen mit.

Lediglich in der gebirgigen Region Gortynia auf der Halbinsel Peloponnes gebe es immer wieder kleinere Brände, die aber rasch von den Einsatzkräften gelöscht würden.

Die ersten Helfer aus 24 Staaten, die Griechenland zur Hilfe geeilt waren, kehren zurück. Am Donnerstag wurden drei französische Löschflugzeuge abgezogen und zur Brandbekämpfung nach Italien geschickt. Auch zwei zyprische Löschflugzeuge und 40 Feuerwehrleute kehrten in ihre Heimat zurück, berichtete das zyprische Staatsfernsehen.

Viele Tote bei Überschwemmungen in der Türkei

In der türkischen Schwarzmeerregion sind laut der Katastrophenbehörde Afad 27 Menschen in Zusammenhang mit Überschwemmungen in der Region getötet worden. Mehr als 1700 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, teilte Afad am Freitag mit.

Zahlreiche Menschen starben bei den Überschwemmungen in der Türkei. (Bild: Keystone)

Heftige Regenfälle setzten in der Region viele Orte unter Wasser. Medienberichten zufolge stand das Wasser mancherorts fünf Meter hoch. Unter anderem rund 5000 Einsatzkräfte und 19 Helikopter seien an den Rettungsarbeiten beteiligt, unterstützt von Nichtregierungsorganisationen und dem Militär. «Das ist die schlimmste Flutkatastrophe, die ich gesehen habe», sagte Innenminister Süleyman Soylu Reportern am Donnerstag.

25 Menschen starben in der Stadt Kastamonu, rund 100 Kilo von der Schwarzmeerküste entfernt landeinwärts. Zwei weitere sollen in der Hafenstadt Sinop gestorben sein. Auch die Stadt Bartin ist von den Überschwemmungen betroffen. Dort werde ein Mensch vermisst.

Hitze und Trockenheit: Waldbrände lassen nicht von Italien ab

Italien blickt weiter gebannt auf weitere Waldbrände. Der Regionalpräsident Kalabriens wollte für Freitagvormittag Bürgermeister und Repräsentanten der von Feuern betroffenen Orte in der süditalienischen Region einberufen, wie es in einer Mitteilung hiess. Die Versammlung solle Aufschluss über die gegenwärtige Waldbrandlage geben und weitere Massnahmen im Kampf gegen die Feuer treffen. In Kalabrien zerstörten die Flammen in den vergangenen Tagen Gebiete in der Gegend des geschützten Aspromonte Nationalparks. Aus der Region wurden bislang vier Waldbrand-Tote gemeldet.

 

Die Waldbrände in Italien brechen nicht ab. (Bild: Keystone)

Auf den Inseln Sizilien und Sardinien gab der Zivilschutz auch für Freitag wieder die höchste Waldbrand-Warnstufe für weite Teile heraus. Mit Blick auf das Thermometer erwarteten die Experten Werte von teils um die 40 Grad in der Spitze. Auch im Rest Italiens mussten sich Einwohner und Touristen für Freitag auf extreme Temperaturen einstellen. Das Gesundheitsministerium warnte vor einer Hitzewelle in 15 Städten. Auch am Wochenende müssen die Menschen weiter schwitzen. Die Temperaturen könnten sich dem Ministerium zufolge selbst bei gesunden Menschen auf die Gesundheit auswirken.

Feuerwehr: Lage in Sizilien unter Kontrolle

Auf der italienischen Insel Sizilien scheint sich die Waldbrandlage gebessert zu haben. Die Feuerwehr berichtete am Donnerstagmorgen, dass die Situation derzeit unter Kontrolle sei.

Die ganze Nacht über kämpften die Feuerwehrleute in Italien weiter gegen die Flammen. In den zurückliegenden zwölf Stunden seit Mittwochabend rückten sie demnach auf Sizilien zu 230 Einsätzen aus. Die Feuer hätten auch Häuser bedroht.

Für Donnerstag und Freitag erwarteten die Meteorologen wieder extreme Temperaturen in einigen Landesteilen. Der Zivilschutz stufte die Waldbrandgefahr auf den grossen Inseln Sizilien und Sardinien in weiten Teilen wegen der anhaltenden Trockenheit und teils kräftiger Winde weiter als sehr hoch ein.

In der stark von Feuern betroffenen Region Kalabrien im äussersten Süden des italienischen Festlandes sprach die Feuerwehr von einer kritischeren Lage. Dort starben am Mittwoch zwei Rentner im Zusammenhang mit den Bränden. Vor allem in der Gegend der Metropolitanstadt Reggio Calabria und der Provinz um Catanzaro loderten viele Brände. Stand Donnerstagvormittag waren etwas mehr als 60 Feuerwehrtrupps und 5 Löschflugzeuge im Einsatz.

In Siano (Provinz Catanzaro) kämpften die Retter nach eigenen Angaben die gesamte Nacht über gegen Flammen in einem Museum. Ein Video zeigte die Löscharbeiten in einem verkohlten Raum des Gebäudes. Die Feuerwehr begrenzte demnach den Schaden. Auf anderen Bildern waren dichte Rauchschwaden zu sehen, die in Wohnsiedlungen zogen.

Italien vor weiteren Hitzetagen

In Italien müssen sich Einwohner und Touristen in vielen Teilen des Landes auf weitere Hitzetage einstellen

– nachdem auf der Insel Sizilien möglicherweise bereits ein Wärmerekord gemessen wurde. Das Gesundheitsministerium gab für Donnerstag und Freitag die höchste Hitzewellen-Stufe drei für viele italienische Städte heraus. Demnach dürfte es etwa in Bari an der südlichen Adriaküste, in der Hauptstadt Rom, Palermo und Triest sehr heiss werden.

Auf Sizilien zeigte am Mittwoch in der Provinz um die Stadt Syrakus eine Messstation 48,8 Grad Celsius an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Wert könnte demnach ein europäischer Rekordwert sein – allerdings müsste er dafür offiziell bestätigt werden. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatte die WMO fälschlicherweise 1956 als Jahr der Messung genannt.

Die Zahl der Waldbrandtoten in Kalabrien hat sich laut Medienberichten am Mittwoch auf vier erhöht. In dem Ort Cardeto in der süditalienischen Region Kalabrien wurde ein vermisster Rentner tot auf seinem Grundstück gefunden, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Abend berichtete. Der Mann sei an Verbrennungen gestorben. Zuvor war in einem anderen Ort Kalabriens weiter nördlich ebenfalls ein Rentner in den Flammen ums Leben gekommen, als diese sein Grundstück umschlossen. Auf Sizilien verlor ein Mann laut Agenturberichten in der Provinz um die Stadt Catania sein Leben, als er mit seinem Traktor zu einem Brandherd unterwegs war.

Hier wüten Brände

Tote Bienen, tote Pinien - Türkische Imker verzweifeln nach Bränden

Der Imker Yasar Karayigit hebt den Deckel eines Bienenstocks an, zieht vorsichtig einen Rahmen aus dem Kasten, einige Bienen laufen über die Wachswaben. «Sehen Sie, es sind nur noch wenige Bienen da.»

Die Box steht in einem Wald in der Provinz Mugla. Von den hier besonders verbreiteten Türkischen Pinien ragen viele verkohlt in die Höhe und sollen bald gefällt werden. In der Region haben die Waldbrände besonders gewütet. Auch viele Bienenkästen seien verbrannt, manche Bienen allein durch die Hitze gestorben. Der grösste Verlust seien aber die Bäume, «ohne die können wir keinen Honig mehr produzieren», sagt Karayigit. Den ganzen Bericht könnten Sie hier lesen.

Grossbrand in südwesttürkischer Provinz Mugla unter Kontrolle

Ein Grossbrand in der südwesttürkischen Provinz Mugla ist zwei Wochen nach Ausbruch unter Kontrolle. Einsatzkräfte seien dabei, das Gebiet im Bezirk Köycegiz abzukühlen, schrieb Forstminister Bekir Pakdemirli in der Nacht zu Donnerstag auf Twitter.

Zuletzt hatten starke Winde die Löscharbeiten in der Region behindert.

Seit Ende Juli waren in der Türkei mehr als 200 Feuer ausgebrochen, darunter 16 grosse Waldbrände. Mehr als die Hälfte der 81 Provinzen waren betroffen. Inzwischen wurden die meisten Brände unter Kontrollen gebracht. Besonders in den Küstenprovinzen Antalya und Mugla hat das Feuer grosse Zerstörung angerichtet. Acht Menschen kamen ums Leben.

Regen in Griechenland: Lage bei den Bränden deutlich verbessert

Regenfälle haben in der Nacht zum Donnerstag bedeutend beim Kampf gegen die Brände in Griechenland geholfen. Sowohl auf der zweitgrössten Insel Euböa als auch auf der Halbinsel Peloponnes erloschen nach übereinstimmenden Berichten von Reportern vor Ort viele Feuer. Es sei viel besser, sagten auch mehrere Bürgermeister auf der Halbinsel Peloponnes übereinstimmend im Staatsrundfunk.

In vielen Fällen empfingen Autofahrer die ersten Regentropfen mit Hupkonzerten, wie der Nachrichtensender Skai berichtete. Die Dürre war der Hauptgrund für die verheerenden Brände, bei denen ersten Schätzungen zufolge mehr als 90’000 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land sowie Tausende Häuser zerstört wurden. Unzählige Tiere starben.

Die Feuerwehr warnte jedoch, die Gefahr sei noch nicht vorbei. In vielen Fällen brannte es noch im Unterholz und neue Brände könnten ausbrechen. Zudem wehten landesweit starke Winde.

Wetterkapriolen in Griechenland - Hoffnung auf Regen in Brandregionen

In Griechenland hat das Wetter am Mittwochabend verrückt gespielt: Während Feuerwehrleute auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa bei über 30 Grad Hitze weiterhin gegen die Flammen kämpften, gingen im Nordosten Griechenlands Hagelschauer und Regen nieder. In Athen wurden Regenfälle im Laufe der Nacht zum Donnerstag erwartet.

Die Zerstörung in Griechenland ist riesig. Nun hoffen die Behörden auf Regen. (Bild: Keystone)

Ganz Griechenland hofft, dass die Regenwolken auch den brandgepeinigten Norden der zweitgrössten Insel Euböa sowie den Westen der Halbinsel Peloponnes abdecken und dort die Feuer etwas eindämmen. Darauf verlassen wollte sich aber zunächst niemand. Auf Euböa kämpften noch in der Nacht zum Donnerstag fast 900 Feuerwehrleute mit 232 Löschzügen und anderen Fahrzeugen gegen die Flammen. Im Westen der Halbinsel Peloponnes waren laut griechischer Feuerwehr am Mittwochabend 578 Feuerwehrleute und 181 Fahrzeuge im Einsatz.

Warnung vor Hitze in Italien - möglicher Rekordwert auf Sizilien

In Italien müssen sich Einwohner und Touristen in vielen Teilen des Landes auf weitere Hitzetage einstellen. Das Gesundheitsministerium gab für Donnerstag und Freitag die höchste Hitzewellen-Stufe drei für viele italienische Städte heraus. Demnach dürfte es etwa in Bari an der südlichen Adriaküste, der Hauptstadt Rom, Palermo auf Sizilien und auch Triest im Nordosten sehr heiss werden. In Rom erwarten die Meteorologen Werte bis zu 38 Grad Celsius, ebenso wie in Palermo und Bari.

Italien wird derzeit von einer Hitzewelle heimgesucht. (Keystone)

Der August gilt als besonders heisser Monat. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurden am Mittwoch in der Provinz Syrakus auf Sizilien 48,8 Grad Celsius gemessen. Der Wert könnte demnach den bisherigen Hitzerekord in Europa übertreffen. Er muss allerdings erst offiziell bestätigt werden. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden.

Das italienische Gesundheitsministerium bezieht für seine Bewertung zu Warnstufen auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind mit ein. Bei Stufe drei sehen die Experten Gefahren für die Gesundheit. Sie empfehlen deshalb, viel zu trinken, aber keinen Alkohol oder Kaffee, sondern etwa Wasser und sich mit Kopfbedeckungen und Sonnencreme zu schützen. Zur besonders heissen Tageszeit zwischen 11.00 und 18.00 Uhr solle man besonders anstrengende Aktivitäten vermeiden.

Anhaltende Brände in Italien - Flammen um Marien-Heiligtum

In Italien kommt die Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen nicht zur Ruhe. Die gesamte Nacht über rückten die Einsatzkräfte wegen Waldbränden im Süden und auf der Insel Sizilien Dutzende Male aus.

Am südöstlichen Rand des Naturschutzgebiets um das Madonie-Gebirge loderten mehrere Feuer in der Morgendämmerung am Horizont, wie ein Video der Feuerwehr am Mittwoch zeigte. Die Flammen gelangten auch die Nähe von Häusern oder frassen sich an meterhohen Bäumen hoch.

Die Feuerwehr hatte nach eigenen Angaben vom Mittwochvormittag mehr als 300 Waldbrandeinsätze in den zurückliegenden zwölf Stunden. Sieben Löschflugzeuge hätten frühmorgens wieder abgehoben. Besonders betroffen war zuletzt neben Sizilien auch die Region Kalabrien im äussersten Süden des italienischen Festlandes. Zehntausende Einsätze zählte die Feuerwehr bereits in diesem Jahr, weit mehr als im Vorjahr 2020, jedoch etwas weniger als im besonders schwierigen Waldbrandjahr 2017.

Starker Wind in westtürkischem Mugla lässt Feuer erstarken

Starker Wind bei Temperaturen um die 40 Grad im westtürkischen Mugla halten Einsatzkräfte in Atem. Zwei Brände in den Bergen der Gemeinde Köycegiz seien erneut ausser Kontrolle geraten, sagte der Leiter der örtlichen Feuerwehr, Bahattin Yavuz, der Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch.

Dörfer seien aber nicht bedroht. Die Brände in dem schwer zugänglichen Gelände würden aus der Luft und mit Kräften am Boden bekämpft. In der Provinz Antalya seien weiterhin alle Brände unter Kontrolle, sagte eine Sprecherin der DPA.

Leichte Entspannung bei Bränden in Griechenland

In Griechenland hat sich die Lage bei den Grossbränden leicht entspannt. Auf der zweitgrössten griechischen Insel Euböa gab es am Mittwoch weiterhin viele, aber kleinere Brände.

Weil die Rauchentwicklung nicht mehr so stark war, konnten die Löschflugzeuge und -hubschrauber am Morgen besser löschen, wie griechische Medien berichteten.

Noch am Dienstag waren in der Region 21 Dörfer evakuiert worden, weil die Flammen immer näher rückten. Einen Hoffnungsschimmer liefert nun das Wetter: Für den Abend sind auf der Insel Regenfälle angekündigt. Die Menschen hoffen, dass sie wirklich kommen und stark genug ausfallen.

Waldbrände in Algerien - 32 Tote und mehr als 100 Feuer im Land

Bei Waldbränden in Algerien sind mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Allein 25 Soldaten seien bei Rettungseinsätzen gestorben, teilte Präsident Abdelmadjid Tebboune am Dienstagabend bei Twitter mit. In der von Bränden besonders betroffenen Region Tizi Ouzo starben zudem sieben Zivilisten, wie die Zivilschutzbehörde des nordafrikanischen Landes meldete. Zwei weitere seien zudem schwer verletzt worden.

Den Soldaten sei aber es gelungen, mehr als 100 Menschen aus den lodernden Flammen in Tizi Ouzo sowie in der Region Bejaia östlich der Hauptstadt Algier zu befreien, schrieb Tebboune weiter.

25 Soldaten sterben bei Einsätzen in Waldbrand-Gebieten in Algerien

Bei Waldbränden in Algerien sind laut Regierungsangaben 25 Soldaten ums Leben gekommen. Sie seien bei Rettungseinsätzen in den betroffenen Gebieten gestorben, teilte Präsident Abdelmadjid Tebboune am Dienstagabend bei Twitter mit. Ihnen sei es aber gelungen, mehr als 100 Menschen aus den Flammen zu befreien. Die Feuer tobten demnach in den Regionen Tizi Ouzou und Bejaia östlich der Hauptstadt Algier.

Etliche Länder im Mittelmeerraum kämpfen derzeit mit schweren Waldbränden. In Griechenland waren etwa in den vergangenen Tagen im ganzen Land 586 Feuer ausgebrochen. Besonders schwer getroffen ist derzeit die Insel Euböa. Mehrere Orte wurden dort evakuiert. Auch in Italien wüten dutzende Brände. In der Türkei hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt.

Flammenfront auf der Peloponnes rund zehn Kilometer lang

Auf der griechischen Halbinsel Peloponnes sind die Waldbrände wieder ausser Kontrolle geraten. Am Dienstagabend war die Feuerfront in der Gemeinde Gortynia im Westen rund zehn Kilometer lang, berichteten griechischen Medien. Per Not-Sms wurden bisher 19 Dörfer evakuiert, im Ort Pirris brannten Häuser. Die Einsatzkräfte wurden noch in der Nacht ständig verstärkt, um Richtung Norden eine Barriere zu bilden, damit die Flammen sich nicht weiter in Richtung der Präfektur Ilia vorarbeiten können, wo auch das antike Olympia liegt. Winde erschwerten die Löscharbeiten.

Am Dienstagabend meldete die griechische Feuerwehr 54 neue Waldbrände binnen der vorhergegangenen 24 Stunden. Auch auf der zweitgrössten Insel Euböa blieb die Lage angespannt. Nachdem abends die Löschflugzeuge und- hubschrauber bei einbrechender Dunkelheit den Dienst einstellen mussten, entfachten die Brandherde am Boden stellenweise wieder stärker. Zuvor waren dort 14 Löschhubschrauber im Einsatz, um die fast 900 Einsatzkräfte am Boden zu verstärken. Vielfach handelt es sich bei den Feuerwehrleuten um internationale Helfer.

Für Mittwoch sagt der Wetterdienst mancherorts mehrstündige Regenfälle vorher, unter anderem in von Bränden betroffenen Teilen Euböas und der Peloponnes.

Flammen bedrohen Wohnhäuser - Menschen in Süditalien evakuiert

Die Behörden der süditalienischen Gemeinde Mesoraca haben Bewohner wegen drohender Waldbrände evakuiert. Die Feuer brannten dicht an Wohnhäusern der kleinen Gemeinde, wie auf einem Video der Feuerwehr vom Dienstagabend zu sehen war. Dicker Rauch zog über dem Ort auf. Ein Löschflugzeug warf Wasser über den Bränden ab, wie das Video weiter zeigte. Mesoraca liegt in der Region Kalabrien zwischen der Hauptstadt Catanzaro und Crotone. Wie viele Menschen in Sicherheit gebracht wurden, teilte die Feuerwehr zunächst nicht mit.

In der etwas mehr als 70 Kilometer südwestlich gelegenen Gemeinde Tiriolo rückten die Flammen nach Feuerwehr-Angaben auf das Stadtzentrum zu. In Kalabrien bedrohen die Waldbrände zudem Teile des Nationalparks Aspromonte am Ende der italienischen Stiefelspitze. Regionalpräsident Nino Spirlì bekräftigte am Dienstagabend, dass alle verfügbaren Einsatzkräfte dort seien, um die Flammen zu bekämpfen.

«Leider sind wir immer noch den Angriffen von Brandstiftern ausgesetzt (…)», erklärte Spirlì weiter. Er forderte, die Strafen dafür entschieden zu verschärfen. Andernfalls werde diese «kriminelle Wut» noch weiter andauern. In vielen Teilen Italiens herrscht zudem extreme Hitze und Trockenheit, die die Flammen weiter anfachen.

Italien will Regionen widerstandsfähiger gegen Brände machen

Italiens Regierung sucht nach den verheerenden Waldbränden in Italien Wege, um die Regionen zukünftig besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten. «Natürlich müssen diese Hilfen gefunden werden, wir können die Gegenden nicht einfach so verkommen lassen», sagte Stefano Patuanelli am Rande seines Besuchs in den von Bränden betroffenen Gebieten im Westen Sardiniens am Dienstag. Sein Ministerium arbeite mit dem Finanzministerium und dem für wirtschaftliche Entwicklung daran, die passenden Mittel zu finden. Wichtig sei jedoch, diese Hilfen so zu investieren, dass die Gegenden gegen Brände oder Überschwemmungen widerstandsfähiger werden.

Vor Ort sagte der 47 Jahre alte Politiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, er habe keine Worte für das, was er gesehen habe. Die Menschen seien von einer beispiellosen Feuerfront betroffen gewesen. In der Provinz Oristano wüteten seit Ende Juli immer wieder Brände und richteten grosse Schäden in der Landwirtschaft und in Touristengegenden an. Am Mittwoch will Patuanelli die ebenfalls schwer von Bränden betroffene Insel Sizilien besuchen.

Erneut Evakuierung auf Euböa - 873 Feuerwehrleute im Einsatz

Im Norden der Insel Euböa wüten weiterhin Waldbrände. Am Dienstagmittag wurden die Bewohner der Ortschaften Istiaia und Asmini per Not-SMS aufgerufen, ihre Dörfer zu verlassen. Es seien 873 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter zahlreiche internationale Helfer, teilte die Feuerwehr mit.

Aus der Luft wurden die Flammen von 14 Löschhubschraubern bekämpft. Sie kamen unter anderem aus Serbien, der Schweiz und Ägypten.

Der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias gab derweil am Mittag teilweise Entwarnung. Zwar gebe es nach wie vor viele Brände, aber sie seien aktuell alle von Rettungskräften eingekreist und könnten sich deshalb nicht ausbreiten, sagte er.

Waldbrände auch in Algerien

Auch in Algerien brachen mehrere Waldbrände aus. Mindestens sieben Menschen kamen dabei nach Angaben der Zivilschutzbehörde ums Leben. Häuser wurden lokalen Medien zufolge in Schutt und Asche gelegt. Insgesamt wüteten derzeit 19 Feuer in 14 Regionen im Osten und Westen des Landes.

Die Brände haben schon jetzt immense Zerstörung in den betroffenen Ländern hinterlassen. Das geologische Institut der Universität Athen geht in einer ersten Zwischenbilanz von 90’000 Hektar verbrannter Fläche in Griechenland aus. In der südwesttürkischen Provinz Mugla verbrannte nach Angaben lokaler Behörden mehr als 66’000 Hektar Land. Schätzungen zufolge wurden in der gesamten Türkei etwa 150’000 Hektar Land zerstört.

Feuer am Mittelmeer lodern weiter

Einsatzkräfte im Mittelmeerraum kämpfen weiter gegen schwere Waldbrände. Die Flammen auf der griechischen Insel Euböa loderten am Dienstag unkontrolliert.

In der Türkei entspannte sich die Gesamtlage zwar, Wind fachte einen Grossbrand im Südwesten des Landes aber weiter an. In Italien ist ein Nationalpark bedroht. Dennoch gibt es Hoffnung auf weitere Entspannung der Lage.

Auf Euböa etwa, der zweitgrössten griechischen Insel, ist so viel verbrannt, dass das Feuer stellenweise von allein erlischt, weil die Flammen keine Nahrung mehr finden. Zum anderen sind die meisten anderen Brände im Land mittlerweile unter Kontrolle und die Einsatzkräfte können sich auf Euböa konzentrieren. Als weiterer positiver Faktor gilt, dass es am Dienstag in der Region keinen starken Wind gab, der die Flammen zusätzlich hätte anheizen können.

Mit Wind kämpfen dagegen die Einsatzkräfte in der Südwesttürkei. Ein Brand im Bezirk Köycegiz wurde dadurch am Dienstag weiter angefacht. Flammen und Rauch schlugen in die Höhe, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Durch das gebirgige Gelände konnten die Einsatzkräfte den Brand schlecht vom Land aus bekämpfen. Helikopter und Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Die Gesamtlage hat sich in der Türkei aber entspannt. Die meisten Brände sind nach offiziellen Angaben unter Kontrolle. Seit Ende Juli waren in der Türkei mehr als 200 Feuer ausgebrochen, darunter 16 grosse Waldbrände. Auch in Italien konnten laut Zivilschutzbehörde in den vergangenen Tagen immer wieder Brände gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden.

Im Bezirk Köycegiz in der Südwesttürkei liefern sich die Feuerwehrkräfte weiter einen erbitterten Kampf mit dem Feuer. (Bild: Keystone)

Kritisch ist die Lage dagegen noch in Süditalien. Der Präsident des Nationalparks Aspromonte bat dort zum wiederholten Mal um Luftunterstützung für das Naturschutzgebiet in Kalabrien. Auf einer Karte des Waldbrand-Informationssystems Copernicus der EU waren mehrere Brände auf dem Gelände des Parks eingezeichnet. Das Gebiet um das Bergmassiv Aspromonte ist wegen seiner einzigartigen Lage und Landschaft unter den Global Geoparks der UNO-Kulturbehörde Unesco gelistet.

Wälder auf Euböa brennen weiter

Die grossen Waldbrände auf der griechischen Insel Euböa lodern weiterhin unkontrolliert. In der Nacht zum Dienstag gelang es Feuerwehr, Anwohnern und Freiwilligen erneut, mehrere Orte vor den Flammen zu schützen. Allerdings seien Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen rund um die Dörfer verbrannt, berichteten griechische Medien.

Allmählich besteht Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation auf der zweitgrössten griechischen Insel. Zum einen ist so viel verbrannt, dass das Feuer stellenweise von allein erlischt, weil die Flammen keine Nahrung mehr finden. Zum anderen sind die meisten anderen Brände im Land mittlerweile unter Kontrolle, und die Einsatzkräfte können sich auf Euböa konzentrieren. Als weiterer positiver Faktor gilt, dass es am Dienstag in der Region keinen starken Wind gab, der die Flammen zusätzlich hätte anheizen können.

Auch die Schweizer Armee ist in Griechenland im Einsatz:

Am Dienstagnachmittag will die Regierung in Athen die ersten Massnahmen zum Wiederaufbau verbrannter Häuser und zur Hilfe für betroffene Bürger bekannt geben. Am Montagabend hatte der Premier versprochen, dass die Hilfe schnell und unbürokratisch umgesetzt werden soll.

Menschenkette steht vor Flammenwand auf Euböa

Auf der griechischen Insel Euböa ist der Kampf gegen das Feuer am Montagabend die achte Nacht in Folge in die nächste Runde gegangen. Vor der Ortschaft Kamatriades rückten am frühen Abend Hunderte Freiwillige an, um gemeinsam mit den Anwohnern und Feuerwehrleuten eine Menschenkette gegen die Wand aus Flammen zu bilden, die sich dem Ort näherte. Fernsehbilder zeigten grosse Gruppen junger Männer mit Rucksäcken und Masken, die sich einreihten.

Neben Kamatriades wurden die Ortschaften Istiaia und Avgaria in derselben Region evakuiert. Strom und Wasserversorgung sind in den Brandgebieten ausgefallen, die Feuerwehr musste das Wasser in Löschwagen anliefern. Viele der Helfer waren lediglich mit Zweigen bewaffnet, um die nahenden Flammen auszuschlagen.

Gerade nachts sind die Menschen am Boden unersetzlich, weil die Löschflugzeuge und -hubschrauber bei Dunkelheit nicht fliegen und die Flammen sich deshalb ungehindert ausbreiten könnten. Bereits in der Nacht zum Montag hatten Anwohner auf Euböa gemeinsam mit Feuerwehrkräften und Freiwilligen mehrere Dörfer erfolgreich vor dem Übergreifen der Flammen bewahrt.

Griechenland will Zivilschutz neu organisieren - 586 Brände

Die griechische Regierung will den Zivilschutz in Folge der schweren Brände im Land vollständig umorganisieren. «Künftig wird die Prävention im Mittelpunkt stehen, nicht die Reaktion», sagte Premier Kyriakos Mitsotakis am Montagabend in einer Fernsehansprache. Der Aufbauplan – auch für die Aufforstung, die nach neusten Erkenntnissen erfolgen soll – werde direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt.

Den schnellen Wiederaufbau verbrannter Wohnhäuser und Industriegebäude sowie die Hilfe für andere Brandschäden bei den Bürgern will Athen mit einem Sonderhaushalt von 500 Millionen Euro bewältigen. Die Hilfe für die Menschen soll unbürokratisch über eine Online-Plattform erfolgen. Bereits am Montagmorgen war im Norden Athens mit der Feststellung der Schäden begonnen worden.

Waldbrände: Gewerkschaft kritisiert Italiens Präventionspolitik

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Italien hat die Gewerkschaftsvereinigung Cisl die Politik der Regierung zum Naturschutz kritisiert. Der Waldbestand müsse stärker überwacht werden, sagte Generalsekretär, Luigi Sbarra, am Montag. Er forderte gnadenlose Strafen für die Verantwortlichen der Brände und mehr Investitionen in den angeschlagenen Forst-Sektor. Es gebe keinen landesweiten Plan, der sich dieser Herausforderungen annehme, kritisierte Sbarra. «Italien ist weiterhin Gefangener einer Notfalllogik, die Einsätze nur dann vorsieht, wenn die Katastrophe geschehen ist.»

Cisl ist ein Bund aus verschiedenen Gewerkschaften im Wirtschaftssektor. Ihr gehört auch die Gewerkschaft FNS an, in der unter anderem Feuerwehrkräfte organisiert sind. Viele Verbände warnten bereits vor den weitreichenden Zerstörungen der Brände auf den Inseln Sardinien und Sizilien sowie in Süditalien. In der Landwirtschaft vernichteten die Flammen Felder, Olivenhaine und töteten Tiere.

Vorerst leichte Hoffnung auf Entspannung bei Bränden in Griechenland

Nach über einer Woche Kampf gegen unzählige Grossbrände im ganzen Land hat sich die Situation in Griechenland am Montag leicht entspannt.

Unter anderem sorgte das Wetter für eine Atempause – zwar kündigte sich die nächste Hitzewelle an, doch die Winde wehten am Montag nur schwach, sodass nicht ständig neue Brände ausbrachen oder die Feuer von Böen angetrieben wurden.

Im Norden Athens, um den Feuerwehr und Rettungskräfte tagelang kämpften, schwelte es noch. Die Einsatzkräfte waren dort vor allem damit beschäftigt, immer wieder aufflammende kleine Brandherde zu löschen, damit diese sich nicht erneut ausbreiten.

Brandermittlungen an Italiens Adria-Küste nach Evakuierung

Nach der Evakuierung Hunderter Menschen in Campomarino Lido an der italienischen Adriaküste ermitteln die Behörden wegen Brandstiftung. Es gebe einen starken Verdacht, dass es sich um eine geplante Aktion gehandelt habe, sagte der Präsident der Region Molise, Donato Toma, der Nachrichtenagentur Ansa am Montag, 9. August. Es seien zu viele Brandausbrüche gewesen, so dass man an etwas Menschengemachtes denken könne.

Waldbrände in Südwesttürkei: Wohngebiete ausser Gefahr

Die Lage in den von Waldbränden betroffenen Küstenregionen der Türkei hat sich lokalen Behörden zufolge entspannt. Der Sprecher der stark betroffenen Gemeinde Milas, Umut Öztürk, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, in der Region seien die Brände weitestgehend unter Kontrolle. «Die Einsatzkräfte sind dabei, das Gelände abzukühlen.»

Forstminister Bekir Pakdemirli hatte am Sonntagabend noch von fünf unkontrollierten Bränden in der südwesttürkischen Provinz Mugla gesprochen, aber Entwarnung für Wohngebiete gegeben. Diese seien nicht mehr bedroht, sagte er.

Die Lage in den von Waldbränden betroffenen Küstenregionen der Türkei hat sich lokalen Behörden zufolge entspannt. (Bild: Keystone)

Gebannt ist die Brandgefahr angesichts der anhaltenden Hitzewelle und Trockenheit aber noch nicht. «Bis zum Oktober besteht das Risiko weiterer Brände», warnte Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität. Das Feuer habe so viel Zerstörung hinterlassen wie seit 1946 nicht mehr, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Damals seien in der Türkei 1650 Quadratkilometer Waldfläche verbrannt. Bei den aktuellen Bränden seien schätzungsweise 1’500 Quadratkilometer Land zerstört worden – eine Fläche fast drei mal so gross wie der Bodensee.

Seit Beginn der Brände vor rund zwei Wochen kritisiert die Opposition das Krisenmanagement der Regierung, etwa, dass anfangs keine eigenen einsatzfähigen Löschflugzeuge zur Verfügung standen. Die Regierung weist die Kritik zurück. Zwischenzeitlich brannte es nach offiziellen Angaben in 47 von 81 Provinzen. Mehr als 200 Feuer wurden unter Kontrolle gebracht. Zur Brandursache wird weiter ermittelt.

Helfer aus 20 Nationen kämpfen in Griechenland gegen die Flammen

Immer mehr ausländische Helfer unterstützen die griechischen Kräfte im Kampf gegen die katastrophalen Waldbrände im Land. Stand Montagmorgen umfasste die Liste des griechischen Zivilschutzes 20 Nationen.

Während manche Staaten wie Rumänien, Israel, Kuweit, Serbien, die Ukraine und Moldawien Feuerwehrkräfte schickten, unterstützen andere zusätzlich mit Löschflugzeugen und Hubschraubern – darunter Frankreich, Kroatien, Schweden, Spanien und Ägypten.

Anwohner auf Euböa verteidigen ihre Dörfer gegen die Flammen

In einem gewaltigen Kraftakt haben Anwohner auf der griechischen Insel Euböa in der Nacht zum Montag gemeinsam mit Feuerwehrleuten und Freiwilligen mehrere Dörfer vor dem Übergreifen der Flammen bewahrt. Zwar seien am Rande von Ortschaften wie Artemisio, Gouves und Pefki Häuser niedergebrannt, die Ortskerne seien bisher jedoch intakt, berichtete die Zeitung «Kathimerini». Weiterhin seien aber viele Ortschaften von Flammen umzingelt.

Obwohl die Feuerwand sich schon am Sonntagnachmittag auf die Dörfer zubewegt hatte, gab es nach Angaben der Bewohner in manchen Gegenden kaum oder keine Unterstützung aus der Luft. Der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias begründete das am Abend mit den schlechten Bedingungen – die extrem starke Rauchentwicklung habe die Sicht derart eingeschränkt, dass manche Einsätze unmöglich gewesen seien.

Am Montagmorgen zeigten Satellitenbilder im Norden der Insel etwas weniger Brandherde als noch am Sonntag – mutmasslich, weil der meiste Wald mittlerweile verbrannt ist und die Flammen kein Futter mehr finden, wie der Fernsehsender Skai berichtete. Zum Ausmass der Schäden gibt es bisher unterschiedliche Angaben, Übereinstimmung herrscht einzig darin, dass sie gewaltig sind. Mehrere griechische Medien nannten eine Fläche von 50’000 Hektar.

Südeuropa brennt – und die nächste Hitzewelle beginnt

Die Lage wird immer bedrohlicher: Auf der griechischen Insel Euböa stehen auch am siebten Tag gewaltige Waldflächen in Flammen, die Brände breiten sich unkontrolliert aus. Auch im südwesttürkischen Mugla kämpften Einsatzkräfte und freiwillige Helfer in der Nacht zum Montag gegen Feuer. In Italien wurden an der Adria-Küste Hunderte Menschen wegen Bränden evakuiert. Besserung ist nicht in Sicht: Zu Wochenbeginn droht in der gesamten Region die nächste Hitzewelle mit über 40 Grad. Passend dazu legt der Weltklimarat am Montag seinen neuen Bericht zur Klimaerwärmung vor.

Im Norden Euböas spielten sich in der Nacht zum Montag apokalyptische Szenen ab. Der Nordteil ist mittlerweile durch die unzähligen Grossfeuer fast vollständig vom Rest der Insel abgeschnitten, wie Satellitenbilder zeigen. Rettungskräfte, Freiwillige und Einwohner konnten die Flammen nicht in Schach halten, sondern wurden von ihnen Richtung Küste getrieben. Boote standen bereit, um Anwohner zu evakuieren – Tausende mussten die Insel bereits verlassen. Die Rauchwolken und der Feuerschein waren noch über 100 Kilometer weit auf dem Festland zu sehen. Auch auf der Halbinsel Peloponnes und auf Kreta toben weiterhin unkontrollierte Brände.

Auf der griechischen Insel Euböa stehen auch am siebten Tag gewaltige Waldflächen in Flammen, die Brände breiten sich unkontrolliert aus. (Bild: Keystone)

In Italien wurden am Sonntagabend wegen Bränden rund um die italienische Adria-Gemeinde Campomarino mehr als 400 Menschen aus ihren Unterkünften geholt. Die Behörden evakuierten Hotels, Campingplätze und Wohnhäuser im Ortsteil Campomarino Lido am Meer. Auf einem Video der Feuerwehr war zu sehen, wie dichter Qualm durch die Strassen zog und sich Flammen durch Büsche bis zu einem Café durchfrassen. Die italienische Zivilschutzbehörde entsendet ausserdem Verstärkung in die stark von Waldbränden betroffene Region Kalabrien. Dort brannte es unter anderem im Nationalpark Aspromonte.

In der Türkei wurden noch fünf unkontrollierte Waldbrände gezählt. Im südwesttürkischen Mugla kämpften Einsatzkräfte und freiwillige Helfer weiter gegen die Flammen. Das Ausmass der Schäden wird immer grösser. Landesweit wurden laut Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität, schätzungsweise mehr als 150 000 Hektar Land verbrannt, darunter Wald, Feld, Wiesen und ganze Dörfer – eine Fläche mehr als doppelt so gross wie der Bodensee.

Neue Hitzewelle

Das Wetter erschwert die Situation in den kommenden Tagen zusätzlich: Von Montag an beginnt in Südeuropa eine neue Hitzewelle, bei der die Temperaturen vielerorts auf über 40 Grad steigen. Hitzewellen werden auch Thema beim Weltklimarat (IPCC) sein, der an diesem Montag (10 Uhr) seinen neuen Bericht über den Wissenstand zur Klimaerwärmung vorlegt. Er will damit letzte Zweifel an der Verantwortung des Menschen für den Klimawandel ausräumen. In dem Bericht von 234 internationalen Experten geht es unter anderem um die Gefahr von Extremereignissen wie den jüngsten Hitzeperioden in Griechenland und der Türkei und den Überschwemmungen in Deutschland.

Hunderte Menschen wegen Bränden an Adria-Küste evakuiert

Hunderte Bewohner und Touristen sind wegen Feuern um die italienische Adria-Gemeinde Campomarino aus ihren Unterkünften gebracht worden. Die Behörden evakuierten am Sonntag Hotels, Campingplätze und Wohnhäuser im Ortsteil Campomarino Lido am Meer, wie die Feuerwehr am Abend mitteilte. Mehr als 400 Menschen wurden demnach aus den Häusern geholt. Auf einem Video der Feuerwehr war zu sehen, wie dichter Qualm durch die Strassen zog und sich Flammen durch Büsche bis zu einem Café durchfrassen. Fotos zeigten Brände in der Nähe von Häusern.

Der Feuerwehr zufolge waren ein Löschflugzeug und ein Helikopter im Einsatz, um die Flammen aus der Luft zu bekämpfen. Am Boden versuchten Feuerwehrleute, die Brände zu löschen. Campomarino liegt an der Adriaküste in der kleinen italienischen Region Molise, etwas mehr als 100 Kilometer südlich von Pescara. Von Verletzten berichtete die Feuerwehr zunächst nicht.

«Wir haben kein Wasser!» - dramatische Szenen beim Brand auf Euböa

Im Norden der Insel Euböa haben sich bei der Bekämpfung der Waldbrände am Sonntagabend dramatische Szenen abgespielt. Im Küstenort Pefki konnten Feuerwehr, Militär und Bürger den Flammen nichts mehr entgegensetzen, wie Fernsehbilder zeigten. «Wir haben kein Wasser!», riefen die Menschen und schleppten noch die letzten Tropfen aus Brunnen in Schubkarren und Eimern herbei, während die Löschzüge tanken fahren mussten.

Ältere Menschen wurden von Helfern zur Küste getragen, um von dort mit Booten gerettet zu werden. Auch Katzen und Hunde wurden am Ufer zusammengetrieben. Viele Häuser fingen Feuer, mancherorts versuchten die Menschen, Bäume neben den Gebäuden zu fällen, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Löschflugzeuge seien stundenlang nirgends zu sehen, berichtete der Sender Skai. Die Region ist in dichten Rauch gehüllt, Südostwind treibt die Flammenfront immer weiter in Richtung des nördlichsten Zipfels der Insel. Weite Teile der Gegend sind mittlerweile evakuiert.

Feuerwehrautos werden auf dem Gelände der Landesfeuerwehrzentrale in Wroclaw, Polen, ausgestellt. Eine Gruppe von Feuerwehrleuten reist nach Griechenland, um bei der Bekämpfung von Bränden in Euböa zu helfen. (Bild: Keystone)
Kalabrien fordert Hilfe von Rom - Feuerwehr zieht Waldbrand-Bilanz

Die italienische Zivilschutzbehörde entsendet weitere Verstärkung in die stark von Waldbränden betroffene Region Kalabrien. Ministerpräsident Mario Draghi habe dafür ein entsprechendes Dekret unterschrieben, teilte die Behörde für Katastrophenschutz am Sonntagabend in Rom mit. Der Präsident der Region an der italienischen Stiefelspitze, Nino Spirlì, hatte am Samstag bereits Unterstützung angefragt. Durch das Dekret kann sich die Zivilschutzbehörde nun darum kümmern, Freiwillige und andere Einheiten zur Unterstützung der Löscharbeiten zu entsenden. Aus Kalabrien kamen der Behörde zufolge am Sonntag acht Anfragen für Löschflugzeuge. Dort brannte es unter anderem im Nationalpark Aspromonte.

Die Feuerwehr zog unterdessen Bilanz für die bisherige Waldbrandsaison. Den Angaben zufolge zählte sie seit dem 15. Juni fast 44 500 Einsätze wegen Waldbränden. Im selben Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 26 200. Nur im Jahr 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt mehr. Die Zivilschutzbehörde warnte am Sonntag zudem vor weiteren Bränden bedingt durch eine nahende Hitzewelle. In Italiens Süden ist es sehr trocken und immer wieder begünstigen starke Winde die Flammen. Als Ursache für die Feuer gilt auch Brandstiftung.

Brände gefährden Naturschutzgebiete und Landwirtschaft in Italien

In Süditalien bedrohen Waldbrände zunehmend die Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. «Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände», erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri.

Betroffen seien der Aspromonte Nationalpark im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Federparchi forderte in seiner Mitteilung vom Samstag einen Plan, der das Überwachungs- und Brandschutzsystem verbessere.

Nahe der kleinen Stadt San Lorenzo am Rande des Aspromonte Nationalparks waren ein Mann und eine Frau im Zusammenhang mit den Waldbränden gestorben, als es auf ihrem Bauernhof brannte, wie die Feuerwehr am Freitag mitgeteilt hatte.

Der Agrarverband Coldiretti warnte in einer Mitteilung am Sonntag vor den Schäden für die Landwirtschaft durch die anhaltende Dürre, vor allem im Süden des Mittelmeerlandes. Die Ertrag beim Weizen könnte um zehn Prozent zurückgehen, während Experten bei Obstsorten wie Kirschen, Pfirsichen und Nektarinen mit einem Rückgang um teilweise bis zu 50 Prozent – verglichen mit einem normalen Jahr – rechnen.

Der Verband Coldiretti vermutet hinter den Wetterereignissen die Auswirkungen des Klimawandels. Zehntausende Hektar Wald, Weiden, Tiere und Olivenhaine seien bereits verbrannt. Der ausbleibende Regen und die Dürre begünstigten zudem die Ausbreitung der Flammen und Brandstiftungen.

Mindestens sechs Feuer in Türkei weiterhin nicht unter Kontrolle

Die Türkei kämpft den zwölften Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle.

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die westtürkische Provinz Mugla. Dort erschwerten Winde die Löscharbeiten. Ein schon unter Kontrolle geglaubtes Feuer in der Provinz Aydin wurde durch den Wind wieder entfacht, wie der Sender NTV berichtete.

Im südtürkischen Antalya hat sich die Lage unterdessen entspannt. Einsatzkräfte wurden nach Angaben lokaler Behörden dort abgezogen und zur Verstärkung in die Westtürkei geschickt. Landesweit sollen Experten zufolge bisher weit über 100’000 Hektar (1’000 qkm) Land zerstört worden sein – eine Fläche etwa doppelt so gross wie der Bodensee.

Seit Beginn der Brände vergangene Woche wird immer wieder Kritik am Krisenmanagement der türkischen Regierung laut. (Bild: Keystone)
Verbitterung auf der Insel Euböa: «Man hat uns brennen lassen»

Erstmals seit Beginn der Waldbrände auf der Insel Euböa Anfang der Woche sind dort am Sonntag massive Lufteinsätze gegen die Flammen geflogen worden. Im nördlichen Teil der Insel stehen viele Quadratkilometer Wald in Flammen, von Samstag auf Sonntag kämpften die Bewohner gegen bis zu sieben Kilometer lange Feuerwände.

Die Verbitterung bei den Menschen ist gross, weil die Löscharbeiten aus der Luft sich in den vergangenen Tagen auf den Norden Athens konzentriert hatten. «Man hat uns brennen lassen», sagte ein Mann dem Fernsehsender Skai.

Man habe keine andere Wahl gehabt, heisst es hingegen bei den Rettungskräften. «Wir konnten nicht überall sein. Man muss sich nur vorstellen, die Flammen im Norden Athens hätten sich auf dicht besiedeltes Gebiet ausgeweitet», wurde ein Feuerwehrmann zitiert.

Auch der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis hatte in den vergangenen Tagen immer wieder betont, Menschenleben hätten Priorität vor Besitz und Wald. Im Grossraum Athen leben rund vier Millionen Menschen, Euböa hat etwa 220’000 Einwohner. Das derzeit von Bränden betroffene Gebiet besteht hauptsächlich aus Wald.

Grosse Schäden in verbrannten Gebieten nördlich von Athen

Im Norden Athens wird das Ausmass der Schäden immer deutlicher. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen sollen mehr als 300 Häuser und Industriebauten verbrannt sein. Schwierigkeiten bereitet auch der Wiederaufbau des Stromnetzes. «Es wird bis zu 15 Tage dauern, bis der Strom überall wieder fliesst», sagte ein Techniker der Elektrizitätsgesellschaft am Sonntagmorgen dem Fernsehsender Skai.

Mindestens 1300 Strommasten seien verbrannt oder beschädigt und müssten ausgetauscht werden. Auch die Wasserversorgung ist noch nicht vollständig wiederhergestellt, betroffen seien unter anderem mehrere nördliche Vororte Athens, berichtete die Tageszeitung «Kathimerini». Noch gar nicht abzuschätzen ist der ökologische Schaden durch die grosse Fläche verbrannten Waldes.

Kein Ende der Brandkatastrophe in Griechenland in Sicht

In fast allen Brandgebieten Griechenlands toben die Flammen mit unverminderter Intensität. Im Norden der zweitgrössten griechischen Insel Euböa ist die Lage nach Worten des Bürgermeisters der kleinen Hafenstadt Istiaia, Giannis Kotzias, katastrophal: «Wir sind allein. Unser Ende ist nahe», sagte er dem griechischen Nachrichtensender Skai.

Ausser Kontrolle war am Sonntagmorgen auch die Situation auf der Halbinsel Peloponnes. Der gefährlichste Brand tobte dort südlich der Kleinstadt Megalopolis. Ein weiterer Brand frass sich aus dem Westen der Insel bei Olympia immer weiter ins dicht bewaldete gebirgige Arkadien im Inneren der Halbinsel.

 Einsatzkräfte der Feuerwehr nahe Athen. (Bild: Keystone)

Die Bürgermeister der Region fordern mehr Hilfe aus der Luft. Sie bemängelten, dass die Entscheidungsträger in Athen in den vergangenen zwei Tagen mehr Löschflugzeuge im Raum der griechischen Hauptstadt einsetzten – mit dem Ergebnis, dass die Brände in den Provinzen ausser Kontrolle gerieten.

Im Norden der griechischen Hauptstadt entspannte sich die Lage am Sonntag weiter. Die Feuerwehr und freiwillige Helfer sowie das Militär könnten jetzt kleinere Brandherde löschen, sagte ein Offizier der Feuerwehr im Staatsrundfunk.

An den Löscharbeiten nehmen in den nächsten Tagen Feuerwehrleute aus Rumänien, Frankreich, Zypern, Kroatien, Israel, Grossbritannien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ägypten, Katar und Kuwait teil. Auch Feuerwehrleute aus Deutschland werden Mitte nächster Woche in Athen erwartet.

Macron an Griechenland: "Solidarität als Europäer - immer"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich am Samstag solidarisch mit Griechenland erklärt, das landesweit mit unzähligen Waldbränden kämpft. In einem Tweet, den Macron aus dem Urlaub auf griechisch sendete, hiess es: «Frankreich steht zu Griechenland, das stark unter den Feuerkatastrophen leidet.»

Nachdem er sich mit dem griechischen Premier Kyriakos Mitsotakis telefonisch verständigt hätte, seien aus Frankreich drei Löschflugzeuge und 80 Rettungskräfte nach Griechenland geschickt worden. «Solidarität als Europäer – immer», schloss Macron.

Riesige Flächen in Griechenland verbrannt

Bei den Feuern in Griechenland sind nach ersten Schätzungen bisher mindestens 60’000 Hektar oder 600 Quadratkilometer Fläche verbrannt. Das berichtete am Samstag der staatliche Sender ERT unter Berufung auf das Nationale Observatorium Athen. Es wurde darauf verwiesen, dass es sich lediglich um vorläufige Schätzungen handelt, weil viele Brände vor allem auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa weiterhin unkontrolliert wüten.

Zum Vergleich: In Deutschland verbrannten laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im vergangenen Jahr durch Waldbrände 368 Hektar Fläche. Im Dürresommer 2018, der durch verheerende Waldbrände vor allem in Ostdeutschland in Erinnerung blieb, waren es 2’350 Hektar.

Waldbrände in Südeuropa - Deutschland schickt Hilfe nach Griechenland

Immer mehr internationale Helfer unterstützen den Kampf gegen die Flammen im Süden Europas. Am Samstag kündigte auch das Bundesinnenministerium in Berlin an, das Technische Hilfswerk (THW) sowie Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen und Hessen mit Einsatzfahrzeugen nach Griechenland zu entsenden. Dort lodern die Brände unvermindert. Die Westküste der Türkei und der Süden Italiens kommen ebenfalls nicht zur Ruhe.

In Griechenland bestand am Samstag etwas Hoffnung, die Brände im Norden Athens unter Kontrolle zu bringen, weil der Wind zwischenzeitlich nachliess. Den Mammuteinsatz für die Millionenmetropole bezahlen jedoch andere Regionen – etwa die Halbinsel Peloponnes und die zweitgrösste griechische Insel Euböa: Dort breiteten sich die Feuer fast ungehindert aus. Zivilisten und Anwohner kämpften mit Gartenschläuchen, Plastikeimern, Traktoren und Baggern gegen das Inferno, immer mehr Orte wurden evakuiert.

Menschen, die während der Waldbrände aus ihren Häusern geflohen sind, werden in einer Halle in Chalkida, der Hauptstadt der Insel Evia, etwa 81 Kilometer nördlich von Athen, untergebracht. (Bild: Keystone)

In der Türkei kämpften am Samstag mehr als 5000 Einsatzkräfte gegen die Flammen an. Besonders die Küstenregionen im Süden und Westen des Landes waren weiterhin schwer betroffen. In der Gemeinde Köycegiz in Mugla schliefen die Feuerwehrkräfte in den Einsatzwagen, sagte der Leiter Bahattin Yavuz. Andauernd kämen Nachrichten aus den umliegenden Dörfern über neue Brände – gleichzeitig reisten aus dem ganzen Land viele freiwillige Helfer an.

Auf der italienischen Insel Sardinien eskalierte die Lage ebenfalls immer wieder. Am Samstag meldete die Feuerwehr in der Provinz Oristano einen Brand in einer Unterkunft für Touristen. Die Einsatzkräfte verhinderten nach eigenen Angaben, dass die Flammen auf die umliegende Vegetation übergriffen. Verletzte gab es nicht. Auf Sizilien erklärte die Regionalregierung derweil wegen der Waldbrände für sechs Monate den Not- und Krisenfall. Seit Ende Juli brenne es, und in den kommenden Wochen herrsche ein permanentes Risiko durch die aussergewöhnliche Wetterlage, so Regionalpräsident Nello Musumeci.

Waldbrände in Balkanländern weitgehend unter Kontrolle

Feuerwehren und Sicherheitskräfte in Albanien, im Kosovo und in Nordmazedonien haben die Waldbrände weitgehend unter Kontrolle gebracht. In Albanien löschten die Brandbekämpfer allein am Freitag 15 Feuer, teilte das Verteidigungsministerium in Tirana in der Nacht zum Samstag mit. Zehn Brandherde seien noch aktiv, seien aber keine Bedrohung für nahe gelegene Dörfer oder Nationalparks, hiess es in der Mitteilung.

Auch im Kosovo gelang es den Sicherheitskräften, nahezu alle Brände zu löschen, erklärte Verteidigungsminister Armend Mehaj laut Portal «zeri.info». In Nordmazedonien waren in den letzten 24 Stunden noch 616 Polizeikräfte im Einsatz, berichteten Medien am Samstagmorgen. Ein Brand, der das Dorf Budinarci im Osten des Landes bedroht hatte, stelle keine Gefahr mehr da, teilte der Katastrophenschutz mit.

Brände wüten weiter in der Türkei: Mehrere Feuer ausser Kontrolle

In der Türkei haben am Samstag mehr als 5’000 Einsatzkräfte gegen die Flammen angekämpft. Besonders die Küstenregionen im Süden und Westen des Landes sind seit Tagen schwer von den Bränden betroffen. In Köycegiz und Milas in der westtürkischen Provinz Mugla hätten sich die Feuer in der Nacht ausgebreitet, teilten örtliche Behörden mit. Die Evakuierung mehrerer Nachbarschaften sei angeordnet worden.

In Nähe der Städte Aydin und Mugla brannten am Samstag noch sechs unkontrollierte Feuer, wie Forstminister Bekir Pakdemirli mitteilte. In den Regionen Antalya, Marmaris und Bodrum gelang es Feuerwehrleuten unterdessen, einige Brände unter Kontrolle bringen, wie es hiess. Pakdemirli sprach von einer Katastrophe, die in die Geschichte eingehen werde.

Ein Helikopter tankt in der türkischen Provinz Aydin Wasser für die Löscharbeiten. (Bild: Keystone)

Nach offiziellen Angaben wurden seit dem 28. Juli mehr als 200 Flächenbrände in 47 Provinzen unter Kontrolle gebracht. Rund 5’250 Feuerwehrleute und mehr als 80 Hubschrauber, Flugzeuge und Drohnen sowie etwa 1’000 Fahrzeuge seien zum Löschen im Einsatz, erklärte Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Twitter.

Die Einsatzkräfte wurden von Teams aus mindestens sechs Ländern unterstützt, darunter Spanien und Russland. Pakdemirli sprach angesichts hoher Temperaturen und Wind von «aussergewöhnlichen Bedingungen» bei den Löscharbeiten und dankte den Feuerwehrleuten für ihren unermüdlichen Einsatz.

In Antalya wurde laut Wetterbericht Regen erwartet. Doch in der Provinz haben die Brände grosse Zerstörung hinterlassen, ganze Dörfer liegen unter Asche. Die Flammen haben bisher in der Türkei mindestens acht Menschenleben gefordert. Experten zufolge sind es die schwersten Brände seit mehr als zehn Jahren in dem Land. Laut Schätzungen sollen bisher über 100 000 Hektar Land gebrannt haben.

Deutschland schickt Feuerwehrkräfte nach Griechenland

Angesichts der verheerenden Waldbrände schickt Deutschland Feuerwehrkräfte nach Griechenland. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, Deutschland habe in der vergangenen Nacht aktiv Hilfe angeboten, die Griechenland inzwischen angenommen habe. «Derzeit bereiten sich Feuerwehrkräfte aus NRW, Hessen sowie das Technische Hilfswerk darauf vor, sich zügig mit Einsatzfahrzeugen nach Griechenland zu begeben, um dort die Waldbrandbekämpfung zu unterstützen.»

Details zu Einsatzort, Abmarschzeitpunkt und Fahrtroute würde derzeit mit Griechenland abgestimmt, hiess es. Deutschland habe zusätzlich angeboten, die Waldbrandbekämpfung mit der Anmietung von geeigneten Hubschraubern mit der erforderlichen Traglast zu unterstützen. Ob der Einsatz der Hubschraubern von Griechenland angefordert werde, sei derzeit noch unklar.

Oppositionsparteien im Bundestag hatten kritisiert, dass Deutschland angesichts zahlreicher Waldbrände bisher keine Hilfe nach Griechenland geschickt hat. Zahlreiche EU- und andere europäische Staaten hatten bereits etwa Löschhubschrauber für den Kampf gegen die Flammen nach Griechenland geschickt.

Riesige Flächen in Griechenland verbrannt

Bei den Feuern in Griechenland sind nach ersten Schätzungen bisher mindestens 60 000 Hektar oder 600 Quadratkilometer Fläche verbrannt. Das berichtete am Samstag der staatliche Sender ERT unter Berufung auf das Nationale Observatorium Athen. Es wurde darauf verwiesen, dass es sich lediglich um vorläufige Schätzungen handelt, weil viele Brände vor allem auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa weiterhin unkontrolliert wüten.

Zum Vergleich: In Deutschland verbrannten laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im vergangenen Jahr durch Waldbrände 368 Hektar Fläche. Im Dürresommer 2018, der durch verheerende Waldbrände vor allem in Ostdeutschland in Erinnerung blieb, waren es 2350 Hektar.

Waldbrände in Balkanländern weitgehend unter Kontrolle

Feuerwehren und Sicherheitskräfte in Albanien, im Kosovo und in Nordmazedonien haben die Waldbrände weitgehend unter Kontrolle gebracht. In Albanien löschten die Brandbekämpfer allein am Freitag 15 Feuer, teilte das Verteidigungsministerium in Tirana in der Nacht zum Samstag mit. Zehn Brandherde seien noch aktiv, seien aber keine Bedrohung für nahe gelegene Dörfer oder Nationalparks, hiess es in der Mitteilung.

Auch im Kosovo gelang es den Sicherheitskräften, nahezu alle Brände zu löschen, erklärte Verteidigungsminister Armend Mehaj laut Portal «zeri.info». In Nordmazedonien waren in den letzten 24 Stunden noch 616 Polizeikräfte im Einsatz, berichteten Medien am Samstagmorgen. Ein Brand, der das Dorf Budinarci im Osten des Landes bedroht hatte, stelle keine Gefahr mehr da, teilte der Katastrophenschutz mit.

«Wir haben nur noch unser Leben»

Die Zerstörung durch die Walbrände in der Türkei ist riesig: Viele Menschen verloren all ihren Besitz. Lesen Sie hier einen Hintergrundbericht zur Waldbrand-Katastrophe in der Türkei.

Hoffnungsschimmer für Athen: Noch zwei Feuerfronten übrig

Die Grossbrände im Norden von Athen sind am Samstag teilweise eingedämmt worden. «Erstmals können wir sagen, dass die Situation etwas besser ist – es gibt aktuell nur noch zwei Feuerfronten», sagte Nikos Peppas, Vize-Gouverneur der Region Attika, am Mittag dem Fernsehsender Skai. Es bestehe Hoffnung, die Brände bis zum Abend unter Kontrolle zu bringen. Die Rettungskräfte stehen unter enormem Druck, denn auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa toben weiterhin zahlreiche unkontrollierte, grosse Brände. Sie wurden bisher kaum aus der Luft bekämpft, weil Athen im Fokus stand.

«Die vergangene Nacht war wirklich die Hölle, ein Alptraum. Wir haben gewaltige Anstrengungen unternommen, damit das Feuer nicht auf bewohntes Gebiet übergreift», sagte Pappas. Die vielen tausend evakuierten Menschen könnten bald zurückkehren – sofern ihre Häuser nicht abgebrannt seien. «Aber das muss langsam und mit grosser Vorsicht geschehen», sagte er. Jene, die in den vergangenen Tagen vor den Feuern flohen, wohnen momentan auf Staatskosten in Hotels oder bei Bekannten und Verwandten. In den vom Feuer betroffenen Gegenden gibt es vielfach noch keinen Strom und kein Wasser.

Kampf gegen Brände - Internationale Hilfe für Griechenland läuft an

Die internationale Hilfe zur Bekämpfung der katastrophalen Brände in Griechenland wächst. Neben zahlreichen EU- und anderen europäischen Staaten schickt nun auch Ägypten drei Löschhubschrauber für den Kampf gegen die Flammen nach Athen, berichteten griechische Medien am Samstag.

Unterdessen erreichte am Morgen ein Konvoi mit 23 Löschfahrzeugen aus Rumänien die Hauptstadt. Die Rettungskräfte wurden mit Begeisterung von Menschen empfangen, die im Norden der Stadt gegen die Flammen kämpften. Die rumänischen Feuerwehrleute zeigten Victory-Zeichen aus ihren Fahrzeugen, wie der Fernsehsender ANT1 zeigte.

Zu den Helfern, die anreisen werden oder bereits im Land sind, gehören nach Angaben des griechischen Zivilschutzes 16 israelische und 100 ukrainische Feuerwehrleute ebenso wie 82 Rettungskräfte und zwei Löschflugzeuge aus Frankreich. Aus Zypern sind bereits 40 Feuerwehrleute und zwei Flieger in Griechenland. Die Schweiz schickte drei Löschhelikopter, die ab Samstag am Kampf gegen die Flammen teilnehmen sollen. Schweden ist mit zwei Löschflugzeugen dabei.

Sizilien erklärt für sechs Monate Notstand - Brand auf Sardinien

Die Regionalregierung von Sizilien hat wegen der Waldbrände auf der beliebten Urlaubsinsel für sechs Monate den Not- und Krisenfall erklärt. Seit Ende Juli brenne es auf Sizilien, und in den kommenden Wochen herrsche ein permanentes Risiko durch die aussergewöhnliche Wetterlage auf Sizilien, begründete Regionalpräsident Nello Musumeci die Entscheidung am Samstag in einer Facebook-Nachricht.

Auf Sardinien meldete die Feuerwehr in der Provinz Oristano am Samstagvormittag einen Brand in einer Unterkunft für Touristen. Die Einsatzkräfte verhinderten nach eigenen Angaben, dass die Flammen auf die umliegende Vegetation übergriffen. Verletzte gab es demnach nicht. In Oristano an der Westküste der Ferieninsel wüteten unlängst zahlreiche Waldbrände und richteten enorme Schäden an.

Waldbrandkatastrophe in Russland weitet sich aus

Die Waldbrandsituation in Russland nimmt immer dramatischere Ausmasse an. Im flächenmässig grössten Land der Erde meldeten die Behörden am Samstag mehr als 250 Brände mit einer Gesamtfläche von mehr als drei Millionen Hektar.

Löscharbeiten liefen bei 180 Feuern mit einer Fläche von rund 1,3 Millionen Hektar, teilte die für den Forstschutz zuständige Behörde Avialesoochrana mit. Die anderen Brände in schlecht zugänglichen Regionen würden nicht gelöscht, weil keine Gefahr für Menschen bestehe, hiess es.

Vor allem betroffen war die sibirische Region Jakutien (Republik Sacha) im Nordosten Russlands. Dort galt wie in insgesamt acht Regionen der Ausnahmezustand. In Jakutien breite sich das Feuer in Richtung der Siedlung Sangar mit ihren Öllagern aus, teilte der Zivilschutz laut Agentur Interfax mit. Die Staatsagentur Tass meldete aus der sibirischen Region Krasnojarsk, dass dort fast 400 Ortschaften im Rauch versinken würden. Nach Angaben der Behörde Avialesoochrana waren landesweit mehr als 6700 Menschen im Einsatz, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Grosse Brände auf der Insel Euböa: Gouverneur fleht um Hilfe

Die Brände auf der zweitgrössten griechischen Insel Euböa wüten immer stärker. Fanis Spanos, der für die Insel zuständige Gouverneur der Region Mittelgriechenland, setzte am Samstagmorgen über Facebook einen verzweifelten Hilferuf ab. «Das Feuer geht unvermindert weiter, es verbrennt Wälder und zerstört Häuser, es bedroht Menschenleben! Wir wollen endlich eine ernsthafte Anzahl von Löschflugzeugen, die wir seit dem ersten Tag fordern! Und mehr Löschzüge!»

Die Feuer könnten nicht alleine mit Bulldozern bekämpft werden, fügte Spanos hinzu. «Wenn wir nichts unternehmen, wird sich das Feuer wirklich überall ausbreiten», warnte er. Auf Euböa waren in den vergangenen Tagen zahlreiche Ortschaften evakuiert worden. Auch mit Fähren wurden Menschen abgeholt, weil der Landweg mancherorts abgeschnitten war. Viele Häuser sind bereits abgebrannt – genaue Zahlen des Ausmasses liegen jedoch noch nicht vor. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich derzeit noch auf die stärker besiedelte brennende Region im Norden Athens.

Schweizer Armeehelikopter helfen in Griechenland

Sehen Sie hier den Start der Superpumas im Video. (Video: Keystone-SDA)

Vom Flugplatz Locarno TI aus sind am Samstagmorgen drei Helikopter der Schweizer Armee nach Griechenland abgeflogen. Sie helfen dem Land auf ein entsprechendes Hilfsgesuch der Regierung in Athen bei der Brandbekämpfung.

Die Schweizer Helikopter des Typs Super Puma sollen bereits am (morgigen) Sonntag ihre ersten Löscheinsätze fliegen. Für den Einsatz sind auch maximal 40 Mitarbeitende der Armee nach Griechenland gereist, wie das Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bekannt gegeben hatte.

Flug ins Katastrophengebiet: Die Schweizer Armee fliegt mit drei Helikoptern nach Griechenland, um beim Löschen der Waldbrände zu helfen. (Bild: Keystone)

Bereits am Freitagnachmittag hatte sich ein Soforteinsatzteam mit einem Flugzeug der Schweizer Luftwaffe auf den Weg nach Griechenland gemacht. Dieses Team besteht aus Angehörigen des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe des Bundes, aus Brandbekämpfungsspezialisten des Lehrverbandes Genie/Rettung/ABC sowie einem Vorausdetachement der Luftwaffe.

Die Brandkatastrophe in Griechenland hält seit Tagen an und die Brände sind ausser Kontrolle. Wegen der starken Rauchbildung stinkt die ganze Stadt Athen und Asche geht am dritten Tag in Folge nieder. Weil die Winde in der Nacht und am frühen Morgen nachliessen, gebe es ein «Zeitfenster» für die Feuerwehr, die Brände im Norden Athens in den Griff zu bekommen, hiess es von Seiten der Behörden am Samstagmorgen.

Brände bringen Athen unerträgliche Luft - Hoffnung auf "Zeitfenster"

Die Brandkatastrophe in Griechenland dauert an und bringt der Millionenmetropole Athen gefährliche Luft. Wegen der starken Rauchbildung stinkt die ganze Stadt und Asche geht am dritten Tag in Folge nieder. «Schliessen Sie alle Fenster und gehen Sie nicht aus dem Haus», riefen die Behörden die Einwohner auf. Die ganze Nacht durch loderten im Norden der griechischen Hauptstadt die Flammen. «Wenn wir es heute nicht schaffen, die Brände einzudämmen, dann werden wir ein Riesenproblem haben», sagte der für den Zivilschutz zuständige Vizegouverneur des Grossraums Athens, Wassilis Kokkalis, am Samstagmorgen im Staatsfernsehen.

Weil die Winde in der Nacht und am frühen Morgen nachliessen, gebe es ein «Zeitfenster» für die Feuerwehr, die Brände im Norden Athens in den Griff zu bekommen, hiess es. Unterdessen bestätigte Kokkalis, dass es drei Festnahmen mutmasslicher Brandstifter gegeben habe.

Grossbrände toben weiterhin auch auf der zweitgrössten griechischen Insel Euböa sowie nahe Olympia und Sparta auf der Halbinsel Peloponnes. An den Löscharbeiten nehmen auch Feuerwehrleute aus der Ukraine, Rumänien und Zypern teil. Zudem sind Löschflugzeuge und Hubschrauber aus Frankreich, der Schweiz, Schweden und Kroatien im Einsatz.

Brände halten Griechenland und Türkei weiter in Atem

Für die zahlreichen Grossbrände in Griechenland und der Türkei gibt es weiterhin keine Entwarnung. In der Nacht zum Samstag kämpften die Feuerwehrleute in beiden Ländern weiterhin gegen die Flammen. Immer wieder wurden Menschen aufgerufen, betroffene Regionen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

 

Der Kampf gegen die Flammen geht weiter. (Bild: Keystone)

Im Norden Athens loderten die Flammen in der Nacht zum Samstag entlang vieler Kilometer und tauchten den Nachthimmel feuerrot. Noch am Abend wurden Orte evakuiert und die Menschen in Hotels, bei Verwandten und Bekannten untergebracht. Auf der Insel Euböa mussten die rund 2000 Bewohner des Ortes Limni per Fähre evakuiert werden, weil der Landweg von den Flammen abgeschnitten war. Auch die Halbinsel Peloponnes, Kreta weit im Süden des Landes und Städte wie Grevena hoch im Norden sind von den seit Tagen nach langer Hitze und Trockenheit ausgebrochenen Bränden betroffen.

Am Samstag sollen dem griechischen Zivilschutz zufolge die ersten internationalen Helfer in Aktion treten. Erwartet werden bisher 16 israelische und 100 ukrainische Feuerwehrleute ebenso wie 82 Rettungskräfte und zwei Löschflugzeuge aus Frankreich. Aus Zypern kommen 40 Feuerwehrleute und zwei Flieger. Die Schweiz schickte drei Löschhelikopter, Schweden ist mit zwei Löschfliegern dabei, ebenso Rumänien mit 112 Feuerwehrleuten und 23 Fahrzeugen.

Immer neue Brandherde und Winde erschweren Kampf um Athens Vorstädte

Die Feuer im Norden von Athen lassen in ihrer Kraft nicht nach – immer wieder entstehen neue Brandherde und Winde fachen die Flammen an. Am Freitagnachmittag drohte die Stadt Agios Stefanos – 25 Kilometer von der Hauptstadt entfernt – Feuer zu fangen. Fernsehbilder zeigten Polizisten, die auch noch die letzten der rund 10’000 Anwohner zwangen, das Gebiet zu verlassen. Im Hintergrund baute sich unterdessen eine gewaltige Wand aus Rauch und Feuer auf – kurz vor dem Stadtrand mit mehreren Tankstellen.

Die Feuer im Norden von Athen lassen in ihrer Kraft nicht nach. (Bild: Keystone)

Viele Menschen flohen in Panik, manche jedoch wollten ihre Häuser nicht verlassen. Mittlerweile dürften rund um die grossen Brandherde nahe Athen, auf der Insel Euböa und auf der Halbinsel Peloponnes Tausende Menschen obdachlos sein. Genaue Angaben gibt es dazu noch nicht. Die Regierung bietet nach einer Evakuierung bereits seit Tagen an, gratis in Hotels unterzukommen. Viele Menschen steigen aber auch bei Bekannten und Verwandten ab – oder sie kehren zu ihren Häusern zurück, sofern diese nicht abgebrannt sind und die Feuergefahr gebannt scheint.

Zwei Tote bei Waldbränden in Italien

Zwei Menschen sind bei den Waldbränden in Süditalien ums Leben gekommen. Die Leiche eines Mannes und einer Frau seien bei einem Bauernhof in San Lorenzo in der kalabrischen Provinz Reggio Calabria entdeckt worden, teilte die Feuerwehr am Freitag auf Twitter mit. Löschflugzeuge seien in der Gegend unterwegs. Das Feuer habe einen Stall und ein weiteres Gebäude erfasst. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, die beiden hätten einen Olivenhain vor den Flammen bewahren wollen.

Der Bürgermeister von Reggio Calabria, Giuseppe Falcomatà, sagte, dass unzählige Hektar Grün in Flammen aufgegangen seien. Einige Häuser seien evakuiert worden. «Berge und Hügel brennen weiter.»

Schweiz schickt Armeehelikopter gegen Brände in Griechenland

Drei Schweizer Armeehelikopter sowie Personal im Kampf gegen die verheerenden Brände in Griechenland: Das ist die Antwort aus Bern auf ein Hilfegesuch der Regierung in Athen. Am Samstag werden drei Helikopter des Typs Super Puma und maximal 40 Mitarbeitende der Armee in Richtung Athen abheben, wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Freitag heisst. Ab Sonntag werden die ersten Löschoperationen geflogen.

Hitze kommt auch in die Schweiz

In der Schweiz werden die Temperaturen kommende Woche deutlich wärmer. «Wir bekommen einen Streifschuss des Hitzehochs ab», sagt Roger Perret von Meteo News zu «Blick». Die Schweiz liegt am Rand eines Hochs, das sich nun Richtung Spanien verschiebt.

Nach einem durchzogenen Wochenende wird es dann kommende Woche in der Region Basel bis zu 31 Grad heiss. Alles zum Wetter in der Schweiz gibt es hier.

Bauer zündelt und löst Waldbrand aus - Festnahme in Italien

Der Boden staubtrocken, die Hitze gross: Immer wieder stecken Menschen in Italien absichtlich Felder und Wälder in Brand. Ein Schaf- und Ziegenzüchter wurde nun in Kampanien festgenommen.

Der Mann habe in der Gemeinde Montesarchio mit einem Feuerzeug hantiert und sei erwischt worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Zwei Hektar Eichenwald, Weide- und Brachland brannten. Dem Mann drohen vier bis zehn Jahre Haft.

In der Gegend brennt es immer wieder, letztes Jahr mussten auch Löschflugzeuge anrücken. Meist gehen die Feuer auf Brandstiftung zurück – unter anderem weil Bauern Weideland erneuern wollen. Deshalb sind mittlerweile Videokameras in der Vegetation versteckt, um Tätern schneller auf die Spur zu kommen.

Feuerteufel sind in Italien ein Problem. Umweltminister Roberto Cingolani hatte erklärte, dass mehr als 57 Prozent der Brände auf Brandstiftung zurückgehen und rund 14 Prozent auf fahrlässiges Verhalten, wenn Menschen zum Beispiel Zigaretten wegwerfen oder Lagerfeuer machen.

 Weiter unkontrollierte Waldbrände in türkischen Urlaubsregionen
Die Türkei kämpft den zehnten Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit Jahren. Zwölf Brände seien weiterhin nicht unter Kontrolle, teilte das Kommunikationsbüro des Präsidenten am Freitag mit.
 
Auch die Strände müssen wegen der Waldbrände evakuiert werden. (Bild: Keystone)

Besonders betroffen sind die süd-und westtürkischen Küstenregionen Antalya, Marmaris, Bodrum und Milas. In Milas verschlangen die Flammen in der Nacht mehrere Viertel, die zuvor evakuiert worden waren, wie lokale Behörden mitteilten. Das Feuer dort sei inzwischen unter Kontrolle, an anderer Stelle rücke es jedoch weiter auf Wohngebiete vor.

Seit Mittwoch vergangener Woche waren in der Türkei in mehreren Provinzen mehr als 200 Waldbrände ausgebrochen. Es sind die schwersten Waldbrände seit mehr als 13 Jahren in der Türkei, in noch nie da gewesener Intensität. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben, Schätzungen zufolge sind mindestens 100 000 Hektar Wald und Felder den Flammen zum Opfer gefallen. Alleine in Marmaris verbrannte nach Angaben lokaler Behörden eine Fläche von mehr als 16 000 Hektar.

Verletzte bei Bränden in Griechenland - Einsatzkräfte mit Brandwunden

Bei den Grossbränden in Griechenland sind bislang 18 Menschen verletzt in Krankenhäuser eingeliefert worden. Die meisten litten an Atemwegsbeschwerden, sagte der griechische Gesundheitsminister Wassilis Kikilias am Freitag im Staatsfernsehen.

Dutzende weitere Menschen erlitten nach Informationen griechischer Medien leichte Verletzungen, mussten aber nicht ins Krankenhaus. Viele Feuerwehrleute nahmen am Freitag trotz leichter Verletzungen – in den meisten Fällen Brandwunden an den Händen – an den Löscharbeiten teil, wie das Fernsehen zeigte.

 

Die Rettungskräfte sind erschöpft und teilweise verletzt. Hier eine Aufnahme aus der Türkei.(Bild: Keystone)

Die Chefin der Pneumologischen Klinik des Athener Krankenhauses Sotiria, Nina Gaga, warnte vor Gefahren wegen der Luftverschmutzung durch die Waldbrände. «Gehen Sie nicht aus dem Haus», warnte sie. Die Kleinpartikel in der Luft aus den Brandregionen im Norden Athens erreichten im Zentrum der griechischen Hauptstadt Werte, die als sehr gefährlich für Menschen gelten; vor alem für diejenigen, die Probleme mit den Atemwegen haben. Normale Schutzmasken gegen Corona helfen nicht. Wer ausgehe, müsse sich mit einer Maske vom Typ P95 und höher schützen, sagte die Ärztin.

In Athen hat sich ein dichter gelber Nebel mit Kleinpartikeln und Asche aus den Vororten im Norden gebildet, wo am Vorabend ein Grossbrand ausbrach und weite Teile eines Waldes und zahlreiche Häuser zerstörte. Die Feuerwehr setzte am Freitag den Kampf gegen die Flammen fort.

Starke Winde fachen Brände in Griechenland an

Im von verheerenden Waldbränden getroffenen Griechenland spitzt sich die Lage weiter zu. Seit den frühen Morgenstunden fachten starke Westwinde am Freitag die zahlreichen Feuer weiter an. Nördlich von Athen wurden die Menschen mehrerer Ortschaften aufgerufen, die Region zu verlassen. Sicherheitskräfte zogen von Haus zu Haus, damit niemand vergessen wird.

Binnen 24 Stunden gab es landesweit 86 neue Waldbrände, wie die griechische Feuerwehr am Morgen twitterte. Selbst Dutzende Kilometer von den Bränden entfernt sehen die Menschen gewaltige gelbe Rauchwolken am Himmel, es riecht verbrannt, Asche regnet vom Himmel.

Auch auf der Insel Euböa und auf dem Peloponnes wüten die Feuer teils unkontrolliert. Auf Euböa mussten die Bewohner der Ortschaft Agia Anna im Nordosten der Insel mit Booten über das Meer in Sicherheit gebracht werden. Auch im Nordwesten brennt es, dort wurden ebenfalls zahlreiche Ortschaften evakuiert.

Am Morgen sei es zunächst nur darum gegangen, die Ausbreitung der Brände zu verhindern, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA. Von einer Kontrolle der Flammen könne angesichts der starken Winde vorerst keine Rede sein.

Wegen des starken Windes haben die Behörden keine Chance, das Feuer in Griechenland zu löschen. (Bild: Keystone)
Gnadenloses Feuer: In Südeuropa und der Türkei brennt es unvermindert

Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei dauern unvermindert an. Auch in der Nacht zum Freitag bahnten sich Feuerwalzen den Weg durch vertrocknete Wälder, Busch- und Grasland. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwor die Bürger auf weitere harte Tage ein – so brennt es unter anderem nahe der Hauptstadt Athen. Auch im westtürkischen Milas rückten die Flammen lokalen Behörden zufolge zuletzt wieder gefährlich nahe an Wohngebiete heran. Die ersten Viertel wurden am späten Donnerstagabend evakuiert.

«Wir haben mit Dutzenden Waldbränden zu kämpfen. Drei davon – in Athen, auf dem Peloponnes und auf Euböa – sind von gewaltigem Ausmass», sagte Mitsotakis am Donnerstagabend bei einer Ansprache im Staatsfernsehen. Er warnte vor starken Westwinden am Freitag, einem «noch nie da gewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben». Am Donnerstagabend gab es 54 aktive Brände im ganzen Land. Bis mindestens Montag ist es den Menschen deshalb untersagt, Wälder zu besuchen. Auch dürfen sind Arbeiten verboten, die Funken oder Flammen erzeugen könnten.

Flammeninferno in Griechenland

Mit dem Mut der Verzweiflung steht ein Mann in Jeans und T-Shirt vor den meterhohen Flammen. Die Corona-Maske zum Schutz gegen den Rauch über Mund und Nase gestülpt, richtet er den Gartenschlauch auf das wütend fauchende Gestrüpp vor sich.

 

Mit Gartenschläuchen versuchen die Menschen in Griechenland das Feuer zu löschen. (Bild: Keystone)

Hinter ihm ragt sein Haus in die Höhe, verschwitzte Nachbarn eilen mit Wassereimern zu Hilfe. Das Feuer zu löschen scheint unmöglich. Und doch gelingt es den Menschen, die Flammen so lange aufzuhalten, bis ein Löschzug der Feuerwehr anrückt. Der Mann in der Nähe des Ortes Afidnes nördlich von Athen hat vorerst Glück gehabt. Doch die Gefahr ist noch längst nicht gebannt, noch für viele Tage nicht.

Es sind diese Bilder der Machtlosigkeit, die Griechenland verzweifeln lassen. Interviews mit weinenden Menschen, die alles verloren haben. Aufnahmen von lodernden Wäldern, zu Gerippen verkohlten Häusern, fliehenden Tieren und verbrannten Kadavern. Von eitergelben Rauchwolken, die in den Himmel ragen, vom nächtlichen, glutroten Feuerschein hinter den Hügeln und dem explosionsartigen Funkenregen, der aus vertrockneten Pinien sprüht. Klein wirken die Löschflugzeuge und Hubschrauber, die immer wieder anfliegen, lächerlich gering die Mengen Wasser, die sie über den Flammen ausschütten.

Griechenland durchlebt die schlimmste Brandkatastrophe seit den verheerenden Feuern im Jahr 2007. Damals waren nach einer ähnlichen Hitzewelle im Westen des Peloponnes Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Nur beim Brand in der Ortschaft Mati östlich von Athen wurden 2018 mit 100 Toten noch mehr Opfer beklagt.

Auch Balkanländer kämpfen weiter gegen Waldbrände

Auch auf dem Balkan haben die Katastrophenschützer am Freitag weiter gegen Waldbrände gekämpft. Zugleich erwarteten die Meteorologen für die gesamte Region in Kürze eine regnerische Kaltfront, die die Brandgefahr vermindern dürfte.

In Nordmazedonien hatte die Regierung am Donnerstag den Krisenzustand ausgerufen angesichts von acht aktiven Bränden. Hier trafen die ersten Konvois einer Hilfsmission aus Österreich ein. Insgesamt schickt das Alpenland 136 Helfer, 16 Löschfahrzeuge, 24 Lastwagen und einen Krankenwagen nach Nordmazedonien, wie das Portal «vesti.mk» berichtete. Hilfe kam zudem aus Serbien, Bulgarien und Slowenien.

Brände: Athen und Ankara wollen sich helfen

Griechenland und die Türkei wollen sich gegenseitig bei der Bekämpfung von Bränden helfen. Allerdings soll dies erst geschehen, wenn die beiden Staaten die Feuer im jeweils eigenen Land unter Kontrolle gebracht haben.

Dies teilte der griechische Aussenminister Nikos Dendias am Freitag mit. Zuvor hatte er mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu telefoniert.

Die beiden von Grossbränden heimgesuchten Nachbarstaaten streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis und um die Zypernfrage. In den vergangenen Monaten hatte sich die Lage weiter zugespitzt. Die EU hat türkische Ansprüche in Sachen Ausschliessliche Wirtschaftszonen (AWZ) im östlichen Mittelmeer scharf kritisiert.

Gnadenlose Feuerwalzen bedrohen Wohngebiete

Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei dauern unvermindert an. Auch in der Nacht bahnten sich Feuerwalzen den Weg durch Wälder, Busch- und Grasland. Alle Hintergründe lesen Sie hier.

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