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Der Telebasel News Beitrag vom 6. August 2021.
Baselland

Hofladen in Hölstein wird zur regionalen Hip-Hop-Hochburg

Der «AM-Jam» beim Öpfelhüsli findet am Samstag zum zweiten Mal statt. Trotz Regen und Corona lockt das Open Air die hiesige Hip-Hop-Szene ins Waldenburgertal.

Der Lastwagen karrt schon mal eine volle Ladung Holzschnitzel an. Angesichts der trüben Wetteraussichten werden diese am Samstag benötigt. Der Festival-Gründer Elia Mahler und die vielen HelferInnen lassen sich vom Regen nicht entmutigen. Der AM-Jam in Hölstein fiel letztes Jahr coronabedingt ins Wasser. Auch wenn so manches Open Air diesen Sommer über die Klinge springen musste: Die zweite Ausgabe des Hip-Hop-Festivals kommt zustande. Wie Elia Mahler erklärt, habe sich das OK erst vor wenigen Monaten dazu entschieden, die Sache durchzuziehen. «Natürlich spielt man immer mit dem Gedanken: Was ist, wenn wir absagen müssen, vertraglich sind wir aber gut abgesichert, wenn wir jetzt aus irgendeinem Grund absagen müssten», sagt der Mitorganisator des AM-Jam. «Doch wir haben gesagt, wir wollen das unbedingt machen. Wir haben zwei Jahre darauf hingearbeitet».

Maximal 500 Personen zugelassen

Auf der Bühne stehen regionale Acts, etwa La Nefera, Sherry-Ou & Morow und Was Ghetto?. Ob Rap, Graffiti, DJs oder Breakdance: Für einen Samstag ist Hölstein die Hauptstadt der Nordwestschweizer Hip-Hop-Szene. Am Anlass unter freiem Himmel sind aber maximal 500 Personen zugelassen. Gemäss BAG-Bestimmungen besteht somit für den AM-Jam keine Zertifikatspflicht. Wie Elia Mahler sagt, wird am Eingang eine Contact-Tracing-Liste aufliegen. Tanzen zur Live-Musik ist nicht möglich. Wie Elia Mahler erklärt, werde das OK dies den Gästen auch so kommunizieren, auch wenn eine Definition nicht einfach sein dürfte. «Dieses Gesetz haben sie gemacht für Tanzclubs, wo man Tanzpartner hat, mehrere miteinander wechselt. Das ist hier nicht der Fall. Eine Hand in der Luft, nicken, sich ein bisschen bewegen ist nicht gleich tanzen», sagt Elia Mahler.

Der Festival-Gründer steht am Samstag als Rapper auch selbst auf der Bühne. Dass ein solcher Anlass in dieser Gegend stattfinden kann, liegt ihm besonders am Herzen. «Ich komme ursprünglich aus dem Waldenburgertal. Es gibt keine Jugendtreffs, nichts für die Jungen, die gehen zum Pausenplatz oder in die Stadt, wenn sie genug alt sind. Daher war es meine Motivation, dass es hier wieder etwas gibt, von uns und für uns», so Elia Mahler.

Rapper mit Gastrecht beim Obstbauern

Wieso das Hip-Hop-Festival ausgerechnet neben einem Hofladen und Obstlager stattfindet, hat einen Grund. Vor zwei Jahren bekam das OK an einem anderen Ort kurzfristig eine Absage. Dann sprang der Obstbauer Ernst Lüthi aus Ramlinsburg in die Bresche. Er bot ihnen den Vorplatz vom Öpfelhüsli in Hölstein an. Wie der Landwirt sagt, müssten die Veranstalter bei ihm nur für den Aufwand, also Strom- und Wasserkosten aufkommen. Nun ist das Open-Air erneut zu Gast beim Obstbauern. Dieser ist zufrieden damit, einem kulturellen Anlass das Gastrecht geben zu können. «Das darf ich ganz klar sagen, das ist im 2019 sehr gut und seriös abgelaufen, es gab keine Schäden und keine Sauerei. Daher sollte man ihnen den Raum und Platz geben, dass hier weiterhin etwas entstehen kann», sagt Ernst Lüthi.

Mehr Infos zum AM-Jam vom 7. August 2021 mit dem Line-Up finden Sie hier.

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