Im Kanton Aargau sind falsche Polizisten weiterhin sehr aktiv. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Fake-Polizisten ergaunerten im Aargau über eine halbe Million Franken

Im Kanton Aargau haben falsche Polizisten seit Anfang Jahr 550'000 Franken ergaunert. Alleine am Donnerstag meldeten sich 30 Betroffene bei der Polizei.

Die Betroffenen hatten Anrufe von falschen Polizisten erhalten, wie die Aargauer Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Alle Angerufenen hätten den Schwindel durchschaut, so die Polizei. Seit Anfang Jahr seien der Kantonspolizei bereits über 800 Anrufe dieser Art gemeldet worden. In 20 Fällen waren die falschen Polizisten erfolgreich und erbeuteten Bargeld und Schmuck im Wert von rund 550’000 Franken.

Gemäss Mitteilung wiesen die Nummern der falschen Polizisten in den vergangenen Wochen sehr häufig die Vorwahl «077» auf. Die Anrufer sprechen meistens Hochdeutsch und geben sich oft als «Polizist Hofmann» oder «Polizist Fröhlich» aus.

Bei den Anrufen sprachen die falschen Polizisten von Einbrechern, die in der Nachbarschaft ihr Unwesen trieben und nun nach dem Vermögen der angerufenen Person trachteten. Dieses sei nur sicher, wenn es der Polizei übergeben würde, behaupteten sie. Laut der Aargauer Kantonspolizei stecken hinter der Betrugsmasche professionelle Betrüger, die aus dem Ausland operieren. «Sie betreiben eigentliche Call-Center, von wo systematisch potentielle Opfer angerufen werden», heisst es in der Mitteilung. Dabei würden die Kriminellen auf Tagesbasis gewisse Gemeinden regelrecht abarbeiten, so die Polizei. Komplizen im jeweiligen Land holten die Beute bei Opfern dann ab. Laut Polizei handelt es sich häufig um junge, sportlich gekleidete Männer, die Deutsch oder Mundart sprechen. Die Opfer würden angewiesen, Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen im Briefkasten oder anderswo bereitzulegen.

So können Sie sich schützen

Die Aargauer Kantonspolizei gibt Ratschläge, wie man sich vor der Betrugsmasche der falschen Polizisten schützen kann:

  • Lassen Sie sich nicht auf verdächtige Anrufe ein und beenden Sie diese.
  • Geben Sie am Telefon niemals vertrauliche Informationen preis.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Telefonanbieter nach einem Filter, der solche Anrufe blockiert (zum Beispiel Callfilter von Swisscom).
  • Denken Sie daran, dass die richtige Polizei niemals telefonisch jemanden anweisen würde, ihr Wertsachen zu übergeben.
  • Um den Schwindel noch echter aussehen zu lassen, raten die Betrugsanrufer ihren Opfern, sogleich den Polizeinotruf 117 zu wählen, um sich zu vergewissern. Nur, wer den Anruf tatsächlich beendet, ist sicher, danach nicht wieder die Betrüger in der Leitung zu haben. Legen Sie also den Hörer wirklich auf oder drücken Sie den entsprechenden Knopf, um die Verbindung zu trennen.
  • Melden Sie Betrugsanrufe der richtigen Polizei (Notruf 117).
  • Sensibilisieren Sie ältere Menschen aus Ihrem Umfeld über diese Betrugsmasche

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