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Der Telebasel News Beitrag vom 6. August 2021.
Basel

Bundesasylzentrum Basel bleibt in Quarantäne

70 Infektionen, über 100 Personen in Quarantäne oder Isolation: Das Bundesasylzentrum auf dem Bässlergut ist de facto von der Aussenwelt abgeschnitten.

Fast die Hälfte der Bewohner im Bundesasylzentrum haben sich mit Corona angesteckt. Laut dem Staatssekretariat für Migration SEM geht es den meisten Menschen gut. Eine Person, habe einen schweren Verlauf. «Die Person musste hospitalisiert werden, weil sie schon Vorerkrankungen hatte. Aber wie gesagt, der allergrösste Teil hatte keine Symptome», sagt Lukas Rieder, Mediensprecher des SEM.

Schwierige Situation für Bewohner

Das es, wie das SEM meint, den meisten gut gehe, will die Organisation «3 Rosen gegen Grenzen» nicht bestätigen. Sie stehen mit den Geflüchteten im Bundesasylzentrum in direktem Kontakt. «Die Stimmung ist sehr, sehr schlecht. Die Menschen, die im Camp untergebracht sind, fühlen sich sehr schlecht informiert. Sie haben das Gefühl, sie werden auch nicht umfänglich informiert», sagt Sophia Polek von «3 Rosen gegen Grenzen».

Gegenüber «3 Rosen gegen Grenzen» haben die asylsuchenden Personen offenbar gesagt, dass sie sich nicht wie Menschen behandelt fühlen. Die jetzt getroffenen Massnahmen würden als Schikane empfunden. «Quarantäne, so schreiben sie uns weiter, empfinden sie nicht als gesundheitsschützend, sondern nur als weitere Massnahme sie von der Gesellschaft zu isolieren und psychisch unter Druck zu setzen», so Polek.

Schwierige Rechtsberatung

Das evangelische Hilfswerk HEKS berät die Asylsuchenden in Rechtsfragen, auch rund um ihr Asylverfahren. Eine Arbeit, die in Basel im Moment nicht gemacht werden könne. «Das heisst, dass wir im Moment gar keinen Kontakt zu den Asylsuchenden haben, mit unseren Mandantinnen und Mandanten, weil diese Gespräche unter diesen Bedingungen nicht stattfinden können und ausgesetzt sind», sagt Dieter Wüthrich, Mediensprecher von HEKS.

Bei kurzen Rekursfristen von fünf Tagen werden diese bei einer Quarantäne oder Isolation angehalten. Bei 30-tägigen Fristen ist dies nicht der Fall. So kann es sein, dass eine Person im Asylverfahren einen Drittel der Zeit keinen Kontakt zu seiner oder ihrer Rechtsvertretung hat.

BAG-Richtlinien als Leitfaden

Das SEM betont, dass man sich an die Vorgaben des BAG hält. Dieses Vorgehen habe bis jetzt gut funktioniert. «Ein Ort, wo so viele Menschen auf so engem Raum zusammen wohnen, ist natürlich prädestiniert, also vorbestimmt, dass Covid sich einfach übertragen kann. Und das ist jetzt innerhalb des Schweizer Asylsystems der Erste, an dem es einen grösseren Ausbruch gab.»

Der Kanton Basel-Stadt hat in seinem Corona-Bulletin bekannt gegeben, dass am Freitag, 6. August, nochmals alle Bewohnerinnen und Bewohner des Bundesasylzentrums getestet werden sollen. Die Resultate werden dann Anfang nächster Woche bekannt gegeben.

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