Mani Matter verunglückte am 24. November 1972 nach einem Auftritt in Rapperswil auf der Autobahn bei Kilchberg ZH tödlich im Alter von nur 36 Jahren. (Bild: Keystone)
Schweiz

Neues «Zündhölzli» zum 85. Geburtstag von Mani Matter

Es ist längst Tradition, dass Schweizer Künstler Mani Matters einfach wirkenden und gleichzeitig so reichhaltigen Liedern neues Leben einhauchen.

Mit einer Neuinterpretation des Klassikers «I han es Zündhölzli azündt» gedenken Denis Marian & Max Urban dem Berner Chansonnier (1936–1972), der am 4. August seinen 85. Geburtstag gefeiert hätte.

Denis Marian & Max Urban – «I han es Zündhölzli azündt»:

(Video: Youtube)

Denis Marian ist mehrfacher Schweizermeister im Beatboxen, Max Urban war 2003 Finalist in der Sendung «MusicStar»: Gemeinsam haben die Schweizer Musiker dem «Zündhölzli» ein R&B-Kleid verpasst und es mit einem neuen Beat unterlegt. Die Version sei im Rahmen eines Schulprojekts entstanden, heisst es in der Medienmitteilung des Zytglogge Verlags.

Marian und Urban sind nicht die ersten, die die Klassiker Mani Matters anlässlich eines anstehenden Geburtstags würdigen. Zu Matters 80. Geburtstag (2016) erschien im Zytglogge Verlag das Album «Und so blybt no sis Lied», ein Sammelwerk mit Neuinterpretationen von Matter-Liedern. Die Covers stammen von diversen Musikern, unter ihnen der Berner Rapper Greis, der mit Gitarrist Benjamin Noti alias Noti Wümié «Die Strass, won i drann wohne» gecovert und eine eingängige Popnummer daraus gemacht hat.

Ebenfalls vertreten sind auf dem Album die Berner Erfolgsrapper Lo & Leduc («079»). Wie «Leduc» Luc Oggier seinerzeit gegenüber Keystone-SDA sagte, war er schon als Baby in Mani Matters Ideenwelt eingetaucht – wortwörtlich. Das Lied «Chue am Waldrand» wurde an seiner Taufe gespielt – wobei seine Eltern einen Hang zu Pessimismus vermuten liessen, singt mani Matter doch «d’Wält isch so perfid, dass sy sech sälte oder nie, nach Bilder, wo’mer vore gmacht hei, richtet».

Mani Matter hat’s auf den Punkt gebracht

Man dürfe nie versuchen, Mani Matter zu kopieren, «denn so kann man nur verlieren», so Oggier weiter. Prägend seien seine Texte für Lo & Leduc alleweil: «Es gilt, die grossen Fragen in einfache Geschichten zu verpacken, zu verdichten.»

Das versuchte auch Rapperin Steff la Cheffe mit ihrem Song «Ds Rösli», einer Geschichte über eine Frau, Rösli, die jeweils nach dem Zahltag ein «Rubellösli» kauft. Matter habe sie mit «seiner Art, wie er mit Sprache beziehungsweise Dialekt gespielt hat» inspiriert und geprägt, erzählte die Berner Rapperin damals.

Mani Matter, der 1972 36-jährig bei einem Autounfall starb, schaffte es wie kein Zweiter, in seinen Liedern Bilder heraufzubeschwören. Das gelang ihm mit einfachsten, pointierten Worten. Oder wie Greis es beschrieb, mit dem «Auf-den-Punkt-bringen».

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