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Der Telebasel News-Beitrag vom 3. August 2021.
Basel

Fähren wegen Regens in finanzieller Schieflage

Die Fährleute in Basel sind im Moment nicht zu beneiden. Nach dem schwierigen Corona-Jahr 2020 macht ihnen jetzt das schlechte Wetter das Leben schwer.

Sie gehören zu Basel wie das Münster, der FCB oder die Fasnacht: Die vier Fähren über den Rhein. Bereits die Covid-Pandemie liess die Umsätze der Fährleute einbrechen.

Hans-Peter «Hambbe» Tschudi hat auf Anfang Jahr zusammen mit seiner Kollegin Rosi Tiefenthal die St. Alban-Fähre übernommen. Ein schwierigerer Start ist fast nicht vorstellbar.

Und schon kommt der nächste Paukenschlag: «Es ist – vermutlich eine Schalltafel – angeschwemmt worden, die genau unter der Fähre landete. Ich vermute, dass sie zwischen dem Ruderblatt und dem Boden des Schiffes eingeklemmt wurde. Das Ruder ist verklemmt und wir sind jetzt am Abklären, was wir machen können». Voraussichtlich in zwei Tagen wird die Wild Maa-Fähre wieder im Einsatz sein.

Nur noch Hälfte der Gäste

Die Vogel Gryff-Fääri fährt noch. Seit fast 30 Jahren ist Urs Zimmerli hier Fäärimaa, das Handwerk hat er vom Vater gelernt. Normalerweise ist die richtig gute Zeit für die Fähren die Sommermonate. Doch das schlechte Wetter und die Corona-Massnahmen führen dazu, dass viel weniger Menschen mit der Fähre über den Rhein gehen, sagt Urs Zimmerli. «Ja man kann sagen, bis jetzt hatten wir nur die Hälfte der Fahrgäste. Keinen 31. hatten wir, keine Fasnacht, nichts, weil alles abgesagt wurde.»

Die finanziellen Einbussen heissen für Urs Zimmerli, dass er den Gürtel enger schnallen muss, um sich über Wasser zu halten. «Man muss halt alles reduzieren. Fast keine Ferien, öfter auf der Fähre sein, weniger kaufen» so Zimmerli. Die ruhigen Regentage nutzt er, um Renovationsarbeiten an der Fähre vorzunehmen.

Fähren-Verein hilft, wo er kann

Die Fährleute werden vom Fähren-Verein unterstützt. Der Verein hat zum Beispiel im ersten Halbjahr 2021 die Pacht für alle vier Fähren übernommen, sagt Martina Meiniken, Präsidentin des Vereins. Der Fähren-Verein versuche, die Fährmänner und -frauen so gut wie möglich zu unterstützen. «Wir stehen in engem Kontakt, wenn etwas ist, schauen wir zusammen mit der Stiftung, was wir machen können.»

St. Alban-Fähre-Pächter Hans-Peter Tschudi verliert trotz des schwierigen Startes den Humor nicht. «Alles zusammen, mit dem Hochwasser, mit dem Schwemmholz, mit den Ausfällen technischer Natur, die wir jetzt haben, summiert sich halt. Und es ist manchmal ein bisschen frustrierend. Aber schlussendlich haben wir uns gesagt, wenn wir alles im ersten Jahr haben, dann ist nachher gut. Es kann nur noch besser werden», sagt Hans-Peter Tschudi schmunzelnd.

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