Mujinga Kambundji hätte ihren Schweizer Rekord von 22,26 Sekunden, den sie an den Schweizer Meisterschaften 2019 aufgestellt hatte und in Tokio sowohl im Vorlauf als auch im Halbfinal egalisierte, noch so gerne verbessert. (Bild: Keystone)
International

Mujinga Kambundji: «Bin nun an einem ganz anderen Punkt in meiner Karriere»

Mujinga Kambundji verpasst als Siebte über 200 m eine Medaille um 43 Hundertstel. Dennoch ist sie auf einem höheren Niveau als beim Gewinn von WM-Bronze 2019.

Mujinga Kambundji hätte ihren Schweizer Rekord von 22,26 Sekunden, den sie an den Schweizer Meisterschaften 2019 aufgestellt hatte und in Tokio sowohl im Vorlauf als auch im Halbfinal egalisierte, noch so gerne verbessert. Stattdessen musste sich die 29-jährige Bernerin trotz eines Rückenwindes von 0,8 m/s mit 22,30 Sekunden begnügen. «Es war sicher nicht mein bester Lauf. Vom Gefühl her gelang mir die Kurve nicht so gut und hinten heraus wurde es schwierig», bilanzierte sie. Das Programm zuvor sei enorm intensiv gewesen, «dennoch fühlte ich mich sehr gut beim Aufwärmen.»

Alles in allem überwog aber klar das Positive, schliesslich sind Final-Teilnahmen auf Weltniveau für Kambundji (noch) keine Selbstverständlichkeit. Über 100 m (6.) hatte sie eine solche zuvor noch nie geschafft. Und über die halbe Bahnrunde holte sie vor zwei Jahren zwar WM-Bronze, das Niveau in Doha war jedoch bei Weitem nicht vergleichbar mit jenem in der japanischen Hauptstadt. «Ich bin nun an einem ganz anderen Punkt in meiner Karriere, werde von den Topläuferinnen als Konkurrentin wahrgenommen. Das ist wirklich schön», sagte Kambundji.

Höheres Niveau erreicht

Zwar konnte sie ihre 2018 (100 m) und 2019 (200 m) erzielten Bestmarken nicht verbessern. Sie läuft nun aber deutlich konstanter. In Tokio blieb sie in der Königsdisziplin dreimal unter elf Sekunden, zuvor war ihr das einmal gelungen. Über 200 m waren vor den Olympischen Spielen 22,42 Sekunden, erzielt 2017, ihre zweitbeste Zeit. Das verdeutlicht, dass Kambundji ein höheres Niveau erreicht hat.

Von daher dürfte sie über die halbe Bahnrunde eher früher als später den Schweizer Rekord senken. Hätte sie im Vorlauf durchgezogen, wäre dies schon dann der Fall gewesen, jedenfalls traut sie sich eine Zeit um die 22 Sekunden oder knapp darunter zu. Auch über 100 m war Kambundji die beste Leistung an diesen Spielen (10,95) in der ersten Runde gelungen, als sie am Ende ebenfalls etwas Tempo wegnahm. Diese Zeiten erstaunten sie angesichts der Lockerheit, mit der sie in den beiden Vorläufen sprintete.

Gelingt der Coup mit der Staffel?

Von daher kann Kambundji «sehr viel mitnehmen» von diesen Spielen. «Ich laufe gefühlsmässig etwas anders als früher und brauche diese Lockerheit nun mehr. In einem Final ist es allerdings schwierig, technisch schön zu laufen, da versuchst du einfach alles rauszulassen, was geht.» Noch ist dem hinzuzufügen. Denn je öfters sie auf den grössten Bühnen im Final steht, desto normaler wird das für sie, und dann dürfte es einfacher für sie sein, stets die nötige Lockerheit an den Tag zu legen. Jedenfalls ist ihr im kommenden Jahr ein weiterer Schritt zuzutrauen.

Zuerst einmal aber will Kambundji noch mit der Staffel zuschlagen. Eine Medaille für die Schweizerinnen, die an der WM vor zwei Jahren den 4. Platz belegten, wäre mittlerweile keine Überraschung mehr. «Wir haben sicher das Niveau für eine solche, ob es reicht, werden wir dann sehen», sagte Kambundji. Der Final über 4×100 m findet am Freitag statt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel