Klimastreikende blockieren am Montagmorgen die Credit Suisse und UBS am Paradeplatz in Zürich. (Bild: Keystone)
Schweiz

Polizei räumt Blockade von Klimaaktivisten am Paradeplatz

Rund 200 Klimaaktivisten haben am Montagmorgen auf dem Paradeplatz in Zürich den Hauptsitz der Credit Suisse und die Geschäftsstelle der UBS besetzt.

Mehrere Dutzend Aktivistinnen und Aktivisten der Klimabewegung haben am frühen Montagmorgen auf dem Zürcher Paradeplatz und an der Bahnhofstrasse die Eingänge der Grossbanken Credit Suisse und UBS besetzt. Noch am Vormittag räumte die Polizei die Blockaden, rund 30 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Die Klimabewegung protestierte mit ihrer Aktion gegen die massiven Investitionen der Schweizer Finanzinstitute in Erdöl, Gas und Kohle, wie die Aktivisten bekanntgaben. Sie errichteten Blockaden mit mehreren schweren Geräten wie Tripods, Fässern und auch mit zusammengeketteten Velos.

Mit Gesängen, Sprechchören und Bannern machten die Aktivisten auf ihr Anliegen aufmerksam. So hiess es etwa: «Brecht die Macht der Banken und Konzerne!» Und gegen die Räumung durch die Polizei skandierten sie: «Klima schützen ist kein Verbrechen!»

«Wir werden wiederkommen»

Die Finanzinstitute, allen voran die beiden Grossbanken und die Schweizerische Nationalbank, investierten Milliarden in Unternehmen, die Erdöl, Kohle und Gas fördern oder verbrennen würden. Zugleich müssten andernorts Menschen wegen der Klimakrise sterben.

Die Schweizer Finanzinstitute trügen eine grosse Verantwortung für die Folgen der weltweiten Klimakrise. Wenn diese Institute aufhörten, in fossile Energien zu investieren, seien die international anerkannten Klimaziele erreichbar. Mit diesen Forderungen haben die Aktivisten auch eine Petition lanciert.

Eine Sprecherin forderte, «Ihr müsst jetzt aufhören!» und sie kündigte an: «Wir werden wiederkommen, solange ihr nicht damit aufhört!»

Friedliche Räumung

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie setzte den Aktivisten schliesslich eine Frist von zehn Minuten und begann kurz vor 8.30 mit der Räumung des Eingangs der Credit Suisse. Die Aktion verlief friedlich. Die Aktivisten liessen sich teils widerstandslos abführen, teils leisteten sie passiven Widerstand und wurden weggetragen. Rund 30 Personen wurden vorläufig festgenommen, wie die Stadtpolizei mitteilte.

Etwa eine Stunde später räumte die Polizei auch den Eingang der UBS am Paradeplatz frei. Hier hatten sich einige Aktivisten hinter eine Barriere aus zusammengeketteten Velos verschanzt.

Am späteren Vormittag wurde eine weitere Blockade vor der UBS an der Bahnhofstrasse geräumt. Dort hatten die Aktivisten auch Holzkonstruktionen erstellt, auf denen sich mehrere Personen verschanzt hatten. Diese wurden nach und nach von der Feuerwehr herunter geholt.

Klima-Camp und Kundgebung

Seit Freitag campieren Klimaaktivisten der Bewegung «Rise Up For Chance» auf der Brache des ehemaligen Hardturmstadions in Zürich. Während einer Woche wollen sie mit verschiedenen Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Bereits vor einer Woche hatten sie auf dem Paradeplatz einen offenen Brief mit ihren Forderungen stellvertretend für den gesamten Finanzplatz an die Credit Suisse überreicht. Am Freitag ist eine Abschlusskundgebung in Bern geplant.

(Video: Keystone)

1 Kommentar

  1. Dass man sich dafür einsetzt, dass nicht mehr in fossile Energien investiert wird, sondern in die Nachhaltigkeit, ist ja in Ordnung und soll auch letztlich das Ziel sein, das wir erreichen sollten. Jedoch muss an dieser Stelle auch den meist Jüngeren mal klar gemacht werden, dass auch litthering, hauptsächlich verursacht von der jüngeren Generation, sehr grossen Einfluss auf das Klima hat. Deshalb sollte endlich auch mal diese Thematik angesprochen werden. Das vermisse ich bei dieser Thematik sehr stark. Ich stamme nämlich noch aus einer Generation die noch gelernt hat, das Abfall in einen Abfallbehälter gehört und nicht einfach, aus Bequemlichkeit, auf den Boden geschmissen wird.
    Also wischt zuerst vor der eigenen Haustür, bevor Ihr Andere anprangert.
    In diesem Sinne noch einen schönen Tag….Report

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