Feierlaune hielt sich in Grenzen: Wegen des schlechten Wetters wurde diesen 1. August weniger Feuerwerk gezündet als auch schon – hier ein Bild aus Gruyères FR. (Bild: Keystone)
Schweiz

1. August war so ruhig wie schon lange nicht mehr

So ruhig wie selten haben sich der 1.-August-Abend und die nachfolgende Nacht präsentiert. So musste die Polizei weniger oft ausrücken als in anderen Jahren.

Dennoch gab es drei Verletzte: In Brienz im Berner Oberland explodierte in der Hand eines 18-Jährigen ein Feuerwerkskörper vorzeitig, und in der Waadt wurden zwei Polizeibeamte im Einsatz verletzt. Die unerwartet explodierende Feuerwerksrakete verletzte den jungen Mann am Sonntagabend in Brienz schwer an einer Hand und im Gesicht, wie die Berner Kantonspolizei mitteilte. Im ganzen Kanton gingen bei 1.-August-Aktivitäten rund 40 Meldungen ein wegen Lärmstörung oder Sachbeschädigungen.

In Prilly bei Lausanne wurden beim Löscheinsatz der Feuerwehr gegen kleinere Brände zwei Polizisten am Arm und an der Schulter verletzt, als sie mit Böllern beschossen wurden. In Lausanne musste ein gutes Dutzend kleinerer Feuer gelöscht werden, und auch in Yverdon-les-Bains kamen Ordnungshüter unter Beschuss, wie die Waadtländer Behörden am Montag mitteilten.

Ruhige Lage auch in Zürich und St. Gallen

Als «aussergewöhnlich ruhig» bezeichneten Schutz und Rettung Zürich sowie die Feuerwehren im ganzen Kanton die 1.-August-Nacht. Es sei zu lediglich 26 Feuerwehreinsätzen gekommen, hiess es am Montag auf Twitter.

Die St. Galler Kantonspolizei rückte über das 1. August-Wochenende rund 25 Mal wegen Ruhestörung aus, deutlich weniger als in den Vorjahren. Es kam vereinzelt zu Sachbeschädigungen durch Feuerwerk, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst. Verletzte wurden keine gemeldet.

Feuerwerk politisch auf dem Prüfstand

Nasses und kühles Wetter sowie Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie hatten die Feierlaune bereits am Samstag und Sonntag vielerorts getrübt. In der ganzen Altstadt von Bern war das Zünden von Feuerwerk aus Sicherheitsgründen ohnehin verboten.

Und nun kommt Feuerwerk zum Nationalfeiertag auch auf das politische Parkett. Eine Gruppe von Privatpersonen, die im Bereich Tier, Mensch und Umwelt tägig sind, hat sich im Verein Feuerwerksinitiative organisiert. Sie wollen mit einer Volksinitiative eine starke Einschränkung von Feuerwerk mit Knalleffekten erreichen. Ein Initiativtext befinde sich in der letzten Prüfungsphase bei der Bundeskanzlei, teilte der Verein am Montag mit.

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