Geschafft: Noè Ponti nach dem Gewinn der Bronzemedaille über 100 Meter Delfin. (Bild: Keystone)
International

Noè Ponti holt die nächschte Schweizer Medaille im Schwimmen

Noè Ponti lässt sich von Jérémy Desplanches' Medaillengewinn inspirieren. Keine 24 Stunden nach dem Genfer holt der Tessiner ebenfalls die Bronzemedaille.

Noè Ponti aus Gambarogno wird über 100 m Delfin Dritter und sorgt für die bereits zehnte Schweizer Medaille an den Olympischen Spielen in Tokio. Nach seinem Exploit tags zuvor im Halbfinal hatte sich der 20-jährige aus Gambarogno TI dahingehend geäussert, dass die ersten zwei Plätze vergeben seien und sechs Schwimmer um Bronze kämpfen würden. Im Final im Tokioter Aquatics Centre bestätigte sich die Aussage des jungen Tessiners zu 100 Prozent. Zwei Konkurrenten schwammen in einer eigenen Liga um den Sieg, der Rest des Feldes lag im Kampf um Platz 3 eng zusammen.

Caeleb Dressel, bereits Weltmeister in dieser Disziplin, war einmal mehr nicht zu schlagen. Der Sprintstar aus Florida unterbot in 49,45 seinen eigenen Weltrekord um fünf Hundertstel. Dressel, der in Tokio schon dreimal Gold holte, sah sich allerdings hart gefordert von Kristof Milak. Der ungarische Europameister und 200-m-Delfin-Olympiasieger stellte in 49,68 Europarekord auf.

Neuer Rekord für Ponti

Auch Ponti – wie tags zuvor im Halbfinal an der Seite Dressels – schwamm neuerlich Rekord. In 50,74 blieb er nochmals um zwei Hundertstel unter seiner im Halbfinal aufgestellten nationalen Bestmarke. Vor den Olympischen Spielen lag sein Schweizer Rekord bei 51,15, welchen er im Dezember in Rotterdam erreicht hatte.

Ponti, im Juli 2019 Junioren-Europameister über 50 m Delfin geworden, distanzierte den viertklassierten Russen Andrej Minakow um 14 Hundertstel. Auch der Pole Jakub Majerski und der Australier Matthew Temple – beide in 50,92 ex-aequo Fünfte – lagen weniger als zwei Zehntel hinter dem Schweizer Youngster.

Dritte Schweizer Medaille überhaupt

Die letzten zwei Jahre trainierte Ponti im Leistungszentrum Tenero bei Massimo Meloni. Nach den Spielen disloziert der Olympia-Dritte in die USA. Er wird künftig an der North Carolina State University Wirtschaft studieren.

Ponti sorgte damit nur 24 Stunden nach Jérémy Desplanches über 200 m Lagen für die zweite Schweizer Bronzemedaille im olympischen Becken. Zuvor hatte es an Olympischen Spielen erst eine Medaille eines Schweizer Schwimmers gegeben. 1984 in Los Angeles gewann Etienne Dagon über 200 m Brust Bronze. Ponti war nach seinem Medaillengewinn überwältigt: «Es ist unglaublich. Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Es ist ein Traum und hoffentlich der Anfang meiner Karriere. Ich werde mit der Medaille schlafen gehen. Es war wahrscheinlich der schnellste Olympia-Final über 100 Meter Delfin aller Zeiten. Die Zahlen sprechen für sich. Ich bin einfach mega-zufrieden. Heute ist ein wunderschöner Tag, den ich nie vergessen werde.»

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