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Der Telebasel News Beitrag vom 30. Juli 2021.
Region

Auf dem Land wird gefeiert – in der Stadt nicht

Wegen der Umstände rund um Corona wurden die Bundesfeiern in der Stadt abgesagt. Auf dem Land wird hingegen in vielen Gemeinden gefeiert.

Dass sich die beiden Basel nicht immer in allem einig sind, das weiss man mittlerweile. Dieses Wochenende scheint sich nun nochmal ein Graben zwischen Stadt und Land aufzutun. Dieses Mal ist es quasi ein «Patriotengraben».

Denn während in der Stadt Basel alle grossen Anlässe zum Nationalfeiertag abgesagt worden sind, wird im Baselbiet doch in recht vielen Gemeinden gefeiert. In Liestal zum Beispiel sogar ohne Covid-Zertifikat.

Genügend Abstand als Massnahme

Auf der Sichtern hoch über Liestal stehen die Festbänke am Freitagmittag bereits. Auch das Holz für das grosse Feuer wurde auf dem nahen Feld aufgestapelt. Bis zu 1’000 Besucher dürfen hier am 1. August auf das Gelände. Es gilt aber Sitzplatzpflicht.

Domenic Schneider von der organisierenden Bürgergemeinde Liestal ist überzeugt, dass der Anlass sicher über die Bühne gehen kann. «Es ist einerseits im Freien, wir haben Abstand zwischen den Bänken, wir haben genug Platz in den Laufwegen, wir haben auch das Catering so sichergestellt, dass dort Distanzen sind. Und von da her kommt das gut.»

Um auf das Festgelände zu gelangen, braucht es kein Covid-Zertifikat. Dieses würde bescheinigen, dass man entweder bereits geimpft ist, dass man frisch getestet wurde oder dass man Corona bereits hatte. Der Bund erlaubt dieses Vorgehen bei Veranstaltungen mit bis zu 1’000 Besuchern. In Liestal erwartet man rund 800 Gäste, sagt Domenic Schneider.

Aber was macht das OK, wenn es doch plötzlich mehr Leute sind, welche auf der Sichtern feiern wollen? Schneider meint, dann werde man die Leute darauf aufmerksam machen, dass es auf der Sichtern noch viel Platz hat. Man kann zum Beispiel das Höhenfeuer oder das Feuerwerk auch von ausserhalb des Festgeländes betrachten. Auf der Sichtern befindet sich eine weite Ebene, auch Feuerstellen sind vorhanden.

Feiern im Baselbiet, aber nicht auf dem Bruderholz

Zwar haben auch im Baselbiet ein paar Gemeinden die Bundesfeier abgesagt, gefeiert wird aber zum Beispiel in Allschwil, Binningen, Pratteln, Aesch, Sissach, Therwil, Frenkendorf oder Gelterkinden. In Basel gibt es definitiv kein Feuerwerk am Rhein und auch die traditionelle Bundesfeier auf dem Bruderholz ist abgesagt. Zwar hatte das OK bereits ein Konzept für bis zu 3000 Besucher ausgearbeitet, das ganze Areal wäre dafür eingezäunt worden. Weil man sich aber um den Charakter des Festes gesorgt hat, habe man die Feier schliesslich abgesagt.

So hätten die Besucher wohl anstehen und dann beim Eingang den Ausweis zeigen müssen. «Da haben wir einfach gedacht, das würde den Ruf dieser Bundesfeier auf Jahre hinaus beschädigen», meint OK-Präsident Fausi Marti. Zudem habe man damit rechnen müssen, dass auch unangenehmes Klientel angelockt worden wäre: Leute, die sich nicht an die üblichen Gepflogenheiten halten wollen. Eventuell wären die Absperrungen nach dem Erreichen des 3000er-Limits auch einfach überklettert worden. Die Kantonspolizei habe deshalb auch zu einer Absage geraten. Man habe Angst gehabt, vom Andrang überfordert zu werden, so Fausi Marti.

Dafür dürfe man sich bereits auf die Bundesfeier auf dem Bruderholz im Jahre 2022 freuen. Das OK habe schon viele Ideen entwickelt, welche zum Teil schon in diesem Jahr umgesetzt worden wären. Fausi Marti spricht etwa von Drohnenmanövern und Lasershows. Möglicherweise könnte auch Wasser als Showelement zum Einsatz kommen.

2 Kommentare

  1. Ahhh, jetzt ist der Groschen bei mir gefallen; die Corona-Viren sind also nur in der Stadt beheimatet und auf dem Land ist es sauber! 😀Report

  2. Na ja, ich kann beides nschvollziehen. Aber wo in der Stadt könnte man z. B. ein Höhenfeuer anzünden (abgesehen vom Bruderholz)? Und dass in der Stadt ungebtene Gäste auftauchen könnte ist gewiss ein Fakt, das sich die Regierung auch zum Teil selber zuschreiben hat. Vlt. wird sie künftig eher aufhören mit dem Larifari-Betrieb. (Unbewilligte Demos laufen lassen, Stop von überflüssigen Demos usw). Diesbezüglich gebe ich Liestal recht. Ich selber werde eh nirgends aufkreuzen. Frohes Fest an Alle.Report

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