(Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Pflicht für Corona-Tests im Gesundheitswesen umstritten

Nach dem Vorschlag für eine Testpflicht im Gesundheitswesen: Der Spitalverband H+ und die Spitex sperren sich nicht, sehen aber Probleme.

Anders als die Kantone sprechen sich die Spitäler und die Spitex in der Corona-Pandemie für eine Test-Pflicht für ungeimpftes und noch nicht erkranktes Gesundheitspersonal aus. Allerdings müsste die Finanzierung vorgängig geregelt werden.

Ein solches Obligatorium würde aus Sicht des Spitalverbands H+ einen höheren Aufwand bedeuten, der über die heutigen Tarife nicht abgegolten wäre, schrieb H+ auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Finanzierung dieser «zusätzlichen Aufgaben» müsse daher vorab geklärt sein.

Das gelte auch für den Fall, dass bei Besucherinnen und Besuchern in Spitälern und Kliniken künftig das Covid-Zertifikat kontrolliert oder Antigen-Tests durchgeführt werden müssten. Es liege nun im Ermessen der Kantone, entsprechende Vorgaben zu erlassen, schrieb die Spitex.

Die Test-Pflicht und die Ausweitung des Covid-Zertifikats in den Spitälern, Pflegeheimen und Spitex-Organisationen sind Vorschläge, die Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch den Kantonen «dringend» zur Durchsetzung empfohlen hat. Die Kantone jedoch sind gegenüber «einer harten rechtlichen und durchsetzbaren Verpflichtung» zu Tests «im Moment» zurückhaltend, wie die Konferenz der Gesundheitsdirektionen (GDK) auf Anfrage schrieb.

Es sei aber in der Pflicht der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, dass sie für nicht geimpfte und nicht genesene Gesundheitspersonal regelmässige Tests vorsehen und anbieten. Die Betroffenen sollten sich regelmässig testen lassen.

Wieder mehr Covid-Patienten in Spitälern

Die Spitäler und Pflegeinstitutionen rücken wieder stärker in den Fokus. Die Zahl der Hospitalisationen steigt seit der Woche vom 5. Juli an. Das BAG meldete am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 24 Spitaleinweisungen. Eine Woche zuvor waren es noch 14 Personen. Im Wochenvergleich stieg die Zahl in der Woche vom 19. bis 25. Juli gegenüber der Vorwoche von 48 auf 63 Fälle.

Im Wochenvergleich nahm auch die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu – um 33 Prozent. Am Donnerstag betrug die Auslastung der Intensivstationen 68,5 Prozent, wobei 4,4 Prozent der verfügbaren Betten von Covid-19-Patienten besetzt wurden. Am Donnerstag vor einer Woche waren es noch 3,5 Prozent (bei 69,3 Prozent Auslastung).

Stark gestiegen ist in dieser Zeitspanne auch die Zahl der gemeldeten Ansteckungen: Sie nahm in der Berichtswoche um satte 30 Prozent auf 4940 Fälle zu. Am häufigsten steckten sich Personen zwischen 20 und 29 Jahren an, es wurden fast 1700 neue Fälle gemeldet. Am wenigsten jene zwischen 70 bis 79 Jahren. Gleichzeitig wurde 15 Prozent weniger getestet. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden dem BAG 18’590 neue Tests und 827 neue Ansteckungen gemeldet.

Geringe Zahl an Impfdurchbrüchen

Derweil wollen Kantone, Spitäler und der Bund die Impfkampagne weiter vorantreiben. Bislang wurden in der Schweiz fast 8,95 Millionen Impfdosen verabreicht. 47,66 Prozent desjenigen Teils der Bevölkerung, der sich impfen lassen kann, gilt als vollständig geimpft.

Trotz doppelter Impfung erkrankten seit Januar 391 Personen an Covid-19. 92 mussten in Spitalpflege und 18 sind verstorben, wie das BAG auf Anfrage mitteilte. Die Zahlen bewegen sich gemäss BAG sich auf tiefen Niveau und im zu erwartenden Rahmen.

Die Anzahl Todesfälle blieb derweil auf tiefen Niveau stabil. Am Donnerstag wurden innert 24 Stunden zwei neue Todesfälle gemeldet.

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